Gunnar Kaiser und Europas Seele

24. Oktober 2023 – Der Philosoph Gunnar Kaiser hat in den vergangenen Jahren viel zur Aufklärung beigetragen. Da liegt es nahe, dass er als „Verschwürungstheoretiker“ und vieles mehr diffamiert wurde – u.a. von der FDP-nahen Friedrich Naumann Stiftung..Eine Aussage über die Qualität von Bildung, Wissenschaft und Kultur im 21. Jahrhundert ist der Satz auf de.wikipedia.org: „Der Artikel ‚Gunnar Kaiser‘ existiert in der deutschsprachigen Wikipedia nicht.“ Unabhängig vom Mainstream betrieb Gunnar Kaiser einen youtube-Channel mit 255.000 Abonnenten. Am 12. Oktober ist er mit erst 47 Jahren verstorben. Zur Erinnerung hier eines seiner letzten Interviews mit David Engels zum Thema „Europas Seele retten“ über den Ausweg aus der existenziellen Krise des Abendlandes

Wohin man auch schaut, Europa zerfällt. Das scheint unausweichlich – unsere Zivilisation, das Abendland, ist dem Untergang geweiht. Warum also noch handeln, warum sich für einen Wandel einsetzen? Warum nicht einfach die Hände in den Schoß legen und passiv-zynisch dem Verfall zusehen?

Über diese Fragen spreche ich mit David Engels, Professor für römische Geschichte an der Universität Brüssel, derzeit tätig am Instytut Zachodni in Posen, und Autor mehrerer Bücher über die Zukunft Europas. Zuletzt erschien „Europa Aeterna“, das sich mit der Frage beschäftigt, was Europa eigentlich ist, wie man eine vereinende europäische Identität jenseits von EU-Globalismus auf der einen Seite und Nationalismus auf der anderen beschreiben kann, und nicht weniger als eine Präambel zur Verfassung einer Konföderation europäischer Nationen vorstellt. Über diese Idee sowie über die Bestandteile der Präambel sprechen wir im Interview. Außerdem geht es um die Ursachen der existenziellen Krise Europas, um Lage der Konservatismus, den Engels als materialistisch und innerlich hohl beschreibt, sowie um die Bedeutung einer Besinnung auf die Transzendenz und die spirituelle Selbstwerdung.

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Initiative gegen Skyshield

Skyshield ACH

Kein Beitritt zu Sky Shield – Neutralität statt NATO

28. Mai 2024 – Nun ist es definitiv: Österreich ist Luftabwehr-Initiative Sky Shield beigetreten, berichten die Medien unisono.

Schweizer und österreichische Gruppen initiieren eine Bewegung für die Neutralität und bereiten Aktionen gegen Sky Shield vor

18. Oktober 2023 – Im September und Oktober fanden eine Reihe von Online-Treffen schweizerischer und österreichischer Aktivistinnen und Aktivisten für die Verteidigung der Neutralität statt. Aus beiden Ländern sind jeweils mehrere Gruppen beteiligt. Anlass dazu hatte die gemeinsame Erklärung der Regierungen in Bern und Wien gegeben, dem NATO-Raketensystem „Sky Shield“ beitreten zu wollen.

Für Friedensbewegte ist der Beitritt zu einem zentralen Waffensystem der NATO völlig unvereinbar mit der Neutralität unserer beiden Länder. Beteuerungen, dass es sich lediglich um eine „Einkaufsgemeinschaft“ handeln würde, sind nicht glaubwürdig.

Darüber hinaus tritt die übergroße Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer sowie der Österreicherinnen und Österreicher für den Erhalt der Neutralität ein, während die Teilnahme an Sky Shield einen De-facto-Beitritt zur NATO bedeuten würde. Dies würde nicht nur die verfassungsmäßige Neutralität grundlegend verletzen, sondern zur Gefährdung unserer Sicherheit führen.

