Kunstwerk liefert Strom und Wasser

Arco del Tiempo

(pte015/20.07.2023) – Der in Berlin lebende Künstler und Architekt Riccardo Mariano verbindet mit seinem „Arco del Tiempo“ moderne Kunst mit Energieeffizienz. Die geplante Installation soll Strom liefern und Regenwasser sammeln, um das Umfeld grün zu halten, ohne die öffentliche Wasserversorgung zu belasten. Gleichzeitig ist der Boden eine riesige Sonnenuhr. Die Kuppel wirft reflektiertes Sonnenlicht in Form eines schmalen Lichtstreifens auf den Boden des Guadalupe-Plaza-Parks. Und die Kuppel bietet Raum für Veranstaltungen.

Bild: Riccardo Mariano/Cover Images

Der „Bogen der Zeit“, dessen Entwurf ursprünglich ein Beitrag zum LAGI-Design-Wettbewerb 2019 für Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, war, soll 2024 in Houston realisiert werden, der Partnerstadt von Abu Dhabi. Das Kunstwerk ist 50 Meter breit und 30 Meter hoch. Der nach Südwesten ausgerichtete Teil der Dachfläche ist mit Solarzellen bedeckt, insgesamt rund 2.000 Quadratmeter. Sie erzeugen pro Jahr 400.000 Kilowattstunden Strom. Damit wird das nahe gelegene Talento Bilingüe de Houston versorgt, ein lateinamerikanisches Zentrum für darstellende Kunst.

„Es ist ein Denkmal für eine neue Ära der Energie“, sagt Houstons Bürgermeister Sylvester Turner. Das Projekt ist der Höhepunkt langjähriger Planungen der Land Art Generator Initiative. Die gemeinnützige Organisation hat sich der Förderung von Klimalösungen durch Kunst und Design verschrieben. Ermöglicht wird es durch ein Konsortium von Spendern mit einer ersten Anschubfinanzierung aus dem Acronym Fund. Binnen 30 Jahren sollen zwölf Mio. Kilowattstunden saubere, erneuerbare Energie erzeugt und so 8.500 Tonnen CO2 eingespart werden. Das ist weit mehr als an Energie für den Bau verbraucht wird.

Weiterlesen

Neutralität und Sicherheit

Offener Brief von Prof. Erwin Bader

Geehrter Herr Bundeskanzler Nehammer,

wenn Sie die bei den meisten übrigen Parteien konsensuelle Ablehnung der FPÖ dafür missbrauchen, um Ihre fragwürdige Anbandelung bei der NATO zu beschönigen, ist dies geradezu schamlos dem Volk gegenüber, das mehrheitlich für die Neutralität ist!

Ja, es stimmt, dass die legitimer Weise zu erwartende Sicherheit durch die Neutralität derzeit wirklich nicht mehr wie früher gegeben ist, und zwar seitdem sich Österreich in neutralitätswidriger Weise im aktuellen Krieg zwischen Russland und der Ukraine, trotz offener faktischer Kriegsbeteiligung der NATO im Sinne ihrer wirtschaftlichen und militärischen Interessen, nicht nur einseitig der Sprachregelung der NATO unterworfen hat, sondern sich auch den „westlichen“ Sanktionen anschließt, Kriegsmaterial durch das Land und im Luftraum über dem Staatsgebiet ziehen lässt und wenn Österreich zwar nicht selbst Waffen liefert, aber Geldspenden locker macht, die für Waffenkäufe einzusetzen der Ukraine ein Leichtes ist etc.! Damit wurde die Glaubwürdigkeit der Neutralitätspolitik Österreichs bereits erheblich vermindert! Und dies schadet zweifellos der Sicherheit Österreichs!

