10 Jahre Pflegestudium in St. Pölten

Pflegestudium

Bachelor-Studiengang Gesundheits- und KrankenpflegePLUS feiert sein zehnjähriges Jubiläum

(pts 20.11.2025) - Ein Studium, zwei Standorte: Seit zehn Jahren bietet die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten das Bachelorstudium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS an – seit 2023 auch am Bildungscampus Mostviertel in Mauer. Bei der Jubiläumsfeier gratulierten unter anderem die Landesräte Christiane Teschl-Hofmeister und Martin Antauer sowie Bürgermeister Matthias Stadler.

Foto Copyright: Lauris Lamplmair

Seit 10 Jahren bildet die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten erfolgreich Pflegekräfte aus. Was 2015 mit 56 Studierenden im ersten Jahrgang begann, entwickelte sich angesichts des steigenden Bedarfs an Pflegekräften zu einem der größten Studiengängen der Hochschule St. Pölten. Heute bietet der Bachelor-Studiengang Gesundheits- und KrankenpflegePLUS insgesamt 185 Studienplätze – an zwei Standorten.

In St. Pölten stehen jährlich 161 Plätze zur Verfügung – 41 im Sommer- und 120 im Wintersemester. Seit 2023 können Studierende ihr Studium auch am Bildungscampus Mostviertel in Mauer beginnen, wo 24 Plätze im Wintersemester angeboten werden. Derzeit bereiten sich rund 480 Studierende auf eine Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich vor, davon rund 400 in St. Pölten und rund 80 in Mauer.

"Unser Bachelor-Studiengang Gesundheits- und KrankenpflegePLUS feiert 10 Jahre erfolgreiche Ausbildung – ein bedeutender Meilenstein für uns. Bis heute konnten wir rund 630 Absolvent*innen wissenschaftlich fundiert und praxisnah auf eine zukunftsorientierte Karriere im Gesundheitswesen vorbereiten und in die Praxis begleiten. Damit leisten wir als Hochschule einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Region und treiben zugleich jene Innovationen voran, die das Gesundheitswesen von morgen dringend braucht", sagt Johann Haag, Geschäftsführer der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.

Meilenstein für die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten

Das Jubiläum wurde am 19.11.2025 mit Studierenden, Absolvent*innen, Lehrenden und Politik im festlichen Rahmen am Campus St. Pölten gefeiert.

"Der Pflege- und Betreuungssektor ist eine Zukunftsbranche. Die Lebenserwartung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher steigt, das ist einerseits ein gutes Zeichen für die Gesundheitsversorgung, andererseits steigt damit auch der Pflegebedarf. Wir haben daher die Pflegeausbildungsplätze erhöht und von der Mittelschule bis zum 2. Bildungsweg regionale Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen. Das Jubiläum der USTP und vor allem die Zahl der Absolventinnen bzw. Absolventen sowie die Zahl der Studierenden untermauern die Bedeutung und das Interesse an einem Berufsfeld, in dem der Mensch so sehr im Mittelpunkt steht, wie in kaum einem anderen Job", sagt Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in Vertretung für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

"Zehn Jahre Pflegestudium am Campus St. Pölten stehen für Qualität, Verantwortung und Menschlichkeit. Die Absolventen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unser Gesundheitssystem. Pflege ist mehr als ein Beruf – sie ist eine Berufung, die Herz, Stärke und Engagement verlangt. Mein Dank gilt den Lehrkräften, den Verantwortlichen am Campus und vor allem den Absolventen. Ihre Arbeit wird gebraucht, geschätzt und anerkannt. Ich gratuliere herzlich zum Jubiläum und wünsche allen viel Erfolg und Freude für die Zukunft", betont Landesrat Martin Antauer beim Jubiläumsfest.

"Seit nunmehr zehn Jahren leistet die USTP mit dem Bachelorstudium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS einen unverzichtbaren Beitrag zur Ausbildung hochqualifizierter Pflegefachkräfte, die heute dringender denn je gebraucht werden. Das moderne und praxisorientierte Studienangebot setzt dabei Maßstäbe in der Vorbereitung auf die Herausforderungen eines sich stets wandelnden Gesundheitswesens. Von den hervorragend ausgebildeten Absolvent*innen und der bedeutenden Forschungstätigkeit profitiert nicht nur unsere Stadt, sondern die gesamte Region", so Bürgermeister Matthias Stadler.

Studium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS

Im Studium erwerben Studierende die notwendigen Kompetenzen und Kenntnisse für eine Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich. Das modular aufgebaute Studium basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und vermittelt Lehrinhalte zu diagnostischen, rehabilitativen und therapeutischen Maßnahmen zur Erhaltung von Gesundheit und Vorbeugung von Krankheit.

Zusatzausbildung: Lehrgang Präklinische Versorgung und Pflege

Studierende, die ihr Bachelor-Studium "Gesundheits- und KrankenpflegePLUS" im Wintersemester am Bildungscampus Mostviertel oder am Campus St. Pölten beginnen, können den Akademischem Lehrgang "Präklinische Versorgung und Pflege" parallel zum Studium absolvieren. Sie vertiefen damit ihr Know-how in den Bereichen Notfallmanagement, medizinischer Diagnostik und Therapie im klinischen und präklinischen Setting und erhalten neben der Berufsberechtigung für Gesundheits- und Krankenpflege auch die Berufs- und Tätigkeitsberechtigung als Rettungs- und Notfallsanitäter*in.

Promotionsrecht für Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Die Österreichische Fachhochschulkonferenz fordert ein Promotionsrecht für Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Österreich. Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten unterstützt diese Forderung. Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten forscht auch im Bereich Digitales Gesundheitswesen und Pflege. Dieser Bereich ist hervorragend etabliert und über die letzten Jahre stark ausgebaut worden. Für die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten ist es wichtig, die Möglichkeit zu erhalten, in diesem Bereich eigenständige Doktoratsprogramme anzubieten. Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind eng mit Unternehmen und regionalen Strukturen vernetzt. Doktorand*innen treiben Schlüsseltechnologien und Innovationen voran, die in Wirtschaft, Industrie und KMU einfließen. Regionen profitieren durch eine stärkere Standortbindung und Unternehmen durch praxisnahe Forschung.

ÖGUT Umweltpreise 2025

umwelt u beton

pts 19.11.2025Zum 38. Mal prämierte die ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) im Rahmen ihres Jahresempfangs zukunftsweisende soziale und technische Innovationen mit dem ÖGUT-Umweltpreis. Aus 252 Einreichungen wurden 27 Nominierungen und daraus elf Preisträger:innen von unabhängigen Jurys ausgewählt. Insgesamt wurden € 40.000 an Preisgeldern vergeben.

Eröffnung des ÖGUT-Jahresempfangs durch Bundespräsident Alexander van der Bellen und Bundesminister Norbert Totschnig

"Ohne Ihre Arbeit wäre die nachhaltige Entwicklung in unserem Land noch lange nicht so weit, wie sie jetzt ist." – Bundespräsident Alexander van der Bellen eröffnete am 18. November 2025 den Jahresempfang der ÖGUT mit einer Video-Ansprache direkt an die ÖGUT-Mitarbeiter:innen.

