30 Jahre Nationalfonds

Parlament Festakt 2025 11 10

Festakt im Parlament erinnert an die Leistungen des Nationalfonds und blickt in die Zukunft

10. November 2025 (ParlamentsKorrespondenz) [Hervorhebungen ethos.at] - Vor dreißig Jahren, am 27. April 1995, trat zum 50. Jahrestag der Wiederherstellung der Republik das Bundesgesetz über den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus in Kraft. Mit einem Festakt im Parlament blickte der Nationalfonds am Ort seiner Entstehung heute auf drei Jahrzehnte der tätigen Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus zurück. Neben dem Rückblick auf das Geleistete standen die gegenwärtigen und künftigen Aufgaben des Nationalfonds im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Foto (C) ​Johannes Zinner, von rechts: Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), Präsident des Nationalrates a. D. Andreas Khol, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler a. D. Franz Vranitzky, Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP), Vorstand des Nationalfonds und des Allgemeinen Entschädigungsfonds Judith Pfeffer, Parlamentsdirektor Harald Dossi

Zu den Aufgaben des Nationalfonds zählt die Vergabe des Simon-Wiesenthal-Preises an Menschen und Organisationen, die sich gegen Antisemitismus und für Aufklärung über den Holocaust einsetzen. Aktuell läuft die Einreichfrist für 2025. Einzelpersonen und Gruppen aus dem In- und Ausland sind eingeladen, sich bis 19. Dezember 2025 zu bewerben oder können vorgeschlagen werden.

Haubner: Ein Schritt, mit dem Geschichte geschrieben wurde

"Manchmal genügt nur ein Schritt, um Geschichte zu schreiben. Ein einziger Schritt, der nicht nur juristische, sondern vor allem moralische Bedeutung hat." Ein solcher Schritt sei mit dem Gesetz über die Errichtung des Nationalfonds gesetzt worden, sagte der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner in seinen Eröffnungsworten. Die Abhaltung des Festaktes im Hohen Haus sei von tiefer Symbolkraft. "Wir müssen gerade deshalb mit hoher Sensibilität darauf achten, welche Art von Veranstaltungen wir hier im Hohen Haus abhalten und welche Signale wir damit aussenden", mahnte der Zweite Nationalratspräsident. Der Festakt unterstreiche, das Österreich sich mit der Gründung des Nationalfonds dazu bekannt habe, dass das vom NS-Terrorregime verursachte Leid niemals vergessen, relativiert, verdrängt oder verharmlost werden dürfe.

Neben dem Gedenken gelte es auch, das Erinnern lebendig zu halten. Seit seiner Gründung unterstütze der Nationalfonds mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Projekten die Verfolgten des NS-Regimes und trage damit zur individuellen Anerkennung des erlittenen Unrechts bei. 2001 sei auf Grundlage des Washingtoner Abkommens der Allgemeine Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus eingerichtet worden, um für zehntausende Menschen offene Fragen über Verluste und Schäden umfassend zu lösen. 2019 sei der Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich hinzugekommen.

Als zwei wichtige Projekte, die der Nationalfonds zur Stärkung der österreichischen Gedenkkultur umsetzen konnte, hob Haubner die neue österreichische Länderausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau und die Errichtung der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte in Wien hervor. Seit 2021 werde zudem im Parlament der Simon-Wiesenthal-Preis verliehen. 2024 sei mit einer Gesetzesnovelle die Arbeit des Fonds noch stärker auf die Zukunft ausgerichtet worden. Impulse für eine zeitgemäße Präventionsarbeit und zur Wissensvermittlung über den Nationalsozialismus setze die jährliche Konferenz, die der Nationalfonds im Parlament organisiere.

Der Nationalfonds sei zudem mit der Errichtung einer Gedenkstätte für die NS-Opfer aus den Reihen der Roma und Sinti betraut worden. Diese Gedenkstätte unterstreiche die Verantwortung Österreichs, das Unrecht, das dieser Volksgruppe zugefügt wurde, anzuerkennen und alle Opfergruppen der NS-Verfolgung in das kollektive historische Gedächtnis einzubeziehen. Eine umfassende Erinnerungskultur müsse aller Verfolgten gedenken, sei es wegen ihrer politischen Einstellung, aus Gründen der Abstammung, Religion, Nationalität, der sexuellen Orientierung, der körperlichen oder geistigen Behinderung, des Vorwurfs der sogenannten Asozialität oder aus welchen Gründen immer Menschen zu Opfern des typisch nationalsozialistischen Unrechts wurden.

Das 30-Jahr-Jubiläum sei auch ein Moment des Innehaltens, um Danke zu sagen - vor allem den Überlebenden, die den Mut gefunden hätten, ihre Geschichte zu erzählen. Haubner dankte auch allen Akteurinnen und Akteuren, die die Arbeit des Nationalfonds ermöglicht haben und weiter ermöglichen. Seit der Gründung habe der Fonds rund 3.200 Projekte und Programme mit insgesamt über 40 Mio. Ꞓ fördern können.

Deutliche Worte fand Haubner zur Gefahr des Antisemitismus. Dieser stehe den demokratischen Prinzipien diametral entgegen und gefährde ihr moralisches Fundament. "Wer Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Herkunft ausgrenzt, der greift auch das Herz der Demokratie an, er greift die Idee an, dass alle Menschen in gleicher Würde geboren sind", sagte Haubner. Er gefährde die gesamte Demokratie. Eine wachsame Demokratie stelle sich dieser Gefahr mit Haltung entgegen. 30 Jahre Nationalfonds bedeuten laut Haubner, "die Vergangenheit anerkennen, aber auch die Gegenwart aktiv zu gestalten, um die Zukunft zu sichern". Nur so könne Erinnerung weitergetragen werden, "als Verpflichtung, als Mahnung und als Quelle unserer Menschlichkeit", schloss Haubner.

