BVG und Nationalrat in Theorie und Praxis

BoD Baustelle 800

(9. Februar 2024) „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.“ So lautet der Artikel 1 der Ö Verfassung B-VG. Vielleicht werden wir noch Zeiten erleben, in denen „Artikel 1“ zum Gruß aller Demokraten unseres Landes wird, so wie anno dazumal „Freundschaft“ als Gruß unter Genossen linker Parteien.

Das würde allerdings voraussetzen, dass sich die große Mehrheit unseres Landes mit ihrer Verfassung identifiziert, was mit der bestehenden Verfassung bei einem Volumen von 600 Seiten inklusive Sachregister ganz und gar unmöglich ist. Ein breit angelegter Verfassungskonvent, an dem sich alle Menschen des Landes beteiligen können, und am Ende eine schlanke Verfassung mit 50 Seiten steht, wäre die Voraussetzung für eine echte Demokratie, in der „Artikel 1“ zum täglichen Gruß wird. Aber das ist ein anderes Thema.

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Hier geht es um den Nationalrat und die Nationalratswahl. Was steht in der bestehenden Verfassung (Bundes-Verassungsgesetz B-VG) über die NR-Wahlen und was passiert tatsächlich? Wofür ist der Nationalrat laut B-VG zuständig und was macht er tatsächlich?

Es gibt drei große Legenden über Österreichs NR-Wahl:

1. Das Volk wählt bei NR-Wahl die Bundesregierung. (Typisch dafür die Fragestellung von Dieter Knoflach (25.9.24 auf FuF): „Wer soll das Recht haben, zu regieren?“

2. Die stärkste Partei hat den Anspruch auf das Amt des Bundeskanzlers

3. BP muss den Kanzler absegnen, den die stärkste Partei oder eine Parteien-Koalition vorschlägt.

Aktuell kursiert in politisch engagierten Gruppen die Kanzler-Kritik: Nehammer wurde gar nicht gewählt! Man muss dazu sagen: in Österreich wurde noch nie ein Kanzler gewählt. Mehr noch: trotz ihres Volumens (u.a. hunderte Kompetenzbestimmungen, wer für Gesetzgebung und wer für Durchführung oder beides zuständig ist) findet sich in unserer Verfassung nicht ein einziger Artikel, ja nicht einmal ein Absatz zur Klärung der Frage, wie, nach welchen Modalitäten eine Bundes-Regierung zu bilden ist. Das Stichwort „Regierungsbildung“ existiert nicht im Sachregister des BVG (Ausgabe 2014, Hg. Grabenwarter/Ohms). Lediglich der Begriff „Regierungsvorlagen“ scheint auf (Details siehe Artikel 41). Das Thema „Religion“ scheint im Vergleich dazu wesentlich wichtiger zu sein, es wird in 18 Artikeln geregelt und behandelt laut Sachregister neben „Religion“ allgemein noch insbesondere „Religionsbekenntnisse“, „Religionsfreiheit“, „Religionsausübung“, und „Religionsunterricht“.

Wenn nach der nächsten NR-Wahl voraussichtlich Herbert Kickl nach den gängigen politischen Ritualen unseres Landes „den Anspruch auf das Amt des Kanzlers erheben wird“, so macht er das, weil es Gewinner von Nationalratswahlen vor ihm auch so gemacht haben. Doch in der Verfassung gibt es dafür keine rechtliche Grundlage. Es gibt allerdings in der Verfassung auch kein Verbot für eine derartige Inszenierung.

Die Lektüre der Verfassung wirft bei kritischer, philosophischer Betrachtung folgende Fragen auf:

– Was steht in der Verfassung und warum?

– Welche Artikel wurden wann ergänzt und warum?

– Was steht nicht in der Verfassung und warum nicht?

Warum werden diese für einen autonomen Denker und souveränen Bürger dieses Landes selbstverständlichen Fragen weder von Verfassungsjuristen, noch von Rechtsdogmatikern beantwortet? Ganz einfach: weil diese Fragen von den Experten nicht gestellt werden.

In dieser rechtsphilosophischen Analyse geht es um eine zentrale Frage: Wird in der politischen Praxis der Artikel 1 – das Recht geht vom Volk aus – umgesetzt? Mein Urteil: Nein. Doch diese einfache und eindeutige Antwort allein reicht nicht aus, um die rechtlichen Grundlagen unserer österreichischen Demokratie und die Art und Weise ihrer parteipolitischen Umsetzung zu verstehen. Die Verfassung besteht natürlich nicht nur aus dem Artikel 1. Das komplette 2. Hauptstück von Artikel 24 bis Artikel 59b behandelt die Gesetzgebung des Bundes, betrifft also direkt den Nationalrat, sein Zustandekommen, seine Zuständigkeiten (Kompetenzen) und seine Organe.

Die erste Erwähnung der Wahlen im B-VG erfolgt bereits im Artikel 6. Hier der Artikel in voller Länge um einen Eindruck über Inhalt und Form unserer Verfassung zu vermitteln:

B-VG Artikel 6. (1) Für die Republik Österreich besteht eine einheitliche Staatsbürgerschaft.

(2) Jene Staatsbürger, die in einem Land den Hauptwohnsitz haben, sind dessen Landesbürger; die Landesgesetze können jedoch vorsehen, dass auch Staatsbürger, die in einem Land einen Wohnsitz, nicht aber den Hauptwohnsitz haben, dessen Landesbürger sind. [Anmerkung HTH: Das ist Verfassungsgesetzgebung für alle Eventualitäten. Keine klaren Aussagen wie in Artikel 1, sondern völlig überflüssige Erwägungen über mögliche Ausnahmen; die Ausnahmen und Eventualitäten werden so zur Regel der Verfassung.]

(3) Der Hauptwohnsitz einer Person ist dort begründet, wo sie sich in der erweislichen oder aus den Umständen hervorgehenden Absicht niedergelassen hat, hier den Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen zu schaffen; trifft diese sachliche Voraussetzung bei einer Gesamtbetrachtung der beruflichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebensbeziehungen einer Person auf mehrere Wohnsitze zu, so hat sie jenen als Hauptwohnsitz zu bezeichnen, zu dem sie das überwiegende Naheverhältnis hat.

