Verfassungsschutz-Bericht 2025

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+ Extremismus wird jünger und digitaler

+ Islamistischer Extremismus bleibt größte Bedrohung, Beschleunigung der Radikalisierung, Verjüngung der Szenen

4. Mai 2026 – (Pressinformation des Bundesministerium für Inneres via APA OTS) - Die dynamische Sicherheitslage zeigte im Jahr 2025 eindrücklich die Bedeutung des Verfassungsschutzes als Frühwarnsystem zum Schutz der Menschen in Österreich sowie der Republik. Bedrohungen nehmen neue Formen an, Radikalisierungsverläufe beschleunigen sich und Spionageabwehr bleibt essenziell – das zeigt der Verfassungsschutzbericht 2025, den Innenminister Gerhard Karner, Staatssekretär Jörg Leichtfried und DSN-Direktorin Sylvia Mayer am 4. Mai 2026 präsentierten. Der Bericht hebt die Herausforderungen in den Bereichen Extremismus, Terrorismus, Spionage und nachrichtendienstliche Aktivitäten sowie illegaler Waffenhandel und Proliferation hervor und zeigt, wie die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) und die neun Landesämter Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) darauf reagieren.

Islamismus 2025

„Die Tatverdächtigen werden jünger und digitaler“, sagt Innenminister Gerhard Karner. „Die Bundesregierung wird daher einen Gesetzesentwurf für ein Mindestalter zur Social Media-Nutzung erarbeiten und vorlegen.“ Karner ergänzt: „Die elektronische Fußfessel ist eine moderne und zeitgemäße Möglichkeit zur Überwachung von Hochrisiko-Gefährdern, auch hier ist ein Gesetzesentwurf in Ausarbeitung.“

Staatssekretär Jörg Leichtfried: „Die Anzahl der extremistischen Vorfälle ist nach wie vor auf einem sehr hohe Niveau - Tendenz steigend. Dabei wird das Internet immer mehr zum Tatort und Rekrutierungs-Hotspot. Um unsere wehrhafte Demokratie zu stärken, arbeiten wir intensiv am Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, an der Umsetzung des Mindestalters für die Nutzung von Social Media Plattformen und prüfen Maßnahmen gegen den ansteigenden demokratiegefährdenden Frauenhass. Mit diesen präventiven Ansätzen und dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verfassungsschutzes leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und zum sozialen Frieden in unserem Land.“

Islamistischer Extremismus: beschleunigte Radikalisierung von jungen Gefährderinnen und Gefährdern

Der islamistische Extremismus bleibt auch 2025 die größte Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung. Internationale Terrororganisationen riefen vermehrt zu Anschlägen in Europa, darunter auch in Österreich, auf. Ebenso wirken Ausreisen, insbesondere in Gebiete des Islamischen Staates im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika, wieder zunehmend anziehend für radikalisierte Personen. Der Verfassungsschutz hat 2025 mehrere Radikalisierungsnetzwerke in Österreich identifiziert, die insbesondere auf Jugendliche abzielen. Bei der Erstellung und Verbreitung von Propaganda spielt künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle.

Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der erfassten Tathandlungen um 42,3 Prozent auf insgesamt 306 Tathandlungen. Mehr als die Hälfte davon fand im digitalen Raum statt. Die Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist besonders hervorzuheben: 31,3 Prozent der Tatverdächtigen sind unter 18 Jahre. 40 Personen hat der Verfassungsschutz 2025 festgenommen, an 129 Örtlichkeiten kam es zu Hausdurchsuchungen. Die Terrorwarnstufe bleibt aufgrund der nach wie vor abstrakten Gefahr in ganz Europa weiterhin auf der Stufe „Hoch“.

„Der Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 zeigt die Bedeutung der notwendigen Balance zwischen Vorausschau und Reaktion in volatilen Sicherheitslagen. Die DSN und die LSE sorgen gemeinsam als Frühwarnsystem für die effektive Abwehr der Bedrohung gegen unsere demokratischen Werte. Sicherheit erfordert angesichts der steigenden Gefahren durch Extremismus und Spionage ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Dazu zählen die Prävention, die Früherkennung von Gefahren und eine konsequente Umsetzung der Strafverfolgung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten täglich unverzichtbare Arbeit, um die Sicherheit der Menschen in Österreich und den Schutz der Republik sicherzustellen“, betonte DSN-Direktorin Sylvia Mayer.