Van der Bellen: Erinnerung bedeutet auch Anerkennung

In seiner Festrede erinnerte Bundespräsident Alexander Van der Bellen an den ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wonach alle Menschen frei und gleich an Würden und Rechten geboren sind. Vor weniger als 100 Jahren sei diese Würde des Menschen aber doch antastbar gewesen, sagte Van der Bellen in Erinnerung an die Novemberpogrome des Jahres 1938. Das NS-Regime habe Verbrechen begangen, die in einem von der Aufklärung geprägten Europa zuvor für undenkbar gegolten hatten. Nach 1945 habe in Österreich darüber lange Schweigen und Verdrängung geherrscht. Erst 1991 habe Bundeskanzler Franz Vranitzky ausdrücklich vor dem Parlament die Mitverantwortung von Österreicherinnen und Österreichern an den NS-Verbrechen einbekannt. "Österreich trägt Verantwortung", betonte der Bundespräsident. 1995 sei als klares Zeichen dafür der Nationalfonds eingerichtet worden, dessen Auftrag alle Opfergruppen einbeziehe.

Das Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Nationalfonds habe vielen Überlebenden möglich gemacht, sich wieder als Teil Österreichs zu fühlen. "Anerkennung des Leids ist zur Linderung des Traumas von damals unerlässlich". Er habe immer wieder erfahren, wie wichtig diese späte Anerkennung sei, sagte Van der Bellen. Bei Treffen mit Holocaust-Überlebenden, ihren Kindern und Enkeln spüre er oft eine tiefe Verbundenheit mit der alten Heimat Österreich. Dazu habe der "beständige Brückenbau" durch den Nationalfonds wesentlich beigetragen. Der Bundespräsident würdigte die "tätige Verantwortung" des Nationalfonds. Erinnerung an die Ermordeten sei ein Prozess, der nie abgeschlossen sei. Er bedeute auch Anerkennung. Daher hoffe er, dass für alle Opfergruppen ein Ort des würdigen Gedenkens entstehen könne.

Antisemitismus und Rassismus seien auch im neuen Jahrtausend nicht überwunden. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit würden vor wachsenden Herausforderungen stehen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sei 1948 verabschiedet worden, als die Erinnerung an die nationalsozialistischen Gräueltaten noch lebendig war. Auch heute brauche es Institutionen wie den Nationalfonds als Hüter der Erinnerung daran, dass Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich seien. Jede Generation müsse lernen, sie zu bewahren und entschlossen zu verteidigen.

Der Nationalfonds habe in dreißig Jahren viele Menschen erreicht und Beiträge geleistet, Österreich zum Besseren zu verändern und Bewusstsein zu schaffen. Das sei durch die geförderten Projekte, aber vor allem auch durch die persönlichen Kontakte gelungen. Er danke den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr wertvolles Wirken und wünsche ihnen und dem Nationalfonds alles Gute zum Jubiläum.

Gespräch mit Franz Vranitzky und Andreas Khol über die Geschichte des Nationalfonds

Mit der Einrichtung des Nationalfonds im Jahr 1995 setzte die Republik 50 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur ein klares und dauerhaftes Zeichen der Übernahme von historischer Verantwortung. Über die Hintergründe der Entstehung des Fonds und die Bedeutung dieses Schrittes sprachen Nationalratspräsident a.D. Andreas Khol und Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky mit Nationalfonds-Vorständin Hannah Lessing.

Von Lessing auf seine vielbeachtete Rede am 8. Juli 1991 im Nationalrat angesprochen, die einen Paradigmenwechsel in der österreichischen Erinnerungskultur einleitete, erinnerte sich Vranitzky, wie offen der "Opfermythos" davor gepflegt worden sei. Für ihn kam dieser einer "Lebenslüge" gleich, auf der der Staat "nicht weiter aufgebaut werden" könne. Er nahm daher den Jugoslawienkrieg "vor der Haustür" zum Anlass, um daran zu erinnern, dass derartige Gräueltaten auch in Österreich begangen worden seien, und viele Österreicherinnen und Österreicher Mitschuld daran getragen hätten. Khol sprach von einer "Pioniertat" Vranitzkys, da ein Großteil der Menschen darüber nicht informiert gewesen sei - auch wenn die international geführte Diskussion über eine Mitschuld Österreichs an der Verbrechen des Nationalsozialismus bereits vor der Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten eingesetzt habe.

Mit dem Nationalfondsgesetz sei Österreich schließlich seiner "moralischen Verpflichtung" nachgekommen, erklärte Khol und berichtete, wie für dessen Beschluss in allen Fraktionen habe geworben werden müssen. Dessen Beschluss und Inkrafttreten 1995 habe auch Österreichs internationaler Reputation gedient, wie Vranitzky ergänzte, da der Vorwurf, immer noch "verkappte Nazis" zu sein, an Grundlage verlor. Dazu beigetragen habe laut Khol auch die in Folge beschlossene Rückgabe von geraubten Kunstwerken sowie die Entschädigung von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen.

Neben dem Kampf gegen den Antisemitismus, der etwa aufgrund des Gaza-Krieges neue Formen entwickelt habe, gelte es heute, verschiedenen autoritären Tendenzen entgegenzutreten, so Khol. In Anlehnung an das vielzitierte Böckenförde-Theorem, wonach der freiheitliche, säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht garantieren kann, plädierte Khol für die Festigung des demokratischen "Grundwertesockels". Dies könne etwa über die Förderung politischer Bildung im Rahmen des Grundwehrdienstes bzw. des Zivildienstes an "Schulen der Nation" geschehen. Aber auch den Medien komme dabei eine wichtige Rolle zu, die oftmals durch "Angstmacherei", "dem Autoritären den Weg ebne", kritisierte Khol.

