Die Wahlen sind frei, aber nicht fair

Screen Freisinnige

von Christian Ebner

30. April 2024 – Die Demokratie ist basiert auf einem Wettbewerb der besten Ideen. In der Praxis allerdings haben primär die Parlamentsparteien die Chance ihre Ideen einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. In den letzten Jahren hat die Oligarchie der Parlamentsparteien die Hürden für neue Parteien sogar massiv erhöht.

Bereits im Parlament vertretene Parteien, benötigen für den Wahlantritt nur einige Unterschriften von bestehenden Abgeordneten. Neue Parteien und Wahlbündnisse benötigen je nach Wahl eine bestimmte Anzahl von Unterstützungserklärungen, bei der Nationalratswahl wird eine bestimmte Anzahl pro Bundesland benötigt.

Unser Wahlbündnis ÖXIT EU-AUSTRITT FÜR ÖSTERREICH (www.oexit.me) wollte bei der EU-Wahl 2024 antreten und konnte zeitgerecht nur 2.492 von benötigen 2.600 Unterstützungserklärungen sammeln. Unser zentrales Anliegen, der Öxit, wird derzeit, je nach Umfrage, von 24 – 29 % der Österreicher unterstützt, also ca. von 1,5 – 1,9 Mio. Wahlberechtigten. Theoretisch sollte es also kein Problem sein, die Unterstützungserklärungen zu schaffen. Es gibt allerdings zwei wesentliche Schwierigkeiten: erstens man muss die Sympathisanten erreichen und zweitens die Personen müssen auch bereit sein eine Unterstützungserklärung abzugeben.

In den Prozess der Abgabe von Unterstützungserklärungen wurden eine ganze Serie von Hindernissen eingebaut. Der Wähler konnte seine Unterstützungserklärung nur zwischen 26. März und 26. April am Hauptwohnsitz-Gemeindeamt (in Wien bei jedem Magistratischen Bezirksamt) das korrekt ausgefüllte Formular unterschreiben (selbst kleinere Fehler führen zu Ungültigkeit). Es muss mittels Ausweis die Identität nachgewiesen werden und der Beamte musste die Unterschrift mit Gemeindestempel und Unterschrift beglaubigen. Die Unterstützer mussten uns das Original der Unterstützungserklärung zukommen lassen.

Die erste Sammelwoche war die Osterwoche (viele Menschen waren auf Urlaub). Die letzte Sammelwoche musste für den Postweg eingeplant werden – nächste Woche werden uns wohl etliche Unterstützungserklärungen zu spät zugehen. Nur eine Minderheit der Menschen ist bereit für eine Unterstützungserklärung aufs Amt zu gehen. Da sich die Bürger in den letzten Jahren daran gewöhnt haben, dass viele Amtsgeschäfte online mittels digitaler Signatur erledigt werden können, ist die Bereitschaft zum Amt zu gehen, weiter gesunken. Da viel weniger Menschen aufs Amt gehen als früher, trifft man beim Werben um Unterstützungserklärungen mittels Info-Ständen vor den Ämtern auch weniger Menschen an. In kleinen Gemeinden ist diese Abgabe von Unterstützungserklärungen alles andere als anonym, da man immer wieder etwas von der Gemeinde braucht, scheuen viele dafür zurück, sich politisch zu exponieren.

Für die Unterstützung von Volksbegehren kann man einerseits mittels digitaler Signatur online unterschreiben oder die Unterstützungserklärung direkt am Amt abgeben, ohne das Original der wahlwerbenden Partei zukommen lassen zu müssen. Wenn die Unterstützung von wahlwerbenden Gruppen genauso einfach wäre, dann hätten wir es zweifellos auf den Wahlzettel geschafft, möglicherweise auch andere wahlwerbende Gruppen.

Die zweite Herausforderung ist das Erreichen der Wähler. Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen muss man als neue Partei erhebliche finanzielle Mittel haben, um eine teure Werbekampagne machen zu können oder aber über gut etablierte Kommunikationskanäle verfügen. Den Großteil der Unterstützungserklärungen verdankt unser Wahlbündnis der Tatsache, dass wir dank früher Kampagnen über mehrere Tausend mehr oder weniger aktuelle Postadressen von Sympathisanten hatten, die angeschrieben werden konnten.

Zwei von zehn Gruppierungen, die sich um einen Wahlantritt bemüht haben, haben es auf den Stimmzettel geschafft. Erstens die relativ reiche KPÖ (nicht gerade eine junge Partei), die wohl Dank Fini Steindling einen Teil des sagenumwobenen DDR-Schatzes geerbt hat. Zweitens die DNA, eine junge Partei mit Schwerpunkten in den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Bürgerrechte und Neutralität, gegründet von der Ärztin Maria Hubmer-Mogg, die sich mittels Kritik an der Corona-Politik einen Telegram-Kanal mit mehr als 12.700 Abonnenten aufbauen konnte. Damit wurde die Social-Media-Plattform Telegram bei dieser EU-Wahl zu einer kritischen Infrastruktur der österreichischen Demokratie. Ja, wir reden von der Plattform Telegram, die von der dem Bundeskanzleramt unterstellten Bundesstelle für Sektenfragen als Gefahr für die Demokratie verunglimpft wird.

Auch finanziell gesehen, haben sich die Parlamentsparteien einen gewaltigen Vorteil verschafft. Eine der höchsten Parteienförderungen der Welt sorgt dafür, dass sie den Bürger mit sehr teuren Werbekampagnen beglücken können. Neue Parteien sind auf Spenden angewiesen, aber das Werben um Spenden wurde in den letzten Jahren durch das Parteispenden-Gesetz massiv erschwert. Jede Person / jedes Unternehmen darf einer Partei max. € 7.500 pro Jahr spenden (beim Erstantritt der Partei 5 x 7.500 = 37.500). Parteispenden ab € 500 (!) müssen veröffentlicht werden. Das ist unsachlich, dadurch sollen offenbar Personen, die wirtschaftlich nicht unabhängig sind, von Parteispenden abgehalten werden. Im Vergleich dazu in der Schweiz müssen Spenden ab 15.000 Schweizer Franken (= ca. 15.800 Euro) veröffentlicht werden. NEOS und das Team Stronach, die 2013 dank Großspendern den Einzug in den Nationalrat geschafft haben, hätten es mit dem heutigen Parteispendengesetz wohl nicht geschafft.