(4) In den Angelegenheiten der Durchführung der Wahl des Bundespräsidenten, von Wahlen zu den allgemeinen Vertretungskörpern und zum Europäischen Parlament, der Wahl des Bürgermeisters durch die zur Wahl des Gemeinderates Berechtigten, in den Angelegenheiten der Durchführung von Volksbegehren, Volksabstimmungen und Volksbefragungen auf Grund der Bundesverfassung oder einer Landesverfassung sowie in den Angelegenheiten der unmittelbaren Mitwirkung der zum Gemeinderat Wahlberechtigten an der Besorgung der Angelegenheiten des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinde gelten für die Dauer einer Festnahme oder Anhaltung im Sinne des Bundesverfassungsgesetzes über den Schutz der persönlichen Freiheit, BGBl. Nr. 684/1988, die letzten, außerhalb des Ortes einer Festnahme oder Anhaltung gelegenen Wohnsitze und der letzte, außerhalb des Ortes einer Festnahme oder Anhaltung gelegene Hauptwohnsitz vor der Festnahme oder Anhaltung als Wohnsitze beziehungsweise Hauptwohnsitz der festgenommenen oder angehaltenen Person.

Kurzfassung der wesentlichen Aussage des Absatzes (4):

In den Angelegenheiten der Durchführung [aller] Wahl[en] …

gelten für die Dauer einer Festnahme oder Anhaltung …

die letzten Wohnsitze als … Hauptwohnsitz der festgenommenen oder angehaltenen Person.

Hier kommt sehr gut das Wesen unserer Verfassung zum Ausdruck: das B-VG beschäftigt sich nur selten mit Grundsätzen, sondern verliert sich in Details, Eventualitäten und Randthemen. Artikel 6 Absatz (4) betrifft derzeit rund 10.000 Menschen, von denen etwa 5.000 Ö. Staatsbürger und somit wahlberechtigt sind. Dagegen wird die wachsende Zahl demenzkranker Menschen nicht in der Verfassung und in keiner Wahlordnung des Landes erwähnt. Die Frage ist nicht nebensächlich: Wie lange kann ein Demenzkranker noch seinen eigenen Willen bei einer Wahl zum Ausdruck bringen? Da geht es um derzeit 130.000 Menschen (Tendenz steigend!) mit Potenzial für unglaubliche Manipulationen.

Wenn man über die Ö. Verfassung redet, muss man immer wieder die Frage stellen: was ist vom vielgerühmten Autor der Verfassung, Hans Kelsen, noch übrig, und was ist davon noch brauchbar? Der Absatz 4 in der zitierten Fassung stammt aus dem Jahr 2013 (Regierung Faymann I). Der Absatz 4 in der ursprünglichen Fassung 1929 hatte einen völlig anderen Inhalt: „Ein Ausländer erwirbt durch Antritt eines öffentlichen Lehramtes an einer inländischen Hochschule die Landesbürgerschaft jenes Landes, in welchem die Lehranstalt gelegen ist, und gleichzeitig das Heimatrecht an seinem Amtsorte.“

Anmerkung am Rande: auf der Seite verfassungen.at findet man die Originalfassung des B-VG aus dem Jahr 1929. Die Originalversion ist in schwarzer Schrift, die Ergänzungen und Änderungen in roter Schrift. Der rote Teil beträgt rund drei Viertel des Textes. Die gesamte Verfassung in der aktuellen Fassung ist auf den Bundesservern unter ris.bka.gv.at abrufbar; und der komplette Inhalt des Zweiten Hauptstücks in einem eigenen Artikel auf ethos.at

Nun zum Zweiten Hauptstück von Artikel 24 bis Artikel 59b über die Gesetzgebung des Bundes. Es umfasst sechs Kapitel (vollständig auf ethos.at).

A. Nationalrat

B. Bundesrat

C. Bundesversammlung

D. Der Weg der Bundesgesetzgebung

E. Mitwirkung des Nationalrates und des Bundesrates an der Vollziehung des Bundes

F. Stellung der Mitglieder des Nationalrates und des Bundesrates

Hier eine detaillierte rechtsphilosophische Analyse und Kritik von A, D, E und F.

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Challenge: 1 Monat ethos.at

Raphi Edelbauer FB 2024 02 08

Aufgrund des folgenden denkwürdigen FB-Eintrags der Erfolgsautorin Raphaela Edelbauer (rund ein Dutzend Auszeichnungen seit 2017) ruft ethos.at zu folgender CHALLENGE auf: 

Empfehlung: reduziere deinen Online-Konsum 1 Monat auf https://ethos.at und berichte dann über die Wirkung! Sapere aude!

von Raphi Edelbauer via facebook

8. Februar 2024 – (Symbolbild) Meine Konzentrationsspanne hat in den letzten Jahren nachgelassen. Ich beobachte beunruhigt, wie ich während des Anschauens eines Youtube Videos die Kommentare lese, während des Fernsehens das Handy nehme oder beim Essen auf Unterhaltung angewiesen bin – Stimulation während der Stimulation quasi.

 

Seit Kurzem konfrontiere ich mich verstärkt damit, dass die TikTokisierung des Internets mich verdummt – dass YouTube sich in Shorts verwandelt, Instagram in Reels, Facebook in Videos. Dass Algorithmen, die uns mit 10 Sekunden langen Kontextwechseln in endlose Scrolling-Loops verwickeln, die Aufmerksamkeitsspanne und eine Art Zwang zum Multitasking verwenden, um immer seichter werdende Inhalte zu vermarkten.

Der Gedanke, der mich dabei beschäftigt ist vor allem der: Ich sehe mich in gewisser Weise als Athletin und bin sehr vorsichtig dabei, welche Dinge ich in meinen Körper stecke. Nur weil ich eine Werbung für Marlboro und Jameson Whiskey sehe, nur weil diese Dinge gerade da sind, konsumiere ich sie nicht automatisch. Gleichzeitig aber mute ich als eine Person, die existenziell als Autorin und Geistesarbeiterin auf ihre Fähigkeit zur Konzentration angewiesen ist, meinem Hirn beliebige Mengen Müll und sinnloser Informationen zu. Passt das zusammen? 

Ich bin eigentlich sehr technikoptimistisch und liebe es mit neuen Gadgets zu spielen. Aber dass ich damit kämpfe, mir Zeit zu nehmen 30 Minuten am Tag aus Muße zu lesen, aber die vierfache Zeit auf Insta und Netflix verdodel, passt irgendwie nicht zusammen. Mehr noch – ich empfinde es sogar so, als hätte ich keine Zeit. Damit bin ich sicher nicht allein. Die Leute tun fürbaß erstaunt, dass ich täglich 90 Minuten trainiere, haben aber eine Screentime von guten vier Stunden.

Ich will keine Moralkeule schwingen, sondern diese Ansätze nur als unabgeschlossenen Gedanken präsentieren – als etwas, das mich gerade beschäftigt. Bussis!

SIEHE AUCH: Raphaela Edelbauer am 20.6.2017 im Kunstraum

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Aufruf zur Unabhängigkeit von Ö1

IG Autorinnen Autoren bitten um die Unterstützung des beiliegenden Aufrufs!