Die ÖGUT feiert 2025 ihr 40-jähriges Bestehen. Seit 1985 setzt sie auf die Einbeziehung aller Betroffenen, wenn es darum geht, Bausteine und Wege für eine nachhaltige Entwicklung zu finden: ökologisch zielführend, ökonomisch tragfähig und sozial vertretbar. Mit dem Aufbau von Netzwerken, zahlreichen wissenschafts-gestützten Projekten und Initiativen trug und trägt sie maßgeblich zur Transformation hin zu einer ressourcenschonenden und klimafitten Zukunft bei.

Auch Bundesminister Norbert Totschnig (BMLUK) betonte in seiner Videobotschaft an die etwa 300 Gäste beim ÖGUT-Jahrempfang im Kuppelsaal der TU Wien, wie wichtig Dialog und Zusammenarbeit sind, wenn es um den Schutz unserer Umwelt gehe. "Denn nur gemeinsam entstehen nachhaltige Lösungen", so Bundesminister Totschnig.

ÖGUT-Umweltpreise 2025 vergeben

Zum 38. Mal würdigte die ÖGUT mit dem Umweltpreis Menschen und Organisationen, die mit Mut und Kreativität eine klimaneutrale, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft gestalten. Die 252 Einreichungen, 27 Nominierten und elf Preisträger:innen zeigen, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaft erfolgreich Hand in Hand gehen und wie soziale Innovationen gelingen.

→ Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten/Initiativen und Personen sowie Fotomaterial: www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025

"Die insgesamt 252 Einreichungen zeigen deutlich, dass sich eine rapide wachsende Zahl an Unternehmen, Gemeinden und zivilgesellschaftliche Akteur:innen Gedanken machen, wie die Transformation zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft gelingen kann", so Monika Auer, Generalsekretärin der ÖGUT.

Sie überreichte im Rahmen des ÖGUT-Jahresempfangs am 18. November 2025 die Umweltpreise gemeinsam mit ÖGUT-Präsidentin Andrea Reithmayer und Vertreter:innen der Sponsoren BMIMI, BMLUK, Österreichischer Städtebund, Energiepark Forschungsstiftung, Coca-Cola, sowie die Nachhaltigkeitsmagazine BUSINESSART und LEBENSART.

Die Preisträger:innen 2025

Der ÖGUT-Umweltpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. In enger Zusammenarbeit mit den Sponsoren hat die ÖGUT die Kategorien ausformuliert, in denen die Umweltpreise 2025 vergeben wurden. Die Preiseermöglichen den Projekten eine breite öffentliche Anerkennung und Vorbildwirkung und unterstützen durch den finanziellen Bonus ganz konkret die Umsetzung von Ideen und Projekten.

Alle Preisträger:innen und Nominierten finden Sie hier ausführlich beschrieben: www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025

Preisträgerinnen in der Kategorie Frauen* in der Umwelttechnik (mit Unterstützung des BMIMI)

Diverse Teams erzeugen auf allen Ebenen bessere, resilientere Lösungen – auch im Bereich der Nachhaltigkeit.

Bundesminister Peter Hanke (BMIMI, Sponsor der Kategorie "Frauen* in der Umwelttechnik): "32 Einreichungen in dieser Kategorie zeigen, wie Frauen* in der Umwelttechnik Forschung, Innovation und Nachhaltigkeit verbinden - sie sind Pionierinnen* einer nachhaltigen Zukunft und inspirierende Role Models für kommende Generationen in Österreich."

Klima- und Umweltschutz in Städten und Gemeinden: Kategorien "Klimaneutrale Stadt" und "Nachhaltige Kommune"

Zur Erreichung der Klimaneutralität spielen Städte und Gemeinden eine wesentliche Rolle. Innovationen dienen dabei als zentraler Hebel und setzen damit wirksame Impulse für nachhaltige Veränderungen im Gesamtsystem. Für die Kategorie "Klimaneutrale Stadt" gab es heuer 61 Einreichungen, für die "Nachhaltige Kommune" 38.

Thomas Weninger (Österreichischer Städtebund, Sponsor der Kategorie "Nachhaltige Kommune"): "Gerade während der COP30 in Belém ist es wichtig aufzuzeigen, dass Nachhaltigkeit auf Gemeindeebene besonders spürbar ist. Wir würdigen herausragende Projekte und engagierte Leistungen von der Abfallvermeidung über Dekarbonisierung und Klimaschutz bis zu nachhaltiger Mobilität."

Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement (Sponsor: BMLUK)

Insgesamt konnte die Jury aus 43 Projekten die Preisträger:innen für top-down- und bottom-up-Partizipation wählen. Bundesminister Norbert Totschnig (BMLUK, Sponsor der Kategorie "Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement"): "Für die Gestaltung unserer Zukunft braucht es aktive Beteiligung der Bevölkerung und Impulse aus der Zivilgesellschaft."

Zwei Kategorien zum Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft: von der Forschung zur Anwendung

Ausgezeichnet wurden aus den insgesamt 47 Einreichungen zum Thema Kreislaufwirtschaft Projekte und Aktivitäten, die einen essenziellen Beitrag dazu leisten, lineare Wertschöpfungsketten zu Kreisläufen umzuwandeln und damit den primären Ressourceneinsatz radikal zu verringern, sowie Unternehmen, die die in der gelebten Praxis an der Reduktion des Abfallaufkommens in der Produktion arbeiten und Lösungen für eine kreislauffähige Produktion von morgen entwickelt und bereits erprobt haben.

Philipp Bodzenta (Unternehmenssprecher Österreich von The Coca-Cola Company, Sponsor der Kategorie "Unternehmen am Weg zur Kreislaufwirtschaft): "Die Realisierung der Kreislaufwirtschaft ist DIE Herausforderung für Unternehmen – deswegen unterstützen wir seit 16 Jahren den ÖGUT-Umweltpreis mit einer eigenen Kategorie für Unternehmen am Weg zur Kreislaufwirtschaft."

Sonderpreis Erneuerbare Energie (Sponsor: Energiepark Forschungsstiftung)

Zum zweiten Mal wurde der Sonderpreis Erneuerbare Energie an Initiativen vergeben, die mit Erneuerbaren Energielösungen einen konkreten Beitrag zur Reduktion fossiler Energieträger und zu einer gemeinsamen klimapositiven Energiezukunft leisten. Die Jury kürte aus 17 Einreichungen einen Preisträger:

Sonderpreise der Nachhaltigkeitsmagazine BUSINESSART und LEBENSART

Aus allen 252 Einreichungen zum ÖGUT-Umweltpreis 2025 wählten die renommierten Nachhaltigkeitsmagazine BUSINESSART und LEBENSART zwei Sonderpreisträger:innen.

Publikumspreis: im Rahmen des ÖGUT-Jahresempfangs wählten die etwa 300 Gäste per Mentimenter-Voting aus allen Nominierten, die keinen ÖGUT-Umweltpreis bekommen habe, ihren Favoriten. Gewonnen hat das Projekt KiGRa – Kindergemeinderat der Landentwicklung Steiermark à zur Projektbeschreibung www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025/partizipation-kigra.php

Zusätzlich: Verleihung der Nachhaltigkeitszertifikate an betriebliche Vorsorgekassen

Bereits zum dritten Mal in Folge wurden die Nachhaltigkeitszertifikate im Rahmen des ÖGUT-Umweltpreises verliehen. Für das Berichtsjahr 2024 haben sich acht betriebliche Vorsorgekassen der ÖGUT-Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen: Sieben Auszeichnungen in Gold und eine in Silber zeugen eindrucksvoll vom kontinuierlichen Engagement dieser Kassen auf dem Gebiet der nachhaltigen Veranlagungen. Die Ergebnisse der Prüfung basieren auf den Gutachten der ÖGUT in Zusammenarbeit mit einer ExpertInnen-Jury. Zu den Ausgezeichneten betrieblichen Vorsorgekassen.