Die Tatsache, dass es für neue Parteien so schwer ist, den Wahlantritt zu schaffen, hat offenbar mediale Folgewirkungen. Parteien, die sich um eine Kandidatur bemühen, werden als wenig relevant angesehen. Viele Medien berichteten überhaupt nicht, bei etlichen Printmedien wurde jeweils eine APA-Meldung zu unserer Kandidatur übernommen. Mit der Kleinen Zeitung hatte ich ein Interview, das Online-Medium TKP hatte allen Gruppierungen, die sich um eine Kandidatur bemüht haben, 10 Fragen gestellt. Wir hatten je einen Bericht in den Abendnachrichten bei ServusTV und bei AUF1, beim ORF haben wir es einmal in die Mittagsnachrichten geschafft (Fernsehen und Radio). Puls24 hat eine Debatte von Alexander Harrer (Volt) und mir ausgestrahlt.

Aufgrund der unfairen Hürden für neue Parteien sind in Österreich die Wahlen zwar frei, aber nicht fair. Es wäre das Mindeste, dass Unterstützungserklärungen für den Wahlantritt einer neuen Partei ebenso einfach eingebracht werden können, wie jene für Volksbegehren. Weiters sollten die Hürden für Parteispenden abgebaut werden, um es neuen Parteien zu erleichtern, zu finanziellen Mitteln zu kommen, das Parteispendengesetz der Schweiz könnte als Vorbild dienen.

Ergänzung ethos.at: Solange es staatliche Parteienförderungen gibt, die ausschließlich die in Landtagen und im Parlament vertretenen Parteien kassieren (allein im Vorjahr 237 Millionen Euro!), muss ein Modus eingeführt werden, dass auch andere aktive Parteien einen Teil dieser Mittel bekommen. Es sind derzeit über 1.300 Parteien beim Innenministerium registriert. Man muss davon ausgehen, dass sich darunter viele Karteileichen finden. So müsste ein Modus geschaffen werden, der anteilige Auszahlung dieser Mittel nach bestimmten Kriterien an AKTIVE KLEINPARTEIEN gewährleistet! Das wäre ein erster Schritt für eine bessere Demokratie in unserem Lande!

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Arche Noah für Vielfalt

Arche Noah

21. April 2024 – „Hoch die Gabeln – für die Vielfalt!“ fordert der Verein Arche Noah, eine Initiative von GärtnerInnen, BäuerInnen und JournalistInnen, die das Saatgut als Grundlage der Ernährung buchstäblich wieder in die eigenen Hände nehmen wollten, als sie den Verein 1989 gründeten. Nun mobilisiert der Verein mit einer Petition gegen ein drohendes EU-Gesetz. Mit heutigem Stand habern bereits über 109.000 Menschen unterzeichnet. Hier der Wortlaut:

Die Europäische Kommission hat im Juli 2023 einen Vorschlag zum neuen EU-Saatgutrecht vorgelegt. Dieser bedroht die Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt massiv. Er missachtet das völkerrechtlich verankerte Recht der Bäuerinnen und Bauern, ihr eigenes Saatgut zu ernten, zu verwenden, zu tauschen und zu verkaufen. Das ist inakzeptabel.

Wir fordern das Europäische Parlament und die Landwirtschaftsminister:innen auf, den Vorschlag für das EU-Saatgutrecht zu überarbeiten. Wir brauchen eine Gesetzgebung, die die legale Weitergabe von vielfältigem Saatgut ermöglicht, die biologische Kulturpflanzenvielfalt fördert, die Rechte der Bäuerinnen und Bauern respektiert und die Grundlage für ein nachhaltiges, widerstandsfähiges und vielfältiges Lebensmittelsystem schafft:

– Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der lokal angepassten Kulturpflanzenvielfalt muss in den europäischen Saatgut-Gesetzen oberste Priorität haben.

– Völkerrecht sichern: Ernte, Weitergabe, Tausch und Verkauf von eigenem Saatgut müssen für Bäuer:innen und Gärtner:innen weiterhin legal möglich sein.

– Die Vermarktung von vielfältigen und lokal angepassten Sorten durch regionale Saatgut-Produzent:innen muss erleichtert werden.

– Neu zugelassene Sorten dürfen nicht von Pestiziden oder synthetischen Düngemitteln abhängig sein.

Weitere Details: arche-noah.at

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„Flut von Desinformation“

EU disinfo LAB

20. April 2024 – „Die Europawahl rückt näher, und mit ihr eine Flut von Desinformation, wie Fachleute erwarten. Beim Wahlvolk könnten die Kampagnen auf fruchtbaren Boden fallen. Ein ‚Ökosystem‘ an Fake-News-Produzenten trifft auf Wissenslücken über die EU und ihre Institutionen. Hinzu kommt das Thema Ukraine. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag wurden Warnungen vor einer Einflussnahme Russlands auf die Wahl laut“, berichtet ORF.at (19.4.24)

SIEHE AUCH: EU-Wahl von 6. bis 9. Juni 2024

Wie Desinformationen aussehen, die direkt aus der EU oder ihren nachgelagerten Propaganda-Abteilungen einzelner Mitgliedstaaten kommen, dafür liefert der Österr. RegierungsFunk ein Exempel:

„‘Wir können nicht zulassen, dass Russland mit einem solch eklatanten Angriff auf unsere demokratischen Institutionen und Grundsätze davonkommt’, schrieben die Regierungschefs von Belgien und der Tschechischen Republik in einem Brief an ihre EU-Amtskolleginnen und -kollegen. Belgische Geheimdienste hatten in der Vorwoche laut eigenen Angaben von Moskau gesteuerte Strukturen aufgedeckt, die prorussische Kandidatinnen und Kandidaten im Vorfeld der EU-Wahl unterstützt haben sollen. Die Netzwerke hätten versucht, den europäischen Beistand für die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland zu untergraben, sagte Belgiens Premier Alexander De Croo.“

Wenn Geheimdienste, welche auch immer, „laut eigenen Angaben“ was auch immer aufdecken, was passiert sein „soll“ – so ist das weniger als doppeldeutig. Es ist eindeutig, dass Geheimdienste mit allem, was sie aufdecken, etwas anders zudecken. Es ist eindeutig, dass Geheimdienste aufdecken, was passiert sein „soll“, also nicht das, was tatsächlich passiert ist, sondern das, und nur dass, was passieren soll (also zu passieren hat) um die eigene Propaganda (Neologoismus: das eigene Narrativ) zu bestätigen, oder zumindest zu bestärken.