Vranitzky verwies in dieser Hinsicht auf die sozialen Medien, durch die "von niemanden gewählte Techno-Milliardäre" die Politik beeinflussen würden, was sich zu einem "Todesstoß für die Demokratie" entwickeln könne. Es dürfe auch nicht "verdrängt" werden, dass der Kampf gegen den Autoritarismus jeden Tag geführt werden müsse und verschiedenste politische Bereiche betreffe. So schließe etwa die EU aus Angst vor Strafzöllen "gar nicht so unfaule Kompromisse" mit autoritären Regierungen. "Verdrängt" werde dabei aber auch, dass Europa an sich eine "Weltmacht" sei und wenn es sich nicht in einzelne Nationalismen "aufsplittert", diesen entgegentreten könne, plädierte Vranitzky.

Sarah Gärtner-Horvath über Emmerich Gärtner-Horvath

Den Abschluss bildete eine Lesung von Nachkommen der dritten Generation. Sarah Gärtner-Horvath las aus Erinnerungen ihres Vaters Emmerich Gärtner-Horvath. Er berichtet darin, was ihn bewegte, 2005 am Interviewprojekt zur Geschichte der Burgenland-Roma "Mri Historija" (Meine Geschichte) teilzunehmen und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über ihre Erlebnisse während der NS-Zeit zu befragen. Ihr Vater habe drei seiner Geschwister nie kennengelernt, da sie vor seiner Geburt ermordet wurden, berichtete Sarah Gärtner-Horvath. Die Frage, wie so etwas möglich war und warum es so wenig Widerstand dagegen gab, sei für ihn immer drängender geworden.

Das Zeitzeugenprojekt der Burgenland-Roma sei dabei mehr als nur ein Forschungsprojekt. Es sei eine Reise zu den eigenen Wurzeln geworden, unterstrich Gärtner-Horvath. "Es ist ein Erbe und eine Ermutigung, hinzuschauen, wo andere wegsehen. Zu fragen, wenn es bequemer wäre, zu schweigen", sagte sie. Ihr Vater habe mit denen gesprochen, die zu lange keine Stimme hatten. "Ihre Stimmen sind auch für uns bewahrt - für unsere Generation und jene, die nach uns kommen, damit wir verstehen, wer wir sind, und was es bedeutet, Mensch zu bleiben".

Yuval Yaary erinnert an seinen Großvater Moshe Jahoda

Yuval Yaary las aus den Erinnerungen seines Großvaters. Moshe Jahoda war Zeuge, wie während des Novemberpogroms 1938 die Synagoge "Turnertempel" im 15. Wiener Gemeindebezirk brannte und damit ein Stück seiner Kindheit in Flammen aufging. Die Geschichte meines Großvaters habe aber "nicht mit dem Feuer geendet", betonte Yaary. Sein Leben sei weitergegangen, mit Familie, Kindern und Enkeln wie ihm.

Moshe Jahoda habe nach allem Schmerz und Verlust die Kraft gefunden, nach Österreich zurückzukehren, vor allem dank einer jüngeren Generation von Österreicherinnen und Österreichern, die bereit war, offen über die Vergangenheit zu sprechen, Verantwortung zu übernehmen und Verständnis zu zeigen. "Und ich, sein Nachfahre, bin heute hier, weil er nicht aufgehört hat zu glauben, dass Leben und Würde stärker sind als Hass und Zerstörung. Das ist sein Vermächtnis an uns", sagte Yaari.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Aliosha Biz, Violine, Joschi Schneeberger, Kontrabass und Harri Stojka, Gitarre. (Schluss Festakt) s

Parlament Musiker 2025 11 10

Foto: (c) Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner: Musikalische Untermalung. Aliosha Biz - Violine, Harri Stojka - Gitarre, Joschi Schneeberger - Kontrabass

CoPilot über die „Baustelle Parlament“

Abgerufen am 8. November 2025

Hubert Thurnhofer beurteilt die österreichische Verfassung in seinem Buch „Baustelle Parlament“ äußerst kritisch. Er beschreibt sie als nicht für das 21. Jahrhundert geeignet, veraltet und in vielen Teilen unzeitgemäß. Zu seinen zentralen Kritikpunkten zählen:

Antiquiert und fragmentiert: Die Verfassung von 1920, ergänzt durch zahlreiche spätere Zubauten, ist zu einem Flickwerk geworden, das den heutigen Anforderungen an Demokratie und gesellschaftliche Funktionalität nicht gerecht wird. Thurnhofer bezeichnet sie metaphorisch als „Verfassung in schlechter Verfassung“ oder gar als „Verfassungsruine“.

Fehlende Zweckbestimmung: Sie enthält keine klare Zweckbestimmung, was laut Thurnhofer die Erneuerung der Demokratie auf Basis der bestehenden Verfassung unmöglich macht.

Übermächtige Parteien und Bürokratien: Die Verfassung stützt sich auf mächtige Parteien und staatliche Apparate, wodurch der Bürger in seiner Souveränität eingeschränkt wird.

Inhaltliche Lücken: Themen wie Kunst, Kultur, Bildung, Ethik, Würde und Frieden werden vernachlässigt oder sind nur rudimentär berücksichtigt. Menschenrechte existieren nur in stark eingeschränktem Maße, vergleichbar mit einem „Liliput-Format“.

Unmodern und teilweise dysfunktional: Trotz seines Umfangs von über 600 Seiten enthält das Regelwerk viele bürokratische Vorschriften, während wesentliche gesellschaftliche Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht ausreichend adressiert werden.

Kritik an politischen Akteuren: Thurnhofer betont, dass aktuelle Politiker, Bürokaten und Juristen weder das Format noch die staatsrechtliche Bildung besitzen, um die Verfassung zeitgemäß zu reformieren. Er kritisiert die gängigen Lobpreisungen der „Schönheit“ der Verfassung als realitätsfern.

Seine Schlussfolgerung lautet, dass die bestehende Verfassung völlig neu gedacht und geschrieben werden müsste, um den Anforderungen der modernen Demokratie gerecht zu werden. Thurnhofer schließt jedoch optimistisch, dass das Volk als Souverän die Fähigkeit besitzt, eine bessere, zukunftsfähige Verfassung zu gestalten.

