Neusiedlersee wird entschlammt

Rust Goldenes Tor

20. April 2026 (Information des Landes Burgendland) – Die Seemanagement Burgenland GmbH hat von Oktober 2025 bis April 2026 die dritte Saison im Bereich der Schlammentfernung und der Schilfpflege in den Seegemeinden rund um den Neusiedler See mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Die wichtigsten Kennzahlen: Rund 60.000 m³ Weichschlamm wurden abgepumpt und über zehn Kilometer Schilfkanäle rund um den See ertüchtigt. Zirka 10.000 m³ Altschilf konnten bereits in einem Testbetrieb entfernt werden. Insgesamt wurden 25 Maßnahmen in zwölf der 14 Seeanrainergemeinden umgesetzt.

Schwerpunkte in der abgelaufenen Saison 2025/2026 waren klassische Entschlammungsmaßnahmen von Hafenanlagen und -einfahrten wie auch von Dalbenstraßen. Weiters wurden Schilf- und Bootskanalertüchtigungen umgesetzt und erstmalig wurden Testversuche für großflächige Schilfpflegemaßnahmen rund um den See mit neuen Gerätschaften durchgeführt. Das Seesediment, das bei der Abpumparbeit vom Grund des Neusiedler Sees geholt wird, wurde eingehend untersucht und wird nunmehr als Bodenhilfsstoff zertifiziert. Dies erlaubt, das Material nunmehr auch auf biologisch bewirtschaftete landwirtschaftlich genutzte Flächen auszubringen.

Wesentlicher Teil der Tätigkeit der Seemanagement war die Ankurbelung der Wasserzirkulation im Neusiedler See, berichtete Gebhardt. Voraussetzung dafür sei die Ertüchtigung der Schilfkanäle. Begleitet werde diese durch Tests und Strömungsanalysen. Schilfflächen können nun mit neu angeschafften Maschinen bewirtschaftet werden. Im Bereich der Infrastruktur ist es in den vergangenen drei Jahren gelungen, die Zahl der Absetzbecken, die für die Zwischenlagerung des abgepumpten Schlamms benötigt werden, auf fünf zu erhöhen. Aktuell werden Gespräche geführt, damit weitere fünf Absetzbecken hinzukommen. Investitionen, die in der abgelaufenen Saison getätigt wurden, waren der Ankauf von modernen Vermessungs- und Steuerungstechnologien oder die Erweiterung des Maschinenfuhrparks, berichtete Gebhardt. Parallel zum Abschluss der laufenden Saison werde bereits an den Vorbereitungen für 2026 und 2027 gearbeitet. Gespräche mit allen Stakeholdern wie den Gemeinden am Neusiedler See laufen aktuell, so der Seemanagement-Geschäftsführer.

Für die Gemeinde Purbach haben die Arbeiten der Seemanagement Burgenland eine große Bedeutung, betonte Bürgermeister Neumayer. Die Gemeinde profitiere von der verbesserten Einfahrt vom Hafen in den See. Im Jahr 2022 wurden durch den niedrigen Wasserpegel rund 50 Prozent der Mieter von Bootsanlegeplätzen verloren, was auch Auswirkungen auf den Tourismus und die Betriebe in Purbach hatte. Die Auslastung im Hafen betrage nun wieder fast 100 Prozent, erklärte der Bürgermeister.

„Die Seemanagement Burgenland hat sich seit ihrer Gründung hervorragend entwickelt und wurde zu einem wesentlichen Player bei der nachhaltigen Absicherung des Neusiedler Sees“, sagte Landesrat Heinrich Dorner bei der Präsentation der Bilanz der Seemanagement Burgenland GmbH für die Saison gemeinsam mit dem Purbacher Bürgermeister Harald Neumayer und Erich Gebhardt, dem Geschäftsführer der Seemanagement Burgenland GmbH. „Wichtig bei allen Maßnahmen ist: Es herrscht eine gute Symbiose zwischen den Betreibern und dem Tourismus, und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden funktioniert sehr gut. Insgesamt gibt es ein sehr gutes Feedback für die Arbeit der Seemanagement Burgenland“, betonte der Landesrat. An der Ausarbeitung des Bauprogramms für die Saison 2026/2027 wird bereits gearbeitet.