Wenn also Geheimdienste „aufdecken“, dass einzelne EU-Kandidaten von Russalnd unterstützt werden, so soll man doch die Namen nennen und deren Konten prüfen. Doch wozu präzise Angaben, wenn man auch mit ominösen Andeutungen die Stimmung schüren kann? Nicht die Stimmung, für ein offenes, transparentes, wirklich demokratisches Europa, sondern die Stimmung gegen den angeblichen Feind der EU.

Weiters heißt es „die Netzwerke hätten versucht, den europäischen Beistand für die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland zu untergraben“?

– Welche Netzwerke genau – kennt etwa der Geheimdienst deren Namen nicht;

– „hätten versucht“ – sprich: „laut Angaben des Geheimndienstes“, also laut Quellen, die ein seriöser Journalist mit Vorsicht genießen sollte;

– „den europäischen Beistand… zu untergraben“ – wann genau beginnt die „Untergrabung“? Wenn man den EU-Beistand grundsätzlich in Frage stellt; wenn man die Korruption der Ukraine, die angeblich „europäische Werte“ verteidigt, kritisiert; wenn man Sanktionen gegen Russland als Selbstbeschädigung bewertet; wenn man Aufklärung verlangt über die Nordstream-Sabotage; oder wenn man gar den Import russischen Pipeline-Gases für weniger umweltschädlich hält als amerikanisches Fracking-Gas?

Anfällig für Desinformationen / Fakenews / Deepfake seien laut Politikwissenschaftlerin Julia Partheymüller, deren Untersuchungen ORF.at zitiert, „generell ältere und weniger gebildete Menschen, besonders jene mit weit rechter Einstellung und starkem politischen Interesse.“ Wie kommt es, dass ausgerechnet die „weniger gebildeten…. starkes politisches Interesse“ aufbringen? Offenbar ein innerer Widerspruch, der den Autoren dieses ORF-Beitrags nicht aufgefallen ist. Ein seriöser Journalist hätte die Frage gestellt, wie die Jugend damit umgeht. ethos.at vermutet: die Jugendlichen sind nach zahlreichen Schullockdowns so down, dass sie überhaupt nichts mehr mit Politik zu tun haben wollen.

Zumindest zwei sachliche Informationen enthält der ORF-Artikel: kommentarlose Links zu

EU Disinfo Lab und zu AFP-Faktencheck der Nachrichtengagenttur Agence France-Presse, die schon am 2.4.24 ein Dossier online gestellt hat: „Flut von anti-ukrainischer Propaganda im Vorfeld der EU Wahl erwartet

SIEHE AUCH:

+ Hubert Seipel. Putins Macht

+ Assange und Nawalny + Agitprop

+ Christoph Leitl. Europa und ich

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Bhakdi: kein Beleg für die Wirksamkeit der Polio Impfung

Sucharit Bhakdi wikipedia

15. April 2024 – Michael Bonvalot, (laut eigener Angaben „Journalist mit Meinung und Haltung“) kommentiert auf Twitter (14.4.24) eine kurze Sentenz von Sucharit Bhakdi bei seinem Vortrag in Wien: @MichaelBonvalot „Sucharit Bhakdi macht absurde und falsche Propaganda gegen eine lebensrettende Impfung. Polio kann tödlich sein, die Impfung schützt. Die FPÖ gibt Bhakdi jetzt ein Massenpublikum. Die FPÖ ist direkt verantwortlich für alle gesundheitlichen Folgen.“ Herbert Lackner (den muss man einfach kennen, der schreibt über sich gar nix) diffamiert gerne andere, ohne vorher recherchiert zu haben und schlägt nach: @HerbertLackner1 „Was für ein abgefeimter Scharlatan. Und dem läuft die FPÖ nach.“ Und besonders originell: @HerbertLackner1 Apr 13 „Die FPÖ und ihr Schwurbler-Idol können Ihre Gesundheit gefährden.“

Es gibt sowas wie „rotes Urgestein“ in der SPÖ. Herbert Lackner @HerbertLackner1 (ab 1975 arbeitete er als „Journalist“ in der SPÖ-Zentrale) zählt sich wohl selbst dazu. Dass die Sozen-Partei derzeit zerbröselt, löst offenbar Panikattacken aus und führt zu derartigen Tiefschlägen: „Diskussionen mit diesen „Querdenkern“ sind sinnlos. Eine völlig verirrte Sekte, die von Rechtsaußen instrumentalisiert wird.“ No comment.

Zum Glück gibt es immer noch Journalisten, die sich in ein Thema so weit vertieft haben, dass sie eine kompetente Bewertung von Bhakdis Aussage, die man sicher leicht missverstehen kann, vornehmen können. Hier der Kommentar von …

Bert Ehgartner (15.4.24)

Sucharit Bhakdi hat bei seiner Rede auf der FPÖ Veranstaltung in Wien gesagt, dass die Polio Impfung unwirksam ist. Dafür wird er – und die FPÖ – nun ordentlich geprügelt. Denn die Polio-Impfung sei ja, wie alle wissen, eine der wirksamsten Impfungen, welche die Kinderlähmung erfolgreich aus Europa verdrängt hat. So der Tenor der Angriffe.

Ich habe die Rede von Prof. Bhakdi bisher nicht gehört, bloß den Ausschnitt mit seinem Satz, hier im genauen Wortlaut: „Es gibt keinen Beleg für die Wirksamkeit der Polio Impfung. Gar nicht.“Und tatsächlich ist die Angelegenheit – wenn man sich nur diesen einen Satz vornimmt – nicht so eindeutig, wie das die Politiker und Journalisten, die hier aufschreien, zu wissen glauben.

Denn die historischen Verdienste hat der alte Polio-Lebendimpfstoff, den die meisten von uns noch als Schluckimpfung bekommen haben. Es handelte sich um eine Lebendimpfung, die Babys in den Mund geträufelt wurde. Im Volksschulalter wurde sie ein zweites Mal – auf einem Zuckerwürfel aufgetropft – gegeben. „Kinderlähmung ist grausam – Schluckimpfung ist süß“, lautete damals ein bekannter Slogan.

Die Polio- Impfung sorgte im Alter von wenigen Monaten für die Durchseuchung mit abgeschwächten Polioviren, die eine robuste Immunität erzeugte. Binnen weniger Jahre konnte damit die Polio besiegt und aus Europa eliminiert werden.