Zusammengefasst betrachtet Thurnhofer die österreichische Verfassung als veraltet, unvollständig, bürokratisch und reformbedürftig, und seine Arbeit ist sowohl eine kritische Analyse als auch ein Aufruf zu demokratischem Handeln.

Was sagt ChatGPT?

Abgerufen am 8. November 2025

Hubert Thurnhofer ist ein österreichischer Philosoph, Publizist und Aktivist, der in seinem Buch „Baustelle Parlament“ (2016) eine ausgesprochen kritische Sicht auf das österreichische politische System und damit auch auf die Bundesverfassung formuliert.
Da ich keine Live-Websuche durchführen kann, stütze ich mich auf den öffentlich dokumentierten Inhalt des Buches und Aussagen Thurnhofers in Interviews und begleitenden Texten.
Zentrale Punkte seiner Verfassungskritik
Thurnhofer betrachtet die österreichische Verfassung nicht als stabiles Fundament, sondern als „Baustelle“, die grundlegende strukturelle Probleme aufweist. Seine Hauptkritikpunkte lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Zersplitterung und mangelnde Systematik. Er kritisiert, dass die österreichische Bundesverfassung aus einem Flickwerk von über Jahrzehnte angefügten Einzelbestimmungen besteht, statt aus einem kohärenten Normsystem. Sein Argument: Die Verfassung sei inkonsequent aufgebaut, juristisch schwer durchschaubar, und für Bürger*innen kaum verständlich.

2. Machtkonzentration bei Parteien. Thurnhofer diagnostiziert eine „Parteienherrschaft“ (sein Begriff), die durch die Verfassung begünstigt werde. Die politischen Parteien hätten de facto mehr Einfluss als die verfassungsmäßig vorgesehenen Institutionen. Der Parlamentarismus werde so ausgehöhlt, weil Abgeordnete weitgehend dem Klubzwang folgen.
3. Demokratiedefizite. Er argumentiert, dass die österreichische Demokratie formell, aber nicht funktional gut funktioniert.
Zu seinen Kritikpunkten zählen: geringe direkte Mitbestimmung, mangelnde Transparenz politischer Entscheidungsprozesse, 
schwache Kontrolle der Exekutive.
4. Fehlende Gewaltenteilung in der Praxis. Thurnhofer meint, dass die Verfassung zwar Gewaltenteilung vorsieht, diese aber in der politischen Realität durch Personalverflechtung, Parteibuchlogik und Postenbesetzungen ausgehöhlt werde.
5. Reformbedarf durch eine echte Verfassungskonvention. Er plädiert für eine tiefgreifende Verfassungsreform, die die Macht der Parteien begrenzt, Bürgerbeteiligung stärkt, und eine „Verfassung im eigentlichen Sinn“ schafft – klar strukturiert, verständlich und demokratisch legitimiert.
Zusammengefasst
Hubert Thurnhofer beurteilt die österreichische Verfassung als:
✅ inkonsistent aufgebaut
✅ politisch deformiert durch Parteienmacht
✅ demokratisch verbesserungsbedürftig
✅ reformbedürftig auf systemischer Ebene
Für ihn ist die Verfassung keine stabile Grundlage, sondern tatsächlich eine Baustelle, die grundlegende Modernisierung braucht.

Die Wichtigen

Die Wichtigen von Peter Weingaertner

Karikatur von Peter Weingärtner / Weingaertner

Die Nachrichten

von Peter Weingärtner

Alles ist ganz einfach, nur die Wechselwirkungen sind kompliziert.

Kunst ist das was fehlt. Wenn viele erkennen dass es gefehlt hat wird es Kultur.

Der Mensch ist kein staatenbildendes Lebewesen, sondern ein bandenbildendes.

Wir brauchen keine Bevölkerung die das Wirtschaftssystem ernährt, sondern ein Wirtschaftssystem, das die Bevölkerung ernährt.

Der Sinn und Zweck eines Gesetzes liegt nicht in ihm selbst verborgen sondern in der Situation die es regelt.

In der Wissenschaft wiegt das leichter Messbare leider mehr.

Die Gesetze sind ein Dickicht, gepflanzt von Ahnungslosen und gedüngt von jenen, die sich darin verstecken wollen.

Der Demokrat macht es sich aus, der spirituelle Mensch glaubt es ist schon ausgemacht.

Wenn man glauben will glaubt man schon, wenn man wissen will braucht man 100.000 Jahre und 100.000 Gelehrte.

Es gibt leider nur 2 Rechtsprinzipien die immer und überall gelten:

1. Wer zahlt schafft an

2. was der Herr darf darf der Knecht noch lange nicht.

Und jetzt noch zur Kultur:

Es gibt nur zwei objektive Kriterien zur Bewertung von Kunst:

1. Wie groß ist die emotionale Wirkung auf wie viele Menschen?

2. Wie viele künstlerische Entscheidungsprozesse liegen dem Werk zugrunde?

Alle anderen Kriterien sind subjektiv, kulturabhängig oder einfach nur Elitenquatsch.

Kunst als Alternative zum Sparbuch

Leontjew Fisch rot

28. Oktober 2025 - Mehr als 30 Milliarden Euro suchen heuer – nicht nur am Weltspartag - Sicherheit auf Sparbüchern. Jeder Österreicher ein Sparefroh? Wie unfroh sind die Menschen, die nicht wissen, wohin mit dem Geld?

Bild: Igor Leontjew, "Auch Fische schwimmen nicht im Geld", Öl auf Leinwand, 50x70 cm

Paradox I: je größer die Wirtschaftskrise (2008, 2020) umso mehr sparen die Österreicher, doch umso stärker ist der Wertverlust des Ersparten! (Rund 10 Prozent Wertverlust jährlich!) Details: Statistik Austria.

