Regierung schnürt Dürrepaket, das sich die Bauern größtenteils selbst zahlen dürfen
24.8.2026 – FPÖ-Presseinformation via APA OTS – „Wer Versorgungssicherheit und regionale Lebensmittel ernst nimmt, darf die bäuerlichen Familienbetriebe in einer solchen Krise nicht im Stich lassen. Die Landwirtschaft ist ein tragender Teil unserer Heimat. Sie sichert Arbeitsplätze, erhält unsere Kulturlandschaft und versorgt die Menschen mit hochwertigen Lebensmitteln. Die Hilfe muss dort ankommen, wo der Schaden entstanden ist: direkt auf den Höfen“, kritisiert FPÖ-Landesparteiobmann und LHStv. Dr. Manfred Haimbuchner die Pläne der Bundesregierung für eine Dürrehilfe.
„Die Bundesregierung verkauft ein 240-Millionen-Euro-Paket als Dürrehilfe. In Wahrheit kommen viele Mittel nicht bei den tatsächlich geschädigten Bauern an, sondern fördern die Hagelversicherung und die Banken. Österreichs Landwirtschaft verdient echte Hilfe statt neuer Belastungen durch die Hintertür“, ergänzt der Obmann der Freien Bauern Oberösterreich, DI Dr. Arthur Kroismayr.
Die direkten Schäden durch die Dürre betragen in Österreich rund eine Milliarde Euro. Dazu kommen Folgeschäden durch fehlendes Futter, geringere Tierleistungen, Qualitätsverluste und Schäden am Markt. Agrarökonomen beziffern den Gesamtschaden für die heimische Landwirtschaft auf zwei bis drei Milliarden Euro. Dem stehen 240 Millionen Euro aus dem angekündigten Dürrepaket gegenüber. Das entspricht nur rund zehn Prozent des tatsächlichen Schadens.
„Unsere Bauern kämpfen um ihre Höfe, ihre Tiere und ihre Zukunft. Die Bundesregierung antwortet mit einem Paket, das zu klein ist und zum Teil von den Bauern selbst bezahlt wird“, so Kroismayr.
140 Millionen Euro sollen über zwei Monate niedrigere SVS-Beiträge an alle österreichischen Bauern fließen. Davon profitieren auch Betriebe ohne Dürreschäden. Besonders kritisch sieht Kroismayr allerdings die geplante Finanzierung aus Rücklagen der Krankenversicherung. „Es ist nicht redlich, eine Entlastung anzukündigen und sie dann aus Mitteln zu finanzieren, die den Versicherten gehören. Die Bundesregierung muss ehrlich sagen, woher das Geld kommt. Es darf nicht sein, dass bäuerliche Familien über Umwege selbst für eine Hilfe aufkommen, aus Geld, das ihnen eigentlich zusteht“, stellt Haimbuchner klar.
„Diese Rücklagen gehören den Versicherten. Sie gehören nicht dem Staat und sie sind kein Sparschwein für kurzfristige Regierungsankündigungen. Am Ende zahlen die Bauern ihre Unterstützung wieder selbst“, ergänzt Kroismayr.
Weitere 50 Millionen Euro sollen als Zinsstützung und Kreditstundungen fließen. Bei mindestens 50.000 betroffenen Betrieben bedeuten allein 25 Millionen Euro Zinszuschüsse rechnerisch rund 500 Euro je Betrieb. „Das hilft einem Betrieb mit vertrockneten Feldern, fehlendem Futter und hohen laufenden Kosten kaum weiter. Dafür werden Banken direkt unterstützt. Das ist der falsche Weg“, stellt Kroismayr klar. Zusätzlich sind 50 Millionen Euro für die Hagelversicherung vorgesehen. Diese erzielte im Jahr 2025 einen Überschuss von 117 Millionen Euro.
