WEF in Davos: Laut ARD keine Verschwörung!

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16. Jänner 2022 - Geschützt von 5.000 Soldaten der Schweizer Armee beginnt heute das "Weltwirtschaftsforum" in Davos. Das World Economic Forum Annual Meeting erwartet laut eigener Angaben 2.700 Teilnehmer. Aus Österreich sind die Minister Martin Kocher, Magnus Brunner und Alexander Schallenberg dabei.

Screen Davos WEF

ethos.at hat den Ministern folgende Fragen gestellt, die bis Sonntag, 22.1.23 unbeantwortet geblieben sind. Das Außenministerium hat immerhin am 19.1.23 eine Presseaussendung publiziert, vom Finanzministerium und Arbeitsministerium gibt es keine Stellungnahmen zu den WEF-Auftritten ihrer Minister.

- Wie hoch sind die Kosten dieser Reise (Flug, Aufenthalt, Security, begleitendes Personal) und wer übernimmt diese Kosten?

- Welchen Zweck hat Ihre Teilnahme?

- Welche Themen sind bei diesem Forum für Österreichs Arbeits- und Wirtschaftspolitik / Finanz- und Steuerpolitik / Außenpolitik von Relevanz?

- Werden Sie selbst auftreten, wenn ja über welches Thema werden Sie referieren?

- Mit welchen Politikern, Journalisten, Unternehmen haben Sie dort Termine vereinbart?

Tiefe Einblicke in die Geschichte und Projekte des WEF bringt achgut.com. Die Autorin Martina Binnig verweist darauf, dass in Davos nicht nur Debatten über Weltpolitik und Weltwirtschaft stattfinden, sondern seit Jahrzehnten auch auch Ausbildungsklassen für die Eliten anbietet: "Gleich der erste Jahrgang der „Global Leaders for Tomorrow“ liest sich wie das Who’s Who späterer Welt-Prominenz: Neben Angela Merkel wurden 1993 beispielsweise Bill Gates, Nicolas Sarkozy und Tony Blair vom WEF geschult. Die Teilnehmer mussten sich selbst um die Aufnahme bewerben, unter 40 Jahre alt sein und sich dazu verpflichten, an Kursen und Treffen des WEF teilzunehmen."

achgut.com weiter: "Wer auf den von Schwab formulierten „Great Reset“ hinweist, läuft leicht Gefahr, als Verschwörungstheoretiker abgestempelt zu werden. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass die von Schwab 1971 gegründete Stiftung ein umfassendes globales Netzwerk mit weitreichenden Kompetenzen aufgebaut hat: So zählt sie die 1.000 größten Unternehmen der Welt zu ihren Mitgliedern, arbeitet mit hochrangigen Partnern aus Politik, Wissenschaft, Medien und Kultur zusammen und ist mit weiteren gesellschaftlichen Akteuren etwa aus NGOs, Gewerkschaften und Kirchen verbunden."

Ein kleiner Fehler ist der Autorin hier unterlaufen. Der Mainstream vermeidet mittlerweile den Begriff "Verschwörungstheoretiker". Das liegt vielleicht auch daran, dass ethos.at schon vielfach erklärt hat, dass eine Verschwörungstheorie eine Theorie wie jede andere ist. Im Sinne Karl Poppers ist jede wissenschaftliche Theorie falsifizierbar. Wer nicht fähig ist, beim Verdacht einer Verschwörung eine Verschwörungstheorie zu formulieren, der ist offenbar überhaupt nicht fähig, eine Theorie zu bilden. Um die Kritiker von WEF, Schwab und Co nicht in die Nähe der Wissenschaften zu rücken, schreiben Medien nun von "Verschwörungsmythen" und "Verschwörungsideologien", so aktuell die "Faktenfinder" der ARD tagesschau.de:

"Klaus Schwab ist der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF), das jedes Jahr ranghohe Politiker und Wirtschaftsvertreter zu einem Treffen in Davos einlädt. Für Verschwörungsideologen ist er eine Hassfigur - vor allem wegen eines Buches. ... Wo so viele einflussreiche Menschen zusammen kommen, sind auch Verschwörungsmythen nicht weit. ... Jan Rathje: 'Große Treffen von Menschen, die über Machtressourcen verfügen, eignen sich besonders gut als Zielscheibe für Verschwörungserzählungen, weil dort durchaus wichtige politische Prozesse verhandelt werden.' ... Die Vorstellung, die verschiedenen Teilnehmer auf diesen Treffen hätten das gemeinsame Interesse einer globalen Verschwörung, sei zu einfach gedacht."

Weitere "Beweise", dass der WEF keine Verschwörung plant, liefert die aktuelle Ausgabe der NZZ:

WEF-Präsident Børge Brende zu Verschwörungsvorwürfen: "Wir werden die Welt definitiv nicht regieren"

Wetiers weiß die NZZ: Das WEF ist keine unnütze CO2-Schleuder

Wenn man davon ausgeht, dass eine Verschwörung im Geheimen geplant wird, so kann man der vielfach publizierten WEF-Agenda tatsächlich keine Verschwörungsabsichten unterstellen. Doch die Methoden zur Erreichung ihrer Ziele sind gefährlich und offensichtlich antidemokratisch. "Letztlich kann nicht geleugnet werden, dass das WEF eine immense Macht ausübt, die die Herrschaft der transnationalen Kapitalistenklasse in einem Maße zementiert hat, wie es in der Geschichte noch nie vorgekommen ist. ... Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese aufstrebenden Kosmokraten ein Instrument entwickelten, mit dem sie ihre Herrschaft über die unteren Klassen voll ausüben konnten – und das WEF erwies sich als das perfekte Instrument dafür", schreibt uncutnews.ch am 17.1.23