Es genügt die Angabe des Namens, einer Berufs- oder Funktionsbezeichnung und einer Ortsangabe per Retourmail an: g.ruiss@literaturhaus.at.

Gchäftsführer IG Autorinnen Autoren

Aufruf / Erklärung

Für die Aufrechterhaltung der Eigenständigkeit von Ö1 + Für den Ausbau des Bildungs- und Kulturauftrags in allen ORF-Programmen + Für einen ORF mit Zukunft

Für Kunst und Kultur ist in den meisten Sendern des ORF nur wenig Platz. Ausgenommen Ö1. Ö1 war und ist bis heute der erfolgreichste Kultursender Europas. Nun soll die personelle, budgetäre und redaktionelle Eigenständigkeit von Ö1 in ORF-Ressort-Clustern aufgehen.

Die Ö1-Kultur und Ö1-Wissenschaft usw. zu clustern, ist der Todesstoß für Ö1. Es macht Ö1 zu einer Abspielstation für Kultur- und Wissenschaftsprogramme, die genauso da wie dort gespielt werden können und dazu entsprechend abgeflacht werden müssen. Ö1 verliert damit, was es heute ausmacht, Vertiefung, Verdichtung, Aufbereitung auf höchstem Anspruchsniveau. Genau das hat Ö1 zum erfolgreichsten Kultursender Europas gemacht.

Wir sprechen uns mit allem Nachdruck gegen die Pläne aus, Ö1 zu clustern.

Wir wenden uns genauso gegen alle Pläne, die Eigenständigkeit und den Auftrag des ORF zu beschneiden. Es kann ebenso auf Ö1 als eigenständigen Kultursender innerhalb des ORF nicht verzichtet werden wie auf den ORF als von der Politik unabhängiges öffentlich-rechtliches Medium mit einem umfassenden Informations-, Wissenschafts-, Kunst- und Kultur-, Unterhaltungs-, Sport- und Kinder-Programmangebot.

Der ORF braucht die Kunst und Kultur und Kunst und Kultur brauchen den ORF. Das gilt auch für seine Sparten- und regionalen Programme. Wir nehmen keinerlei Redimensionierungen des Kultursenders Ö1, des Kulturauftrags des ORF und der öffentlich-rechtlichen Aufgaben des ORF hin. Wir lehnen das zum wiederholten Mal ins Spiel gebrachte politische Vorhaben, den ORF auf „Kernaufgaben“ zu reduzieren und staatlich zu finanzieren, als staatliches Gängelungsmodell ab.

Wir treten für einen starken eigenständigen Kultursender Ö1 ein, für die Stärkung des Bildungs- und Kulturauftrags und der Kunst und Kultur in allen Programmen des ORF und für einen unabhängigen selbständigen ORF.

Unterstützungs-Erklärung HTH mit PS

S.g. Herr Ruiss,

ich unterstütze den Aufruf!

Mag. Hubert Thurnhofer, Chefredakteur ethos.at, 8665 Langenwang

P.S. Es ist erfreulich, das Ö1 im ORF-Imperium immer noch Themen anbietet, die sonst untergehen. Doch auch Ö1 berichtet vorwiegend über Mainstream-Themen und Mainstream Kultur-Träger (Theater, Musik, Verlage). So wurde von Ö1 ein Bericht über das Buch „Baustelle Parlament“ – das EINZIGE Buch zum 100-Jahr-Jubiläum der Ö Verfassung – abgelehnt, weil es bei BoD erschienen ist. Begründung: „Bücher aus Selbstverlagen werden nicht behandelt.“ Kritische Berichterstattung beginnt bei der AUSWAHL der Themen! Die fehlende Bereitschaft, sich überhaupt mit einem Thema zu beschäftigen, dessen Autor (bei Sachbuch) nicht UNI-Prof oder dessen Verlag nicht Surhkamp &Co ist, WIDERSPRICHT dem Kulturauftrag. Sogar auf der Frankfurter Buchmesse gibt es bereits eine eigene Halle für Selfpublishing!

P.P.S ethos.at ist das einzige Onlinemagazin, das dem BUCH eine eigene Rubrik widmet. Bislang ohne einen Cent öffentlicher Förderungen und unter systematischer Ignoranz des ORF mangels „Öffentlichkeitswirksamkeit“ – bis hin zu Ö1.

Siehe auch DerStandard.at (2.4.2024): „Ehemalige Ö1-Chefs und Kulturschaffende fürchten „Zerstörung“ des Senders. Geplante – vor allem organisatorische – Veränderungen kämen „einer Auflösung der Identität von Ö1 gleich“.

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culture:hacks in Linz

book souly side up

(Mitteilung der cucocu.com GmbH) – Am 2. und 3. Mai 2024 steht der Linzer Posthof ganz im Zeichen des 24butterfly Corporate Karisma Festivals, einer „etwas anderen“ Business-Konferenz rund um das Thema „Unternehmenskultur“. Am 4. Mai 2024 findet dann die Veranstaltung ihre Fortsetzung in Form eines „Community Days“ in der Tabakfabrik Linz.

Als Co-Veranstalter unterstützen die Initiative Ministerium für Neugier und Zukunftslust (www.neugierundzukunftslust.at) und Die Fabrikanten (www.fabrikanten.com). Die oberösterreichische Energie AG bringt sich mit einer „Innovation Culture Toolbox“ ein.

Das Festival 2024 läuft unter dem Titel „culture:hacks“: „Darunter verstehen wir kleine, mutige – zum Teil subversive – Interventionen ins Bestehende, die gelebte Unternehmenskultur für Transformation öffnen. Altes aufbrechen und Neues zulassen“, so Ernst Demmel, Initiator der Veranstaltung. Ziel ist es, Inspirationen zu liefern und Ansätze zu erarbeiten, wie eine lebendige, werte-orientierte und motivierende Zusammenarbeit in Betrieben funktionieren kann. Dafür werden Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung mit kreativen und künstlerischen Strategien zusammengeführt, was die Veranstaltung im D/A/CH-Raum einzigartig macht.

Schon im Mai 2022, bei der ersten Ausgabe des Festivals, trafen sich Geschäftsführer:innen, Personalverantwortliche und Berater:innen aus dem gesamten deutschen Sprachraum in Linz, um sich über strategische Kulturentwicklung in Unternehmen und Organisationen zu informieren und auszutauschen. Ein Ergebnis war das Buch „Souly Side Up – Wie Unternehmen ihrer Kultur mehr Leben einhauchen“ (erschienen bei cucocu.com; ISBN: 3-9519740-0-1).

