Verfassungsschutz-Bericht 2025 - Heterodoxer Extremismus

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[Vorbemerkung ethos.at: Info aus ChatGPT: Der Begriff „Heterodoxer Extremismus“ stammt offenbar aus dem österreichischen Staatsschutz- bzw. Verfassungsschutzkontext und wurde insbesondere durch die österreichische Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) geprägt bzw. popularisiert.
Er tauchte öffentlich sichtbar im österreichischen Verfassungsschutzbericht 2024/2025 auf. Dort wird er als neue Kategorie für politische bzw. verschwörungsideologische Milieus beschrieben, die sich weder klar dem Rechts- noch dem Linksextremismus zuordnen lassen.
Der Ausdruck selbst setzt sich aus:
„heterodox“ = von der herrschenden Lehre/Meinung abweichend + „Extremismus“ zusammen. „Heterodox“ stammt ursprünglich aus der Religions- und Ideengeschichte und bedeutet wörtlich „andersgläubig“ bzw. „von der Orthodoxie abweichend“. Deshalb wurde die Wortwahl auch kritisiert, weil sie implizit eine „orthodoxe“ Staatsmeinung voraussetze. Diese Kritik findet sich vor allem in konservativen und regierungskritischen Medien.]

2.2 Heterodoxer Extremismus (S 49-54)

Unter „Heterodoxem Extremismus“ (HEX) wird eine neuartige, eigenständige und stark heterogene Form von Extremismus verstanden, die sich nicht im Sinne der herkömmlichen politischen Klassifikation unter den Begriffen Links- oder Rechtsextremismus subsumieren lässt. Diese neue Form des Extremismus ist im Zuge des COVID-19-Protestgeschehens entstanden, als es zu engen, personellen Vernetzungen zwischen unterschiedlichsten Akteurinnen und Akteuren,

beispielsweise aus dem staatsfeindlichen Milieu, der Esoterik, aus Sekten, dem Rechtsextremismus, der Impf- und Abtreibungsgegnerschaft, sowie zu einer Vermischung der inhaltlichen Ausrichtungen derselben gekommen ist. Heterodoxer Extremismus dient dabei als Sammelbegriff zur Bezeichnung von extremistischen Strömungen, Szenen, Milieus, Gruppierungen, Protestbewegungen und Vereinen, deren verbindendes ideologisches Element die grundsätzliche Ablehnung demokratischer/bestehender staatlicher Strukturen sowie der Glaube an (antisemitische) Verschwörungsnarrative ist. Insbesondere der Verschwörungsglaube an das Meta-Narrativ einer „bösen globalen Elite“, die über einen „geheimen Plan“ verfügt, um die Normalbevölkerung zu versklaven, gilt als kohäsives Element des Heterodoxen Extremismus. Demnach können die traditionell bestehenden Phänomene der Staatsfeindlichen Verbindungen (SfV) sowie jene der Corona-Maßnahmen-Gegner (CMG) unter das Beobachtungsfeld Heterodoxer Extremismus subsumiert werden.

2.2.1 Überblick

Analog zu den Entwicklungen in anderen EU-Ländern wird auch in Österreich spätestens seit der COVID-19-Pandemie die Entstehung einer neuartigen und eigenständigen Form von Extremismus beobachtet, die sich nicht im Sinne der herkömmlichen politischen Klassifikation unter den Begriffen Links- oder Rechtsextremismus subsumieren lässt.

Der zentrale Unterschied zum Links- bzw. Rechtsextremismus ist, dass der Heterodoxe Extremismus zwar das aktuelle (verfassungsrechtliche) Gesellschaftsmodell ablehnt, die einzelnen Sub-Phänomene jedoch keinen einheitlichen Idealtypus einer neuen Gesellschaftsordnung definiert haben. Während also der Rechtsextremismus eine autoritäre und der Linksextremismus eine egalitäre Gesellschaftsordnung anstreben, wird der Heterodoxe Extremismus stattdessen von einem „Wir-gegen-das-System“-Gefühl bzw. von einem „Wir-gegen-die-globale-Elite“-Narrativ getragen.