ÖGUT-Jahresempfang ist selbst nachhaltig

Die Veranstaltung wurde nach den Kriterien des ÖKOEventPlus durchgeführt. Für das im Zuge des Events entstandene CO2-Äquivalent von 2.720 kg geht ein finanzieller Beitrag an ein Klimaschutzprojekt mit Zusatzengagement. Das Kombiprojekt trägt zur Finanzierung eines zertifizierten Klimaschutzprojekts bei und unterstützt Baumpflanzungen in Österreich. Pro Tonne CO2 wird ein Baum in Österreich gepflanzt. Derzeit werden die Baumpflanzungen mit einem zertifizierten Social Impact Projekt in Indien kombiniert. Dieses Klimaschutzprojekt ermöglicht es Frauen vor Ort, saubere Energieprodukte wie Solarlampen und Wasserfilter zu erwerben. Unser Dank geht an Climate Partner, der diesen Beitrag und die Berechnung des CO2-Äquivaents als Sponsoring für den Event übernimmt. Weitere Infos: climatepartner.com

Fotomaterial und nähere Informationen zu den nominierten Projekten und Preisträger:innen finden Sie auf der ÖGUT-Website zum Download unter: www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025/

Beim Jahresempfang 2025 feierte die ÖGUT ihren 40. Geburtstag. Im Programm fand sich daher ein Kurzfilm – gedreht von den Mitarbeiter:innen der ÖGUT – mit einem humoristischen Blick zurück in das Gründungsjahr 1985.

https://www.youtube.com/watch?v=fn4_h-l-1P8

Mit Beiträgen von: Monika Auer, Gerhard Bayer, Petra Blauensteiner, Erika Ganglberger, Sonja Goldeband-Lang, Karin Granzer-Sudra, Susanne Hasenhüttl, Beatrix Hausner, Katharina Muner-Sammer, Julia Petschinka, Bianca Pfefferer, Veronika Reinberg, Barbara Ruhsmann, Inge Schrattenecker, Irene Sudra, Tina Tezarek, Franziska Trebut und Lukas Wagner.

Konzept und Regie: Jürgen Brües, Produktion: Julia Petschinka

Offener Brief an den Bundespräsidenten

offener Brief

Offener Brief von Manfred Maierbrugger an den Bundespräsidenten der Republik Österreich

16. November 2025

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

es gehört zum Wesen unserer Republik, dass die demokratische Verantwortung auf vielen Schultern ruht. Doch es gibt Momente in der Geschichte eines Landes, in denen die Bürde der Entscheidung auf nur eine Person fällt – auf das Staatsoberhaupt, dem die Verfassung die Aufgabe gegeben hat, Stabilität zu sichern, wenn politische Führung versagt. Österreich steht an einem solchen Punkt.

Immer deutlicher zeigt sich ein Bild, das viele Bürger – quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche – in wachsender Sorge vereint: Die aktuelle Bundesregierung ist in ihrer strategischen, fachlichen und organisatorischen Führungsfähigkeit überfordert. Dies ist kein Vorwurf, sondern eine Beschreibung der Realität, die sich aus hunderten kleinen Indizien zusammensetzt:

• mangelnde wirtschaftspolitische Steuerung

• unklare Prioritäten

• widersprüchliche Entscheidungen

• Stagnation in zentralen Reformbereichen

• ein wachsendes Vertrauensdefizit innerhalb der Bevölkerung

• und ein sichtbarer Verlust an internationaler Orientierungskraft

Österreich wirkt nach außen stabil, doch im Inneren regiert Unsicherheit. Nicht weil äußere Feinde uns bedrohen – sondern weil politische Führung ihren Auftrag nicht mehr ausreichend erfüllt.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Sie sind der Hüter der Verfassung. Aber dieser Titel ist nicht symbolisch, sondern verpflichtend. Die Bundesverfassung hat das Amt des Bundespräsidenten bewusst so ausgestaltet, dass es im Ernstfall handeln kann:

• Sie können eine Regierung entlassen.

• Sie können Minister abberufen.

• Sie können Neuwahlen ermöglichen.

• Sie können Stabilität herstellen, wenn die Regierung selbst kein Stabilitätsfaktor mehr ist.

Diese Kompetenzen sind kein politisches Dekor. Sie sind der Sicherheitsmechanismus der Republik.

Ich wende mich an Sie, weil viele Menschen in diesem Land nicht mehr glauben, dass die derzeitige Bundesregierung Österreich sicher durch die kommenden Jahre führen kann. Nicht aufgrund politischer Weltanschauungen, sondern aufgrund des sichtbaren Mangels an Kompetenz, strategischer Planung und Führungsfähigkeit. Wirtschaftliche Risiken steigen, gesellschaftliche Spannungen nehmen zu, internationale Unsicherheiten wachsen – und Österreich scheint innenpolitisch im Blindflug gefangen. Die Frage, die sich stellt, ist daher nicht mehr theoretisch:

Wann wird der Punkt erreicht sein, an dem Eingreifen nicht mehr eine Option, sondern eine Pflicht wird?

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Sie haben in Ihrer Amtszeit oft betont, dass Zusammenhalt, Verantwortung und Stabilität die Grundpfeiler unserer Demokratie sind. 

Doch Zusammenhalt entsteht nicht, wenn eine überforderte Regierung das Vertrauen der Bevölkerung verliert.

Verantwortung entsteht nicht, wenn politische Fehler aus Angst vor einem Eingriff hingenommen werden.

Und Stabilität entsteht nicht, wenn ein Land ohne klaren Kurs durch Krisen treibt.

Es ist legitim, wenn ein Staatsoberhaupt abwartet. Aber es ist gefährlich, wenn Abwarten zur Untätigkeit wird – während sich die Lage verschärft. Ich ersuche Sie daher mit allem Respekt, aber mit großer Deutlichkeit: Prüfen Sie, ob die Bundesregierung noch in der Lage ist, ihren Auftrag zu erfüllen. Und handeln Sie – im Rahmen Ihrer verfassungsmäßigen Befugnisse –, wenn diese Fähigkeit nicht mehr gegeben ist.

Denn es geht nicht um Parteien.

Nicht um Ideologien.

Nicht um politische Machtspiele.

Es geht um Österreich.

Es geht um die Zukunft dieses Landes.

Es geht um die Frage, ob wir rechtzeitig korrigieren – oder erst dann, wenn der Schaden längst eingetreten ist.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, die Republik vertraut darauf, dass Sie im entscheidenden Moment nicht nur die Rolle, sondern auch die Verantwortung Ihres Amtes wahrnehmen. 

Mit Respekt, aber mit der Klarheit eines Bürgers, dem dieses Land am Herzen liegt.

Manfred Maierbrugger

Pensionen. Finanzierung. Babyboomer.