2024 sind es nun über 50 Akteur:innen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die in mehr als 40 Programmbeiträgen – Keynotes, Bühnengespräche, Workshops, mehrere Specials sowie eine Ausstellung – das Thema „Transformation“ in den Fokus rücken. Für die Realisierung haben sich 28 Partner:innen gefunden.

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Leistungsprinzip á la Pierer

Pierer KTM SN

Die Weltanschauung eines Kapitalisten der alten Schule

Update 18. Dezember 2024 – „KTM ist pleite, trotzdem kauft Gruppe um Pierer Rosenbauer – geht das denn? Stefan Pierer bahnte den Rosenbauer-Deal mit seinen Geschäftspartnern im Sommer an – in einer Zeit, in der es KTM nicht mehr gut ging. Zumindest juristisch ist das aber völlig legitim“, berichtet derStandard.at (18.12.24)

Update 11. Dezember 2024 – Stefan Pierer, Trend Mann des Jahres 2014, muss zehn Jahre später Insolfenz seiner KTM anmelden. KleineZeitung.at (29.11.24) berichtet. Kommentar ethos.AT: Von Pleite zu Pleite, Amen. Randbemerkung: sein Spielzeugauto hätte er sich und uns ersparen können. Über die neuesten Erkenntnisse berichtet derStandard.at (11.12.2024) KTM schuldet dem Finanzamt und der ÖGK mehr als 30 Millionen Euro

5. Februar 2024 – Unternehmer wie Hans Peter Haselsteiner und Stefan Pierer haben aus mäßig erfolgreichen Mittelbetrieben erfolgreiche Großkonzerne errichtet, die nachhaltig wirtschaften. Sie können auf ihre Leistungen stolz sein. Auch Rene Benko wurde als Gründer eines Immobilien-Konzerns gefeiert. Sein Kartenhaus ist zu Jahresbeginn zusammengebrochen, und viele Menschen fragen sich: was war seine Leistung, mehr noch: was waren die Leistungen seiner hoch bezahlten, renommierten Beiräte?

Haselsteiner und Pierer leben in einer Welt, in der Leistung gemessen wird am industriellen Output: Autos, Motorräder, Häuser, Straßen. Das ist die Welt, die im Kapitalismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden ist und bis in die Ära des Kapitalismus zu Beginn des 21. Jahrhunderts überlebt hat – als Minderheitenprogramm.

Der Kapitalismus 21 wird dominiert von Moneymakern Blackrock, Vaguard, Microsoft, Google, Facebook & Co, in dem die Vermehrung von Geld durch Geld (und allenfalls noch Software und Dienstleistungen) die Spielregeln beherrschen. So funktionierte auch das Kartenhaus, das Rene Benko errichtet hat: er kaufte viele Immobilien, deren Betreiber konkursreif war. Die erste Geschäftstätigkeit nach Übernahme war dann die Aufwertung der Objekte in der Bilanz – auch so kann man Geld schöpfen und den Aktionären liefern, was alleiniger Zweck ihres Investments ist: die Dividende.

In einem Interview mit Salzburger Nachrichten SN (1.2.2024) outet sich Pierer, der nicht nur KTM aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat, sondern über die Pierer Industrie AG Anteile an Produktionsbetrieben mit insgesamt 11.000 Mitarbeitern hält, sowie Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreichs ist: „Ich habe nie für die ÖVP gespendet. Ich hatte 2017 den Glauben, dass der junge Sebastian Kurz eine Wende in die richtige Richtung schaffen könnte. Deshalb habe ich ihn finanziell unterstützt. Aber das hat, wie wir alle wissen, nicht funktioniert.“

Dafür erhielten die Unternehmen von Pierer elf Millionen. Pierer erläutert (vorsicht doppeldeutig): „Der Betrag war kein Covid-Zuschuss, sondern die gesetzte Kurz-Arbeitsunterstützung im ersten Halbjahr 2020. Nachdem es uns gelungen ist, im zweiten Halbjahr trotz globaler Lockddowns ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zu verzeichnen, haben wir unseren Mitarbeitern dies in Form einer steuerfreien Covid-Prämie (3000 Euro pro Mitarbveiter) ausbezahlt.“

So großzügig verteilt der Konzernboss Geld, wenn dieses vom Staat kommt. Stellt der Staat aber Forderungen in Form von Vermögenssteuern, dann hat Pierer kein Verständnis dafür: „In Wahrheit ist es ein Nebenschauplatz, der aber einer fatalen Logik folgt. In Europa hat sich der Glaube an einen Wohlstand ohne Leistung festgesetzt. Das kann aber nicht funktionieren. Und jetzt will man jene, die etwas leisten, noch mehr belasten. Dabei gab es gute Gründe, warum ausgerechnet ein Sozialdemokrat die Vermögenssteuer in den 1990er Jahren abgeschafft hat. Der Aufwand für die Einhebung ist enorm, und die daraus zu schöpfenden Einnahmen sind gering.“

Wenn über Erbschaftssteuer lediglich nachgedacht wird, dann kann Pierer „nur den Kopf schütteln“. Der damalige Finanzminister Lacina erklärt – zur Unterstützung des neuen SPÖ-Obmanns Babler – mittlerweile, dass er heute wieder für die Einführung von Vermögenssteuern ist. Dass ausgerechnet die Vermögenssteuer, die ja nur wenige Österreicher betrifft, einen größeren Aufwand verursachen soll, als die Einhebung der Lohnsteuer, erscheint nicht besonders plausibel. Aber das ist ein anderes Thema. Hier geht es um die Frage: Was ist Leistung?

Im Imperium Pierers – wohl gemerkt abgesehen von einer Dachgesellschaft durchwegs erfolgreiche Industriebetriebe, die gemäß hoher Umweltauflagen sicher auch nachhaltig produzieren – ist Leistung natürlich die Arbeitsleistung seiner Mitarbeiter, von den Arbeitern, bis zu den Konstrukteuren, von den Buchhaltern bis zu den Managern. Wer in dem Räderwerk nicht funktioniert, fliegt raus. Diese Methode hat – zur Enttäuschung des Unternehmers – bei Kurz offenbar „nicht funktioniert“! Leistung ist die Produktion von Fahrzeugen, ihr Verkauf und am Ende des Prozesskette eine Rendite für die Eigentümer. Gewerkschafter und Kollektivverträge sorgen dafür, dass die Arbeiter und Angestellten in diesem Räderwerk ihren fairen Anteil erhalten.