Ein weiterer essenzieller Unterschied zwischen Rechtsextremismus und Heterodoxem Extremismus liegt in der Konzeption des Feindbildes. Die Feindbilder im Rechtsextremismus sind in erster Linie Ausländerinnen und Ausländer, Migrantinnen und Migranten (insbesondere Musliminnen und Muslime) sowie Jüdinnen und Juden. Um diese bekämpfen und rassistische Aktionen setzen zu können, muss das derzeitige staatliche und demokratische System überwunden werden. Demgegenüber sehen die Akteurinnen und Akteure des Heterodoxen Extremismus trotz einer vergleichbaren rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Weltanschauung den Staat bzw. das „System“ und die globale Elite als den absoluten Feind, mit denen sie sich „im Krieg“ befinden und die es zu bekämpfen gilt.

Das wesentlichste Merkmal des Heterodoxen Extremismus ist seine fundamentalistische Ablehnung gesetzlicher Normen, demokratischer und rechtsstaatlicher Einrichtungen und Institutionen sowie verfassungsmäßiger Werte und Prinzipien. Das dadurch bei seinen Anhängerinnen und Anhängern erzeugte Gefühl, „erwacht“ zu sein, sowie die Vorstellung, sich durch das Entziehen aus staatlichen und gesellschaftlichen Normen „frei zu fühlen“, macht die besondere Attraktivität des Heterodoxen Extremismus aus. Damit einher geht zumeist der Glaube an verfassungsfeindliche Verschwörungsideologien sowie die Verbreitung von Desinformation.

Inhaltlich-ideologisch verfügt der Heterodoxe Extremismus grundsätzlich über keine eigenständige HEX-Ideologie, bedient sich jedoch ideologischer Schlüsselkonzepte wie Antisemitismus, Rechtsextremismus, Monarchismus, Rassismus, religiöser Fundamentalismus etc. Darüber hinaus wird der Heterodoxe Extremismus von einem umfangreichen Portfolio globaler und stark antisemitisch geprägter Verschwörungsideologien sowie (pro-)russischer Desinformation angetrieben, die an nationale, regionale und lokale Bedingungen angepasst werden. Die einzelnen Verschwörungsideologien werden in ein gemeinsames Meta-Narrativ eingebettet: Eine vermeintliche globale (jüdische) Elite („das System“) nutzt und inszeniert gesellschaftliche Krisen, um einen permanenten Ausnahmezustand zu erzeugen. Dieser dient der Implementierung und Ausweitung von Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen, um ein globales totalitäres System zu etablieren und damit eine neue Weltordnung („New World Order“) zu erschaffen. Die vermeintliche „Klimahysterie“ werde als Vorwand benutzt, um die individuelle Transport- und Reisefreiheit einzuschränken, die „Systemmedien“ würden dafür sorgen, dass die Bevölkerung „staatstreu“ bleibe, und internationale Organisationen (EU, NATO, WHO etc.) sowie westliche Staaten und ihre Geheimdienste würden mit ihrer Kriegstreiberei den Dritten Weltkrieg provozieren, um den Ausgangspunkt des „Great Resets“ und damit die Versklavung der Normalbevölkerung zu generieren.

[Kommentar ethos.at ad „vermeintliche Klimahysterie“ siehe Bericht von DerStandard.at (17.5.2026)WHO-Kommission fordert Ausrufung von Notstand wegen Klimakrise. "Abwarten macht keinen Sinn: Experten fordern jetzt einen internationalen Notstand wegen der Klimakrise. Die WHO trifft sich am Montag zu ihrer jährlichen Versammlung. Als Extremismus sui generis stellt das Phänomen des Heterodoxen Extremismus national und international eine wachsende Bedrohung für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit dar und fungiert zudem als Verstärker für andere Formen des Extremismus sowie als Eingangstor für Einflussversuche durch Drittstaaten. Vor dem Hintergrund internationaler Sicherheitsdiskurse existieren abweichende terminologische und konzeptionelle Klassifikationen des Phänomens."  KOMMENTAR: Genau das ist KlimaHysterie! Nachdem der Klimavatikan IPCC das Risiko heruntergestuft hat, soll nun WHO als Gott4.0 den Notstand VERKÜNDIGEN!! "Experten FORDERN Notstand" - das nennt man heute "Wissenschaft". Früher war Wissenschaft Theoriebildung, ergebnisoffener Diskurs, Pro und Contra; heute: PANIKMACHE! Details siehe Klima History]