Weil diese Lebendimpfung in sehr seltenen Fällen allerdings Impfpolio auslösen kann und gesunde Kinder geschädigt wurden, kam es 1998 – als schon 20 Jahren keine Fälle von Wildpolio mehr aufgetreten waren – zu einem Wechsel. Die erfolgreiche Lebendimpfung wurde durch die Totimpfung ersetzt. Diese enthält abgetötete Polioviren, von der keine Gefahr für eine unerwünschte Virenausbreitung mehr ausgeht.

Ob diese Totimpfung wirksam ist, darüber lässt sich aber tatsächlich streiten: Um das Jahr 1960 gab es zahlreiche Länder, die auf eines der beiden Impfkonzepte setzten. Meist verlief die Grenze zwischen den beiden politischen Blöcken, weil die Lebendimpfung in der UdSSR getestet und erstmals eingesetzt worden ist.

So gab es in der DDR die Schluck #- in der BRD die Spritzimpfung.

Binnen kurzem verschwand die Polio in den Ländern, wo die Lebendimpfung von Albert Sabin verwendet wurde, während in den anderen mit dem Totimpfstoff von Jonas Salk die Krankheit weiter grassierte. Deshalb sind auch USA, BRD und alle anderen Länder von Salk auf Sabin gewechselt. Doch genau diesen Salk Impfstoff bekommen unsere Babys jetzt wieder – meist als Komponente der Sechsfachimpfung.

Weil Polioviren fäkal-oral übertragen werden, besteht aufgrund der besseren Hygiene heute mit und ohne Impfung kein Risiko, dass sich jemand mit Polioviren infiziert. Insofern fällt es nicht auf, dass die Polioimpfung gar nicht – oder sehr schlecht – wirkt. Unnötig ist die Polioimpfung bei uns aber schon lange.

NACHSATZ:

Herbert Kickl: „Professor Bhakdi ist eine Lichtgestalt für Freiheit und Gesundheit für Milliarden Menschen!“ (APA / OTS am 12. April 2024)

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Tractatus arte philosophicus

Wiesenthal tractatus 1 u 2

Von Eva Maria Wiesenthal, 2024

2 Photos, 70×55 cm

Tractatus arte philosophicus

.) Die Welt ist alles, was der Fall sein könnte, was der Fall werden kann.

.) Die Welt ist die Gesamtheit der Möglichkeiten.

.) Die Welt ist durch die Möglichkeiten bestimmt, die uns zufallen, die wir entdecken, deren es unendlich viele gibt. Aus der Unzahl von Möglichkeiten schaffen wir durch unsere Träume, unsere Ideen, unsere Vorstellungen, unsere Gefühle und Gedanken daran mit, was der Fall wird oder nicht der Fall wird.

.) Die Möglichkeiten im unendlichen Raum kunstvoller Ideen schaffen die Welt.

.) Die Welt besteht aus zu Tatsachen gewordenen Möglichkeiten.

.) Etwas kann der Fall werden und damit alles übrige neu gestalten, in neuem Licht erstrahlen lassen.

.) Was geworden ist, was ist, dieser Rahmen für neue Möglichkeiten, diese Fülle, ist der Nährboden für weitere Ent-wicklungen.

-) Es sind nicht so sehr die Dinge und die Verbindung der Dinge, die ausmachen, was wir wirklich nennen, sondern was uns zufällt entsprechend unseren Visionen, unseren Bildern, unseren Vorstellungen dem entsprechend, woran wir glauben und damit wirklich werden lassen, was ihnen entspricht.

.) Wir ernten, was wir säen.

.) Wir sind die Mitschöpfer unserer Welt.

.) Was uns zufällt im Rahmen von allseits wirkenden, zur Wirklichkeit drängenden Ideen ist Folge des Zusammenspiels aller und von allem, was ist.

.) In den Dingen ist nichts präjudiziert, nichts bestimmend für das Werden von Neuem.

.) In dem Raum unendlicher Möglichkeiten, in dem Raum unserer Träume, unserer Bilder und daraus resultierendem Neuen, dem wirkend gewordenem in diesem Rahmen des Kosmos, der Schönheit und Ordnung der Liebe, wie auch immer wir sie beschreiben, wirkt weiter, was wir schaffen.

.) So arbeiten wir alle zusammen und mit allem, was ist, an der Schöpfung mit.

.) In der Logik gibt es klare Ordnung, in der Kunst wie in der Wirklichkeit, die alle andere Kunst an Kunstfertigkeit überragt, fällt uns zu, was wir anziehen mit unserer Ausstrahlung im unendlichen Raum der Möglichkeiten wie die Quantenphysik bestätigt, die wir geschaffen haben, um zu beschreiben, was unsere Vorstellung übersteigt.

.) Das Zusammenspiel von unendlich vielen untrennbar miteinander verbundenen Mitgliedern in unserem Kosmos ergibt, was Tatsache wird für bestimmte Zeit, Grundlage für weitere Schöpfung.

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Kunst trifft Natur: Saliera im Wald

Saliera im Wald

Nachbildung von Cellinis „Saliera“ aus Salz als „Ostergeschenk“ für Wildtiere

28. März 2024 (Presseinformation der Österreichischen Bundesforste) Ein Ostergeschenk der besonderen Art erwartet dieser Tage die Wildtiere im Ausseerland: Die „Saliera“, das weltbekannte Kunstwerk des italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini, kehrt in die Natur zurück. Einst wurde sie nach dem wohl spektakulärsten Kunstraub der österreichischen Geschichte in einem Waldstück wiedergefunden. Jetzt steht sie im Fokus eines Kunstprojekts der Ausstellung „Into the Woods“ zum Ökosystem Wald des KunstHausWien im Rahmen der Klima Biennale Wien. Dafür fertigte das rumänische Künstler-Duo Anca Benera und Arnold Estefán in aufwändiger, sechsmonatiger Arbeit eine Replik der „Saliera“ aus Salz an. In Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) wurde das Kunstwerk aus Salz in einem Wald im steirischen Salzkammergut platziert, um dort die Kräfte der Natur – wie etwa Witterungseinflüsse und Wildtiere – darauf wirken zu lassen. Für das Projekt mit dem Titel „Unworlding“ ließen sich die Künstler von alten Schöpfungsmythen inspirieren. Es soll Kunst und Natur auf neuartige Weise miteinander verbinden und die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Wald darstellen. Das Salz für das Kunstwerk stammt aus dem Salzbergwerk Altaussee.