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Ungarn ist demokratischer als Österreich

Christian Ebener 2026

von Christian Ebner (Obmann CFU)

Als Obmann einer jungen österreichischen Partei habe ich mich gefragt: „Wie ist es möglich, dass eine junge Partei in Ungarn beim ersten Antritt bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit erzielt?“

Natürlich muss man als neue Partei die Wähler davon überzeugen, dass man eine bessere Politik machen würde als die etablierten Parteien. Um eine Chance zu haben, die Wähler zu überzeugen, muss man diese erst einmal erreichen. Ein bereits bekannter Spitzenkandidat ist dabei von Vorteil, erhebliche finanzielle Mittel und Zugang zu Medien sind unerlässlich.

Der Tisza-Spitzenkandidat Péter Magyar war zwar in der Orbán-Partei Fidesz engagiert und mit der Justizministerin Judit Varga verheiratet, doch er war der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt. Plötzlich bekannt wurde er im Zuge seines Austritts aus der Fidesz-Partei, weil er dem unabhängigen YouTube-Kanal Partizán ein langes, explosives Interview zur Begnadigung eines Kindesmissbrauchs-Kriminellen durch Ungarns Präsidenten gab.

An diesem Punkt zeigen sich wesentliche Unterschiede zwischen Österreich und Ungarn. In Ungarn haben alternative Medien eine deutlich höhere Reichweite als in Österreich. Das liegt auch daran, dass sie leichter an finanzielle Mittel kommen können, da es in Ungarn möglich ist, Spenden an Medien ebenso wie Spenden an gemeinnützige Organisationen steuerlich abzusetzen. Diese Möglichkeit der Spendenabsetzbarkeit fördert die für eine Demokratie so wichtige Medienvielfalt.

Die Existenz eines staatlichen Rundfunks ist für die Demokratie hingegen nicht förderlich. In Ungarn hat dieser vorwiegend über die Regierungspartei Fidesz berichtet. In Österreich berichtet der ORF nur über die etablierten Parlamentsparteien, die im Stiftungsrat vertreten sind. Über neue Parteien wird hingegen nicht berichtet. Selbst wenn es einer neuen Partei trotz aller Widrigkeiten gelingt, auf den Stimmzettel zu kommen, erfolgt unmittelbar vor der Wahl lediglich eine stark eingeschränkte Berichterstattung über diese Partei. Das ist jedenfalls zu spät und zu wenig, um die Bekanntheit einer neuen Partei wesentlich zu steigern, geschweige denn ihr eine ausreichende Chance zu geben, eine relevante Zahl von Wählern zu überzeugen. Den Großteil seiner Wahlberichterstattung widmet der ORF den bereits bekannten und im Stiftungsrat vertretenen Parlamentsparteien. Der ORF ist Teil des Machtkartells der Parlamentsparteien.

Sowie in Österreich kommen auch in Ungarn viele etablierte Privatmedien in den Genuss massiver Regierungswerbung. Hinzu kommt, dass die etablierten Parteien dank öffentlicher Parteienförderung die Möglichkeit haben, erhebliche Mittel in Kommunikation zu investieren. Im Jahr 2024 erhielten die ungarischen Parteien immerhin 23 Millionen Euro an staatlicher Förderung, in Österreich waren es gewaltige 273 Millionen Euro (Ungarn hat etwa so viele Einwohner wie Österreich). Angesichts dieser finanziellen Rahmenbedingungen ist es nicht verwunderlich, dass in Österreich wie in Ungarn in den etablierten Privatmedien vor allem die etablierten Parteien zu Wort kommen, während die neuen kaum Gehör finden.

Da Tisza in allen Wahlkreisen antreten konnte, kam die Partei vor der Wahl in den Genuss eines Kampagnengeldes in Höhe von drei Millionen Euro. Eine derartige Förderung für neue Parteien gibt es in Österreich nicht. Hier gibt es bei bestimmten Wahlen lediglich moderate Wahlkampfkosten-Rückerstattungen für Parteien, die gewisse Mindeststimmenanteile erreicht haben. Diese fließen aber erst nach der Wahl und kommen jungen Parteien folglich im Wahlkampf nicht zu gute.