ChatGPT H W Sinn vs O Spengler 800

19. November 2025 - „Hans-Werner Sinn kritisiert Babyboomer und Rentenpolitik. Der Ökonom Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des deutschen ifo Forschungsinstituts, hat Verständnis für den Unmut jüngerer Unionsabgeordneter in der Rentendebatte geäußert. Schwere Vorwürfe machte Sinn der Generation der Babyboomer. Diese habe zu wenige Kinder bekommen, um das Rentensystem zu stabilisieren. Gleichzeitig hätten die sogenannten Boomer Schulden gemacht, die nun „die Jungen an der Backe haben“, berichtet Epoch Times (19.11.2025).

Bild: ChatGPT: Hans-Werner Sinn (li) im Streitgespräch mit Oswald Spengler

ethos.at kommentiert: Der Herr Professor hat auch schon bessere Kommentare gespendet. Ein Zyniker würde bemerken, dass die Babyboomer zumindest die Pensionen des heute 77-jährigen Professors und seiner Generation gesichert haben. Tatsache ist: Nach dem Anschluss der DDR stieg die Bevölkerung des neuen Deutschlands von 79 Millionen 1989 auf 82 Millionen 1999. Nicht durch intensiven Ost-West-Verkehr, sondern durch Zuwanderung. Besonders stark war die Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion (Russlanddeutsche und Juden wurden geradezu aufgefordert zu kommen!) Die Wirtschaft krachte damals an allen Enden, die Arbeitslosenquote stieg in dem Jahrzehnt von rund 6 auf 12 Prozent!

Viele Russen kehrten in den vergangenen Jahren wieder in ihre alte Heimat zurück. Gekommen sind die Muslime, überfallsartig seit 2015. Die Arbeitslosenquote in dem Jahrzehnt bis 2025 blieb trotzdem verhältnismäßig konstant zwischen 7 und 6 Prozent, die Bevölkerung hat in der Zeit (nach einem Knick 2011 auf 80,5 Millionen) von 82 auf 83,5 Millionen zugenommen. Der Ökonom greift zu kurz, wenn er behauptet, die Pensionen seien aufgrund Enthaltsamkeit bzw. Verhütungsmethoden der Babyboomer nicht mehr finanzierbar.

Tatsache ist, dass seit den 1970er Jahren die Unfinanzierbarkeit der Pensionen mindestens einmal in jedem Jahrzehnt neu erfunden wurde. Der Professor Sinn sollte den Menschen besser den Sinn des Umlagensystems der Pensionen erklären. Und warum es heute wieder und immer noch Probleme damit gibt, bzw. wie sich die Probleme – trotz Bevölkerungszuwachses – verändern! Die verdatterte Erkenntnis, die Babyboomer haben zu wenige Babys produziert, ist jedenfalls kein Beitrag zu einer Lösung des Problems.

Ad Bevölkerungsstatistik siehe satista.com

Ad Arbeitslosenquote siehe destatis.de

Für Oswald Spengler ist der Bevölkerungsrückgang eine notwendige Entwicklung, die zum „Untergang des Abendlandes“ beiträgt. In seiner Abhandlung findet man sicher keine Antworten auf das Pensionsproblem. Aber seine teils magischen, teils ominösen Erklärungsansätze sind präziser, als der schlappige Kommentar des pensionierten Wirtschaftsprofessors. Folgende Zitate stammen aus dem 2. Teil, der 1922 erschienen ist; zweites Kapitel, „Städte und Völker“.

Fußball WM 2026: „historisch“

WM Kanzler und Kandidat

19. November 2025 - Oswald Spengler hat sich auf 1432 Seiten redlich bemüht, Leben, Takt, Schicksal, Geist und Seele der Geschichte zu verstehen und verständlich zu machen. HBP VdB schafft es in vier Sätzen, zu erklären was Geschichte für Österreich bedeutet: „Das ist ein historischer Erfolg für Österreichs Fußball! Unser oefb-Team hat gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet – und es geschafft. Echter rot-weiß-roter Teamspirit. Wir sind alle sehr stolz und freuen uns mit den Spielern.“ Anlass für diese Euphorie war ein Spiel gegen Bosnien-Herzegowina, das die Österreicher 1:1 gewonnen haben.

Historisch auch die Motivationsansprache unseres HBP: „7 Spiele, Torverhältnis 21:3, wir halten alle die Daumen, wird schon passen, gemma Burschen!“ In Wahrheit war das Torverhältnis vor dem letzten Spiel 18:3, davon haben die Helden Österreichs 14 Tore dem Zwergstaat San Marino verpasst. Aber was bedeutet das schon aus historischer Sicht? Angesicht der historischen Tragweite darf natürlich auch der Jubel des Sportministers nicht fehlen. Andi Babler @AndiBabler 18.11.25 via X.com: WM WIR KOMMEN! DAS TICKET IST GELÖST!“

Bei diesem Jubel muss jeder, der zu eh allem was zu sagen hat, dabei sein!

Christian Stocker @_Cstocker 18.11.25 via X.com: „Sensationell! Österreich fährt nach 28 Jahren wieder zur Fußball-WM 2026! Herzliche Gratulation an unsere Nationalmannschaft zu diesem großartigen Erfolg – ganz Österreich ist stolz auf euch und eure starke Quali-Leistung!“

Herbert Kickl @herbert_kickl 18.11.25 via X.com: „Österreich hat es geschafft! Wir sind Teilnehmer der kommenden Fußball-WM. Auf diese Nationalmannschaft kann Österreich mit Recht stolz sein. Konsequente Arbeit und die richtige Einstellung haben unser Nationalteam in die WM geführt. Dazu auch meinen herzlichen Glückwunsch. Alles Gute für die weiteren Herausforderungen!“

Historische Tatsache ist: Österreich nahm an sieben der bislang 22 Fußball-Weltmeisterschaften teil. Bis zur Austragung in Amerika 2026 dürfen sich die Österreicher wieder als Weltmeister fühlen, gefördert vom Hurra-Patriotismus der Politiker und Medien. Hierzulande gilt: Dabeisein ist alles. Dabeisein charakterisiert das Sein der Österreicher in seiner ganzen Breite und Tiefe. So breit und flach wie ein Fußballfeld, so untief wie die Wurzeln des Rasens..

Mit dieser typisch österreichischen Haltung lassen sich auch zwei Fragen leicht beantworten.

1. Gibt es eine österreichische Nation? Ja, solange es eine Fußballnationalmannschaft gibt. (Siehe auch: Die Geburt der österreichischen Nation aus dem Geist der Neutralität.)

2. Gibt es ein umfassende Landesverteidigung? Ja, im Happel-Stadion. (Siehe auch: Memorandum zur umfassenden Landesverteidigung.)

ERGÄNZUNG: Alle Ergebnisse der Qualifikation auf fussball-wm.pro

SIEHE AUCH KURIER-Bericht: Jubel in Rot-Weiß-Rot: "Dieser Zusammenhalt ist eine eigene Liga". Dem Jubel folgt der Skandal auf dem Fuß: „Standard" lässt Österreichs Quali-Kracher komplett aus Sieht so journalistische Relevanz aus? In Oscar Bronners "Standard" suchte man Österreichs WM-Quali-Ergebnis am Mittwoch vergeblich, enthüllt Heute.at (19.11.25). Das qualitätsjournalismusgeförderte Schmierblatt HEUTE gegen den qualitätsjournalismusgeförderten Hofberichterstatter derSTANDARD – das ist Brutalität.