Rechtsextremismus: zwischen Ideologien, virtuellen Gewaltfantasien und realer Gewaltanwendung

Die Vernetzung im digitalen Raum und der Einsatz sozialer Medien zur Verbreitung extremistischer Propaganda sind auch im Rechtsextremismus zentrale Trends. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Ideologien, virtuellen Gewaltfantasien und realer Gewaltanwendung zunehmend. Neu aufsteigende gewaltaffine und militante Neonazi-Jugend-Subgruppen nutzen digitale Kommunikationsräume zur Verbreitung extremistischer Inhalte und zur Anstiftung zu Gewalttaten. Insbesondere im rechtsextremen Akzelerationismus steht die gewaltsame Zerstörung der bestehenden demokratischen Ordnung im Zentrum.

Im Jahr 2025 stieg die Anzahl der Tathandlungen im Rechtsextremismus um 33,6 Prozent auf 1.986, wobei über die Hälfte nach dem Verbotsgesetz geahndet wurde. 75 Personen wurden 2025 festgenommen, an 277 Örtlichkeiten fanden Hausdurchsuchungen statt.

Linksextremismus: Rückgang verzeichnet

Linksextremismus ist insbesondere im Zusammenhang mit Antisemitismus und radikalem Aktionismus von Bedeutung. Die Akzeptanz rechtswidriger Aktionsformen reicht von symbolischem Protest bis zu sicherheitsgefährdenden Tathandlungen. Ein Beispiel ist der Buttersäureangriff auf ein Drohnensymposium in Wien im September 2025. Die Szene ist ideologisch stark vernetzt, auch auf internationaler Ebene, und solidarisiert sich mit marginalisierten gesellschaftlichen Gruppen. Dies war 2025 besonders im Zusammenhang mit Palästina relevant.

Die Tathandlungen im Linksextremismus zeigen einen Rückgang um 36,4 Prozent. 2025 wurden insgesamt 136 Tathandlungen gesetzt, 24 Festnahmen vollzogen und sechs Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Spionageaktivitäten: nachhaltige Folgeschäden für die Republik

Neben der innerstaatlichen Bedrohung durch Extremismus und Terrorismus bleibt die Gefahr durch nachrichten- und geheimdienstliche Tätigkeiten staatlicher Akteure unvermindert hoch. Österreich verfügt über schützenswertes Know-how, Technologien und Wissen, das bei einem Abfluss zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit oder Schlüsseltechnologien führt. Spionage verlagert sich immer mehr in den hybriden Raum, in dem Cyberangriffe, Cyberoperationen und moderne Technologien wie künstliche Intelligenz und Drohnen eine relevante Rolle spielen. Durch enge Kooperation mit der Wirtschaft und Wissenschaft sensibilisiert der Verfassungsschutz relevante Institutionen und Unternehmen hinsichtlich der Gefahren möglicher Informationsabschöpfung und Stärkung von Resilienz.

16 Tatverdächtige wurden im Jahr 2025 nach Spionagedelikten ausgeforscht und 27 Tathandlungen zur Anzeige gebracht. Im Bereich der Cyberangriffe wurden 31 Tathandlungen registriert.

International agierender Waffenhandel

Der illegale Waffenhandel weist eine hohe Affinität zu extremistischen Kreisen auf, insbesondere zum Rechtsextremismus. Im Jahr 2025 wurden 49 Tathandlungen im Bereich des illegalen Waffenhandels identifiziert – das entspricht einer Steigerung um 63,3 Prozent. 41 Hausdurchsuchungen und 24 Festnahmen zeigen, mit welcher Konsequenz der Verfassungsschutz auch in diesem Bereich vorgeht.

Schutz kritischer Infrastrukturen, staatlicher Institutionen und verfassungsmäßiger Einrichtungen: Resilienz als Stichwort

Der Verfassungsschutz sorgt für den Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen und obersten Organe, indem entsprechende Personen- und Objektschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Darüber hinaus fanden im Bereich kritischer Infrastruktur 310 Informations- und Beratungsgespräche statt, mehrere Frühwarnungen zu sicherheitsrelevanten Vorfällen wurden an Unternehmen der kritischen Infrastruktur versendet und über 1.576 Meldungen und Anfragen gingen bei der zentralen Kontaktstelle in der DSN ein. Hinsichtlich der Resilienz der kritischen Infrastruktur in Österreich legte das "Resilienz kritischer Einrichtungen-Gesetz" (RKEG) eine wichtige Grundlage zu ihrer Stärkung.