2.2.2 Aktuelle Lage

Die vom Heterodoxen Extremismus ausgehende Gefahr ergibt sich im Wesentlichen aus zwei sich wechselseitig beeinflussenden Faktoren: Gewaltbereitschaft und Drang zu politischer Subversion. Im Jahr 2025 war sowohl das Bedrohungspotenzial durch Gewaltakte als auch die Zahl der Straftaten aus dem heterodox-extremistischen Milieu in Österreich niedrig. Die Tathandlungen beschränkten sich überwiegend auf umfangreiche Behördeneingaben (Papierterrorismus), Drohungen und Verhetzung. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine Szene mit einer hohen Affinität für Waffen, Prepping34, Survivaltrainings und gewaltorientierte Verschwörungsideologien. Zudem ist festzuhalten, dass im Jahr 2025 erstmals seit dem Ende der COVID-19-Pandemie im Milieu der Staatsfeindlichen Verbindungen ein Anstieg von Behördeneingaben und eine Reaktivierung von bereits aufgelösten Gruppierungen und Strukturen zu verzeichnen ist.

Explizit ist hier die Neuformierung der Gruppierung Bundesstaat Preußen zu nennen. Im Zuge der

COVID-19-Pandemie hat auch die seit 2012 in Österreich aktive Anastasia Bewegung35 (AB) wieder an Popularität gewonnen. Zwar ist die Anzahl konkreter Siedlungsprojekte seit Jahren gleichbleibend, jedoch hat die Anzahl der Followerinnen und Follower bzw. Interessentinnen und Interessenten im Online-Raum stark zugenommen.

Fußnote 35 Anastasia Bewegung: Völkische Siedlungsbestrebungen sind aufgrund ihrer ideologischen Ausrichtung besonders anfällig für rechtsextreme Agitationen und pro-russische Propaganda. Diese Entwicklung wird ins besondere in der Anastasia Bewegung deutlich. Die Lehren der Anastasia stammen ursprünglich aus Russland, verfasst vom russischen Autor Wladimir Megre, und spielen in der russischen Taiga. Es verwundert daher nicht, dass der russische Staat das Potenzial dieser (pro-)russischen Bewegung als Einfallstor verdeckter Einflussnahme entdeckt hat. Diese Art der hybriden Kriegsführung äußert sich insbesondere in Form von (pro-russischen) Influencerinnen und Influencern, slawisch-arischen Veden und einen Ahnenkult, durch den anti-europäische, rassistische und antisemitische Ideologien zur Destabilisierung Österreichs und Europas vermittelt werden. Im Zentrum steht die Bewerbung Russlands als Land der Freiheit und als Bewahrer der „arisch-slawischen Tradition und Werte“.

[Anmerkung HTH: profil (30.7.2023) berichtet über einen Bauernhof, den AB-Anhänger bewohnen und bewirtschaften um ihre ökologisch-esoterischen Ideen zu verwirklichen. Was der Verfassungsschutz im vorliegenden Absatz daraus gemacht hat, funktioniert nach dem Muster, das ebendiese Organsiation als „Verschwörungsnarrativ“ bezeichnet. Der Halbsatz, „Es verwundert daher nicht...“ suggeriert, dass eine unumstößliche Tatsachenbehauptung folgen wird, und zwar: „... dass der russische Staat das Potenzial dieser (pro-)russischen Bewegung als Einfallstor verdeckter Einflussnahme entdeckt hat“. Das allerdings ist eine nicht bewiesene Aussage, mehr noch: eine nicht beweisbare Spekulation. Nicht beweisbar ist die Aussage „der russische Staat hat entdeckt“ - welcher Teil „des Staates", genauer gesagt der zahlreichen, riesigen russischen Staatsapparate, hat diese Entdeckung gemacht? Nicht beweisbar ist die Aussage „AB als Einfallstor verdeckter Einflussnahme“: Wo genau ist AB eingefallen, wo genau hat es verdeckt Enfluss genommen und was hat AB damit bislang erreicht? Solche Auskünfte sollte man von einem Verfassungsdienst erwarten dürfen. Ganz nebenbei bemerkt kenne ich dutzende Russen in Österreich, die für ihre patriotischen Aktivitäten vergeblich um "Einflussnahme" insbesondere finanzieller Natur durch den russischen Staat (zB durch das Russische Kulturinstitut in Wien) bitten! Im Punkt 2.2.2. erfährt der aufmerksame Leser über „Heterodoxen Extremismus … Im Jahr 2025 war sowohl das Bedrohungspotenzial durch Gewaltakte als auch die Zahl der Straftaten aus dem heterodox-extremistischen Milieu in Österreich niedrig.“ So viel zum Thema „Verschwörungsnarrativeund wie sie konstruiert werden“.]

