Babler will Medienförderungen kürzen

20. Juli 20026 – (Presseinformation des BMWKMS via OTS.at) – Die Bundesregierung hat sich in ihrem Regierungsprogramm trotz des hohen Spardrucks dazu bekannt, den österreichischen Medienstandort zu stärken. Diesem gemeinsamen Bekenntnis folgend wurden nun die neuen Förderungen für die österreichische Medienlandschaft beschlossen und der Weg zur neuen Journalismusförderung geebnet.

„In Zeiten von Fake News, Falschinformationen, Krisen und Algorithmen müssen wir in qualitätsvolle und kritische Medien, in einen unabhängigen Journalismus investieren und für eine vielfältige und resiliente Medienlandschaft, die auch für den Medienkonsum der Zukunft gewappnet ist, einstehen. Mit den neuen Förderungen gehen wir einen guten und richtigen Weg für die Menschen in Österreich. Für die Journalistinnen und Journalisten in unserem Land. Für eine starke und resiliente Demokratie“, so Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler [Bild Mitte].

Journalismusförderung ab 2028

Alle Förderungen im Medienbereich werden ab 2028 schrittweise auf die neue Journalismusförderung umgestellt. Dabei wird die Sicherung von journalistischen Arbeitsplätzen und redaktioneller Leistung im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig werden wir Innovationen, digitale Geschäftsmodelle und Medien-Start-ups fördern.

Die Fördervoraussetzungen sollen so ausgestaltet werden, dass die Qualität der journalistischen Arbeit sowie die dafür notwendigen organisatorischen und professionellen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt stehen, wie redaktionelle Unabhängigkeit, Einhaltung ethischer Richtlinien, professionelles Arbeiten und die Erbringung journalistischer Leistungen im öffentlichen Interesse. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen soll unter Beachtung des Grundsatzes der journalistischen Selbstregulierung eindeutig, transparent und ohne unverhältnismäßigen Aufwand überprüfbar sein.

Zeitungszustellungsförderung

„Der Wohnort darf bei der Verfügbarkeit von qualitätsvollen und sicheren Informationen keine Rolle spielen. Es muss egal sein, ob jemand am Land lebt oder in der Stadt – alle sollen einen Zugang zu Qualitätsjournalismus erhalten. Mit der Zustellförderung garantieren wir Nachrichten an jede Adresse, an jeden Menschen, für alle gleich“, so Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler.

Deshalb schaffen wir eine gezielte Unterstützung für die Zustellung abonnierter Tages- und Wochenzeitungen. Wir unterstützen dort, wo die meisten Kosten anfallen – bei der letzten Meile der Hauszustellung.

  • Für 2027 und 2028 stellen wir dafür je 22,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Fonds zur Förderung der digitalen Transformation

Die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm dazu bekannt, Medienunternehmen bei der digitalen Transformation weiterhin zu unterstützen. Wir werden den Fokus künftig auf klar definierte, zukunftsrelevante Digitalisierungsprojekte legen. Gleichzeitig schärfen wir die Förderkriterien nach. Uns ist wichtig, dass digitale Innovation und journalistische Qualität künftig noch stärker Hand in Hand gehen.

Um die Medienvielfalt weiter auszubauen, werden mit der Senkung der Mindestbemessungsgrundlage auf 100.000 Euro, zukünftig auch kleinere und nichtkommerzielle Medienunternehmen leichter Zugang zu dieser Förderung erhalten.

  • Für 2027 und 2028 stellen wir dafür je 22,5 Millionen Euro zur Verfügung.

10 Millionen für Medienkompetenz und Fördercall „Young Media“

Vermittlung von Medienkompetenz an junge Menschen gelingt bereits in der Schule und durch viele Initiativen im Bereich Medienbildung. Dass Jugendliche auch tatsächlich von qualitätsvollem Journalismus erreicht werden und Vertrauen in journalistische Medien entwickeln, gelingt bisher noch zu selten.

Deshalb setzen wir einen weiteren Schwerpunkt auf den Auf- und Ausbau von Medienkompetenzmaßnahmen und vor allem auf die Förderung innovativer, journalistischer Jugendformate.

Mit dem neuen Fördercall „Young Media“ wollen wir die besten journalistischen Jugendformate unterstützen. Dabei werden Informationsangebote, die spannend, zeitgemäß und digital für eine junge Zielgruppe aufbereitet sind, gesucht.

  • Ab 2027 werden die Mittel für Medienkompetenz von 700.000 Euro auf 10 Millionen Euro erhöht.
  • Davon werden sieben Millionen über den Fördercall „Young Media“ ausgeschüttet.

Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler „Medienkompetenz ist heute eine Schlüsselkompetenz für eine funktionierende Demokratie. Gerade in Zeiten von Desinformation, Fake News und gezielter Manipulation werden solche Angebote immer wichtiger.“

Klubobmann Ernst Gödl: „Wir setzen heute einen wichtigen Schritt für mediale Vielfalt, redaktionelle Unabhängigkeit und für die langfristige Absicherung des österreichischen Qualitätsjournalismus. Das ist die Grundlage für einen resilienten und starken rot-weiß-roten Medienstandort, zu dem wir uns mit dem Medienpaket klar bekennen.“

Nationalratsabgeordnete und Mediensprecherin Henrike Brandstötter: „Autoritäre Regime wie etwa Putins Russland versuchen, Demokratien zu spalten und das Vertrauen in freie Medien und demokratische Institutionen durch gezielte Desinformationskampagnen zu zerstören. Unsere Antwort heißt: mehr Qualitätsjournalismus, mehr Medienkompetenz, mehr Bildung, mehr Innovation und dadurch mehr demokratische Resilienz.“