Prävention und Deradikalisierung: bedeutender Beitrag zur Sicherheit

Die DSN verfolgte 2025 auch weiterhin einen universellen Präventionsansatz mit dem Ziel, Radikalisierung frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Zum einen wurden über 30.000 Personen durch Informationsveranstaltungen und Workshops unmittelbar hinsichtlich der Gefahren von Radikalisierung und entsprechender Erkennungsmerkmale sensibilisiert. Im Rahmen des Programms "RE#work" wurden österreichweit zahlreiche Workshops in Schulen abgehalten. Zum anderen setzt die DSN weiterhin auf den strategischen internationalen wie nationalen Austausch, insbesondere durch die Arbeit des "Center for Security Analysis and Intelligence Research" (CSAIR) und des "Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung" (BNED).

Der gesamte Verfassungsschutzbericht 2025 ist unter diesem Link als pdf abrufbar.

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+ Gegen jede Form von Extremismus


[Vorbemerkung ethos.at: Info aus ChatGPT: Der Begriff „Heterodoxer Extremismus“ stammt offenbar aus dem österreichischen Staatsschutz- bzw. Verfassungsschutzkontext und wurde insbesondere durch die österreichische Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) geprägt bzw. popularisiert.
Er tauchte öffentlich sichtbar im österreichischen Verfassungsschutzbericht 2024/2025 auf. Dort wird er als neue Kategorie für politische bzw. verschwörungsideologische Milieus beschrieben, die sich weder klar dem Rechts- noch dem Linksextremismus zuordnen lassen.
Der Ausdruck selbst setzt sich aus:
„heterodox“ = von der herrschenden Lehre/Meinung abweichend + „Extremismus“ zusammen. „Heterodox“ stammt ursprünglich aus der Religions- und Ideengeschichte und bedeutet wörtlich „andersgläubig“ bzw. „von der Orthodoxie abweichend“. Deshalb wurde die Wortwahl auch kritisiert, weil sie implizit eine „orthodoxe“ Staatsmeinung voraussetze. Diese Kritik findet sich vor allem in konservativen und regierungskritischen Medien.]

2.2 Heterodoxer Extremismus (S 49-54)

Unter „Heterodoxem Extremismus“ (HEX) wird eine neuartige, eigenständige und stark heterogene Form von Extremismus verstanden, die sich nicht im Sinne der herkömmlichen politischen Klassifikation unter den Begriffen Links- oder Rechtsextremismus subsumieren lässt. Diese neue Form des Extremismus ist im Zuge des COVID-19-Protestgeschehens entstanden, als es zu engen, personellen Vernetzungen zwischen unterschiedlichsten Akteurinnen und Akteuren,

beispielsweise aus dem staatsfeindlichen Milieu, der Esoterik, aus Sekten, dem Rechtsextremismus, der Impf- und Abtreibungsgegnerschaft, sowie zu einer Vermischung der inhaltlichen Ausrichtungen derselben gekommen ist. Heterodoxer Extremismus dient dabei als Sammelbegriff zur Bezeichnung von extremistischen Strömungen, Szenen, Milieus, Gruppierungen, Protestbewegungen und Vereinen, deren verbindendes ideologisches Element die grundsätzliche Ablehnung demokratischer/bestehender staatlicher Strukturen sowie der Glaube an (antisemitische) Verschwörungsnarrative ist. Insbesondere der Verschwörungsglaube an das Meta-Narrativ einer „bösen globalen Elite“, die über einen „geheimen Plan“ verfügt, um die Normalbevölkerung zu versklaven, gilt als kohäsives Element des Heterodoxen Extremismus. Demnach können die traditionell bestehenden Phänomene der Staatsfeindlichen Verbindungen (SfV) sowie jene der Corona-Maßnahmen-Gegner (CMG) unter das Beobachtungsfeld Heterodoxer Extremismus subsumiert werden.

