VÖZ Verband Österreichischer Zeitungen
20.7.2026 via APA / OTS – Erfreut reagiert der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) auf das heute präsentierte Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Medienförderung. „Angesichts der äußerst herausfordernden Lage auf dem österreichischen Medienmarkt ist es wichtig und richtig, dass für Medienhäuser verlegerischer Herkunft nun bessere Planungssicherheit gegeben ist“, sagt der neue Präsident des VÖZ, „Die Presse“-Geschäftsführer Rainer Nowak. „Es ist also gut, dass die bereits im Regierungsprogramm festgeschriebenen Medienfördermaßnahmen nun in die Umsetzung gelangen. Unser Dank gilt den Experten und politisch Beteiligten, allen voran den Spezialisten des Medienministers und dem früheren VÖZ-Präsidenten Maximilian Dasch.“
Die Zustellförderung sei ein entscheidendes Instrument, um die Medieninfrastruktur in vielen Regionen des Landes aufrechtzuerhalten. „Die Zustellungswege insbesondere in entlegenere Regionen werden immer kostenintensiver zu bedienen. Wenn die Zustellförderung dazu beiträgt, dass weiterhin alle Bevölkerungsgruppen in allen Regionen mit qualitätsvollem Journalismus versorgt werden können, ist das nicht zuletzt auch demokratiepolitisch relevant“, so der VÖZ-Präsident. „Das hilft uns im laufenden Prozess der Transformation vom teuren Papier in die digitale Abo-Welt, die wir gerade alle erschaffen.“
Neben der Absicherung der bestehenden Medieninfrastruktur sei es aber auch erforderlich, die digitale Transformation weiter voranzutreiben und abzusichern, wie VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger betont. „Wir stehen einer Übermacht der Big-Tech-Unternehmen gegenüber, die den heimischen Medienstandort unter großen Druck bringt. Vor diesem Hintergrund ist der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation essenziell, um private Medienhäuser dabei zu unterstützen, digitale Reichweiten aufzubauen und digitale Aboangebote zu stärken. Dass dieser nun verlängert wird, ist ein wichtiger Schritt der Bundesregierung, nicht zuletzt zur Sicherung von Arbeitsplätzen“, so Grünberger.
Auch die Aufstockung der finanziellen Mittel für die Stärkung und Förderung der Medienkompetenz junger Menschen wird vonseiten des Verlegerverbands ausdrücklich begrüßt. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch die nächsten Generationen medienfit zu machen. Der Schwerpunkt auf Förderung der Medienkompetenz ist hierfür ein wichtiger Impuls“, betont VÖZ-Geschäftsführer Grünberger. „Aus unserer Sicht wesentlich ist jedoch, dass mit diesen Mitteln insbesondere bereits etablierte und pädagogisch fundierte Programme gestärkt werden.“
UPDATE 27.8.2026 VÖZ via APA / OTS – Verlegerverband reagiert auf unsachliche Stimmungsmache gegen wichtiges Gesetzesvorhaben und stellt unzutreffende Behauptungen richtig
Mit der Förderung abonnierter gedruckter Zeitungen setzt die Bundesregierung eine wesentliche Maßnahme zur nachhaltigen Absicherung der heimischen Zeitungsbranche um, wie der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ausdrücklich festhält. „Dieses Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, das bereits im Regierungsprogramm verankert wurde, ist entscheidend für den Fortbestand gedruckter Zeitungen und damit für die Absicherung der Medienvielfalt in Österreich“, sagt VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger.
„Es ist ein demokratiepolitischer Auftrag, alle Bevölkerungsgruppen in allen Regionen mit qualitätsvollem Journalismus und verlässlichen, redaktionell erarbeiteten Informationen zu versorgen. Gerade für ältere und weniger digital affine Menschen bleibt die gedruckte Zeitung dabei von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig ist professioneller Journalismus ein unverzichtbares Gegengewicht zu Desinformation und Fake News in sozialen Medien.“
Diese Versorgung steht aktuell unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, da die Zustellung insbesondere in entlegene Regionen immer kostenintensiver wird. Allein zwischen 2021 und 2025 sind die Kosten für die Zustellung abonnierter Kauftageszeitungen um knapp die Hälfte gestiegen. „Wird hier nicht aktiv gegengesteuert, drohen ein schrittweiser Rückzug aus der Versorgung insbesondere ländlicher Gebiete, eine Verschlechterung der Servicequalität und in weiterer Folge ein Rückgang der Abonnements. Damit würden wichtige Erlösquellen wegbrechen, die wesentlich dazu beitragen, die Redaktionen unserer Mitgliedsmedien unabhängig vom Big-Tech-dominierten Werbemarkt zu finanzieren“, so Grünberger.
Kritik übt der VÖZ an sachlich unrichtigen Behauptungen zum Gesetzesvorhaben im laufenden Begutachtungsprozess, wie sie etwa aus dem Umfeld von Verlagen unentgeltlich verteilter Zeitungen geäußert werden. Grünberger: „Dabei handelt es sich um eine höchst unsachliche Stimmungsmache, die einer genaueren Betrachtung der Tatsachen nicht standhält. Der Vorwurf, das Zeitungs-Zustellungs-Förderungs-Gesetz sei verfassungswidrig, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar.“
Die geplante Zustellförderung richtet sich explizit an jene Medienunternehmen, die bestellte Zeitungen im Rahmen eines Abonnements zustellen und damit ein konkretes Leistungsversprechen gegenüber ihren Abonnentinnen und Abonnenten zu erfüllen haben. Dem steht das grundlegend unterschiedliche Geschäftsmodell von Gratismedien gegenüber, die flächendeckend ohne Bestellung und ohne Vertragsverhältnis mit den Empfängerinnen und Empfängern verteilt werden.
„Regionale Gratiswochen- und Gratistageszeitungen verfügen über zahlreiche kostengünstigere Alternativen für die Zustellung und sind nicht wie abonnierte Tageszeitungen darauf angewiesen, die kostenintensive Früh-Hauszustellung sicherzustellen. Man kann wesentlich Ungleiches nicht gleich behandeln, nur weil es auf den ersten Blick so erscheinen mag“, betont VÖZ-Geschäftsführer Grünberger abschließend.