ORF Public Value 2025

ORF Best of

Der ORF leistet sich zur regelmäßigen Selbstbestätigung seiner Unfehlbarkeit die Abteilung „Public Value“ mit den Aufgaben Qualitätssicherung, Medienqualität, Dialogforum, Nachrichten in Einfacher Sprache und Next Generation. Alle Details dazu finden sich auf zukunft.orf.atorf.at

Die neueste Public Value „Studie“ beschäftigt sich mit Armut.

ORF-O-Ton: Gemeinsam mit Fachleuten aus dem Medien-Bereich wird das ORF-Programm regelmäßig untersucht. Die aktuelle ORF-Studie beschäftigt sich mit dem Thema Armut. Larissa Krainer von der Universität in Klagenfurt und Josef Seethaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben die Studie gemacht.

Armuts-Betroffene fühlen sich oft von der Gesellschaft und Medien ausgeschlossen. Oft ziehen sich Armuts-Betroffene aus der Öffentlichkeit zurück, weil sie sich nicht verstanden fühlen. Das hat auch mit der Darstellung von Armut in den Medien zu tun.

Heute wird Armut häufig als Einzel-Schicksal und als Schuld von den Betroffenen dargestellt. Zum Beispiel wenn Sendungen die Betroffenen als faule Menschen darstellen. Armut soll auch als Problem der Gesellschaft dargestellt werden und nicht als die Schuld von Einzelnen.

Außerdem wird meistens nur zu besonderen Anlässen über Armut berichtet, zum Beispiel zu Weihnachten. Es soll mehr Berichte über Armut, mit Betroffenen als Experten in eigener Sache geben. Allein-Erziehende, ältere Menschen und Menschen mit geringen Deutsch-Kenntnissen, sind in Österreich besonders von Armut betroffen. Sie nehmen weniger am öffentlichen Leben teil und nutzen weniger Nachrichten-Angebote. Das ist schlecht für die Demokratie. Denn nur wer Informationen versteht, kann sich eine freie Meinung bilden und eigenständig wählen.

Befragung von Armuts-Betroffenen

Für die Studie wurden Armuts-Betroffene zu den ORF-Angeboten befragt. Laut Befragung leistet der ORF oft gute Arbeit. Bei der Befragung wurden aber auch Verbesserungs-Wünsche genannt:

- Es soll mehr Berichte aus der Sicht von Armuts-Betroffenen geben.

- Betroffene wünschen sich mehr respektvolle Unterhaltungs-Sendungen zu Armut und Ausgrenzung.

- Die Befragten sagen: Informations-Sendungen sind häufig unverständlich, weil die Sprache zu schwierig ist und viele Fremdwörter verwendet werden.

- Sie wünschen sich deshalb mehr ORF-Angebote in Einfacher Sprache.

Ein weiteres Ergebnis von der Studie ist, dass der ORF mehr Angebote in sozialen Medien anbieten soll. Außerdem wünschen sich die Befragten mehr Informationen zur Nutzung von Medien, zum Beispiel wie man Fake News erkennt. Die Ergebnisse der Studie werden jetzt vom Team der Schulungs-Abteilung im ORF unterrichtet.

ethos.at: Jeder, der selbst denken kann, versteht aufgrund dieser Zusammenfassung, dass diese „Studie“ – so wie jede Public Value Studie bisher – exakt die Ergebnisse geliefert hat, die der ORF bestellt hat. Es gibt immer noch genug Menschen in Österreich, die selbst denken, sogar wenn sie an oder unter der Armutsgrenze leben. Dass man den Armen (Neudeutsch „Armuts-Betroffenen“) pauschal unterstellt, dass Armut blöd macht, ist eine Unverschämtheit! („Sie wünschen sich deshalb mehr ORF-Angebote in Einfacher Sprache.“) Die Vertreter dieses primitiven Klischees haben offensichtlich übersehen, dass viele Künstler, Autoren, Musiker und andere „neue Selbstständige“ (siehe Definition WKO) an oder unter der Armutsgrenze leben.

Der ORF-Bericht „über Armut als Herausforderung“ (science.orf.at 31.10.2025) liefert immerhin die altbekannten Fakten: „17 Prozent der Bevölkerung sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. In Österreich sind dies über 1,5 Millionen Menschen.“

Die Studienautoren haben dazu „Fokusgruppen-Gespräche und Leitfadeninterviews mit Betroffenen und Vertreter:innen zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen und Einrichtungen in Bildung und Wissenschaft mit drei Hauptthemen durchgeführt:

- zum Informationsangebot des ORF;

- zur Repräsentationsebene, also der Konstruktion von Armut und soziale Ausgrenzung in den diversen Programmangeboten;

- zur Ebene der partizipativen Einbindung der Betroffenen in die Programmgestaltung.“

ethos.at: Die Frage, ob man die armutsgefährdeten Österreicher von der Haushaltsabgabe befreien und wie das möglichst unbürokratisch geschehen könnte, wurde offenbar nicht gestellt. Naturgemäß, würde Thomas Bernhard sagen.

Vor Weihnachten läuft im ORF wieder die Spenden-Aktion „Licht ins Dunkel“, eine Sozial-Lokomotive, die den Ärmsten unseres Landes helfen soll. Wie üblich sammeln auch heuer wieder Staatskünstler und sonstige „prominente Gäste“ in der Gala für die Hascherl, die durch den sozialen Rost gefallen sind. Die Frage, warum der ORF nicht armutsgefährdeten Künstlern, Autoren, Musikern, die bislang noch nie im ORF aufgetreten sind, bei der Licht-ins-Dunkel-Gala eine Bühne bietet, bleibt auch dieses Jahr unbeantwortet. Naturgemäß, weil sie gar nicht gestellt wurde.

Sapere aude!

Weitere ORF-Selbstbespiegelungen

Best of ORF

Qualität hat zuweilen auch einen Namen. Jedes Jahr werden rund 100 ORF-Mitarbeiter:innen bzw. -Produktionen für ihre journalistische und künstlerische Arbeit ausgezeichnet. Der aktuelle Public-Value- Bericht präsentiert eine Auswahl der Preisträger:innen und hat Wissenschafter:innen um einen Public-Value-Check gebeten. Woran lässt sich Medienqualität erkennen? Wie wird dadurch der öffentlich-rechtliche Auftrag erfüllt? Und nicht zuletzt: Wem nützt der ORF und wie? Zahlreiche Interviews geben Antworten; Zahlen, Daten und Fakten belegen die Leistung des ORF 2024.

Was ist drin im ORF?

In TV, Radio, Online, den neun Landesstudios, den Kooperationen mit 3sat und ARTE? Was liefert der ORF als Gegenleistung für 50 Cent pro Tag und Haushalt? Wie erfüllt er seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag? Hier finden Sie 50 konkrete Fragen an den ORF und 50 konkrete Antworten.

Was bedeutet eigentlich Public Value?

Zu den entscheidenden Distinktionsmerkmalen [Anm: einfache Sprache!] öffentlich-rechtlicher Medien gegenüber kommerziellen Anbietern gehört ihre Gemeinwohlorientierung, ihr Public Value. Ihre Ziele sind eben nicht die Maximierung der Gewinne einzelner, sondern Werte, die den demokratischen, sozialen und kulturellen Zusammenhalt der Gesellschaft stützen. Für den Erdenker des Begriffs, Mark Moore, ist Public Value mit dem öffentlichen Wesen der Public Value erzeugenden Institution verbunden. Was bedeutet Public Value für den ORF?