2.2.1 Überblick

Analog zu den Entwicklungen in anderen EU-Ländern wird auch in Österreich spätestens seit der COVID-19-Pandemie die Entstehung einer neuartigen und eigenständigen Form von Extremismus beobachtet, die sich nicht im Sinne der herkömmlichen politischen Klassifikation unter den Begriffen Links- oder Rechtsextremismus subsumieren lässt.

Der zentrale Unterschied zum Links- bzw. Rechtsextremismus ist, dass der Heterodoxe Extremismus zwar das aktuelle (verfassungsrechtliche) Gesellschaftsmodell ablehnt, die einzelnen Sub-Phänomene jedoch keinen einheitlichen Idealtypus einer neuen Gesellschaftsordnung definiert haben. Während also der Rechtsextremismus eine autoritäre und der Linksextremismus eine egalitäre Gesellschaftsordnung anstreben, wird der Heterodoxe Extremismus stattdessen von einem „Wir-gegen-das-System“-Gefühl bzw. von einem „Wir-gegen-die-globale-Elite“-Narrativ getragen.

Ein weiterer essenzieller Unterschied zwischen Rechtsextremismus und Heterodoxem Extremismus liegt in der Konzeption des Feindbildes. Die Feindbilder im Rechtsextremismus sind in erster Linie Ausländerinnen und Ausländer, Migrantinnen und Migranten (insbesondere Musliminnen und Muslime) sowie Jüdinnen und Juden. Um diese bekämpfen und rassistische Aktionen setzen zu können, muss das derzeitige staatliche und demokratische System überwunden werden. Demgegenüber sehen die Akteurinnen und Akteure des Heterodoxen Extremismus trotz einer vergleichbaren rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Weltanschauung den Staat bzw. das „System“ und die globale Elite als den absoluten Feind, mit denen sie sich „im Krieg“ befinden und die es zu bekämpfen gilt.

Das wesentlichste Merkmal des Heterodoxen Extremismus ist seine fundamentalistische Ablehnung gesetzlicher Normen, demokratischer und rechtsstaatlicher Einrichtungen und Institutionen sowie verfassungsmäßiger Werte und Prinzipien. Das dadurch bei seinen Anhängerinnen und Anhängern erzeugte Gefühl, „erwacht“ zu sein, sowie die Vorstellung, sich durch das Entziehen aus staatlichen und gesellschaftlichen Normen „frei zu fühlen“, macht die besondere Attraktivität des Heterodoxen Extremismus aus. Damit einher geht zumeist der Glaube an verfassungsfeindliche Verschwörungsideologien sowie die Verbreitung von Desinformation.

Inhaltlich-ideologisch verfügt der Heterodoxe Extremismus grundsätzlich über keine eigenständige HEX-Ideologie, bedient sich jedoch ideologischer Schlüsselkonzepte wie Antisemitismus, Rechtsextremismus, Monarchismus, Rassismus, religiöser Fundamentalismus etc. Darüber hinaus wird der Heterodoxe Extremismus von einem umfangreichen Portfolio globaler und stark antisemitisch geprägter Verschwörungsideologien sowie (pro-)russischer Desinformation angetrieben, die an nationale, regionale und lokale Bedingungen angepasst werden. Die einzelnen Verschwörungsideologien werden in ein gemeinsames Meta-Narrativ eingebettet: Eine vermeintliche globale (jüdische) Elite („das System“) nutzt und inszeniert gesellschaftliche Krisen, um einen permanenten Ausnahmezustand zu erzeugen. Dieser dient der Implementierung und Ausweitung von Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen, um ein globales totalitäres System zu etablieren und damit eine neue Weltordnung („New World Order“) zu erschaffen. Die vermeintliche „Klimahysterie“ werde als Vorwand benutzt, um die individuelle Transport- und Reisefreiheit einzuschränken, die „Systemmedien“ würden dafür sorgen, dass die Bevölkerung „staatstreu“ bleibe, und internationale Organisationen (EU, NATO, WHO etc.) sowie westliche Staaten und ihre Geheimdienste würden mit ihrer Kriegstreiberei den Dritten Weltkrieg provozieren, um den Ausgangspunkt des „Great Resets“ und damit die Versklavung der Normalbevölkerung zu generieren.