Neue Parteien sind vor allem auf Spenden angewiesen. In Ungarn können Inländer unbeschränkt für Parteien spenden. In Österreich hingegen dürfen Parteien seit dem Parteiengesetz von 2019 nur noch sehr begrenzt, Spenden annehmen. Beginnend mit dem Jahr des ersten Wahlantritts dürfen Parteien maximal 7.500 Euro pro Jahr und Person an Spenden annehmen. Hätten diese Spendenbeschränkungen bereits 2013 gegolten, hätten weder die NEOS noch das Team Stronach den Einzug in den Nationalrat geschafft. Das Team Stronach gab im Nationalratswahlkampf 2013 10,7 Millionen Euro aus, die NEOS 942.000 Euro. Ein Großteil dieser finanziellen Mittel stammte von je einem Hauptspender: Frank Stronach (Team Stronach) und Hans-Peter Haselsteiner (NEOS).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Existenz eines staatlichen Rundfunks, Regierungswerbung sowie eine massive öffentliche Parteienfinanzierung für etablierte Parteien der Demokratie schaden. Eine öffentliche Kampagnenfinanzierung für alle antretenden Parteien ist für die Demokratie ebenso förderlich wie die Abwesenheit von Beschränkungen für private Parteispenden und die Möglichkeit, Spenden an Medien von der Steuer abzusetzen. Deshalb ist Ungarn deutlich demokratischer als Österreich. Da einige dieser Punkte in Ungarn demokratiefördernder geregelt sind als in Österreich, ist Ungarn insgesamt deutlich demokratischer als Österreich.

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Finanzindustrie manipuliert Schüler

attac Finanzbildung

Attac fordert umfassende Wirtschaftsbildung statt einseitiges Finanztraining

20.4.2026 – (Presseinformation ATTAC) – Ein neuer Attac-Bericht zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Banken und Finanzdienstleister unter dem Schlagwort „Finanzbildung“ immer stärker in die schulische Sphäre drängen. Sie produzieren vermehrt Unterrichtsmaterialien und bieten außerschulische Angebote an – mit einseitigen Inhalten und klaren Geschäftsinteressen.

Finanzindustrie dominiert „Finanzbildung“ (Attac Studie)

Im Rahmen der staatlichen Finanzbildungsstrategie erreichen Banken und Finanzlobbys mehr Menschen als öffentliche und gemeinnützige Anbieter. Einzelne Großbanken sind dabei die zentralen Player. Auch in Schulen zeigt sich der Einfluss: Unterrichtsmaterialien mit Logos von Banken und Werbung für Finanzprodukte zur frühen Kund*innenbindung sind längst Realität – selbst bei Volksschulkindern.

 Einflussnahme auf den Lehrplan – Lobbying für eigenes Schulfach

Gleichzeitig reden profitorientierte Akteure und ihre Lobbys das Niveau der schulischen Wirtschaftsbildung schlecht. Sie nehmen bereits Einfluss auf den Lehrplan und lobbyieren für ein eigenes Unterrichtsfach Wirtschaft, dessen Inhalte sie mitprägen wollen. Auch im Bereich Wirtschaftspädagogik auf universitärer Ebene steigt der Einfluss der Bankenlobbys. Dabei widersprechen die Fakten ihrer fortwährenden Kritik: Im internationalen Vergleich schneiden Österreichs Schüler*innen bei Finanzwissen überdurchschnittlich gut ab.

Kinder und Jugendliche brauchen zweifelsohne Wissen über Geld und Wirtschaft, das an den alltäglichen Fragen, Erfahrungen und Lebensrealitäten anknüpft. Attac kritisiert jedoch, dass die dominante Finanzbildungs-Agenda der Banken gesellschaftliche Probleme individualisiert: Überschuldung, Alters- oder Frauenarmut werden vor allem als Folge falscher persönlicher Entscheidungen dargestellt – statt als Ergebnis politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Attac: Klare Grenzen für profitorientierte Akteure

Attac fordert ein Verbot von profitorientierten Bildungsangeboten in Schulen. Gewinnorientierte Akteure sollten zudem keinen Einfluss auf Bildungsinhalte nehmen. „Die Politik muss den wachsenden Einfluss der Banken und ihrer Lobbys auf unsere Schulbildung stoppen. Eine umfassende Wirtschaftsbildung muss die Fähigkeit vermitteln, wirtschaftliches Handeln in soziale, politische und ökologische Kontexte einzubetten und Wirtschaft wie Gesellschaft demokratisch mitzugestalten“, erklärt der Autor des Berichts, Mario Taschwer von Attac Österreich.

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