Paradox II: Wer in Friedenszeiten einen „Notgroschen auf die hohe Kante“ legt, handelt klug. Wer allerdings in Kriegszeiten (und die EU hat bereits auf Kriegswirtschaft umgestellt!) spart, der ist dumm. Denn der schleichende Geldverlust wird sich mit jeder Eskalationsstufe beschleunigen. Hyperinflation kommt schneller, als die Menschen denken, und schneller, als die meisten Menschen denken können. Ein Großteil der Künstler und Künslterinnen lebt im oder am Rande des Existenzminimums. Klug wäre es, die neuen Ersparnisse (nicht einmal die bisher angesparten Guthaben von über 800 Milliarden!) für Kunst und Kultur zu „verjubeln“ – damit Künstler und Künstlerinnen im Präkariat auch einmal einen Grund zum Jubeln haben.

Für alle, die nicht genug gespart haben für eine weitere Vorsorge-Wohnung und aus ökologischen Gründen auch kein Zweit-Auto wollen, gibt es eine Alternative: Kunst als Anlage!

Die hohe Qualität unserer Kultur wird – nicht nur am Nationalfeiertag – gerne genannt, wenn es um die österreichische Identität geht. Doch allzu oft rühmt sich das Land seiner toten Künstler, viel zu wenig interessieren sich die Österreicher für die lebenden.

Der Kunstraum Steiermark (in Langenwang) öffnet seine Türen für alle, die Werke voller Lebenskraft kennenlernen wollen.

Eine Sammlung mit weit über 500 Werken bietet auch Perlen für Sparer, die alternative Investments suchen! Hubert Thurnhofer, Autor der Kunstmarkt-Formel, gibt persönlich Einblicke in den Markt.

Jederzeit nach telefonischer Vereinbarung: 0699 1266 0929

Weihnachts-Selection 2025

25 Werke aus der Sammlung Thurnhofer um je 2025 Euro.

Kunst bringt Farbe in den grauen Alltag und muss kein Vermögen kosten.

Abschließend: Was sagt der Philosoph zum Weltspartag? Mir ist in meinem Leben nichts erspart geblieben.

COVID-19: FWF Forschungsprojekt 2022-2026

FWF

Populismus und Verschwörung im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie

FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds / Grant-DOI 10.55776/I6035 / Abstract von Prof. Reinhard Heinisch 

27. Oktober 2025 -  In diesem Forschungsprojekt wird die Beziehung zwischen Populismus und Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie untersucht. Dies steht in direktem Zusammenhang mit der wahrgenommenen Radikalisierung eines Teils der politischen und öffentlichen Sphäre gegen Wissenschaftler:innen, insbesondere im Bereich der Gesundheit und der Pandemiebekämpfung.

Die Forschung versucht zu verstehen, wie Populisten durch den Einsatz von Verschwörungstheorien um politische Vorteile kämpfen und welche Folgen dies hat. Das Projekt stellt die Frage, inwieweit Verschwörungsbehauptungen verwendet werden, wie sie konstruiert sind und wie wirksam diese sind.

Konkret konzentriert sich die Analyse auf den Einfluss von Parteien und ihren Anführern, die als radikal rechtspopulistisch eingestuft werden, und zwar in vier ausgewählten Ländern - Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich -, weil diese über lang etablierte und besonders erfolgreiche rechtspopulistische Parteien verfügen.

Unter Verwendung eines Methodenmixes erstellt das Projekt zunächst eine umfangreiche Sammlung und Analyse relevanter Reden und Texte, um das Ausmaß und die Unterschiede zwischen verschwörungsbezogenen Behauptungen zu ermitteln. Dieser Teil der Forschung wird von den Schweizer Projektpartnern an der Universität Lausanne geleitet. D

as Team der Universität Salzburg widmet sich den Einstellungen der Bürger:innen und befasst sich vor allem mit der Wirksamkeit von spezifischen Verschwörungsbehauptungen über COVID-19 und die Wissenschaft. Dabei wird geklärt, welche Faktoren dies besonders begünstigen. Zu diesem Zweck werden eigene Umfragen durchgeführt. Dazu kommen drei Arten von so genannten Umfrageexperimenten zum Einsatz. Bei diesen werden zufällig ausgewählten Befragten (Testgruppe) auf eine bestimmte Weise verschiedene Verschwörungstheorien als Stimuli vorgesetzt, während andere Befragte (Kontrollgruppe) neutrale Inhalte zu Gesicht bekommen. Anschließend können mit Hilfe eines statistischen Verfahrens durch den Vergleich der Gruppen und unter Bezugnahme auf die anderen abgefragten Inhalte des Fragebogens Rückschlüsse darauf gezogen werden, warum sich Verschwörungstheorien in bestimmten Bevölkerungsgruppen stärker verfestigen. Diese Technik wurde gewählt, um die Meinungen der Befragten aufzudecken, die bei einer direkten Befragung zum Thema Verschwörung eher verborgen bleiben würden.

Das Forschungsprojekt liefert somit neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Populismus, Verschwörungstheorien und gesundheitspolitische Fragen, die nicht nur für die Sozialwissenschaften, sondern auch für Regierungsstellen und die breite Öffentlichkeit relevant sind. Die Forschung zeigt nicht nur mögliche nationale und kulturelle Unterschiede auf, sondern wird auch dazu beitragen, Strategien zur Eindämmung der Auswirkungen medizinischer Verschwörungstheorien zu finden.

SIEHE AUCH: Ein Fünftel neigt zu Verschwörungsmythen (ORF.at 27.10.25)

Manifest für den neuen ORF

Leuchtturm ORF

27. Oktober 2025 - Das Team für Friede und Freiheit engagiert sich in Vorarlberg seit drei Jahren für einen besseren ORF und unterstützt mit Leuchtturm ORF und Mahnmwachen in Dornbirn das Projekt von Jimmy Gerum, der mit Leuchtturm ARD am 15. Oktober 2025 beim Verwaltungsgericht Leipzig einen großen Erfolg feiern konnte mit dem Urteil: „Die Erhebung des Rundfunkbeitrags steht dann mit Verfassungsrecht nicht mehr in Einklang, wenn das Gesamtprogrammangebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Anforderungen an die gegenständliche und meinungsmäßige Vielfalt und Ausgewogenheit über einen längeren Zeitraum gröblich verfehlt.“

Frieden, Freiheit, Neutralität: Mahnwache in Bregenz am 11.10.2025

https://www.youtube.com/watch?v=ZIXjMCyjBL8

Walter Siller und das Team für Friede und Freiheit haben mit dem Manifest für den neuen ORF eine Diskussionsgrundlage geliefert, die alle Kritiker des bestehenden ORF bei ihren Aktivitäten unterstützen kann.