[Kommentar ethos.at ad „vermeintliche Klimahysterie“ siehe Bericht von DerStandard.at (17.5.2026)WHO-Kommission fordert Ausrufung von Notstand wegen Klimakrise. "Abwarten macht keinen Sinn: Experten fordern jetzt einen internationalen Notstand wegen der Klimakrise. Die WHO trifft sich am Montag zu ihrer jährlichen Versammlung. Als Extremismus sui generis stellt das Phänomen des Heterodoxen Extremismus national und international eine wachsende Bedrohung für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit dar und fungiert zudem als Verstärker für andere Formen des Extremismus sowie als Eingangstor für Einflussversuche durch Drittstaaten. Vor dem Hintergrund internationaler Sicherheitsdiskurse existieren abweichende terminologische und konzeptionelle Klassifikationen des Phänomens."  KOMMENTAR: Genau das ist KlimaHysterie! Nachdem der Klimavatikan IPCC das Risiko heruntergestuft hat, soll nun WHO als Gott4.0 den Notstand VERKÜNDIGEN!! "Experten FORDERN Notstand" - das nennt man heute "Wissenschaft". Früher war Wissenschaft Theoriebildung, ergebnisoffener Diskurs, Pro und Contra; heute: PANIKMACHE! Details siehe Klima History]

2.2.2 Aktuelle Lage

Die vom Heterodoxen Extremismus ausgehende Gefahr ergibt sich im Wesentlichen aus zwei sich wechselseitig beeinflussenden Faktoren: Gewaltbereitschaft und Drang zu politischer Subversion. Im Jahr 2025 war sowohl das Bedrohungspotenzial durch Gewaltakte als auch die Zahl der Straftaten aus dem heterodox-extremistischen Milieu in Österreich niedrig. Die Tathandlungen beschränkten sich überwiegend auf umfangreiche Behördeneingaben (Papierterrorismus), Drohungen und Verhetzung. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine Szene mit einer hohen Affinität für Waffen, Prepping34, Survivaltrainings und gewaltorientierte Verschwörungsideologien. Zudem ist festzuhalten, dass im Jahr 2025 erstmals seit dem Ende der COVID-19-Pandemie im Milieu der Staatsfeindlichen Verbindungen ein Anstieg von Behördeneingaben und eine Reaktivierung von bereits aufgelösten Gruppierungen und Strukturen zu verzeichnen ist.

Explizit ist hier die Neuformierung der Gruppierung Bundesstaat Preußen zu nennen. Im Zuge der

COVID-19-Pandemie hat auch die seit 2012 in Österreich aktive Anastasia Bewegung35 (AB) wieder an Popularität gewonnen. Zwar ist die Anzahl konkreter Siedlungsprojekte seit Jahren gleichbleibend, jedoch hat die Anzahl der Followerinnen und Follower bzw. Interessentinnen und Interessenten im Online-Raum stark zugenommen.

Fußnote 35 Anastasia Bewegung: Völkische Siedlungsbestrebungen sind aufgrund ihrer ideologischen Ausrichtung besonders anfällig für rechtsextreme Agitationen und pro-russische Propaganda. Diese Entwicklung wird ins besondere in der Anastasia Bewegung deutlich. Die Lehren der Anastasia stammen ursprünglich aus Russland, verfasst vom russischen Autor Wladimir Megre, und spielen in der russischen Taiga. Es verwundert daher nicht, dass der russische Staat das Potenzial dieser (pro-)russischen Bewegung als Einfallstor verdeckter Einflussnahme entdeckt hat. Diese Art der hybriden Kriegsführung äußert sich insbesondere in Form von (pro-russischen) Influencerinnen und Influencern, slawisch-arischen Veden und einen Ahnenkult, durch den anti-europäische, rassistische und antisemitische Ideologien zur Destabilisierung Österreichs und Europas vermittelt werden. Im Zentrum steht die Bewerbung Russlands als Land der Freiheit und als Bewahrer der „arisch-slawischen Tradition und Werte“.