Online-Trends wie jene der Tradwives oder der Manosphere36 und die damit verbreiteten Narrative von klassisch-patriarchalen Geschlechterrollen, Selbstversorgung und einem konservativ-fundamentalistischen Lebensentwurf machen die heterodox-extremistische Ideologie auch attraktiv für junge Menschen. Zudem verschwimmen durch die intensiv betriebene Verbreitung von Verschwörungsnarrativen zunehmend die Grenzen zwischen den einzelnen Phänomenen sowie zwischen Rechtsextremismus und Heterodoxem Extremismus. Besonders hervorzuheben ist dabei die Rolle der sogenannten Alternativmedien, die als österreichweites Sprachrohr für verfassungsfeindliche Verschwörungsnarrative fungieren und in den sozialen Medien und auf Messenger-Diensten über große Reich weiten verfügen.

Alternativmedien

Unter „Alternativmedien“ werden unterschiedliche Medienportale zusammengefasst, die insbesondere der heterodox-extremistischen und der neurechten Szene zuzuordnen sind und sich als Gegenentwurf zu traditionellen Medien verstehen. Sie delegitimieren die etablierten Medien als „Systemmedien“ und „Lügenpresse“, während sie gleichzeitig stark ideologisch aufgeladene Inhalte

kostenlos über Plattformen wie Facebook, YouTube, X, Telegram oder eigene Webseiten verbreiten. Letzteres beinhaltet oftmals auch die Verbreitung von Fake News, (pro-russischer) Desinformation und Verschwörungsideologien. Alternativmedien können im Gegensatz zu etablierten Medien ihre Inhalte sehr kostengünstig anbieten, da auf jegliche Form der professionellen Recherche und des Fact-Checkings verzichtet wird.

[Anmerkung ethos.at: Auf die Problematik sogenannter Faktenchecker, die von den gleichen Kräften bezahlt werden, wie die gleichgeschalteten Massenmedien, verweist Dr. Jonas Toegel @JonasToegel May 8 - „Meiner Einschätzung nach ist der angebliche "Kampf gegen Desinformation" unehrlich: als Frau Strack-Zimmermann in einer Talk-Sendung behauptete, dass Putin hunderte von Millionen Menschen umgebracht habe, hat das keinen "Faktenchecker" interessiert. Und das, obwohl ich mehrere von ihnen angeschrieben und auf diese Kriegslüge hingewiesen habe.“]

Innerhalb des Überlappungsbereiches zwischen den Phänomenbereichen Heterodoxer Extremismus und Rechtsextremismus (insbesondere Neue Rechte) haben sich im Zuge der COVID-19-Pandemie und dem daraus resultierenden Misstrauen gegenüber Staat und Medien zahlreiche Alternativmedien sowie einschlägige Influencerinnen und Influencer entwickelt, die als Sprachrohr und zur Informationsbeschaffung der Szenen dienen. Die Alternativmedien agieren dabei als Bindeglied zwischen der rechtsextremen Szene, rechtspopulistischen Parteien, heterodox-extremistischen Gruppierungen und Verschwörungsnarrativen. Zusätzlich haben sich Alternativmedien in Österreich im Wahljahr 2024 als verlängerter Arm des russischen Staates erwiesen. Generell ist evident, dass Alternativmedien als Einfallstor für verdeckte Einflussnahme durch Drittstaaten genutzt werden – insbesondere für Desinformationskampagnen.