Kunstprojekt und die Bedeutung des Waldes

Das Salzkammergut wurde als Schauplatz für die außergewöhnliche Kunstinstallation ausgewählt, da hier besonders deutlich wird, wie eng der Rohstoff Salz mit dem Wald verknüpft ist. In früheren Jahrhunderten war Holz ein unverzichtbarer Rohstoff zur Salzgewinnung, der als Bau-, Gruben- und Brennholz in den Salzbergwerken benötigt wurde. Angesichts drohender Holzverknappung entstand bereits im 18. Jahrhundert das Prinzip der forstlichen Nachhaltigkeit, wonach nicht mehr Holz geerntet werden sollte als nachwachsen kann. Ein Grundsatz, nach dem die Bundesforste als größter Waldbewirtschafter Österreichs bis heute handeln. „Wir bewirtschaften unsere Wälder nachhaltig und naturnah. Auch zukünftige Generationen sollen eine intakte Natur vorfinden. Mit der Unterstützung dieses unkonventionellen Kunstprojekts wollen wir auf das Zusammenspiel von menschlichem Wirken und Natur, ganz besonders auf die Bedeutung des Ökosystems Wald als Lebens- und Erholungsraum sowie seine zentrale Rolle als Klimaschützer, aufmerksam machen“, zeigt sich Georg Schöppl, Vorstandssprecher der Bundesforste, von diesem Projekt begeistert.

Kunstvoller Salzleckstein für Rehe und Gämsen

Neben dem Waldstandort bei Altaussee bringen die Bundesforste auch ihre fachliche Expertise zum Wildtierverhalten und zum Lebensraum Wald in das Kunstprojekt ein. Die Dokumentation des Projektes – wie Wetter und Wild die Salz-Saliera neu formen – erfolgt über eigens angebrachte Wildkameras. Seit der Platzierung der „Saliera“ im Wald hat der ungewöhnliche „Salzleckstein“ schon das Interesse verschiedener Wildtiere geweckt, darunter Rehe, Gämsen und Eichhörnchen. Über den Salzleckstein nehmen die Tiere zusätzliche Spurenelemente und Mineralien auf, die sie vor allem in der Zeit des Fellwechsels vermehrt benötigen.

„Die künstlerische Arbeit in einer Waldumgebung ist Neuland für uns, daher ist die Unterstützung durch die Expertinnen und Experten der Bundesforste sehr wertvoll. So entstand ein interdisziplinäres Projekt, das Kunst und Forstwissenschaft miteinander verbindet“, erläutern die Künstler Anca Benera und Arnold Estefán.

Ausstellung im Rahmen der Klima Biennale Wien 2024

Die von den Künstlern geschaffene und von der Natur nachgeformte Salz-Saliera ist im Rahmen der ersten Klima Biennale Wien im KunstHausWien zu betrachten. Das neuartige Klima-Kunst-Festival startet am 5. April und endet am 14. Juli. 100 Tage lang stehen die Potenziale von Kunst, Design, Architektur und Wissenschaft hinsichtlich einer nachhaltig-lebenswerten Zukunft und der gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels im Fokus. 

SIEHE AUCH: Ausstellung „Into The Woods. Annäherungen an das Ökosystem Wald“ im Kunst Haus Wien untersucht, was an der These vom „Wood Wide Web“ dran ist. (ORF.at 18.4.2024)

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bauernladen.at fördert Nachhaltigkeit

bauernladen Gutschein

27. März 2024 – (Pressemitteilung von bauernladen.at via pressetext.com) – Die Plattform bauernladen.at umfasst über 17.000 Produkte aus kulinarischen und handwerklichen Spezialitäten aus Österreichs Regionen und ist zu einem Vorreiter für nachhaltige Wirtschaftspraktiken geworden. Dies wird durch die Zusammenarbeit mit mehr als 750 österreichischen Kleinbetrieben deutlich, die sorgsam und regional befruchtend wirtschaften und ihre Produkte und Dienstleistungen über bauernladen.at anbieten. Ein zentraler Beitrag zur Förderung nachhaltigen Konsums ist der bauernladen.at Gutschein, der bei über 750 Partnerbetrieben eingelöst werden kann. Seit der Gründung vor sechs Jahren hat bauernladen.at einen beachtlichen Umsatz von mehr als 25 Millionen Euro für die heimischen Direktvermarkter über die Plattform erwirkt.

 „Es ist Zeit für Unternehmen, Verantwortung zu übernehmen und Taten zu setzen. bauernladen.at kann dabei unterstützen und einen wertvollen Beitrag leisten. Angesichts der bevorstehenden Berichtspflicht im Rahmen der ESG-Kriterien, auch für KMU, gewinnt die Nachhaltigkeitsberichterstattung zunehmend an Bedeutung. Mit bauernladen.at helfen wir Unternehmen, ihre Mitarbeiter*innen und Kund*innen nachhaltig und klimaschonend zu beschenken, sei es als Gutschein oder Geschenkbox. bauernladen.at trägt somit aktiv zur Erreichung der SDG-Ziele bei, was sowohl der Gesellschaft als auch der Natur zugutekommt“, sagt Bernhard Gily, Geschäftsführer von bauernladen.at.

Nachhaltiges Schenken mit den bauernladen.at-Gutscheinen

Für Organisationen, die eine nachhaltige Motivation ihrer Mitarbeiter*innen anstreben, bietet bauernladen.at eine innovative Lösung: Unternehmen können Gutscheine erwerben, die von ihren Mitarbeiter*innen bei über 750 regionalen Produzent*innen eingelöst werden können – online oder ab Hof. Diese Initiative ermöglicht es Unternehmen, ihre Mitarbeiter*innen und Kund*innen auf nachhaltige und umweltfreundliche Weise zu belohnen.