Die Welt der Leistungsträger in Pierers Imperium scheint in Ordnung zu sein. Allerdings ist diese Welt nur noch ein marginaler Bereich aller Leistungsträger, die aus Sicht Pierers wohl als „unproduktiv“ zu bezeichnen sind. Das beginnt bei den Reinigungskräften, Sozial-, Pflege- und Gesundheitsdienern bis hin zu den Lieferandos dieser Welt, die alle mit Niedrigslöhnen abgespeist werden. Auf der anderen Seite der Dienstleister stehen die Finanzjongleure. Exemplarisch dafür die Schlagzeile: „Hedgefonds-Manager hat mit Corona-Crash 2,6 Milliarden Dollar eingestrichen. Bill Ackman gehört zu den aggressivsten Investoren weltweit. Er hat früh auf einen Börsenabsturz gewettet – und damit viel Geld gemacht“ spiegeld.de (26.3.2020)

In dieser Welt ist alles eine Leistung, was bezahlt wird. Was gut bezahlt wird, ist eine gute Leistung, was schlecht bezahlt wird eine schlechte Leistung. In letzter Konsequenz gilt: Was gar nicht bezahlt wird, ist gar keine Leistung. Das ist Pierers Welt, und diese Welt ist antiquiert. Nicht deshalb, weil die Industrie 2023 von den Klimapolitikern Europas in eine massive Rezession getrieben wurde, sondern deshalb, weil die Realität des 21. Jahrhundert längst eine andere ist.

In der Realität von gestern, die freilich bis heute nachwirkt, gilt: Ein Buch im Urlaub zu lesen ist keine Leistung, das gleiche Buch zu lesen um es als Professor mit Studenten zu diskutieren, ist eine Leistung. Die eigenen, betagten Eltern zu pflegen ist keine Leistung, diese Menschen ins Altenheim abzuschieben und dort pflegen zu lassen – das ist eine Leistung. ethos.at zu publizieren ist keine Leistung, ein „Kaufhaus Österreich“ im Internet zu lancieren und dafür Millionen Euro zu versenken – das ist wahrlich eine Leistung!

Diese paar Beispiele sollten ausreichen, um verständlich zu machen, dass der Leistungsbegriff neu gedacht werden muss, wenn man der Spaltung der Gesellschaft nicht weiter tatenlos zuschauen will. Dazu gehört aber auch, dass der von Unternehmern gern verteufelte Begriff der Umverteilung – die ja von Unternehmern nicht nur geduldet, sondern im Rahmen gewerkschaftlicher Auseinandersetzungen auch mitgetragen wird – neu gedacht werden muss. Denn Umverteilung kann nicht länger in geschlossenen Kreisläufen von KV-Verhandlungen oder gar eines Industriekonzerns verwirklicht werden, wenn bereits eine große Mehrheit der Menschen außerhalb dieser Kreisläufe mehr schlecht als recht existiert. Sehr viele Menschen haben aufgrund dieser Entwicklung auch keine gewerkschaftliche Vertretung mehr. In Folge dessen fallen immer mehr Menschen ins Präkariat (Stichwort Ich-AG) und finden keine Interessens-Vertreter mehr – weder in den Arbeiterkammern noch in den Wirtschaftskammern.

So kommt es, dass Pierer mit seiner Weltanschauung zwar Unterstützung bei Vertretern der Gewerkschaften findet, aber die Realität 2024 in ihrer gesamten Bandbreite offenbar nicht verstehen will: „Tatsächlich zeigt eine aktuelle EZB-Studie, dass die Vermögensungleichheit in Österreich seit 2011 gesunken ist.“ Der Zeitgeist diese Jahrhunderts manifestiert sich in Studien, mit denen man alles, sowie das jeweilige Gegenteil davon, beweisen kann. Wo Argumente fehlen, da muss eine Studie her. So folgt in Pierers Logik: „Was würde passieren, wenn eine solche [Vermögens-]Steuer kommt? Geld ist unglaublich flüchtig und sehr schnell transferierbar. Das wäre eine strategische Deindustrialisierung. Jobs würden zerstört, Investitionen zurückgefahren und Vermögen verlagert.“

Hier spricht der Held einer Tragödie. Pierer als Investor wendet sich gegen die Interessen von Pierer als Industrieller. Dem König der Industriellen fällt nichts besseres ein, als die primitivsten Phrasen der Finanzindustrie zu repetieren. Pierer weiß ohne Zweifel, dass nur ein minimaler Betrag der Geldmenge, die im Sekundentakt über die weltweiten Finanzterminals läuft, bei den Industrieunternehmen als Aktienanteil oder als Kreditfinanzierung landet. Mindestens 90 Prozent des Geldumlaufes dient der Produktion von Gewinnen aus Geldprodukten mit schönen Namen wie „Securities“, „Zertifikate“. Das ist marxistisch formuliert die Produktion von Kapital durch Kapital (ohne Umweg über die antiquierte Industrie-Produktion). 90 Prozent der weltweiten Geldmenge wird permanent transferiert, weil sich die „Manager“ dieser Geldmengen irgendwo für die nächsten paar Stunden oder Tage ein paar Promille höhere Rendite erwarten. So funktioniert die Finanzindustrie. Die Automobilindustrie lässt sich grundsätzlich nicht in dem Tempo nicht von A nach B und von B nach C und bei Bedarf wieder zurück nach A verlegen.

Der Unterschied zwischen einem Industrie- und einem Finanz-Investment liegt im Gewinn. Nicht in der Höhe des Gewinns, sondern in der Bedeutung des Gewinns. Für den Industriellen ist der Gewinn das „Abfallprodukt“ am Ende der Produktionskette; das was abällt, wenn man gut geplant und organisiert, entschieden und umgesetzt hat. Konservative Kapitalisten vertreten sogar den Standpunkt, sie müssten einen großen Teil der Gewinne reinvestieren. Das bedeutet (im Idealfall, der in Eigentümer geführten Unternehmen immer noch Realität ist) Investitionen für Innovationen, effizientere Maschinen, Umweltschutzmaßnahmen und letztlich auch bessere Arbeitsbedingungen . Für Investoren dagegen ist der Gewinn der einzige Zweck, die conditio sine qua non ihrer Geschäftstätigkeit. So hat sich der Finanzkapitalismus in den vergangen drei Jahrzehnten immer weiter von den Interessen der Industrie entfernt hat. Die Irrealwirtschaft der Finanz-Investoren hat mit der Realwirtschaft der Industriellen nichts zu tun; und zwar prinzipiell nicht, auch wenn sich Real- und Irreal-Wirtschaft in manchen Bereichen tangieren.

