MMag. Jakob Grüner, LL.M., ÖVP
+ Ich bin Mitglied des Nationalrats, weil …“ich einen Beitrag leisten möchte und mich fachlich einbringen möchte.“
+ Ein Thema, das Ihnen im Nationalrat besonders am Herzen liegt? „Bürokratieabbau. Ich möchte, dass Verfahren wieder schneller ablaufen.“
Berufliche Tätigkeit: Rechtsanwalt
Urteil auf ethischer Grundlage: Der Jurist Grüner müsste besser als andere Parlaments-Neulinge wissen, dass Mitglieder des Nationalrats einen Beruf ausüben. Dass er unter „berufliche Tätigkeit“ Rechtsanwalt (seit 2023) angibt, ist nicht nachvollziehbar, weil diese Tätigkeit (zumindest im Internet) noch keine Spuren hinterlassen hat. Somit muss diese Ankündigung in der politischen Öffentlichkeit einem anderen Zweck dienen, nämlich: was nicht ist, kann noch werden. Möge Grüner dies als Fingerzeig eines Advocatus Diaboli verstehen. Vielleicht versteht er als Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sowie der KAV Capitolina Rom eher Engelszungen, die ihm zurufen: Lass dich nicht in Versuchung führen!
Immerhin hat Grüner 2024/25 zahlreiche Aufsichts- und Treuhandmandate zurückgelegt und übt – laut eigener Angaben – derzeit keines aus. Das könnte die Kraft des Heiligen Geistes sein, odr? In Zeiten wie diesen einen wahrhaften Christenmenschen im Parlament zu finden, ist einerseits erbaulich; anderseits zu wenig, um zu überzeugen. Dafür müsste Grüner noch deutlich bessere Leistungen abliefern; bislang finden sich nur Pflichtübungen zur Bekräftigung der Regierungsvorlagen. Mit seiner Motivation, dass er „einen Beitrag leisten möchte und mich fachlich einbringen möchte„, hätte er weder eine Wahl beim Bundesvolk, noch eine Bewerbung in einem privaten Unternehmen gewonnen.

Jakob Grüner (ÖVP), 91. Sitzung, XXVIII. GP des NR, 19:43
Die budgetäre Situation ist so, wie sie ist, das kann man nicht schönreden, und leider können wir es auch nicht wegzaubern. … Das Budget, das wir jetzt für den Justizbereich vorliegen haben, ist alternativlos,…
Jakob Grüner (ÖVP), 91. Sitzung, XXVIII. GP des NR, 16:24
Wenn wir sparen – auch das haben wir schon gehört –, müssen wir leider auch im Staat sparen, es nützt nichts, dort müssen wir auch anfangen. …wir brauchen einen effizienteren Staat.
REPLY am 16. September 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst bedanke ich mich für Ihre Initiative. Der öffentliche Diskurs mit Bürgerinnen und Bürgern und Institutionen, welcher Rechtsnatur auch immer, ist essentiell für eine funktionierende Demokratie, denn letztlich haben gewählte Vertreterinnen und Vertreter in Bund, Ländern und Gemeinden jederzeit die Interessen der Bevölkerung zu vertreten und im Blick zu haben.
Erlauben sie mir jedoch anzumerken, dass mir aufgefallen ist, dass Sie auf Ihrer Internetseite Kolleginnen und Kollegen des Nationalrats aller Parteien aus fallweise unsachlichen Erwägungsgründen herabwürdigen. Zumindest ist dies mein Eindruck nach einer Erstdurchsicht. Kritik und Meinung ist grundsätzlich aber jederzeit legitim. Betreffend der Aussagen zu meiner Person, dass ich angeben würde, Rechtsanwalt zu sein, was sich nicht im Internet recherchieren lasse und sohin nicht korrekt sei, und eine bestimmte Motivation damit unterstellt wird, ersuche ich Sie aber höflich um Richtigstellung und darum, derartige öffentliche Falschbehauptungen zu unterlassen. Eine einfache Internetrecherche zur Klärung bzw. eine Einsicht in öffentliche Register würde wenige Sekunden in Anspruch nehmen. Wie Ihnen bekannt sein wird, unterliege auch ich aufgrund meiner freiberuflichen Tätigkeit einerseits und der politischen Tätigkeit andererseits bestimmten Compliance-Vorgaben und gesetzlichen Bestimmungen, woraus sich auch die Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit mit bestimmten beruflichen Funktionen ab Antritt zum Nationalrat ergibt. Diese Regelungen gelten für alle gleich, sohin auch für mich.
Was meine Relevanz im Nationalrat betrifft, obliegt Ihnen natürlich eine persönliche Einschätzung und Meinungsbildung selbst. Ich lade Sie jedoch ein, beispielsweise anhand der öffentlichen Protokolle von Plenarsitzungen einerseits und den Berichten zu Ausschusssitzungen andererseits, oder eigens gesetzter Initiativen, meine Positionen und Aktivitäten nachzulesen oder sich fallweise auch auf meinem Social Media Auftritt eine Meinung zu bilden.
Betreffend Ihrer inhaltlichen Anfrage erlaube ich mir festzuhalten, dass sich allein aus der Frage, wer welchen Sitzplatz im Nationalrat konkret einnimmt, keine Aussage zur Qualität der Arbeit von Abgeordneten ableiten lässt. Richtig ist, dass unterschiedliche Faktoren hierbei eine Rolle spielen.
Abschließend lade ich Sie herzlich ein ins Parlament zu kommen, fallweise im Rahmen einer öffentlichen Sitzung, wo unterschiedliche Aspekte zu Ihrem bezughabenden Artikel, zum Parlamentarismus und zur Demokratie jederzeit diskutiert werden und Sie sich auch selbst einen unmittelbaren und persönlichen Eindruck von den Abgeordneten aller Parteien, die Sie auf Ihrer Homepage bewerten, machen können. Respekt vor unterschiedlichen Meinungen, welcher Parteizugehörigkeit auch immer, ist ein hohes Gut.
Ich bedanke mich für Ihr Interesse und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Jakob Grüner