SIEHE AUCH: Anima Incognita Kulturmagazin 4/2025

Memorandum: Geistige Landesverteidigung

Thanner geistige LandesV

17. November 2025 - Klaudia Tanner @tannerklaudia via X.com 16.11.2025 „Es ist gut und wichtig, dass die geistige Landesverteidigung wieder verstärkt an den Schulen unterrichtet wird, sie ist elementarer Teil der umfassenden Landesverteidigung. Unsere Informationsoffiziere leisten schon jetzt an den Schulen großartige Arbeit, ihre Besuche werden von Schülerinnen und Schülern sehr geschätzt! #missionvorwärts (KT)“ Der link führt zu einem ORF-Bericht, der „einen von 600 Informationsoffizieren“ bei einem Vortrag in der HTL Linzer Technikum. ORF-O-Ton: „Geistige Landesverteidigung infolge des Ukrainekriegs soll vermehrt in die Schullehrpläne aufgenommen werden. Erstmals werden die Schüler ab kommendem Jahr am Ende der Pflichtschulzeit im Rahmen des Geschichtsunterrichtsunterrichtes in Landesverteidigung unterrichtet.“

ethos.at klärt auf: Grundlage der geistigen Landesverteidigung ist der Zusatzartikel 9a B-VG aus dem Jahr 1975 unter Kanzler Bruno Kreisky. Hier der Wortlaut gemäß ris.gv.at

Artikel 9a.

(1) Österreich bekennt sich zur umfassenden Landesverteidigung. Ihre Aufgabe ist es, die Unabhängigkeit nach außen sowie die Unverletzlichkeit und Einheit des Bundesgebietes zu bewahren, insbesondere zur Aufrechterhaltung und Verteidigung der immerwährenden Neutralität. Hiebei sind auch die verfassungsmäßigen Einrichtungen und ihre Handlungsfähigkeit sowie die demokratischen Freiheiten der Einwohner vor gewaltsamen Angriffen von außen zu schützen und zu verteidigen.

(2) Zur umfassenden Landesverteidigung gehören die militärische, die geistige, die zivile und die wirtschaftliche Landesverteidigung.

(3) Jeder männliche Staatsbürger ist wehrpflichtig. Staatsbürgerinnen können freiwillig Dienst im Bundesheer als Soldatinnen leisten und haben das Recht, diesen Dienst zu beenden.

(4) Wer die Erfüllung der Wehrpflicht aus Gewissensgründen verweigert und hievon befreit wird, hat die Pflicht, einen Ersatzdienst (Zivildienst) zu leisten.

Der ORF/ZIB-Bericht zeigt einen Informationsofizier des Bundesheeres, also einen Vertreter der militärischen Landesverteidigung. Die militärische Landesverteidigung und ihre Aufgaben regelt der Artikel 79 B-VG folgendermaßen:

Artikel 79.

(1) Dem Bundesheer obliegt die militärische Landesverteidigung. Es ist nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten.

(2) Das Bundesheer ist, soweit die gesetzmäßige zivile Gewalt seine Mitwirkung in Anspruch nimmt, ferner bestimmt

1. auch über den Bereich der militärischen Landesverteidigung hinaus

a) zum Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen und ihrer Handlungsfähigkeit sowie der demokratischen Freiheiten der Einwohner

b) zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren überhaupt;

2. zur Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges.

(3) Weitere Aufgaben des Bundesheeres werden durch Bundesverfassungsgesetz geregelt.

(4) Welche Behörden und Organe die Mitwirkung des Bundesheeres zu den im Abs. 2 genannten Zwecken unmittelbar in Anspruch nehmen können, bestimmt das Wehrgesetz.

(5) Selbständiges militärisches Einschreiten zu den im Abs. 2 genannten Zwecken ist nur zulässig, wenn entweder die zuständigen Behörden durch höhere Gewalt außerstande gesetzt sind, das militärische Einschreiten herbeizuführen, und bei weiterem Zuwarten ein nicht wieder gutzumachender Schaden für die Allgemeinheit eintreten würde, oder wenn es sich um die Zurückweisung eines tätlichen Angriffes oder um die Beseitigung eines gewalttätigen Widerstandes handelt, die gegen eine Abteilung des Bundesheeres gerichtet sind.

Festzuhalten ist, dass das Bundesheer gemäß Artikel 79 weder direkt, noch ferner dazu bestimmt ist, Offiziere in die Schulen zu entsenden. O-Ton ORF: „Das Interesse der Schulen ist stark gestiegen; waren es 2017 rund 220 Veranstaltungen, sind es mittlerweile fast 3.000 (dreitausend). Auch das eine Folge des Krieges in der Ukraine.“ Es ist in Frage zu stellen, ob die massiv zunehmenden Einsätze von Offizieren an unseren Schulen verfassungskonform sind. Damit wird ein Teil, der im Artikel 9a explizit von militärischer Landesverteidigung getrennt wurde, direkt dem Militär unterstellt. Das ist mit Sicherheit nicht verfassungskonform. Zu fordern ist, dass für geistige Landesverteidigung die Vertreter der österreichischen Intelligenzia herangezogen werden.

ethos.at ist bereit und imstande, Bürger unseres Landes zu rekrutieren, die als Vertreter der geistigen, zivilen und wirtschaftlichen Landesverteidigung der Jugend als Gesprächspartner und Vorbild dienen können.

SIEHE AUCH:

50 Jahren wirtschaftliche Landesverteidigung

Broschüre des BMLV über umfassende Landesverteidigung

+ Geistige Landesverteidigung als Teil der Gesamtverteidigung. Vergleich Schweiz/Österreich. Quelle: The Defence Horizon Journal (TDHJ.org 15.9.2025)

Der neue ORF – Öffentlich. Rechtlich. Frei.

Von Walter O. Siller, für das Mahnwacheteam Dornbirn

13. November 2025 - Warum diese Initiative entstanden ist: Immer mehr Menschen erkennen, dass der öffentlich-rechtliche Auftrag – alle Menschen sachlich, unabhängig und vollständig zu informieren – oft nicht mehr eingelöst wird. Aus diesem Bewusstsein heraus ist die Initiative „Der neue ORF – Öffentlich. Rechtlich. Frei.“ entstanden.

Wir verstehen uns nicht als Gegner des bestehenden Systems, sondern als Einladung an alle, die Journalismus wieder im ursprünglichen Sinn leben wollen: für Wahrheit, Transparenz und Vertrauen. 

An die Journalistinnen, Reporter und Redakteure, die frei von politischen und wirtschaftlichen Zwängen berichten möchten.

An die Politik, an Entscheidungsträger und an alle Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, damit Medien wieder ihrer demokratischen Aufgabe gerecht werden.

Diese Initiative zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Berichterstattung im Sinne des Gesetzes und der Menschen gestaltet sein kann – respektvoll, überprüfbar und ohne Spaltung.

Wer sich dieser Vision anschließen möchte, kann über die Mailadresse neuerORF@pm.me Kontakt aufnehmen und aktiv mitgestalten – für einen Journalismus, der wieder Vertrauen verdient.