Es ist das nukleare Raketenarsenal der NATO, das eine der zentralen Ursachen des Krieges in der Ukraine darstellt. Seit 2008 hat der Kreml den Westen vielfach aufgefordert, auf ein weiteres Vorrücken der NATO an die russische Grenze zu verzichten: die Errichtung von Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Polen und Rumänien wurden von russischer Seite mit der Aufstellung der gegen Russland gerichteten Pershing II Atomraketen in den 1980er Jahren verglichen! Tatsächlich können die Raketenabschussanlagen leicht selbst zum Angriff umgerüstet werden. Atomraketen und Raketenabwehr bilden ein einziges System und sollen die US-Drohung mit dem nuklearen Erstschlag glaubhaft machen und damit den globalen Machtanspruch der USA und des Westens untermauern. Außerdem treibt Sky Shield die Rüstungsspirale weiter an.

Wir treten dem Beitritt zu Sky Shield klar und entschlossen entgegen, denn es ist der Weg zur weiteren Eskalation des Krieges. Die Beibehaltung der Neutralität hingegen ist ein eindeutiges Signal Richtung Frieden und gegen das kriegstreiberische NATO-Bündnis, dessen Auflösung wir entschieden fordern..

Unsere länderübergreifende Neutralitäts-Initiative hat vor, bei nächster Gelegenheit in der Schweiz und in Österreich in Form einer gemeinsamen und gleichzeitigen Aktion gegen den Beitritt zu Sky Shield aufzutreten. Dabei sind alle demokratischen und friedliebenden Kräfte zur Mitarbeit eingeladen.

  • Selbstbestimmtes Österreich (mit Liste aller Unterzeichner)

  • Linksbündig.ch

  • Bündnis gegen den Krieg – Hände weg von Syrien

  • Antiimperialistische Koordination, Österreich

  • Attac Fribourg

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Islam oder Islamismus?

17. Oktober 2023 – Zehn Tage nach den Anschlägen in Israel (siehe Bericht DW.com) ist der islamistische Terror zurück in Europa. „Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Schweden in Brüssel ist der mutmaßliche Täter gestorben. Abdesalem L. war bei seiner Verhaftung am Dienstag von der Polizei angeschossen worden und sei gegen 9.30 Uhr verstorben, meldeten belgische Medien mit Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der 45-Jährige wurde verdächtigt, am Montag zwei Schweden in der belgischen Hauptstadt erschossen und eine weitere Person verletzt haben“, berichtet ORF.at (17.10.23)

Seit den Anschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 hat sich HTH (seit 2023 Chefredakteur von ethos.at) immer wieder mit dem Islam und Islamismus beschäftigt. Vorweg: ethos.at empfiehlt die klare Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus.

UNSERE Kultur hat ein Recht auf Satire. Eine Polemik, aber auch ein programatischer Artikel mit zahlreichen weiterführenden Links. Beiträge zum Diskurs!

Der Koran aus Sicht eines Frevlers. Die Reflexionen eines Philosophen nach seiner Weihnachtslektüre.

Darf man mit Mohamed / Mohammad abrechnen? Über das Buch „Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland“ von Hamed Abdel-Samad. Der Sohn eines sunnitischen Imam, geboren 1972 in Ägypten, konnte mit 12 Jahren bereits den Koran auswendig. Er kam 1995 als strenggläubiger Muslim nach Deutschland, wo er Englisch, Französisch und Politik studiert hat.

Auf der Todesliste des IS„. Das Buch des Journalisten und Islam-Reformers Amer Albayati  ist 2016 erschienen und wurde im Kunstraum am 15.9.2016 präsentiert. Der Autor warnt seit vielen Jahren vor den Gefahren des Islamismus in Österreich und Europa. Damit geriet er ins Fadenkreuz von IS-Kämpfern.

Erdoğan. Die Biografie“ von Çiğdem Akyol wurde im Kunstraum am 8. Juni 2016 vorgestellt.