[Anmerkung HTH: profil (30.7.2023) berichtet über einen Bauernhof, den AB-Anhänger bewohnen und bewirtschaften um ihre ökologisch-esoterischen Ideen zu verwirklichen. Was der Verfassungsschutz im vorliegenden Absatz daraus gemacht hat, funktioniert nach dem Muster, das ebendiese Organsiation als „Verschwörungsnarrativ“ bezeichnet. Der Halbsatz, „Es verwundert daher nicht...“ suggeriert, dass eine unumstößliche Tatsachenbehauptung folgen wird, und zwar: „... dass der russische Staat das Potenzial dieser (pro-)russischen Bewegung als Einfallstor verdeckter Einflussnahme entdeckt hat“. Das allerdings ist eine nicht bewiesene Aussage, mehr noch: eine nicht beweisbare Spekulation. Nicht beweisbar ist die Aussage „der russische Staat hat entdeckt“ - welcher Teil „des Staates", genauer gesagt der zahlreichen, riesigen russischen Staatsapparate, hat diese Entdeckung gemacht? Nicht beweisbar ist die Aussage „AB als Einfallstor verdeckter Einflussnahme“: Wo genau ist AB eingefallen, wo genau hat es verdeckt Enfluss genommen und was hat AB damit bislang erreicht? Solche Auskünfte sollte man von einem Verfassungsdienst erwarten dürfen. Ganz nebenbei bemerkt kenne ich dutzende Russen in Österreich, die für ihre patriotischen Aktivitäten vergeblich um "Einflussnahme" insbesondere finanzieller Natur durch den russischen Staat (zB durch das Russische Kulturinstitut in Wien) bitten! Im Punkt 2.2.2. erfährt der aufmerksame Leser über „Heterodoxen Extremismus … Im Jahr 2025 war sowohl das Bedrohungspotenzial durch Gewaltakte als auch die Zahl der Straftaten aus dem heterodox-extremistischen Milieu in Österreich niedrig.“ So viel zum Thema „Verschwörungsnarrativeund wie sie konstruiert werden“.]

Online-Trends wie jene der Tradwives oder der Manosphere36 und die damit verbreiteten Narrative von klassisch-patriarchalen Geschlechterrollen, Selbstversorgung und einem konservativ-fundamentalistischen Lebensentwurf machen die heterodox-extremistische Ideologie auch attraktiv für junge Menschen. Zudem verschwimmen durch die intensiv betriebene Verbreitung von Verschwörungsnarrativen zunehmend die Grenzen zwischen den einzelnen Phänomenen sowie zwischen Rechtsextremismus und Heterodoxem Extremismus. Besonders hervorzuheben ist dabei die Rolle der sogenannten Alternativmedien, die als österreichweites Sprachrohr für verfassungsfeindliche Verschwörungsnarrative fungieren und in den sozialen Medien und auf Messenger-Diensten über große Reich weiten verfügen.

Alternativmedien

Unter „Alternativmedien“ werden unterschiedliche Medienportale zusammengefasst, die insbesondere der heterodox-extremistischen und der neurechten Szene zuzuordnen sind und sich als Gegenentwurf zu traditionellen Medien verstehen. Sie delegitimieren die etablierten Medien als „Systemmedien“ und „Lügenpresse“, während sie gleichzeitig stark ideologisch aufgeladene Inhalte

kostenlos über Plattformen wie Facebook, YouTube, X, Telegram oder eigene Webseiten verbreiten. Letzteres beinhaltet oftmals auch die Verbreitung von Fake News, (pro-russischer) Desinformation und Verschwörungsideologien. Alternativmedien können im Gegensatz zu etablierten Medien ihre Inhalte sehr kostengünstig anbieten, da auf jegliche Form der professionellen Recherche und des Fact-Checkings verzichtet wird.

[Anmerkung ethos.at: Auf die Problematik sogenannter Faktenchecker, die von den gleichen Kräften bezahlt werden, wie die gleichgeschalteten Massenmedien, verweist Dr. Jonas Toegel @JonasToegel May 8 - „Meiner Einschätzung nach ist der angebliche "Kampf gegen Desinformation" unehrlich: als Frau Strack-Zimmermann in einer Talk-Sendung behauptete, dass Putin hunderte von Millionen Menschen umgebracht habe, hat das keinen "Faktenchecker" interessiert. Und das, obwohl ich mehrere von ihnen angeschrieben und auf diese Kriegslüge hingewiesen habe.“]

Innerhalb des Überlappungsbereiches zwischen den Phänomenbereichen Heterodoxer Extremismus und Rechtsextremismus (insbesondere Neue Rechte) haben sich im Zuge der COVID-19-Pandemie und dem daraus resultierenden Misstrauen gegenüber Staat und Medien zahlreiche Alternativmedien sowie einschlägige Influencerinnen und Influencer entwickelt, die als Sprachrohr und zur Informationsbeschaffung der Szenen dienen. Die Alternativmedien agieren dabei als Bindeglied zwischen der rechtsextremen Szene, rechtspopulistischen Parteien, heterodox-extremistischen Gruppierungen und Verschwörungsnarrativen. Zusätzlich haben sich Alternativmedien in Österreich im Wahljahr 2024 als verlängerter Arm des russischen Staates erwiesen. Generell ist evident, dass Alternativmedien als Einfallstor für verdeckte Einflussnahme durch Drittstaaten genutzt werden – insbesondere für Desinformationskampagnen.