UNSERE gemeinsame Stimme für Wahrheit, Transparenz und Vertrauen

Wir leben in einer Zeit, in der klare, verlässliche und unabhängige Information wichtiger ist als je zuvor. Der neue ORF steht dafür ein ‒ als öffentlich-rechtliche Informationsplattform für alle Menschen in Österreich. Er gehört niemandem, außer uns allen gemeinsam. Sein Auftrag ist es, zu informieren, nicht zu beeinflussen! Zu klären, nicht zu bewerten! Zu verbinden, nicht zu spalten!

Das Forum für die Menschen

Der neue ORF ist frei von Werbung, wirtschaftlichen Interessen und parteipolitischem Einfluss. Jeder Beitrag, jede Sendung und jede Recherche dient einzig dem öffentlichen Wohl. Jede Stimme, jede Region und jede Lebensrealität in Österreich findet Gehör. Wahrheit, Ausgewogenheit und Würde stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Transparenz als Fundament

Alle Entscheidungen, Budgets und Redaktionsprozesse sind öffentlich einsehbar. Der neue ORF ist ein Haus aus Glas ‒ nichts wird verborgen, alles darf hinterfragt werden. Die Menschen selbst, vertreten durch den Bürgerrat, tragen die Verantwortung mit. So entsteht Vertrauen ‒ nicht durch Worte, sondern durch Offenheit und Haltung!

Fakten statt Meinung

Die Nachrichten des neuen ORF berichten, was ist ‒ nicht, was jemand darüber denkt. Fakten werden sorgfältig geprüft, Quellen offengelegt, Zusammenhänge erklärt. Wo es unterschiedliche Sichtweisen gibt, werden sie nebeneinander gestellt. So entsteht Raum für eigene Gedanken, für echte Meinungsbildung und inneres Urteil.

Bildung und Bewusstsein

Der neue ORF begleitet die Menschen auf dem Weg zu Wissen, Verständnis und Mitgefühl. Wissenschaft, Bildung, Kultur und Forschung erhalten jenen Platz, den sie verdienen ‒ als Fundament einer freien und aufgeklärten Gesellschaft. Jeder Beitrag soll nicht belehren, sondern befähigen.

Bürgernähe und Mitbestimmung

Der neue ORF hört zu. Menschen können Themen einbringen, Fragen stellen und Korrekturen anregen. Jede Stimme zählt. Der Bürgerrat sorgt dafür, dass der ORF das bleibt, was er ist ‒ die Stimme des Volkes, getragen von Vertrauen und Verantwortung.

Ein Beitrag für das Gemeinwohl

Mit einem fairen Beitrag von maximal 50 Euro pro Jahr ermöglicht jeder Haushalt diese nabhängige Form des Journalismus. Kein Geld fließt in Werbung oder Unterhaltung, sondern in Wahrheit, Aufklärung und Bildung ‒ für alle Generationen.

Unsere gemeinsame Vision

Der neue ORF ist kein Sender im alten Sinn. Er ist eine Plattform des Wissens, ein Spiegel unserer Gesellschaft und ein Ort des Dialogs. Er stärkt Demokratie, Frieden und Menschlichkeit ‒ in Österreich und darüber hinaus. Wir glauben an die Kraft der Wahrheit. An die Verantwortung jedes Einzelnen. An die Würde der Information. An einen ORF, der den Menschen dient ‒ und sonst niemandem! 

www.friedeundfreiheit.jetzt - ORF – Oeffentlich-Rechtlich-Frei

ORF: Putin will keinen Kompromiss

Report24 2025 10 22

ORF-Korrespondent Christian Lininger: „Putin will keinen Kompromiss“

22. Oktober 2025 - Laut ORF-Korrespondent Christian Lininger will Kreml-Chef Wladimir Putin weiterhin keine ernstzunehmenden Verhandlungen über ein Ende des Krieges. Eine Kernbedingung für Putin sei die Beanspruchung des Donbas. Für einen Kompromiss sei der Kreml nicht bereit, so Lininger, so ORF.at am 22.10.2025.

HTH kommentiert: Es gibt keine medienrechtliche Möglichkeit, alle Sätze zu verbieten, die mit „Putin will“ beginnen. Es gibt nur die einfache Wahrheit, dass Sätze, die so anfangen, nicht mit Tatsachenbehauptungen, sondern nur mit reinen Spekulationen enden können. Dass ein Korrespondent aus Moskau zugeschaltet wird, um einen „Informationsgehalt“ dieser Aussage zu suggerieren, kann nicht über die banale Tatsache hinwegtäuschen, dass alle „Will-Sätze“ ausschließlich Will-kürbekundungen des Speakers sind.

Trump, Putin und Orbán – zu viel Vernunft für die transatlantische Elite?