Inhaltlich und ideologisch verbreiten Alternativmedien in erster Linie Verschwörungsnarrative und (russische) Desinformation. Verpackt in Phrasen wie „Man wird ja noch Fragen stellen dürfen“ oder „Schon seltsam, dass…“ prophezeien sie angeblich drohende weitere „Corona-Diktaturen“ und behaupten, dass hinter der „Massenmigration“ das Werk einer (jüdischen) „Weltelite“ bzw. des „Deep State“ stehe. Ob Hochwasserkatastrophen, Terroranschläge oder Nahostkonflikt – hinter jeder Krise unserer Zeit wird eine große Verschwörung gesehen. Dabei bedienen sich die Alternativmedien häufig jahrhundertealter antisemitischer Denkmuster, wonach etwa eine geheime jüdische Finanzelite die Welt beherrsche, und verwenden dazu sprachliche Codes und Chiffren (z. B. Juden = Globalisten, Finanzelite).

Darüber hinaus wird die Kritik an der Politik Israels als Argument für die Dämonisierung und die angebliche „Doppelmoral“ des Judentums sowiezur Verbreitung antisemitischer Stereotype genutzt, um in weiterer Folge sogar offene Holocaust-Relativierung zu betreiben.

Untermalt werden die als eigene Meinung formulierten und häufig kodifizierten Inhalte mit KI-generierten Bildern von „Chemtrails“, Kriegsgebieten und Flüchtlingsströmen. Dabei positionieren sich Alternativmedien bewusst gegen die sogenannten „Mainstream Medien“ und beanspruchen die absolute Wahrheit für sich. Insgesamt gehen Alternativmedien höchst professionell vor, sodass der Anschein eines „echten Medienhauses“ entsteht. So verwenden sie beispielsweise zwar journalistische Darstellungsformen, verbreiten aber im Gegensatz zu etablierten Medien ihre stark einseitig dargestellten und polarisierenden Inhalte. Die Zahl der Feindbilder ist umfangreich, vermischt sich mit jener von rechtsextremistischen Akteuren und umfasst im Wesentlichen das demokratische Staatssystem, Ausländerinnen und Ausländer sowie alles, was vermeintlich „links“, „grün“ oder „woke“ ist.

In Österreich haben sich in den letzten Jahren diverse Alternativmedien herausgebildet, die zwar nicht Teil der offiziellen Medienmessungssysteme sind, deren Reichweite und Einfluss auf extremistische Milieus aber als groß eingestuft wird:

AUF1: Der 2021 gegründete Online-TV-Sender mit Sitz in Linz gilt als das mit Abstand reichweitenstärkste rechtsextreme und heterodox-extremistische Alternativmedium in Österreich (knapp 300.000 Followerinnen und Follower auf Telegram). AUF1 verbreitet verfassungsfeindliche Inhalte, antisemitische Verschwörungsnarrative und Desinformation.

Report24: Der im Zuge der COVID-19-Pandemie im Jahr 2021 entstandene Online-Blog entwickelte sich innerhalb der letzten vier Jahre zum zweitgrößten Alternativmedium in Österreich und verbreitet rechtsextremes, staatsfeindliches sowie verschwörungsideologisches Gedankengut. Insbesondere in den Kommentarspalten werden regelmäßig Gewaltfantasien gegenüber Regierungsmitgliedern gepostet. Aufgrund der selbsterklärten „wirklichen Meinungsfreiheit“ werden diese Kommentare seitens der Redaktion nicht gelöscht. Im Redaktionsteam befinden sich unter anderem bekannte Persönlichkeiten aus den radikalen, verschwörungstheoretischen Kreisen der COVID-19-Protestszene.