Inhaltlich und ideologisch verbreiten Alternativmedien in erster Linie Verschwörungsnarrative und (russische) Desinformation. Verpackt in Phrasen wie „Man wird ja noch Fragen stellen dürfen“ oder „Schon seltsam, dass…“ prophezeien sie angeblich drohende weitere „Corona-Diktaturen“ und behaupten, dass hinter der „Massenmigration“ das Werk einer (jüdischen) „Weltelite“ bzw. des „Deep State“ stehe. Ob Hochwasserkatastrophen, Terroranschläge oder Nahostkonflikt – hinter jeder Krise unserer Zeit wird eine große Verschwörung gesehen. Dabei bedienen sich die Alternativmedien häufig jahrhundertealter antisemitischer Denkmuster, wonach etwa eine geheime jüdische Finanzelite die Welt beherrsche, und verwenden dazu sprachliche Codes und Chiffren (z. B. Juden = Globalisten, Finanzelite).

Darüber hinaus wird die Kritik an der Politik Israels als Argument für die Dämonisierung und die angebliche „Doppelmoral“ des Judentums sowiezur Verbreitung antisemitischer Stereotype genutzt, um in weiterer Folge sogar offene Holocaust-Relativierung zu betreiben.

Untermalt werden die als eigene Meinung formulierten und häufig kodifizierten Inhalte mit KI-generierten Bildern von „Chemtrails“, Kriegsgebieten und Flüchtlingsströmen. Dabei positionieren sich Alternativmedien bewusst gegen die sogenannten „Mainstream Medien“ und beanspruchen die absolute Wahrheit für sich. Insgesamt gehen Alternativmedien höchst professionell vor, sodass der Anschein eines „echten Medienhauses“ entsteht. So verwenden sie beispielsweise zwar journalistische Darstellungsformen, verbreiten aber im Gegensatz zu etablierten Medien ihre stark einseitig dargestellten und polarisierenden Inhalte. Die Zahl der Feindbilder ist umfangreich, vermischt sich mit jener von rechtsextremistischen Akteuren und umfasst im Wesentlichen das demokratische Staatssystem, Ausländerinnen und Ausländer sowie alles, was vermeintlich „links“, „grün“ oder „woke“ ist.

In Österreich haben sich in den letzten Jahren diverse Alternativmedien herausgebildet, die zwar nicht Teil der offiziellen Medienmessungssysteme sind, deren Reichweite und Einfluss auf extremistische Milieus aber als groß eingestuft wird:

AUF1: Der 2021 gegründete Online-TV-Sender mit Sitz in Linz gilt als das mit Abstand reichweitenstärkste rechtsextreme und heterodox-extremistische Alternativmedium in Österreich (knapp 300.000 Followerinnen und Follower auf Telegram). AUF1 verbreitet verfassungsfeindliche Inhalte, antisemitische Verschwörungsnarrative und Desinformation.

Report24: Der im Zuge der COVID-19-Pandemie im Jahr 2021 entstandene Online-Blog entwickelte sich innerhalb der letzten vier Jahre zum zweitgrößten Alternativmedium in Österreich und verbreitet rechtsextremes, staatsfeindliches sowie verschwörungsideologisches Gedankengut. Insbesondere in den Kommentarspalten werden regelmäßig Gewaltfantasien gegenüber Regierungsmitgliedern gepostet. Aufgrund der selbsterklärten „wirklichen Meinungsfreiheit“ werden diese Kommentare seitens der Redaktion nicht gelöscht. Im Redaktionsteam befinden sich unter anderem bekannte Persönlichkeiten aus den radikalen, verschwörungstheoretischen Kreisen der COVID-19-Protestszene.