Bernhard Gily betont: „Die Wertschätzung der Mitarbeiter*innen wird immer wichtiger, und bauernladen.at Gutscheine und Geschenke bieten eine win-win-Situation für alle Beteiligten. Das Gutscheinsystem hat mittlerweile ein eigenes nachhaltiges Wirtschaftssystem geschaffen, von dem alle profitieren: Unternehmen, Mitarbeiter*innen und unsere Partnerbetriebe von bauernladen.at.“

bauernladen.at hilft Unternehmen ihre SDG-Ziele zu erreichen

In Unternehmen richtet sich der Fokus bei Mitarbeitergeschenken zunehmend auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Regionalität, weiß auch Thomas Kirchmaier, Sustainability Manager bei der Keller Grundbau GesmbH: „Unsere Mitarbeiter*innen leisten das ganze Jahr über hervorragende Arbeit. Im Spezialtiefbau gibt es keine Auszeiten, wenn es zu regnen oder zu schneien beginnt, wie es im Freien oft der Fall ist. Deshalb belohnen wir sie auch mit Gutscheinen von bauernladen.at. Ich sehe einen deutlichen Anstieg der Akzeptanz von Nachhaltigkeit bei unseren Mitarbeitenden, was mich besonders freut. Daher haben wir uns entschieden, dieses Konzept auch im zweiten Jahr fortzuführen und damit unsere SDG-Anstrengungen mit bauernladen.at österreichweit zu verstärken.“

„Die gesetzliche Pflicht zur nicht finanziellen Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) verdeutlicht die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit für Unternehmen. Es ist nicht länger ein ‚Nice-to-have‘, sondern ein ‚Must-have'“, sagt Prok. Dr. Mario Winkler, Pressesprecher der Österreichischen Hagelversicherung. „Die Partnerschaft mit bauernladen.at unterstreicht unser Engagement für lokale Produzenten und die Stärkung des Agrarstandorts.“

Nachhaltiger Einfluss auf Gesellschaft und Natur

In den letzten Jahren hat sich bauernladen.at als verlässlicher Partner in der Mitarbeiter*innen-Kommunikation und Motivation bewährt. Namhafte Unternehmen wie T-Mobile, die Österreichische Post, Wienerberger, Wiener Netze, ERGO Versicherung und das AMS Niederösterreich haben bereits auf bauernladen.at Gutscheine und Geschenkboxen gesetzt, um ihren Mitarbeiter*innen eine nachhaltige Anerkennung zu bieten und gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zur Förderung von Regionalität und Klimaschutz zu leisten.

„Unser aufrichtiger Dank gilt all unseren Mitarbeiter*innen, Unternehmen und Wegbegleiter*innen, deren Engagement in den letzten sechs Jahren maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen hat. Wir schätzen die Unterstützung aller, die an die Idee von bauernladen.at glauben und gemeinsam mit uns dazu beitragen, sie Realität werden zu lassen“, unterstreicht Barbara Bauer, Prokuristin von bauernladen.at. Sie fügt hinzu: „bauernladen.at trägt positiv zur Erreichung der SDG-Ziele von Unternehmen bei und hat somit einen nachhaltigen Einfluss auf Gesellschaft und Natur.“

Rückfragehinweise:

Dipl. BW Bernhard Gily

Geschäftsführender Gesellschafter bauernladen.at B2B GmbH

Tel.: +43 1 91920 2162

E-Mail: bernhard.gily@bauernladen.at

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Antirassismus-Strategie des Vizekanzlers

Kogler bei Caritas

23 Maßnahmen gegen Rassismus wirken Diskriminierung im BMKÖS aktiv entgegen

21. März 2024 – (Amtliche Mitteilung des bmkoes.gv.at) Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus legt das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport erstmals eine eigene Antirassismus-Strategie vor.

Vizekanzler Werner Kogler: „Die nun vorliegende Antirassismus-Strategie ist ein weiterer Ausdruck dafür, dass wir Verantwortung für die Förderung eines respektvollen Miteinanders sowie eine echte Chancengleichheit für alle Menschen übernehmen. Sie wird Vorbildwirkung für den gesamten öffentlichen Dienst und darüber hinaus haben.“

Foto: BKA/Schrötter. Besuch des Haus St. Magdalena der Caritas Österreich

Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) hat sich zum Ziel gesetzt, strukturelle Rassismen sichtbar zu machen sowie positive Veränderungen einzuleiten und vorzunehmen. Mit der Einrichtung des Kompetenzzentrums für Diversität, Antirassismus und Antidiskriminierung (KDA) im Jahr 2022 wurde dafür eine eigene Stelle geschaffen. Diese hat in Zusammenarbeit mit den verschiedensten Akteur:innen umfassende Maßnahmen in den Zuständigkeitsbereichen des Ministeriums konzipiert. Eine davon ist die nun publizierte Antirassismus-Strategie.

23 Maßnahmen wurden dazu im Bereich des Sports, der Kunst und Kultur sowie des öffentlichen Dienstes erarbeitet. Die Strategie entstand dabei unter systematischer Einbeziehung von österreichischen Selbstvertretungsorganisationen, Vereinen und Wissenschafter:innen. Die Erstellung dieser Antirassismus-Strategie geschah im Rahmen eines partizipativen Prozesses unter der Mitwirkung und aktiven Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Vertreter:innen der von Rassismus und anderen Diskriminierungen betroffenen Communitys unter der Federführung des KDA.

Die Maßnahmen sind für die Zuständigkeitsbereiche des Ressorts definiert und gliedern sich in insgesamt fünf Strategische Schwerpunkte:

– Diversitätsmanagement im Personalwesen

– Stärkung der Diversitätskompetenz,

– rassismuskritische und diversitätsfördernde Kommunikation

– Erhebung von Diversitätsdaten

– Förderung von Antirassismus und Diversität in Kunst und Kultur und Sport.

Vizekanzler Werner Kogler: „Um angemessene und zielführende Maßnahmen zu erarbeiten, war es uns sehr wichtig, Erfahrungen auf Zivilgesellschaftsebene in die Strategie einfließen zu lassen sowie die Herausforderungen, mit denen die Zielgruppen täglich konfrontiert sind, ernst zu nehmen.“

Rassismus tritt auf sehr unterschiedliche Art und Weise zu Tage: „Dabei machen die betroffenen Personen und Gruppen auch nicht immer die gleichen Erfahrungen. Trotzdem haben alle Ausprägungen von Rassismus etwas gemeinsam: Es handelt sich um Menschenrechtsverletzungen, die in Österreich nicht geduldet werden dürfen“, bekräftigt Kogler. Diese innovative Form der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Verwaltung ist daher für eine demokratische Gesellschaft zukunftsweisend.

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Freiheitliche Wirtschaft gegen Klimaideologie

Top-Ökologe Bernhard Seidel warnt vor Spiel mit der Angst

20. März 2024 (Presemitteilung der Freiheitlichen Wirtschaft via APA /OTS) – Die Freiheitliche Wirtschaft stellt sich entschieden gegen die einseitige Darstellung und Umsetzung der Klimapolitik, wie sie aktuell propagiert wird. Unabhängig davon, ob man den vom Menschen gemachten „Klimawandel“ glauben mag, sieht die FW die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema, insbesondere vor dem drohenden Hintergrund von Milliarden an Steuergeldern für Strafzahlungen auf Basis der Pariser Klimaverträge.

