Spekulationswährung Bitcoin

18. November 2022 - Es gibt Menschen, die an Bitcoin glauben. Dass Laien und Finanzexperten an das Geld glauben, ist eine alte Geschichte. Der Glaube an "das Geld", also an verschiedene Währungen, die von Staaten weitgehend abgesichert (wenn auch nicht gedeckt) werden, ist schon über zwei Jahrtausende alt. Zur Festigung der Währungen und somit des Glaubens an "das Geld" trägt schlicht und einfach ihre tägliche erfolgreiche Nutzung bei.

Tägliche Nutzung fällt bei Bitcoin weg. Ebenso wie bei allen anderen Krypto-Währungen. Deren Grundidee - Geld, das für jeden direkt, ohne Umweg über die Banken zugänglich ist - war bestenfalls ein frommer Wunsch. Der Grundfehler von Bitcoin: "hundertprozentig sicher" kann nur in ein geschlossenes System sein. Demokratische Gesellschaften sind grundsätzlich offen (siehe Karl Popper). Somit basiert Bitcoin auf einem Konstruktionsfehler, wie die Mega-Pleite der Bitcoin-Börse FTX diese Woche unter Beweis gestellt hat.

Statt einer alternativen Währung wurde der Bitcoin zehn Jahre nach seiner Erfindung durch den mysteriösen Gründer Satoshi Nakamoto zu einem sogenannte "alternativen Investment", auf Deutsch: zu einem Spekulationsobjekt der Finanzindustrie. Die Börsen sind die Marktplätze der Spekulanten und offene Einbruchstore in das geschlossene System des Bitcoin. FTX hat nach bisherigen Angaben 32 Milliarden Dollar vernichtet. Details berichtet die Computerwoche.de.

 

FTX ist nicht die erste Bitcoin-Börse, die zur Geldvernichtung tausender Anleger beigetragen hat. Schon am 13. Juli dieses Jahres hat die "Lending-Plattform" Ceolsius Network" Insolvenz angemeldet und nur knapp einen Monat später die deutsche Kryptobörse Nuri. Finanzsache.com berichtet über die Chronologie einer Finanzblase, die sich seit 2017 aufgebaut hat und nun offenbar platzt.

 

Bitcoin hat nach dem ersten Höheflug bis 15. Dezember 2017 auf 14.700 Dollar einen ersten Dämpfer bekommen und war ein Jahr später nur noch 2.800 Dollar wert. Im ersten Corona-Jahr 2000 ist der Kurs wieder von 6.000 auf 20.000 gestiegen. Der Höhepunkt lag ein Jahr später, am 12. November 2021 bei 56.000 Dollar. Der Stand 18. November 2022 liegt bei 16.000 Dollar.

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Über die grundlegenden Mängel des Bitcoin berichtet die Unternehmerzeitschrift a3ECO in der Ausgabe 1-2 2017.

Ethik-heute.org brachte im April 2018 den Essay: Vom Bitcoin zum Shitcoin