 „Noch vor wenigen Tagen kündigte US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Budapest an. Doch nun liegt das Vorhaben Medienberichten zufolge auf Eis. Der Gipfel sei auf unbestimmte Zeit verschoben worden. … Trump hatte – man erinnere sich – im Wahlkampf angekündigt, er wolle “innerhalb von 24 Stunden” Frieden schaffen. Doch das war, bevor er im Morast der westlichen Diplomatie versank. Kaum telefoniert er mit Putin, klingt er nach Realpolitik. Kaum trifft er Selenskyj, klingt er wieder wie ein transatlantischer Missionar. Erst soll Kiew Land abtreten, dann plötzlich alles zurückerobern, dann wieder “stoppen, wo man steht”. Ein außenpolitischer Zickzackkurs ohne klare Linie. Dabei liegt die Wahrheit auf der Hand: Trump hat verstanden, dass dieser Krieg längst nicht mehr um ukrainisches Territorium geht, sondern um geopolitische Dominanz“, schreibt Heinz Steiner auf Report24.news (22.10.25)

HTH kommentiert: Steiners Argumente sind nachvollziehbar. Allerdings führt er sich selbst ad absurdum, wenn er im Titel seines Artikels Trump „Vernunft“ unterstellt und weiters aus dem offensichtlichen „Zickzackkurs ohne klare Linie“ genau das Gegenteil folgert: eine klare Linie. Der immer noch mächtigste Mann der Welt hätte damit die „Kritik der reinen Vernunft“ widerlegt und den „Untergang des Abendlandes“ endgültig besiegelt (seine exzentrische Unterschrift wäre dafür bestens geeignet). Auch wenn Trump impulsiv oft den Nagel auf den Kopf trifft („Geht nach Hause, stellt die Kämpfe ein, stoppt das Töten.“), so schlägt er mit seinem Hammer noch viel öfter daneben. Er trifft aber nie seinen eigenen Daumen – denn um die Nägel zu halten, dafür sind seine Vasallen da.

Wien Museum würdigt Otto Neurath

Wienmuseum Isotypie

17. Oktober 2025 (Information des Wien Museums) 1925 wird in Wien die Vermittlung von Wissenschaft, von gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen revolutioniert. Die Gründung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums durch den Philosophen und Ökonomen Otto Neurath zielt auf eine Demokratisierung des Wissens und auf neue Methoden der visuellen Kommunikation. Mit Piktogrammen und Mengenbildern wird die „Wiener Methode der Bildstatistik“ in den 1930er-Jahren als „Isotype“ (International System of Typographic Picture Education) zu einer weltweit verwendeten Bildsprache. Zum Kernteam zählen neben Otto Neurath die Grafikerin Marie Reidemeister und der Künstler Gerd Arntz.

Die Ausstellung "Wissen für alle: Isotypie - die Bildsprache aus Wien" von 6. November 2025 bis 5. April 2026 spannt einen Bogen von den Ursprüngen im Roten Wien über die Internationalisierung von Isotype bis zur aktuellen Bedeutung für Wissensvermittlung, Grafikdesign und Kunst. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit mehr als 40 Beiträgen internationaler Autor:innen.

Der Förderverein des Wien Museums unterstützt die Ausstellung mit dem Ankauf von 11 Istoype-Tafeln.

Kurator:innen: Günther Sandner, Werner Michael Schwarz, Susanne Winkler

Ausstellungsarchitektur: Mark und Hamann

Ausstellungsgrafik: Studio Olaf Osten

Ausstellungssponsor: AK Wien

Die Eröffnung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums 1925 sowie der 80. Todestag seines Gründers Otto Neurath sind der Anlass für zwei weitere Ausstellungen in Wien:

+ Gesellschaft & Wirtschaft – Zeitgenössische Positionen zu Otto Neurath, 30. Oktober 2025 – 25. Januar 2026 im Wien Museum musa

+ Was wäre Wien Öffnet externe Seite ab 25. September 2025 im Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum

Neurath Otto, ISOTYPE

AIT stark in EU-Projekten

WolkeKreuz

17. Oktober 2025. Diese Woche wurden zwei EU-Projekte bekannt, bei denen AIT Austrian Institute of Technology eine starke Rolle spielt:

1. „Catalyse“ mit einer Laufzeit von 36 Monaten und einem Budget von knapp 2 Mio Euro

2. "Mithos" mit einer Laufzeit von vier Jahren und einem Budget von laut EU exakt 5.395320 Euro

AIT koordiniert EU-Projekt „Catalyse“

16.10.2025 (Presseinformation Center for Innovation Systems & Policy des AIT)

In Wien fiel der Startschuss für das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt Catalyse. Es begleitet Städte auf dem Weg zur Klimaneutralität und setzt dabei auf sogenannte Knowledge Institutions (KIs), Wissensorganisationen als vertrauenswürdige Knotenpunkte lokaler Innovationsökosysteme. Gastgeber des Kickoffs war der Projektkoordinator, das AIT Austrian Institute of Technology. Elf Partner und Delegationen aus Leipzig, Manchester, Rotterdam und Wien erarbeiteten ein gemeinsames Verständnis und erste Leitlinien– mit Fokus auf Zusammenarbeit, soziale Innovation und Bedarfe vor Ort.

Wissensorganisationen als Schlüssel für missionsorientierte Klimapolitik

„Im Zentrum von Catalyse steht die Überzeugung, dass Wissensorganisationen wie etwa Universitäten oder Forschungseinrichtungen eine entscheidende Veränderungs­kraft sind: Sie unterstützen missionsorientierte Politik und stärken Innovationsökosysteme. Als vertrauenswürdige Verbinder bringen sie vielfältige gesellschaftliche Akteur:innen zusammen, unterstützen den Erfolg sozialer Innovationen, stärken die europäische Zusammenarbeit und verankern Klimaschutz fest in der Lebensrealität lokaler Gemeinschaften“, sagt Gudrun Haindlmaier, Projektkoordinatorin am AIT Austrian Institute of Technology.

Catalyse setzt – im Rahmen der ehrgeizigen EU-Politikvorhaben und Missionen – seinen Schwerpunkt auf die Cities Mission: „100 klimaneutrale und smarte Städte bis 2030“.

Von der Mission zur Umsetzung vor Ort

Das Projekt will das Potenzial der Cities Mission noch besser mit den Bedürfnissen der einzelnen Städte verzahnen. Dabei sollen Synergien zwischen den vorhandenen Initiativen gebündelt werden, bestehendes Experimentieren mit Institutionalisierung verbunden und die Rolle von Wissensorganisationen nachhaltig gestärkt werden.