Der mehrfach ausgezeichnete und parteiunabhängige Top-Ökologe Dr. Bernhard Seidel äußerte sich dazu wie folgt: „Es ist dringend erforderlich, dass wir die ideologische Art und Weise, wie uns diese Klimatheorie vermittelt wird, endlich einmal kritisch hinterfragen. Da das dafür zuständige Ministerium von Ministerin Gewessler zudem keine Anstalten unternimmt, genaue ökologische Bewertungen der Faktenlage durchzuführen oder zu beauftragen und Befunde daraus auch anzuerkennen, erscheint eine transparente und umfassende Auseinandersetzung mit dem Klimathema umgehend erforderlich. Wir dürfen nicht zulassen, dass aus Übersee importierte modellbasierte Hypothesen als Grundlage für drastische politische Maßnahmen herangezogen werden. Es ist auch an der Zeit, dass wir hingegen alternative Lösungen für die Umwelt präsentieren, um damit die Lebensqualität unserer Bürger langfristig zu sichern.“

Beispielsweise wurden bei einer Veranstaltung des Club of Vienna in der Wiener Urania im Jahr 2023 beängstigende Szenarien präsentiert, die eine ‚unmittelbare Handlungsbereitschaft‘ forderten – es wurde regelrecht ‚Alarmstufe Rot‘ ausgerufen.

Dr. Bernhard Seidel hierzu: „Bei dieser Veranstaltung wurden grundlegende Informationen ausgelassen, die diese Risiko-Szenarien ad absurdum führen. Denn sofern überhaupt eine Eintrittswahrscheinlichkeit für ein zwingendes Schadensausmaß gegeben ist, kennt etwa die Verhaltensökologie unzählige Anpassungen in den natürlichen Lebensgemeinschaften an etwaige Temperaturveränderungen, während die menschliche Kulturevolution massenhaft auf Methoden zugreifen kann, um auf eine angekündigte durchschnittliche Erwärmung von 1,5 oder 2 Grad Celsius angemessen zu reagieren. Ich warne eindringlich vor diesem Spiel mit der Angst und betone, dass viele der gemachten Schreckensprognosen, wie etwa die totale Eisfreiheit der Arktis und der Anstieg des Meeresspiegels, bisher nicht eingetreten sind. Des Weiteren sind die ökologischen Konsequenzen des ‚Green-Deals‘ zu betrachten, da dieser gravierende Schäden an Umweltressourcen und dem Zusammenspiel von Atmosphäre und Biosphäre verursachen wird, sollten dazu keine Ausgleichsmaßnahmen im Ökosystem eingeplant werden und den assimilierenden Pflanzengesellschaften global gesehen deshalb große Mengen an CO2 fehlen würden.“

Der Generalsekretär der Freiheitlichen Wirtschaft, Reinhard Langthaler, erklärt: „Die Freiheitliche Wirtschaft sieht gute Chancen in Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten die drohenden Milliardenstrafen abzuwenden, indem man die ökologiefernen Grundlagen der Pariser Klimaverträge hinterfragt, die Umweltwissenschaften dabei ordentlich einbindet und alternativ dazu innovative Konzepte aus der angewandten Ökologie etwa zur Energiewende vorschlägt. Das ist viel wirkungsvoller, als mittels ‚Spiel mit der Klima-Angst‘ Menschen zu verunsichern und letztlich über Verrücktheiten wie den ‚Green Deal‘ die Umwelt in Europa zu zerstören und die Wirtschaft zu vertreiben.“

ethos.at ergänzt: Viel wichtiger als der Klimaschutz ist der Umweltschutz. Gerade heute gehen erschütternde Bilder von Bali um die Welt. Ein üblicher Weise sauberer Urlaubsstrand überflutet von Plastikmüll, der seinen Ausgang möglicher Weise aus dem Sauberen Europa genommen hat. Trotz verschärfter Regeln für den Export aus der EU entsorgt Klimamusterland Deutschalnd immer noch hunderttausende Tonnen Kunststoffabfälle in Asien, wo sie dann direkt oder indirekt ins Meer geschüttet werden, berichtet NationalGeographic.de Und: „Im Jahr 2022 gab es auf der Welt 62 Millionen Tonnen Elektro-Schrott. Das zeigt ein Bericht der UN. Die Anzahl des Elektro-Schrotts hat sich seit 2010 verdoppelt. Zu Elektro-Schrott zählen zum Beispiel Wasch-Maschinen, Smartphones oder auch Glühbirnen. Bis 2030 wird erwartet, dass sich der Elektro-Schrott auf bis zu 82 Millionen Tonnen steigern wird“, berichtet u.a. kleinezeitung.at (21.3.2024)

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Ein Tag im Belvedere

Belvedere 6 NIRI 1475

18. März 2024 – Jeder Besuch des Schloss Belvedere beginnt mit einer schönen Aussicht aus dem Prunksaal, über den Barockgarten auf das AKH in weiter Ferne. Nicht so weit entfernt, links im Blickfeld, steht der Stephansturm. In diesem Festsaal wurde am 15. Mai 1955 der Staatsvertrag unterzeichnet. (Bild 1 und 2)

Eugen von Savoyen, der wohl berühmteste Österreicher mit Migrationshintergrund (er wohnte 1683, nach seiner Ankunft in Wien, mittellos bei seinem Onkel, dem Spanischen Botschafter), erwarb 1694 die Grundstücke für seine späteren Residenzen (Stadtpalais, Vorstadtgarten und Landsitz). Das Schloss (Oberes Belvedere) wurde 1714 bis 1723 von Lucas von Hildebrandt errichtet.

Der durch seine Erfolge als General nicht nur hoch dekorierte, sondern auch hoch bezahlte Feldherr, legte damit ein Fundament, von dem bis heute der Wientourismus lebt; und einige gut bezahlte Museumsdirektorinnen und weniger gut bezahlte Aufseher.