Russland bezichtigte jüngst Österreich nicht ohne Grund der de-facto-Aufgabe der Neutralität und zählt unseren Staat sogar zu den feindlichen Staaten! Wenn Sie aber die Lösung des Problems in einer noch stärkeren Annäherung zur NATO suchen, ist dies, wie wenn ein Alkoholiker merkt, dass er von Alkohol abhängig zu werden beginnt und die Lösung darin sieht, in Zukunft noch schärfere alkoholische Getränke zu konsumieren. Anders gesagt hat der Staat oder die Regierung sich selbst etwas zuschulden kommen lassen, dessen Folgen man nun durch die Vergrößerung der Schuld beheben möchte. Aber Russland hat trotz der Untreue Österreichs hinsichtlich des Neutralitätsversprechens bisher nicht etwa mit einem Einmarsch in Österreich gedroht und es gibt auch keine andere unmittelbare Gefahr eines Überfalls o. ä., wodurch die Sicherheit Österreichs so massiv gefährdet wäre, dass Österreich sich nun unbedingt beim Aufbau des Skyshield-Programmes durch die NATO beteiligen müsste, um sich damit noch mehr von diesem Militärbündnis abhängig zu machen, in der Annahme, nur mit diesem zweifelhaften Schritt einer unmittelbar bevorstehenden Sicherheitsbedrohung zu begegnen.

Wenn Sie, Herr Bundeskanzler Nehammer, nun sogar eine legitime, vielleicht zu populistisch geschmückte oder zu unscharf begründete Meinungsäußerung missbrauchen, um es so hinzustellen, als ob der Wunsch nach voller Erhaltung der Neutralität (ohne NATO-Europa-Skyshield-Teilnahme) eine Gefährdung der Sicherheit Österreich darstelle, ist dies unverschämt und verlogen! Vielmehr entstand eine gewisse Gefährdung der österreichischen Sicherheit namentlich durch die Unterlassung der neutralitätspolitischen Pflicht zur Vermittlung zwischen den Kriegsparteien im Ukrainekrieg (egal ob absichtlich oder wegen Unfähigkeit). Doch diesem Sicherheitsrisiko kann Österreich nur Herr werden, wenn man endlich begreift, dass ein dauernd neutraler Staat keinen der beiden Kriegsparteien (ne uter = keinen von beiden!) besser oder schlechter zu behandeln hat, soweit dies die Siegeschance eines der beiden Kriegsparteien beeinträchtigen oder steigern könnte, ungeachtet der völkerrechtlich definierten Kriegsschuld – ja selbst wenn es sich um einen Krieg zwischen einem Heer der Engel gegen eines der Teufel handeln sollte! Dann und nur dann ist die Neutralitätspolitik glaubwürdig und besteht die Chance der dem neutralen Staat aufgetragenen Vermittlerrolle zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung des Weltfriedens, dessen Trittbrettfahrer dann alle anderen Staaten sind, wie dies schon im Kalten Krieg bei der Kuba-Krise einmal zur Abwendung einer drohenden Atomkatastrophe konkret der Fall war.

Karl Jaspers formulierte es so: „Die Verantwortung der Neutralität [ist:] der Menschheit zu dienen durch Bewahrung eines Ortes, an dem in allem Kampf die Kämpfenden sich noch treffen können zum Gespräch; das gewaltlos Menschliche sichtbar und rein zu erhalten; dem Gedanken der Hilfe statt des Kampfes mit gleichen Opfern wie der Kämpfende zu erfüllen.”

Auch in Schweden, wenngleich man dort im Zweiten Weltkrieg die Neutralität relativ salopp interpretierte, ist das Volk nach dem NATO-Betritt, wie NZZ berichtet, nicht so glücklich wie man bei uns meint. Eine schwedische Zeitung wird zitiert: „Mit dem Beitritt zur NATO betrat Schweden eine Welt, in der Sicherheitsinteressen manchmal Vorrang vor Demokratie haben.“

Österreich verschafft sich dasselbe Risiko mit der Teilnahme am NATO-Skyshield – auch ohne formeller NATO-Mitgliedschaft. Wobei das Risiko keineswegs nur eines für die Demokratie ist! Wenn Österreich Russland absichtlich provoziert und sich irgendwann freut, dass manche Raketen, die Österreich treffen sollten, eh abgeschossen werden, ist dies eine Chuzpe gegenüber dem österreichischen Volk! Und hinter der rein militärisch verstandenen Sicherheit steht oft das Geschäftsinteresse der Waffenindustrie.