[Stellungnahme von Florian Machl @Fmachl (Chefredakteur Report24) am 5.5.2026 via X.com - Irrenhaus Verfassungsschutz. Im Verfassungsschutz-Bericht durfte die kommunistische Hass-Organisation DÖW einmal mehr frei erfundene Inhalte publizieren. Es gibt da viel zu kommentieren, beginnen wir damit: Weder haben wir "Kommentarspalten", noch stehen dort Gewaltfantasien gegenüber Regierungsmitgliedern. Solche Äußerungen wurden uns seit unserer Gründung nicht zur Kenntnis gebracht. Würde sie gemeldet, würden sie natürlich entfernt. Wir haben uns nie, nirgendwo, unter keinen Umständen zu "wirklicher Meinungsfreiheit" geäußert, wir wurden dazu auch nie befragt. Nicht von Journalisten, nicht von einer Behörde. Der VS-Bericht ist eine Schande für Österreich - und es ist eine Schande, dass die ÖVP die demokratiefeindlichen und verfassungsnegierenden Kommunisten hier schalten und walten lässt, wie sie wollen.]

RTV: Der oberösterreichische Regionalsender RTV berichtete ursprünglich von Dorffesten und Geschäftseröffnungen in Steyr und Umgebung. Seit der COVID-19-Pandemie konnte der Sender seine Reichweite stark steigern und hat sich inhaltlich auf Verschwörungsnarrative und Desinformation fokussiert. Inhaltlich sowie personell weist RTV enge Kooperationen mit dem extremistischen Sender AUF1 auf. Zudem bedient RTV rechtsextreme Agitationen, z. B. gegenüber politischen Gegnerinnen und Gegnern. Anders als die anderen Alternativmedien sendet RTV nicht nur online, sondern auch via Antenne im Großraum Linz.

Info-DIREKT: Die IBÖ-nahe Online-Plattform ist eines der größten Alternativmedien in Österreich. Inhaltlich und ideologisch versucht Info-DIREKT, einen pseudo-intellektuellen

Anspruch zu befriedigen, ohne auf rechtsextreme Kernthemen wie Asyl, Zuwanderung, Verschwörungsnarrative und politische Feindbilder zu verzichten.

Der Status: Der Status ist ein relativ neues Online-Alternativmedium, das im Jahr 2023 von der Chefredakteurin des ehemaligen Alternativmediums Wochenblick gegründet wurde. Inhaltlich setzt das Medium auf eine Kombination aus Kritik am „Mainstream“, verschwörungsideologischen Inhalten und rechtsextremen Parolen.

Charakteristisch für die österreichische Alternativmedienlandschaft sind die engen personellen und inhaltlichen Vernetzungen der einzelnen Portale untereinander sowie die starken Überlappungen mit der rechtsextremen Szene. Zudem arbeiten die einzelnen Medienakteure redaktionell gezielt mit einem „Wir-gegen-die-Anderen“-Narrativ, das zu einer Aufstachelung von Bevölkerungsgruppen führt und ein wesentliches Problem für den pluralistischen, demokratischen Rechtsstaat darstellt. Neben der Verbreitung von verfassungsfeindlichen und extremistischen Inhalten sowie Verschwörungsnarrativen ergibt sich die Problematik der Alternativmedien nicht zuletzt auch aus dem Umstand, dass auf Fact-Checking bewusst verzichtet wird.

Darüber hinaus wird versucht, mittels absichtlich herbeigeführter Informationsflut (engl. Information Overload) für Verwirrung und Misstrauen in der Gesellschaft zu sorgen. Durch die gleichzeitige Verbreitung sehr vieler widersprüchlicher Informationen und dem daraus entstehenden kognitiven Stress verlieren Fakten ihr Gewicht und es kommt zu einer de facto Gleichsetzung von Wahr und Falsch. Dadurch wird das gesellschaftliche Vertrauen in Medien, Wissenschaft und Institutionen systematisch untergraben. Die fortlaufende Verbreitung von demokratieablehnender und systemfeindlicher Propaganda führt zudem zu einer zunehmenden „Normalisierung“ von extremistischen Haltungen und Einstellungen in der österreichischen Gesellschaft. Daher stellen Alternativmedien neben dem Heterodoxen Extremismus nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa eine hybride und wachsende Bedrohung für die öffentliche Sicherheit dar.

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