Für Pierer gilt: „zwei Seelen leben ach in meiner Brust“. Als Investor ist Pierer im internationalen Vergleich eine kleine Nummer. Als Industrieller ist Pierer in Österreich ein Big Player. Möge er seine Entscheidungen künftig stärker an den Interessen Österreichs, als an den Interessen der Finanzindustrie ausrichten. Das allerdings setzt die Erkenntnis voraus, dass die Interessen Österreichs schon lange nicht mehr von Kurz & Co vertreten werden.

Ergänzung 21. März 2024 – „Der Stellenabbau beim oberösterreichischen Motorradhersteller KTM in Mattighofen fällt größer aus als ursprünglich erwartet. Zur angekündigten Streichung von 300 Posten in der Fertigung komme die Reduktion um 120 Jobs in der 850 Angestellte zählenden KTM Forschungs- und Entwicklungs GmbH“, berichtet ORF.at (21.3.24)

Ergänzung 26. März 2024 – „Unternehmer Stefan Pierer hat laut Recherchen von ZIB2 und „Standard“ rund um eine Lebensversicherung in Liechtenstein Millionen Euro an Steuern nachzahlen müssen. Die Steuerangelegenheiten des ÖVP-Großspenders waren vor allem vor der Nationalratswahl 2017 kontrovers diskutiert worden. Pierer hat laut den Medienberichten 2017 eine Selbstanzeige erstattet“, berichtet ORF.at (26.3.24)

SIEHE AUCH:

– Die finanzindustrielle Revolution (thurnhofer.cc 2016)

– Leistung ist kein Maßstab (thurnhofer.cc 2015)

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#IchMachNichtMehrMit

GGI Twitter 2024 02 02

2. Feburar 2024 – Mit dem Hashtag #IchMachNichtMehrMit hat die GGI – Grüne für Grundrechte & Informationsfreiheit @GGIund2G eine Initiative auf TWITTER gestartet. (Ja, auf twitter, denn so ist immer noch der Name der Domain, wo man bis heute twittern kann, nicht aber ixeln.)

Wir können unsere Energie damit verschwenden, den Politikern zu sagen, sie sollen es besser machen. Oder wir investieren unsere Energie, um es selbst besser zu machen. Was meint ihr? Ergänzung: Wie wollen wir leben? Wie kommen wir dort hin? #IchMachNichtMehrMit

ethos.at antwortet: Dann müssen wir bei den Wurzeln beginnen. Das wäre aus meiner Sicht eine radikal neue Verfassung für Österreich. Details https://ethos.at/ideenreich/politik/797-baustelle-parlament-und-verfassungs-reform

zur Nachahmung anzubefehlen @_raimund: Nachbarschaftsportale könnten bei der Dezentralisierung mithelfen. Unter anderem. + Reply GGI: Ja. Und Vereinsstrukturen. Innerhalb von Vereinen kann man sich einige Rechtsräume selbst gestalten. Die Dezentralität ist essenziell.

Querdenker im besten Sinn @ichmachnixmit: Kleinteilige Strukturen. Bürgerbeteiligung. Bürgerversammlungen. Jeder darf mitreden. Keine Parteistruktur, in der der am weitesten kommt, der die besten Freunde, besten Ellbogen und elegantesten Wendehals hat. Ehrlichkeit.

Mona bellt @MonaBellt: Auf jeden Fall OHNE PARTEIEN!

H.S. @H_PunktS_Punkt: In dem uns der grüne Schwachsinn in Ruhe lässt.

Philipp Ott @PhilippOtt1968: Fein, doch man muß diese linke EU-ZK-Einheitsbreipartei SPÖVPGRÜNINNEOS und ihre Politik aktiv mit einem X woanders abwählen! Sonst setzen sie noch mehr Steuern Abgaben Zwangsmaßnahmen mit der Flex um und noch mehr Leute verarmen. Der Exekutor kommt dann mit staatlicher Gewalt.

Man kann vieles selbst besser machen. Doch nochmal, das Individuum kommt nicht gegen den Staat an und dessen legale Gewalt an, wenn es etwas tut, was dem Staat (und bei uns ist das die linke EU-Mehrheitspolitik) nicht passt. Und da reden wir nicht von Kriminell/Verbrecher sein.

Diese linke Politik mischt sich überall ein. Dazu sollten die Leute lernen Nein zu sagen und ihr Obrigkeitsdenken ablegen! Jedes Gesetz beschneidet Freiheit und das muss hinterfragt werden! Wir brauchen ein unblutiges 1776, einen Unabhängigkeitstag, und Ende von PolitikHERRSCHAFT!

alexandra bader @cw_alexandra: Bislang wollte niemand wirklich wissen, warum es so ist, wie es ist. Das ist aber die Voraussetzung für Veränderung. + Reply ethos.at: WOLLTE niemand wissen, aber es KONNTE jeder wissen.

qua justo @JustoQua: Die derzeitigen Demokratien sind abgedriftet in gesellschaftlich verwahrloste Feudalstrukturen in denen der Einzelne durch Ohnmacht, Resignation und Gemütlichkeit seine Rechte und Pflichten nicht mehr wahr nimmt.

Libertas @Liberta28705348: Man müsste wieder diskutieren was darf Politik und wann greift sie zu viel ein. Die Institutionen entpolitisieren aber erhalten. Sie haben alle ihren Zweck wenn gewährleistet ist, dass sie unabhängig arbeiten können. Selbst ein ORF ist in seiner ursprünglichen Aufgabe wichtig. + Reply ethos: Das geht nur, wenn wir unsere Demokratie auf ein neues Fundament stellen: eine neue Verfassung. Die bestehende Verfassung schreibt die Verfilzung geradezu vor! ++ Libertas: Das stelle ich mir nicht so einfach vor und das werden sich die „Altparteien“ wohl nicht gefallen lassen. Aber ja, auch hier sind Anpassungen wohl notwendig. +++ ethos: „Anpassungen“? Du siehst wohl die Notwendigkeit radikaler Veränderung, aber an die Möglichkeit der Veränderung glaubst du nicht. DARUM ist das System wie es ist. ++++Libertas: Die radikalen Veränderungen fordern doch Sie? Ich stelle mir es eben nicht einfach vor aber freue mich auf mehr Lösungsvorschläge Ihrerseits. +++++ethos.at: Die Grundlagen dafür habe ich geschaffen: Baustelle Parlament. Jetzt würden wir nur noch die Mittel brauchen. z.B. 10 Mille, die die sog. „Bildungsakademien“ der Parteien kassieren. Jährlich! 50% davon und ich garantiere einen erfolgreichen österreichweiten Verfassungsdiskurs!

SelberDenker @zweitkto: Man wird uns wohl erst in einen großen Krieg stürzen. Was danach kommt, weiß kein Mensch. Überstehen werden es eher die Reichen und Superreichen. + Reply ethos.at: Der „große Krieg“ ist schon da. Was dann kommt kannst du seit 11.3.2020 täglich in der Zeitung lesen: Gleichschaltung der Medien und Wissenschaft + Verböldung der Menschen durch Regierungspropaganda.