Drei zentrale Herausforderungen adressiert das Projekt dabei ausdrücklich:

+ Klimaschutz ist häufig noch unzureichend lokal verankert

+ Das transformative Potenzial transdisziplinärer sozialer Innovation wird zu wenig genutzt

+ Viele Städte erproben innovative Ansätze für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, doch diese Initiativen bleiben häufig auf einzelne Projekte beschränkt (oft mit Ablaufdatum) und fragmentiert

Catalyse wird daher die Rolle von Wissensorganisationen als transformative Hubs in lokalen Ökosystemen untersuchen und stärken. Dies geschieht durch Capacity Building, gegenseitigem Lernen zwischen den Städten und der Schaffung inklusiver Räume, in denen unterschiedliche Stakeholder gemeinsam Lösungen entwickeln.

Vier Pilotstädte als Reallabore

Die Pilotstandorte dienen als Versuchsräume, um zu untersuchen, wie unterschiedliche Typen von Knowledge Institutions – von Research & Technology Organisations (RTOs) in Wien und Leipzig bis zu Universitäten in Manchester und Rotterdam – mit lokalen Akteur:innen Klimaschutz und soziale Innovation vorantreiben:

+ Leipzig – Anpassung des Climate City Contract auf lokaler Ebene

+ Manchester – Untersucht die Rolle von Wissensorganisationen als Katalysatoren zum Überwinden fragmentierter Experimentierzyklen

+ Rotterdam – Sozial ausgewogene, klimaneutrale Wärmeversorgung

+ Wien – Klimaneutrale Stadtteile auf ehemaligen Bahnflächen gemeinsam entwickeln

Über das Projekt

Catalyse- Knowledge institutions catalysing local action for net zero“ ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt zur Unterstützung europäischer Städte auf dem Weg zur Klimaneutralität und hat eine Laufzeit von 36 Monaten. Das Konsortium, koordiniert vom AIT Austrian Institute of Technology besteht aus 10 Partner aus Forschung, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen Knowledge Institutions/Wissensorganisationen als Katalysatoren für missions-orientierte Politikgestaltung, soziale Innovation und skalierbare Lösungen in Städten. Grant Agreement: 101217086.

AIT Austrian Institute of Technology

Marketing and Communications

bauernladen.at wird 7 Jahre

bauernladen

unverschwendet.at setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

(pts013/14.10.2025) Seit nunmehr sieben Jahren steht bauernladen.at für Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit. Die Online-Plattform verbindet Konsument:innen direkt mit 800 österreichischen Produzent:innen aus den Bereichen Lebensmittel, Getränke, Kosmetik und Handwerk. bauernladen.at ist mit dem bauernladen.at-Gutschein und einem breiten Angebot an Geschenkboxen Österreichs führender Anbieter für nachhaltige, regionale Genuss-Geschenke für jeden Anlass. Gemeinsam mit dem Wiener Unternehmen Unverschwendet setzt bauernladen.at nun einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Im Rahmen der Partnerschaft finden die geretteten Lebensmittel von Unverschwendet in den Bauernladen-Geschenkboxen Platz und können natürlich auch direkt auf bauernladen.at erworben werden. Für Firmen werden diese Feinkostgeschenke auch in größeren Mengen und auf Wunsch individuell konfektioniert.

Foto von links: Cornelia Diesenreiter (Unverschwendet), Barbara Bauer (bauernladen.at), Andreas Diesenreiter (Unverschwendet)

Ein Meilenstein für nachhaltigen Genuss

"Unsere Vision war es von Anfang an, regionale Produzent:innen zu stärken, indem wir ihnen einen Marktplatz bieten, auf dem sie Konsument:innen und Unternehmen als Kunden gewinnen können", erklärt Barbara Bauer, Prokuristin von bauernladen.at. "Mit Unverschwendet haben wir einen Partner gefunden, der unsere Werte teilt und mit innovativen Produkten aus geretteten Lebensmitteln überzeugt."

Das Unternehmen Unverschwendet, gegründet von den Geschwistern Cornelia und Andreas Diesenreiter, verarbeitet seit 2015 überschüssiges Obst und Gemüse zu hochwertigen Feinkostprodukten. Die Produktpalette umfasst Marmeladen, Sirupe, Chutneys, Senf und Saucen – allesamt hergestellt aus Lebensmitteln, die aufgrund von Größe, Form oder Reifegrad nicht im Handel verkauft werden können.

"Unsere Mission ist es, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig köstliche Produkte zu kreieren", sagt Cornelia Diesenreiter. "Durch die Zusammenarbeit mit bauernladen.at erreichen wir noch mehr Menschen, die Wert auf Nachhaltigkeit und Qualität legen."

Die Partnerschaft zwischen bauernladen.at und Unverschwendet ist ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Lebensmittelwirtschaft. Beide Unternehmen setzen sich dafür ein, Ressourcen zu schonen, regionale Produzent:innen zu unterstützen und Konsument:innen für bewussten Konsum zu sensibilisieren.

Über bauernladen.at

bauernladen.at ist die führende digitale Plattform für nachhaltige Landwirtschaft und regionale Produktion. bauernladen.at ist mit dem bauernladen.at Gutschein und einem breiten Angebot an Geschenkboxen Österreichs führender Anbieter für nachhaltige, regionale Geschenke für jeden Anlass.

bauernladen.at, Markus Bauer

E-Mail: m.bauer@bauernladen.at

Telefon: +43 (1) 91920 2111

Über unverschwendet.at

Unverschwendet wurde 2015 von Cornelia und Andreas Diesenreiter gegründet und hat sich der Rettung von überschüssigem Obst und Gemüse verschrieben. Das Unternehmen produziert Feinkostprodukte aus geretteten Lebensmitteln und setzt sich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein.

unverschwendet.at, Cornelia und Andreas Diesenreiter

E-Mail: hi@unverschwendet.at

Telefon: +43 660 393 42 80