[Stellungnahme von Florian Machl @Fmachl (Chefredakteur Report24) am 5.5.2026 via X.com - Irrenhaus Verfassungsschutz. Im Verfassungsschutz-Bericht durfte die kommunistische Hass-Organisation DÖW einmal mehr frei erfundene Inhalte publizieren. Es gibt da viel zu kommentieren, beginnen wir damit: Weder haben wir "Kommentarspalten", noch stehen dort Gewaltfantasien gegenüber Regierungsmitgliedern. Solche Äußerungen wurden uns seit unserer Gründung nicht zur Kenntnis gebracht. Würde sie gemeldet, würden sie natürlich entfernt. Wir haben uns nie, nirgendwo, unter keinen Umständen zu "wirklicher Meinungsfreiheit" geäußert, wir wurden dazu auch nie befragt. Nicht von Journalisten, nicht von einer Behörde. Der VS-Bericht ist eine Schande für Österreich - und es ist eine Schande, dass die ÖVP die demokratiefeindlichen und verfassungsnegierenden Kommunisten hier schalten und walten lässt, wie sie wollen.]

RTV: Der oberösterreichische Regionalsender RTV berichtete ursprünglich von Dorffesten und Geschäftseröffnungen in Steyr und Umgebung. Seit der COVID-19-Pandemie konnte der Sender seine Reichweite stark steigern und hat sich inhaltlich auf Verschwörungsnarrative und Desinformation fokussiert. Inhaltlich sowie personell weist RTV enge Kooperationen mit dem extremistischen Sender AUF1 auf. Zudem bedient RTV rechtsextreme Agitationen, z. B. gegenüber politischen Gegnerinnen und Gegnern. Anders als die anderen Alternativmedien sendet RTV nicht nur online, sondern auch via Antenne im Großraum Linz.

Info-DIREKT: Die IBÖ-nahe Online-Plattform ist eines der größten Alternativmedien in Österreich. Inhaltlich und ideologisch versucht Info-DIREKT, einen pseudo-intellektuellen

Anspruch zu befriedigen, ohne auf rechtsextreme Kernthemen wie Asyl, Zuwanderung, Verschwörungsnarrative und politische Feindbilder zu verzichten.

Der Status: Der Status ist ein relativ neues Online-Alternativmedium, das im Jahr 2023 von der Chefredakteurin des ehemaligen Alternativmediums Wochenblick gegründet wurde. Inhaltlich setzt das Medium auf eine Kombination aus Kritik am „Mainstream“, verschwörungsideologischen Inhalten und rechtsextremen Parolen.

Charakteristisch für die österreichische Alternativmedienlandschaft sind die engen personellen und inhaltlichen Vernetzungen der einzelnen Portale untereinander sowie die starken Überlappungen mit der rechtsextremen Szene. Zudem arbeiten die einzelnen Medienakteure redaktionell gezielt mit einem „Wir-gegen-die-Anderen“-Narrativ, das zu einer Aufstachelung von Bevölkerungsgruppen führt und ein wesentliches Problem für den pluralistischen, demokratischen Rechtsstaat darstellt. Neben der Verbreitung von verfassungsfeindlichen und extremistischen Inhalten sowie Verschwörungsnarrativen ergibt sich die Problematik der Alternativmedien nicht zuletzt auch aus dem Umstand, dass auf Fact-Checking bewusst verzichtet wird.

Darüber hinaus wird versucht, mittels absichtlich herbeigeführter Informationsflut (engl. Information Overload) für Verwirrung und Misstrauen in der Gesellschaft zu sorgen. Durch die gleichzeitige Verbreitung sehr vieler widersprüchlicher Informationen und dem daraus entstehenden kognitiven Stress verlieren Fakten ihr Gewicht und es kommt zu einer de facto Gleichsetzung von Wahr und Falsch. Dadurch wird das gesellschaftliche Vertrauen in Medien, Wissenschaft und Institutionen systematisch untergraben. Die fortlaufende Verbreitung von demokratieablehnender und systemfeindlicher Propaganda führt zudem zu einer zunehmenden „Normalisierung“ von extremistischen Haltungen und Einstellungen in der österreichischen Gesellschaft. Daher stellen Alternativmedien neben dem Heterodoxen Extremismus nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa eine hybride und wachsende Bedrohung für die öffentliche Sicherheit dar.

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