Nox @NoxNightshade: Wenn wir die Regierung nicht brauchen, kann die doch als erstes weg.. danach ein kleines Amt das die Volksentscheide umsetzt. Wie’s dann weitergeht, wird sich zeigen; bin ja nicht Insa.

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KI Künstliche Intelligenz 2024

Ethikrat DE KI AI

Mai 2025: Buch des Monats: Sepp Hochreiter, Was kann künstliche Intelligenz?

25. Jänner 2024 – ChatGPT war – wie der heute übliche Superlativ lautet – „Gamechanger 2023“ im Bereich der Künstlichen Intelligenz KI (= Artificial Intelligence AI). ethos.at berichtete kritisch, siehe u.a.

+ Die Grenzen der Künstlichen Intelligenz

+ IT-Welt und KI-Wahn, von René Pfeiffer

+ KI-Empfehlungen des Deutschen Ethikrates

+ Zeitplan des AI Act

In diesem Beitrag sammelt ethos.at Artikel über Versprechungen oder Drohungen der KI 2024.

Transparenz ist eine wichtige Voraussetzung der Demokratie. Das bedeutet aber nicht: gläserner Bürger, sondern Offenlegung aller Staatsgeschäfte.

Martin Sonneborn @MartinSonneborn via twitter (24.1.24): „EU-Kommission, Mitgliedsstaaten im Rat und alle (!) größeren Fraktionen des EU-Parlaments wollen ein KI-Gesetz einführen, mit dem der öffentliche Raum in Europa flächendeckend & permanent unter biometrische Massenüberwachung gestellt werden kann.

Nochmal zur Erinnerung: In Gesellschaftssystemen, die noch annähernd an Demokratien erinnern wollen, sollte nicht der Bürger immer transparenter für den Staat werden, sondern umgekehrt. Wir fordern daher die umgehende biometrische Massenüberwachung der 40.000 Bediensteten der Europäischen Union – v.a. natürlich die Frau vonderLeyens und ihres Handys (inklusive des haushaltsrelevanten SMS-Verkehrs mit ihrem Kumpel Albert Bourla vom Potenzmittelhersteller Pfizer). Wer Massenüberwachung für ein mögliches Merkmal der liberalen Demokratie hält, hat deren Boden längst verlassen.

P.S.: Gut, dass es Patrick Breyer von den deutschen Piraten gibt.

Patrick Breyer #JoinMastodon @echo_pbreyer (via twitter) Finaler #AIAct-Text geleakt: Die EU will permanente und flächendeckende #biometrischeMassenüberwachung in der Öffentlichkeit per Echtzeit-#Gesichtserkennung absegnen (#Artikel5) und schon bei Bagatelldelikten auf Überwachungsbänder anwenden (#Artikel29)!

Details: AIAct_final_four-column21012024.pdf (patrick-breyer.de)

29. Februar 2024 – Heinz Sichrovsky fragt Peter Handke, der anlässlich der Verleihung der höchsten Auszeichnung Österreichs in Wien weilte (Quelle: NEWS.atFährt uns die Künstliche Intelligenz nicht gerade nieder?
Handke: Die hat gar nichts mit Intelligenz zu tun. Intelligenz ist etwas Schönes, Intelligenz ist Zögern, Forschen, Suchen, Ausweichen. Aber etwas Dümmeres als die Künstliche Intelligenz hat es nie gegeben. Idioten hingegen sind oft angenehm, aufschlussreich, leider heute abschussreif. Idiotes heißt altgriechisch „Privatmann“. Im Altgriechischen hatten alle Wörter einen Schein rundherum. Aber die Bedeutungen haben sich im Lauf der Jahrhunderte alle verschlechtert. Auch das Wort „blöde“ war im Mittelalter ein schönes Wort, es hat einfältig im guten Sinn bedeutet. Es gibt allerdings auch positive Beispiele: Im Griechischen war das Wort für Jammern zunächst nur Frauen vorbehalten. Erst im Lauf der Jahrhunderte durften auch die Männer jammern.“

Über künstliche Intelligenz, sagt Noam Chomsky

„Der menschliche Geist ist nicht wie ChatGPT und seine Kollegen eine statistische Maschine, die mit Hunderten von Terabytes an Daten verschlingt, um die plausibelste Antwort auf ein Gespräch oder die wahrscheinlichste Antwort auf eine wissenschaftliche Frage zu erhalten.“

Im Gegenteil… „Der menschliche Geist ist ein überraschend effizientes und elegantes System, das mit einer begrenzten Menge an Informationen arbeitet. Er versucht nicht, Korrelationen aus Daten zu ziehen, sondern versucht Erklärungen zu schaffen. […]

Hören wir dann auf, sie „Künstliche Intelligenz“ zu nennen, und nennen wir sie das, was sie ist und tut, „Plagiatssoftware“, denn „Sie erschafft nichts, sondern kopiert bestehende Werke bestehender Künstler und verändert sie so weit, dass sie den Urheberrechtsgesetzen des Autors entgeht. Es handelt sich um den größten Diebstahl geistigen Eigentums seit der Ankunft europäischer Siedler auf dem Land der amerikanischen Ureinwohner. „

Noam Chomsky, New York Times – 8. März 2023

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Volksbegehren 2024 Eintragung KW 11

Volksbegehren anonym

Update 19.32024: „Nur vier der 14 gestern Abend zu Ende gegangenen Volksbegehren haben die für eine Behandlung im Nationalrat erforderliche Hürde von 100.000 Unterschriften erreicht. Geschafft haben das laut den vorläufigen Ergebnissen des Innenministeriums die Initiativen „Essen nicht wegwerfen!“ (126.767 Unterschriften), „Glyphosat verbieten“ (121.734), „Kein NATO-Beitritt“ (109.089) und „Nein zu Atomkraft-Greenwashing“ (105.955 Unterschriften)“, berichtet ORF.at

INFO des BMI über die Ergebnisse!

Mitteilung des BMI.gv.at: Für folgende Volksbegehren wurden Einleitungsanträge gestellt. Sie können im Eintragungszeitraum vom 11. bis 18. März 2024 unterschrieben werden:

Volksbegehren „BIST DU GESCHEIT“

Jeder Bürger dieses Landes muss darauf vertrauen können, dass die Regierenden wissen, was sie tun. Der Bundesverfassungsgesetzgeber möge beschließen, dass jedes angehende Mitglied einer Bundesregierung vor der Angelobung einen Test über Allgemeinwissen sowie Fachwissen für das vorgesehene Aufgabengebiet ablegen muss. Die Ergebnisse dieser Tests sollen allen Bürgern im Detail zur Verfügung gestellt werden.