Aus lauter Angst vor der weltgeschichtlichen Größe der Aufgabe, die Österreich 1955 mit seiner Neutralitätsverpflichtung auf sich nahm (vgl. das Zitat von Jaspers!), scheinen Österreichs Politiker zu viel auf Waffen und Krieg, aber zu wenig auf Vernunft und Frieden zu setzen! Und das in unserem Zeitabschnitt, in dem eigentlich die weltweite Kooperation zur Minderung der Klima- und Umweltschäden nötig wäre! Wenn schon die Staaten die Lösung ihrer Beziehungsprobleme nur durch den Sieg der einen Partei über die andere, also nur über Leichen für möglich halten, dann wundert es wenig, dass die Zahl der Tötungsdelikte auch im Privatbereich so stark ansteigt!

SIEHE AUCH: Die Geburt der österreichischen Nation aus dem Geist der Neutralität

SIEHE AUCH: Norbert Stock: Die österreichische Neutralität als Spielball imperialistischer Geopolitik

Die Frage des Fortbestands der österreichischen Neutralität ist aktuell wohl die wichtigste Frage, deren Beantwortung über das Schicksal Österreichs in naher Zukunft entscheiden wird und es ist eine der wenigen essenziellen Fragestellungen, die die Politik nicht im Alleingang eines Quasi-Einparteiensystems entscheiden kann, ohne sich auf einen breiten Konsens in der österreichischen Bevölkerung zu stützen. (DETAILS: norbertstock.substack.com)

Weiterlesen

Die Geburt der österreichischen Nation aus dem Geist der Neutralität

Vortrag Nationalbewusstsein

Update 6. April 2026 (Ostermontag) – EMRK Art. 15 über „das Leben der Nation

14. Juli 2023 (Frankreichs Nationalfeiertag, der an den Sturm auf die Bastille vor 234 Jahren erinnert, und die legendäre Parole Liberté – Egalité – Fraternité!)

VORSATZ: Wenn wir einen Diskurs über die österreichische Nation führen wollen, so sollten wir uns folgende Bedeutungsbreite des Begriffes vergegenwärtigen, den die Übersetzungsmöglichkeiten des englischen Wortes „nation“ anbietet: das Land, die Nation, der Staat, das Volk, die Völkerschaft.

Auf die Demontage unserer Demokratie nach Ausbruch der Corona-Herrschaft folgt die offen betriebene Demontage der österreichischen Neutralität. Mit der Aussage „die Neutralität gilt nicht mehr“ von Ex-Kanzler und Ex-Außenminister Wolfgang Schüssel hat die Unterminierung der unsere Nation konstituierenden Werte – Demokratie und Neutralität – einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das Nationalbewusstsein der Österreicher, die sich in der Zwischenkriegszeit mehrheitlich noch als „Deutsche“ in einem unerwünschten Kleinstaat gesehen haben, ist nicht selbstverständlich. Umso wichtiger ist die Neutralität, die nicht nur Bedingung für den Staatsvertrag war, sondern auch die Bedingung für die Entfaltung der österreichischen Nation.

SIEHE AUCH: Offener Brief an den Verräter unserer Neutralität, an Bundeskanzler Nehammer

SIEHE AUCH: Spenden an ethos = Beiträge zu einer besseren Zukunft Österreichs

KURZFASSUNG: Am 26. Oktober 1955 wurde das Neutralitäts-Gesetz beschlossen. Dieses Ereignis war für Österreich von herausragender historischer Bedeutung und der 26. Oktober wurde gleichzeitig zum Nationalfeiertag erhoben. Der kausale Zusammenhang zwischen Neutralität und Nation ist damit historisch bewiesen. Nationbuilding ist aber auch eine Frage der Geistesgeschichte. Dazu mehr in vier Teilen:

Teil 1:

Mit Nation war ursprünglich Zivilisation gemeint.

Teil 2

Nationen lösen Dynastien ab.

Teil 3

Die Vernichtung des Nationalismus durch den Nationalsozialismus.

Teil 4

Die Geburt der österreichischen Nation aus dem Geist der Neutralität. 

Weiterlesen