Seit 2017 ist Stella Rollig Generaldirektorin – „General“ soll wohl nicht an den Gründer des Museums erinnern, sondern an die Vollmachten der Direktorin. So geht es auf ihr Konto, dass neben dem Haupteingang im Großen Gesellschaftszimmer 18 weiße Kästen wie eine Bühne, die niemand betreten darf, auf dem Fußboden aufgelegt wurden. Diese waren bereits 2022 als bulgarischer Beitrag auf der Biennale von Venedig zu bewundern. Genauer gesagt: Über diese konnte man sich schon auf der Biennale von Venedig wundern. (Bild 3)

Damit, und nur damit, wurden diese schmucklosen Kästen zu Kunstwerken veredelt. Dazu passend die literarischen Ergüsse der Museumspädagogen: „Für diese Arbeit zeichnete der Künstler mit Buntstift minutiös die übersehenen und nebensächlichen Spuren der Zeit: Staub, Haare, Abdrücke und Flecke (sic!). Ein ganzer Mikrokosmos, der in seiner Einfachheit die Fragen nach Wert, Vergänglichkeit und der Existenz der Dinge berührt.“ Damit noch nicht genug: „Für die verblüffend real wirkenden Zeichnungen bediente sich Michailov meisterhaft der Tradition des Trompe-l’œil“ (Anm: besonders plastische, quasi 3-dimensionale Darstellungen alter Meister).

Dazu passend das Bonmot von Karl Kraus: „Vor jedem Kunstgenuß stehe die Warnung: Das Publikum wird ersucht, die ausgestellten Gegenstände nur anzusehen, nicht zu begreifen.“

Michael Michailov, geboren 1978 in Bulgarien, lebt in Wien. Bulgarien ist bekannt für hochkarätige Tradition der Grafik bis in die Gegenwart. Berühmt wird man damit heute nicht mehr, sondern nur dann, wenn man möglichst gut versteckt, dass man Zeichnen kann. Dafür muss man Werke produzieren, in die man jede Assoziation hineinlegen kann; Werke, die den Betrachter nicht mit Inhalten ablenken, die man erlesen, oder mühsam herausholen muss. Intervention, Installation und Internationalismus (i hoch 3) sind die Codes, die das Werk „Dust to Dust“ zum Kunstwerk veredeln und adeln. Der Hochadel der Kunst (Kuratoren und Direktoren von Biennalen und Museen) hat einen neuen Star entdeckt. 

Im direkten Vergleich dazu wird das allegorische Deckenbild von Carlo Innocenzo Carlone und die barocke Architekturmalerei von Gaetano Fanti heutzutage oft als antiquiert bezeichnet, bestenfalls noch als Kunsthandwerk anerkannt. Unbefangene Besucher können sich eine eigene Meinung bilden. Die meisten Besucher sind aber nicht unbefangen, sondern gefangen von der Rhetorik der Moderne (Siehe auch: Manfred Stangl, Ästhetik der Ganzheit). Es lohnt sich, Reflexionen darüber anzustellen; vielleicht führen diese zu einer Erleuchtung, oder sie tragen zumindest zur Erhellung bei. (Bild 4)

Wenn goolge als Maßstab zählt, dann ist Gustav Klimts Kuss (Bild 5) heute doppelt so bekannt wie Prinz Eugens Schloss Belvedere. Aus Bekanntheit leiten viele – irrtümlich – Bedeutung ab. Die Bedeutung des „Kusses“ für die Anzahl der Besucher, die das Werk in das www hinaus tragen und somit für eine positive Museumsbilanz sorgen, steht außer Zweifel. Doch Bedeutung als kunsthistorischer Wert ist etwas anderes als der kommerzielle Erfolg!

Über das Werk an sich sagen Marktpreise nichts aus, auch wenn kommerzielle Aspekte die Kunstwelt der Gegenwart dominieren; dazu zählen Weltrekordpreise, Anzahl der Besucher einer Ausstellungen, Branding der Künstler, mit einem Wort: Marketing. Die wahren Aussagen über das Werk finden sich aber immer nur im Werk, nicht im Namen („Brand“) eines Künstlers. So zeigt die Mittelalter-Sammlung des Belvedere beachtliche Werke von Künstlern, die man namentlich nicht kennt. Ihre ursprüngliche Bedeutung erschließt sich wohl nicht mehr für jeden, doch kurz vor Ostern kann wohl jeder die Kreuzigung (Bild 6), das letzte Abendmahl (Bild 7) und die Pieta (Bild 8) erkennen. Was eine Ratte auf dem Teller des letzten Abendmahls bedeutet, darüber kann man nur spekulieren. Man könnte auch darüber spekulieren, ob es Bilder wie diese waren, die Franz Xaver Messerschmidt zu seinen Grimassen-Köpfen inspiriert haben (Bild 9)

Abschließende Reflexionen im goldenen Spiegelkabinett (Bild 10), einem Gesamtkunstwerk im Gesamtkunstwerk, führen auf die Spur der Fackel (Bild 11). Ob dieses Detail Karl Kraus, der in seiner Zeitschrift „Fackel“ Jahrzehnte lang gegen die Dummheit angeschrieben hat, bekannt war? Angesichts von tausenden Kunstwerken im Belvedere wohl eine Zufalls-Entdeckung. Wobei der schöne Satz gilt: zufällig ist alles, was fällig ist. 

P.S. Im übrigen bin ich der Meinung, dass die grafischen Spuren auf Pizzatellern, die vom kollektiven Hunger der Menschheit erzählen, ebenso wie vom individuellen Kampf tausender Besucher der Pizzeria Mafiosi, als Gesamtkunstwerk eher einen Platz in der Ausstellung des Schlosses Belvedere verdient hätten, als die lächerliche Kritzeleien von Michael Michailov. Immerhin ist der Erfinder der Eat Art, Daniel Spoerri, mit einem Werk im Belvedere vertreten. Wahre Grafikkunstwerke dieses Jahrhunderts, die man in elitären Museen vergeblich sucht, findet man u.a. auf der Webseite ino.net. 

Die graphische Sammlung von Prinz Eugen „bestand aus 290 prachtvollen Bänden mit Kupferstichen und 250 Kassetten mit Porträts, die Prinz Eugen 1717 für 80 Millionen Francs von der Pariser Verlegerdynastie Mariette erwarb, die sie seit Mitte des 17. Jahrhunderts zusammengetragen und nach Künstlern geordnet hatte. Zu Lebzeiten des Prinzen waren diese Bände Teil der Bibliotheca Eugeniana. Das Kupferstichkabinett der Albertina geht auf den Erwerb dieser Sammlung durch Karl VI. im Jahr 1738 zurück.“ (wikipedia.org)

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