„Wenn unsere Bauern in Not sind, muss das Geld zu den Bauern gehen. Nicht zuerst zu Banken und Versicherungen. Verantwortung für den ländlichen Raum zeigt sich nicht in großen Ankündigungen, sondern durch rasche und treffsichere Unterstützung für die Betroffenen, wie etwa durch die von uns vorgeschlagene Aussetzung der Mineralölsteuer und andere sinnvolle Maßnahmen“, betonen Haimbuchner und Kroismayr abschliessend.
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23.8.2026 – Freiheitlicher Parlamentsklub via APA OTS – Finanzminister bestätigt: CO₂-Einnahmen fließen ins allgemeine Budget – Klimaminister Totschnig behauptet das Gegenteil
Am Freitag hat Schwarz-Rot-Pink die Einigung auf ein neues Klimagesetz samt Klimaneutralität 2040 verkündet. Doch während die Bundesregierung damit einen milliardenschweren Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft auf den Weg bringen will, widersprechen sich ihre eigenen Minister bereits bei einer zentralen Frage: Was passiert mit den Milliarden aus der CO₂-Bepreisung?
Das zeigen zwei aktuelle Beantwortungen von Anfragen des freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Paul Hammerl. SPÖ-Finanzminister Marterbauer bestätigt, dass die Einnahmen aus CO₂-Bepreisung und Emissionshandel nicht zweckgebunden sind und dem allgemeinen Budget zufließen. ÖVP-Klimaminister Totschnig führt hingegen genau diese Einnahmen als Finanzierungsquelle für Klimaschutz- und Entlastungsmaßnahmen an.
2025 nahm der Bund 1.416,59 Millionen Euro aus der nationalen CO₂-Bepreisung und weitere 302,61 Millionen Euro aus dem EU-Emissionshandel ein. Dem standen lediglich 88,02 Millionen Euro an Klimabonus-Nachzahlungen aus früheren Jahren gegenüber. Rechnerisch verbleiben damit rund 1,63 Milliarden Euro.
„Die Bundesregierung verkauft die Einigung auf das Klimagesetz als großen Durchbruch, gleichzeitig kann sie nicht einmal widerspruchsfrei erklären, was mit den bereits kassierten CO₂-Milliarden passiert. Die CO₂-Steuer bleibt, der Klimabonus ist weg und Marterbauer kassiert die Milliarden fürs Budget“, kritisierten FPÖ-Budgetsprecher NAbg. Arnold Schiefer und der stellvertretende Energiesprecher NAbg. Paul Hammerl.
Besonders brisant sei der direkte Widerspruch innerhalb der Bundesregierung: „Marterbauer sagt: Nicht zweckgebunden, allgemeines Budget. Totschnig behauptet: CO₂-Einnahmen finanzieren Klimaschutz und Entlastung. Zwei Minister, dieselben Milliarden, zwei gegenteilige Auskünfte an den Nationalrat und wenige Stunden später einigen sie sich auf ein Klimagesetz, das Österreich bis 2040 grundlegend umbauen soll.“
Dabei gehe es um gewaltige Summen. Die Klimaneutralität 2040 werde mit Kosten von bis zu 178,7 Milliarden Euro beziffert. „Dieses österreichische Gold-Plating schafft keinen zusätzlichen Wohlstand, sondern vor allem neue Belastungen und lädt die Rechnung bei den kommenden Generationen ab“, so Schiefer und Hammerl. Gleichzeitig verliere Österreich massiv an Wettbewerbsfähigkeit. Laut WKO-Industrieradar 2026 nennt bereits jeder vierte Industriebetrieb die Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb als mögliche Maßnahme innerhalb der kommenden 24 Monate. Auf Sicht von drei bis fünf Jahren hält sogar rund die Hälfte eine teilweise Verlagerung von Produktion und Fertigung ins Ausland für wahrscheinlich. Bereits rund 37.000 Industriearbeitsplätze seien verloren gegangen.