Themen, die Raum verdient hätten – und wie der neue ORF darüber berichten wird

1. Einwegkunststoffe und neue Preisaufschläge

Ab 2026 werden Hersteller bestimmter Kunststoffprodukte mit 225 € Zusatzkosten pro Tonne belastet.

Der neue ORF erklärt, was hinter dieser Zahl steht, welche Ziele die EU verfolgt und welche Auswirkungen dies für Konsumenten, Betriebe und Umwelt hat. Dazu kommen Stimmen von Ministerium, Industrie, Konsumentenschutz und Umweltorganisationen – gleichwertig, überprüfbar, respektvoll.

2. EU-Pläne für einen eigenen Geheimdienst

Eine geplante europäische Nachrichtendienstagentur im Format des amerikanischen CIA sorgt für Diskussionen.

Der neue ORF hat recherchiert, welche Dokumente tatsächlich existieren, welche Kontrollmechanismen vorgesehen sind und welche Gefahren mangelnder Aufsicht bergen könnten.

Demokratie lebt von Transparenz – daher werden im Beitrag Fragen gestellt, statt Spekulationen zu bedienen.

3. Der MIG-Pilot und ein fast eskalierter Konflikt

Berichte über eine angebliche Geheimdienstaktion, bei der ein russischer Pilot bestochen werden sollte, um mit einer MiG in der EU zu landen, hätten eine gründliche Quellenprüfung verlangt.

Der neue ORF hat alle verfügbaren Fakten offen gelegt – wer berichtet zuerst, was belegt, was widerlegt. So wird klar, wie schnell Fehlinformation gefährliche Dynamik erzeugen kann.

4. Korruption in der Ukraine – und Lehren für den Journalismus

Neue Enthüllungen über Korruption in der Ukraine werfen Fragen an frühere Berichterstattung auf.

Der neue ORF hat offen dargelegt, welche Informationen damals verfügbar waren und welche heute korrigiert werden müssen. Ehrlicher Journalismus heißt auch: (Eigene) Fehler erkennen und transparent berichtigen.

5. Österreichs Wirtschaft zwischen Stagnation und Reformbedarf

Die aktuellen Daten zeigen deutliche Gegensätze: Produktion stagniert, Inflation bleibt hoch, Arbeitslosigkeit steigt – während die Staatsverschuldung weiter wächst.

Der neue ORF hat Zahlen von Statistik Austria, Eurostat, WIFO und OECD zusammengeführt, eingeordnet und für alle verständlich erklärt. Im Studio und in den Beiträgen kamen Wirtschaftsforscher, Unternehmer, Arbeitnehmer und Konsumenten gleichberechtigt zu Wort – Daten statt Meinung. Von den verantwortlichen Politikern forderte der neue ORF klare, überprüfbare Antworten. Auf ausweichende Formulierungen folgten gezielte Nachfragen, bis konkrete, dokumentierte und für die Menschen nachvollziehbare Aussagen vorlagen. Alle Beteiligten – auch Regierungsvertreter – stellten sich offen den Fragen. Der Beitrag zeigte, wie kritischer, aber respektvoller Journalismus Vertrauen schafft.

6. Olympia und Geschlechtergerechtigkeit im Sport

Nach dem Beschluss, Trans-Athleten im Frauensport auszuschließen, hat der neue ORF beide Seiten mit Würde behandelt:

Athletinnen, die faire Bedingungen fordern, und Transpersonen, die Teilhabe wünschen.

Medizinische, sportethische und rechtliche Aspekte werden mit belegten Fakten erklärt.

Ziel: Verständnis statt Spaltung.

Stimmen der Zuschauerinnen und Zuschauer

„Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass wirklich alle Seiten gehört werden – keine Schuldzuweisungen, keine Parolen, nur Fakten und Menschlichkeit.“

„So stelle ich mir Journalismus vor: Wenn ein Politiker ausweicht, wird höflich, aber konsequent nachgefragt. Da fühle ich mich als Bürger endlich ernst genommen.“

„Die Beiträge dieser Woche haben mir gezeigt, dass Information nicht spalten muss. Ich verstehe jetzt besser, warum manche Dinge so sind – und was wir gemeinsam ändern können.“

Rechnungshof Tipps für Lehrer

Rechnungshof Schulaufsicht

+ Lehrerinnen und Lehrer sollen verstärkt Feedback ihrer Schülerinnen und Schüler einholen

+ Qualitätsmanagement für Schulen soll im Fokus der Tätigkeit von Schulqualitätsmanagerinnen und -managern stehen

07. November 2025 (Presseinformation des Rechnungshof Österreich)  – Die Schulaufsicht in Österreich wurde 2019 grundlegend reformiert: Sie ist seither nicht mehr schulartenspezifisch, sondern schulartenübergreifend organisiert. Aus den ehemaligen Landes- und Pflichtschulinspektorinnen und -inspektoren wurden Schulqualitätsmanagerinnen beziehungsweise -manager (SQM). Im heute veröffentlichten Bericht „Schulaufsicht Neu – Qualitätsmanagement für Schulen“ zeigt der Rechnungshof auf, dass diese fünf Jahre nach der Reform noch nicht optimal implementiert ist. Verbesserungspotenzial gibt es etwa bei der Qualitätskontrolle an den Schulen. Zudem legt der Rechnungshof Einsparungsmöglichkeiten von etwa 6,35 Millionen Euro pro Schuljahr dar. Geprüft wurden das vormalige Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und die Bildungsdirektionen für Niederösterreich und Vorarlberg. Außerdem holten die Prüferinnen und Prüfer Informationen bei 14 Schulen ein und führten Gespräche mit SQM. Prüfungszeitraum waren im Wesentlichen die Jahre 2019 bis 2023.

Qualitätsmanagement für Schulen soll im Fokus der Tätigkeit von Schulqualitätsmanagerinnen und -managern stehen

Die Kernaufgabe der SQM ist das Qualitätsmanagement für Schulen. Zudem haben sie die Fachaufsicht über die Schulleitungen der ihnen zugewiesenen Schulen. Weiters sind sie im Eskalationsfall für das Krisen- und Beschwerdemanagement zuständig. In Gesprächen mit dem Rechnungshof gaben die SQM jedoch an, dass das Krisen- und Beschwerdemanagement einen Großteil ihrer Arbeitszeit in Anspruch nehme. Weil ihre konkreten Tätigkeiten (Ressourcen) nicht entsprechend erfasst wurden, war auch nicht bekannt, ob das Qualitätsmanagement für Schulen im Fokus ihrer Arbeit stand. Obwohl dem Bildungsministerium bereits vor der Umstrukturierung der Schulaufsicht bekannt war, dass das Krisen- und Beschwerdemanagement ein hohes Ausmaß ihrer Ressourcen band, startete es erst im Jänner 2024 ein Projekt zum Beschwerdemanagement.

Umgerechnet 196 vollzeitbeschäftigte SQM waren über das Schuljahr 2023/24 österreichweit tätig. Ihre Arbeitslast ist zum Teil unausgewogen: So hatten in der Bildungsdirektion für Niederösterreich sechs SQM mehr als 60 Schulen zu betreuen. In der Bildungsregion 4 (Tulln) war eine SQM für 90 Schulen zuständig. Durchschnittlich war eine beziehungsweise ein SQM in Niederösterreich für 41 Schulen zugeteilt. In Vorarlberg betreute eine beziehungsweise ein SQM zwischen acht und 42 Schulen.

