Traibach: neuer Bauskandal

Landesregierung Kunasek mit mangelhafter Transparenz

16. Juli 2026 (Langenwang, Steiermark) – Seit 2024 berichtet ethos.at über den – nach Ansicht der meisten Anwohner – überflüssigen „Schutzdamm“ am Ende des Traibaches kurz vor seiner Einmündung in die Mürz. Das Projekt wurde trotz aller Einwände durchgezogen und Ende Mai 2026 abgeschlossen. Seit Jahresbeginn bemüht sich ethos.at um die Offenlegung der Kosten. Nun ein neuer Skandal. Heute, Donnerstag, sind neuerlich drei Bagger aufgefahren, um sechs Wochen nach Abschluss bei der neu errichteten Straßenbrücke Aufgrabungen vorzunehmen.

SIEHE AUCH: Dammprojekt beim Traibach

OFFENER BRIEF an Landeshauptmann Mario Kunasek

S.g. Herr Landeshauptmann,

als Chefredakteur eines tagesaktuellen Onlinemagazins bin ich gewohnt, dass Anfragen zeitnah beantwortet werden. Der Hinweis sollte eigentlich überflüssig sein. Statt dessen muss ich offenbar noch zusätzlich auf das Informationsfreiheitsgesetz verweisen, wonach jeder Bürger dieses Landes Anspruch auf Auskunft von Staatsorganen aller Ebenen hat.

Hier nun der dritte Versuch! Bitte umgehend um Beantwortung der unten stehenden Fragen!

Zusätzlich hat sich heute, 16.7.2026, folgender skandalöse Sachverhalt eröffnet: nachdem das Bauprojekt Ende Mai (wie angekündigt) beendet wurde (also „termingerecht“, wenn man davon absieht, dass die behördlich bewilligte Bauphase von 1.1. bis 31.12.2025 war), sind seit heute wieder DREI Bagger im Einsatz, um beim neu errichteten Brückenabschnitt neuerliche Grabungen vorzunehmen. Was immer der Grund ist, es ist jedenfalls ein Skandal, wenn die Planungen so mangelhaft waren, dass sechs Wochen nach Bauabschluss neuerliche Baumaßnahmen notwendig sind!

Bitte um Klärung: 1. Warum ist das notwendig? 2. Wer ist verantwortlich? 3. Wie hoch sind die Kosten und wer wird diese übernehmen?

Hochachtungsvoll HTH

P.S. Dieses Schreiben geht als offener Brief an die Leser von ethos.at, die nicht gewohnt sind, wochenlang auf Stellungnahmen zu warten.

18. Juni 2026

An das Büro Landeshauptmann Mario Kunasek

Hofgasse 15

8010 Graz-Burg

0316/877 5350

lhkunasek@stmk.gv.at

S.g. Herr Landeshauptmann,

folgender Brief wurde bislang nicht beantwortet. Da das „Schutzdammprojekt“ mittlerweile abgeschlossen ist, bitte ich um Auskunft, wie hoch die Kosten am Ende tatsächlich waren.

Bitte um Beantwortung aller Fragen vom 6.12.2025. Insbesondere die Frage der „Ausbaustufe 2“ ist virulent und sollte jetzt der Bevölkerung vorgelegt werden, BEVOR teure Gutachten vorgenommen werden.

Hochachtungsvoll

Mag. Hubert Thurnhofer

6. Dezember 2025

Betrifft: Hochwasserschutz Traibach / Langenwang. Kosten?

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

das Dammprojekt beim Traibach ist seit Mitte November in der Bauphase, die laut amtlicher Bewilligung am 31. Dezember 2025 beendet sein muss. Über die Kosten gibt es nun drei Angaben:

+ 1.0 Million Euro (Bürgermeister von Langenwang, Rudolf Hofbauer, Quelle Gemeindezeitung und Gemeindeversammlung)

+ 1,2 Millionen Euro laut Bautafel

+ 1,85 Millionen Euro (Bürgermeisterin von Krieglach, Regina Schrittwieser, Quelle „Obersteirische Rundschau 3./4.12.2025)

Wenn  drei Beteiligte so unterschiedliche Angaben machen, so ist das kein „Kommunikationsproblem“ sondern Teil von Planungsproblemen, auf die ethos.at ausführlich hingewiesen hat.

Wenn bereits bei einem verhältnismäßig kleinen Projekt so verschiedene „Kalkulationen“ vorliegen, dann muss man sich fragen, wie Planung und Controlling bei größeren Projekten der Landesregierung funktionieren.

Wir bitten daher um Auskunft:

1. Wie hoch sind die exakten Kosten des Projektes Traibach?

2. Wer kalkuliert die Kosten, wer bewilligt sie und wer rechnet die tatsächlichen Kosten am Ende ab?

3. Wird die sogenannte „Wirtschaftsbrücke“ für die Landwirtschaft Schöggl/Ofemberger tatsächlich errichtet? Wie hoch sind die Kosten alleine dafür? 

4. Laut Einreichplänen ist das laufende Projekt die „1. Ausbaustufe“. Laut Bürgermeister Hofbauer liegen der Gemeinde noch keine Informationen über die „2. Ausbaustufe“ vor. Bitte um Informationen, welche Gutachten und Pläne dazu bislang vorliegen.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Hubert Thurnhofer, Chefredakteur ethos.at