„Während unsere Industrie Arbeitsplätze abbaut und Betriebe über die Abwanderung nachdenken, zementiert die Bundesregierung einen bis zu 178,7 Milliarden Euro schweren österreichischen Sonderweg. Das ist wirtschaftspolitisch brandgefährlich“, warnten die beiden Abgeordneten.
Auch der Verweis auf den EU-Klimasozialfonds ändere daran nichts. Während 2024 noch rund 1,91 Milliarden Euro Klimabonus ausbezahlt wurden, stehen Österreich aus dem Klimasozialfonds inklusive nationaler Kofinanzierung nur rund 103 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. „Bildlich gesprochen: Von 100 Euro Klimabonus bleiben als jährlicher Ausgleich gerade einmal rund fünf Euro übrig. Das als gleichwertigen sozialen Ausgleich zu verkaufen, ist absurd.“
„Die Regierung hat sich auf das Ziel geeinigt, die konkrete Rechnung dafür will sie aber offenbar erst später präsentieren. Bevor Schwarz-Rot-Pink Österreich auf diesen milliardenschweren Sonderweg zwingt, muss sie erst einmal offenlegen, wer die bis zu 178,7 Milliarden Euro bezahlt, wohin die bereits kassierten CO₂-Milliarden fließen und wie verhindert werden soll, dass noch mehr Industrie und Arbeitsplätze Österreich verlassen“, so Schiefer und Hammerl abschließend.
ethos.at hat nachgefragt und keine Antwort erhalten (Stand 30. August 2026)
Wir finden in der aktuellen Presseinformation nur Informationen über die Ausgleiche der finanziellen Verluste der Bauern. Bitte um Auskunft, wie sich die Lage für die Konsumenten bis zur nächsten Ernte 2027 entwickeln wird, 1. konkret bei Getreide, Kartoffel, Gemüse und Obst.
Ad Gegenfinanzierung: „Der Hebesatz in der Krankenversicherung der bäuerlichen Sozialversicherung beträgt grundsätzlich 387%.“ Annm: Was bedeutet das?
„Dieser wird als Beitrag der Landwirtschaft zum Bundesbudget für die Jahre 2027-31 im Ausmaß von jährlich 50 Mio. Ꞓ reduziert.“ Annm: Was bedeutet das?
„Diese Maßnahme hat keine negativen Auswirkungen auf die bäuerlichen Versicherten.“ Anm: Warum nicht?
„Der Bundesbeitrag wird durch Umschichtungen im Bereich des Landwirtschaftsministeriums erbracht.“ Anm: Warum nicht durch Umschichtungen aus dem Verteidigungsministerium, wo Milliarden für nicht lebensnotwendige Maßnahmen, ja sogar zum Teil für tödliche Maßnahmen ausgegeben werden!
RÜCKBLICK 11. August 2026 – BMLUK informiert:
Die anhaltende Dürre verursacht in der österreichischen Landwirtschaft Schäden in historischem Ausmaß. Nach der gestern von der Österreichischen Hagelversicherung präsentierten Schadensbilanz beläuft sich der Gesamtschaden mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind sämtliche landwirtschaftliche Kulturen in allen Bundesländern.
ethos.at hat nachgefragt und keine Antwort erhalten (Stand 30. August 2026)
- Das Ministerium nennt Zahlen der Hagelversicherung. Hat das Ministerium keine eigenen Erhebungen?
- Welche Bundesländer sind mit Ausfällen in welcher Höhe in welchen Bereichen betroffen? (Angaben in Tonnen, nicht in Euro-Verlusten)
- Sind auch Ernteschäden aufgrund von Trockenheit durch die Hagelversicherung gedeckt? Oder durch andere Versicherungen?
- Wie hoch waren die exakten Veränderungen der Niederschläge in den einzelnen Bundesländern in den Monaten April, Mai, Juni, Juli?
- Welche Sofortmaßnahmen hat das BMLUK bis Ende August geplant?