Volksbegehren „Frieden durch Neutralität“

* Wir sind für den Frieden. Für die Unterzeichner des Volksbegehrens ist die Neutralität die beste Friedenspolitik.

* Österreich hat sich 1955 aus freien Stücken zur immerwährenden Neutralität verpflichtet (siehe Neutralitätsgesetz) und ist gut damit gefahren.

* Frieden durch Neutralität bedeutet keine österreichischen Soldaten im Ausland und keine ausländischen Militärtransporte durch Österreich.

* Österreich soll sich im aktuellen Russland-Ukraine-Krieg neutral verhalten.

Vorbemerkungen: Die Begründung eines Volksbegehrens ist gem. 53 (7) 1 Volksbegehrengesetz erst in einer späteren Phase des Verfahrens einzubringen. Wir wollen unsere Unterstützer/-innen – im Sinne der Transparenz – aber gleich von Beginn an informieren, was die Gründe für dieses Volksbegehren sind. Die Hauptgründe zum „Frieden durch Neutralität“ – Volksbegehren sind:

1. Kriege sind zu verhindern, insbesondere in Europa

2. Neutralität (und nicht Waffen) ist die beste Grundlage für Friedenspolitik

3. Österreich hat sich 1955 zur „immerwährenden“ Neutralität verpflichtet

4. Bundeskanzler Nehammer gefährdet die Neutralität Österreichs

5. Auslandseinsätze des Bundesheeres sind sofort

6. Die EU entwickelt sich zu einem Militärbündnis

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Rickerl – Musik is höchstens a Hobby

Film Rickerl

19. Jänner 2024 – Fast alle Medien feiern den neuen Film von Adrian Goiginger. film.at bemängelt: „Leider ist es lediglich eine Aneinanderreihung an ziemlich abgestandenen Klischees, die das Gespann Goiginger und Jürgens mit „Rickerl“ abliefert. Immer wieder an Nummern des Musikers orientiert, klingen die in die Handlung eingewobenen Stücke zwar gewohnt überzeugend, wird aber das daraus bekannte Klientel in der filmischen Umsetzung nur bedingt greifbar oder gar sympathisch.“

Anders gesehen hat Bert Ehgartner den Film (Kommentar 19.1.24): „Heut haben wir ‚Rickerl‘ gesehen, den neuen Film von Adrian Goiginger mit Vodoo Jürgens in der Rolle eines erfolglosen Musikers. Ich bin berührt, der Film war großartige Schauspiel- und Regiekunst.

Die schwierigsten Szenen kamen so natürlich und lebensnah rüber, als wäre es das selbstverständlichste. Goiginger beherrscht die große Kunst der Inszenierung, die gerade wenn sie gelingt, so mühelos und authentisch wirkt, als spielten sich die Szenen im Beisl am verrauchten Nachbartisch ab – in den 90er Jahren zu später Stunde im 15. Hieb.

Lustig und bestürzend zugleich – wie Rickerl seinen ersten Interviewtermin hat – beim ORF am Küniglberg. Als er Nino trifft – den bewunderten erfolgreichen Kollegen – fragt er ihn, ob sie mal auf ein Bier gehen. Klar sagt der, „sollen sich unsere Manager einen Termin ausmachen“. Das genügt, um ihn völlig aus der Bahn zu werfen.

Oder die ebenso originelle Begegnung mit Alex Miksch, dem großartigen Musiker, der einen Sandler spielt – und gleichzeitig so ein Wahnsinnsstück auf der Gitarre, dass Rickerl ihm gleich die seine schenkt.

Das schwierigste überhaupt, die Szenen mit Rickerls kleinem Sohn, zeigen Goigingers genialen Umgang mit schauspielernden Kindern, so wie schon im Erstlingsfilm „Die beste aller Welten“.

Der Film ‚Rickerl’ dauert 100 Minuten und geht vorbei wie ein fesselnder wunderbarer Traum. Dringende Empfehlung.“

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Jubiläumsausstellung Schönberg und Kraus

Kraus Schoenberg 2024

Anlässlich der 150. Geburtstage von Arnold Schönberg & Karl Kraus

17. Januar – 10. Mai 2024

Arnold Schönberg Center

Schwarzenbergplatz 6 / Zaunergasse 1-3 (Eingang) / 1030 Wien

Öffnungszeiten: Montag – Freitag 10–17 Uhr, feiertags geschlossen

Sonderöffnungstag zum 150. Geburtstag von Karl Kraus: 28. April 2024, 11 – 19 Uhr

(c) Foto: Arnold Schönberg Center

»Ich habe durch Sie Schreiben, ja fast Denken gelernt.« (Schönberg an Kraus, 1911)

»Es ist merkwürdig und bezeichnend, dass die österreichische Decadence im gleichen Jahre 1874 diese beiden Männer hervorgebracht hat, die bestimmt sind, in zahllosen Generationen eine wahrhaft heilsame und für die europäische Kultur entscheidende Unruhe hervorzurufen.« (Ernst Krenek, 1934)

Die Jubiläumsausstellung am Arnold Schönberg Center geht den Ursprüngen, Parallelen, Diskontinuitäten und Brüchen dieser Unruhe(n) auf den Spuren zweier maßgeblicher Impulsgeber der Wiener Moderne nach.

Als Advokat des Fortschritts in der Musik stand Schönberg für den Mut zur Abweichung von Konventionen. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Wiener Moderne mitprägend, betätigte er sich auch als Schriftsteller und Maler. Als Sittenrichter der Sprache führte Kraus einen unerbittlichen Kampf gegen die korrumpierende Zeitungsphrase, gegen Doppelmoral und ästhetisches Gleichmaß. Die beiden Jubilare einte ein unausgesprochenes Verstehen in künstlerischen und gesellschaftlichen Belangen, ein gemeinsames ethisches Programm, das auf Wahrheitsanspruch in allen Bereichen der Kunst abzielte.

Musikmanuskripte, Schriften, Gemälde und Zeichnungen, Briefe und Fotografien zeichnen Wegkreuzungen von Schönberg und Kraus durch mehr als drei Jahrzehnte nach, begleitet von Geistesverwandten aus Architektur, Dichtung, Malerei und Musik. Digital animierte Partituren, Filmclips und Stimmen aus der Vergangenheit entführen in eine nur scheinbar versunkene Welt.

Kuratorin: Therese Muxeneder

Architektur: Jochen Koppensteiner

Digitale Realisierung: Christoph Edtmayr

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