Einsparungspotenzial: 6,35 Millionen Euro pro Schuljahr

Fünf Jahre nach ihrer Einführung standen die Schulleitungen und SQM der schulartenübergreifenden Schulaufsicht ambivalent gegenüber – vor allem gab es Bedenken, dass die schulartenspezifische Expertise verloren gehen könnte. Um die schulartenspezifische Expertise zu verbessern, wurden die Fachstäbe in den Bildungsdirektionen um elf Planstellen aufgestockt. Damit erhöhte sich der Personalaufwand um durchschnittlich 1,37 Millionen Euro pro Jahr. 2023 lag der Personalaufwand für die Schulaufsichtsbediensteten in den Bildungsdirektionen österreichweit bei 25,62 Millionen Euro.

Auch an den Schulen selbst fallen Personalaufwendungen für die Schulaufsicht an. Bei der Abgeltung der Qualitäts-Schulkoordinatorinnen und -Schulkoordinatoren zeigt der Rechnungshof ein Einsparungs-Potenzial in der Höhe von etwa 6,35 Millionen Euro pro Schuljahr auf, indem das Belohnungsschema der Pflichtschulen auf die Bundesschulen angewendet wird. Erfreulich: Das nunmehrige Bildungsministerium kündigte an, die Empfehlung des Rechnungshofes umzusetzen.

Daten aus Bildungsmonitoring verwenden

Mit der Umstrukturierung der Schulaufsicht wurde auch ein neues Qualitätsmanagement an den Schulen eingeführt. Die entsprechenden Instrumente standen jedoch erst vier Jahre nach Umstrukturierung der Schulaufsicht zur Verfügung. Das Bildungsministerium verschob unter anderem wegen der COVID-19-Pandemie die verpflichtende Erarbeitung der pädagogischen Leitvorstellungen und des Schulentwicklungsplans durch die Schulen auf Ende Jänner 2023. Der Rechnungshof stellte an den von ihm besuchten Schulen fest, dass die Instrumente vorlagen und großteils genutzt wurden. Er weist aber kritisch darauf hin, dass die Daten aus dem Bildungsmonitoring (etwa Zentralmatura-Ergebnisse oder individuelle Kompetenzmessung PLUS) noch von untergeordneter Bedeutung waren. Die SQM wären dazu anzuhalten, diese Daten zu verwenden.

Feedbacktool: Maßnahmen zur Nutzungssteigerung dringend geboten

Insgesamt hebt der Rechnungshof die Bedeutung von regelmäßigen Feedbacks für die Schul- und Unterrichtsentwicklung hervor. In diesem Zusammenhang und vor dem Hintergrund der Lizenz- und Wartungskosten von 4,08 Millionen Euro (Schuljahre 2021/22 bis 2026/27) verweist der Rechnungshof kritisch auf das ungenutzte Potenzial eines Evaluations- und Feedbacktools, dessen Zugangsrechte 2021 beschafft wurden. Es dient unter anderem zum Feedback der Schülerinnen und Schüler an die Lehrpersonen und der Lehrpersonen an die Schulleitung. Mindestens 45 Prozent der potenziellen Benutzerinnen und Benutzer hatten es im Schuljahr 2022/23 dafür nachweislich nicht verwendet. Maßnahmen zur Nutzungssteigerung waren daher dringend geboten.

Späte Qualitätskontrolle

Einführung und Umsetzung des neuen Qualitätsmanagements für Schulen bedürfen einer Qualitätskontrolle. Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche zwischen SQM und Schulleitung sind dafür das zentrale Instrument. In den ersten 14 Monaten nach verpflichtender Einführung wurden diese Gespräche in Niederösterreich an 39 Prozent, in Vorarlberg an 28 Prozent und im Bildungsministerium an 57 Prozent der Schulen geführt. Eine späte Qualitätssicherung am Ende der Frist (Anfang 2026) kann den Umsetzungserfolg der Reform jedoch erheblich verzögern und auch die Akzeptanz bei den Schulleitungen schwächen.

Valide Aussagen darüber, ob das Qualitätsmanagement für Schulen nun Verbesserungen brachte, sind nicht möglich. Der Grund: Das Ministerium hatte keine messbaren Ziele und Indikatoren zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in Schulen festgelegt. Der Rechnungshof empfiehlt daher, messbare Ziele und Indikatoren festzulegen.

Externe Beratungskosten senken

In den Jahren 2019 bis 2023 tätigte das Bildungsministerium im Zusammenhang mit der Schulaufsicht Neu und dem Qualitätsmanagement Auszahlungen in Höhe von 6,99 Millionen Euro für den Sachaufwand; Personalaufwand und Overhead schlugen in diesem Zeitraum mit 4,96 Millionen Euro zu Buche.

Von 2019 bis 2023 zahlte das Bildungsministerium an ein Unternehmen 428.000 Euro aus, etwa für Beratungsleistungen bei der Veranstaltung von Schulaufsichtskongressen sowie für die Betreuung der Pilotierung eines regionalen Entwicklungsplans. Um externe Beratungskosten zu senken, empfiehlt der Rechnungshof, für künftige Projekte im Bildungsministerium Projektmanagement-Kompetenzen aufzubauen. Das Ministerium sagte auch die Umsetzung dieser Empfehlung zu.

Bericht: Schulaufsicht Neu – Qualitätsmanagement für Schulen

Der RH überprüfte von April bis Oktober 2024 die Umstrukturierung der Schulaufsicht und das Qualitätsmanagement für Schulen. Die Gebarungsüberprüfung betraf das vormalige Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie die Bildungsdirektionen für Niederösterreich und für Vorarlberg. Im Hinblick auf die am 1. April 2025 in Kraft getretene Novelle des Bundesministeriengesetzes richtet der RH seine Empfehlungen an das nunmehr zuständige Bundesministerium für Bildung.

Prüfungsziel war die Beurteilung der Ausgangslage der Schulaufsicht und des Qualitätsmanagements vor der Bildungsreform 2017, des finanziellen Rahmens für die Reformprojekte und ihrer Umsetzung, der Aufgabenwahrnehmung durch die Schulaufsicht sowie der Steuerung der Schul- und Unterrichtsqualität. Der überprüfte Zeitraum umfasste im Wesentlichen die Schuljahre 2019/20 bis 2023/24 bzw. die Kalenderjahre 2019 bis 2023.

Grokipedia gegen Wikipedia

12. November 2025 - Markus Fiedler präsentiert auf seinem youtube-Kanal WIKIHAUSEN Groteskes und Postfaktisches in den Berichten und Methoden von Wikipedia. Er zeigt auf, wie die organisierte Manipulation der Wikipedia die politische Meinungsbildung gefährdet. Neuester Beitrag 112: Grokipedia: Wie gut ist Elon Musks neue K.I.-Enzyklopädie?

https://www.youtube.com/watch?v=BAD6tWAbhww

SIEHE AUCH:

Die dunkle Seite der Wikipedia, 120min, 2015

https://youtu.be/5vdHiPGhIc0

Zensur - Die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien, 120min, 2017

https://youtu.be/HH-Ym-an2xw

Internationale Situation bei Wikipedia, Interview Helen Buyniski, 53min, 2020

https://youtu.be/FS3K5RaXlGA

Mit Vorsicht zu genießen: Wikipedia (von Bernd Stracke)