Die Problematik des Islamismus thematisiert der Spielfilm „Stone Merchant“ (Händler des Terrors). Ein Drama aus dem Jahr 2006 von Renzo Martinelli mit Harvey Keitel, F. Murray Abraham, Jane Marsh und Jordi Mollà

Update 30. April 2024 – Arthur Krischke @StehaufmannWien twittert über eine Islamisten-Demo in Hamburg: „Na servas! In Hamburg wird ein Kalifat von muslimischen Demonstranten ausgerufen und ganz Deutschland schaut zu. Die deutsche Innenministerin ist sprachlos. Das kommt davon, wenn man fanatisch immer in die falsche Ecke schaut. Was ist ein Kalifat? Das Kalifat ist eine Herrschaftsform, bei der die weltliche und religiöse Führerschaft in der Person eines Kalifen als Stellvertreter von Glaubensgründer Mohammed vereint sind. Es gibt keine Trennung von Staat und Religion wie in Demokratien westlicher Prägung. Wer zur Gründung eines Kalifats aufruft, agiert folglich demokratie- und verfassungsfeindlich. Hauptfeind dieser Gruppe ist die liberale Demokratie westlicher Form. Aber irgendwann wird Hamburg brennen. Und ich fürchte auch Wien. Es ist nicht die Frage ob es so sein wird, sondern wann es so sein wird. Man hat in törichter Plumpheit, die natürlichen Feinde solcher Bewegungen, den Garaus gesellschaftlich nieder gemacht! Damit konnten sich die Gedanken um ein Kalifat ungehemmt entwickeln. Und die Ziehväter und die Ziehmütter dieser Entwicklung sind noch stolz auf ihr Werk. Sonst wären sie diesen Entwicklungen genauso energisch entgegengetreten, wie den Reichsbürgern.“

Update 15. März 2025 – „Islamistischer Terror beginnt immer öfter am Smartphone und immer öfter spricht er Mädchen an. Was kann man gegen den „Halal Feminismus“ tun? Viele islamische Frauen leben ganz normal ihre Religion, doch viele muslimische Jugendliche radikalisieren sich auf Social Media und werden so zu terroristischen Waffen“, berichtet Kleinezeitung.at (15.3.2025) – Link mit Podcast-Interview mit Stefan Kaltenbrunner, Co-Autor von Clemens Neuhold beim Buch „Allahs mächtige Influencer“ dieses Thema aufgearbeitet.

Siehe auch: Berichte der Dokumentationsstelle Politischer Islam

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Eherecht: Afghanen-Scheidung in Österreich

10. Oktober 2023 – Man stelle sich vor, ein Ehepaar aus Afghanistan lebt in Österreich vermutlich schon mehr als ein Jahrzehnt. Es ist hierher mit zwei Kindern gekommen, die mittlerweile volljährig sind, zwei weitere Kinder sind minderjährig. Nun will sich der Mann scheiden lassen. Einvernehmlich. Dafür findet er in Österreich ein Gericht, das den Fall behandelt. Mittlerweile hat der Fall bereits das Oberste Gericht OGH beschäftigt, das am 31. Mai 2023 eine Entscheidung getroffen und den Fall an das Erstgericht zurück verweisen hat. Das Erstgericht hat vergessen die Ehefrau zu fragen, ob sie ebenfalls eine „einvernehmliche“ Scheidung wolle. Aber die Pointe kommt erst: es muss zunächst festgestellt werden, ob sich die Ehefrau als verheiratet betrachtet, denn ein amtliche Ehedokument aus Afghanistan liegt nicht vor.

„Es gibt Fälle, in denen österreichische Gerichte ausländisches Recht anwenden müssen. Etwa, wenn Migranten, die in ihrem Herkunftsland eine Ehe geschlossen haben, sich scheiden lassen“, schreibt Philipp Aichinger auf blogasyl.at (18.9.2023) und schildert das Scheidungs-Begehren eines afghanischen Vaters von vier Kindern. Die Ehe wurde 1996 in Afghanistan von einem Mullah (nicht amtlich) geschlossen. 

Ergänzung 18. August 2025 – Scharia in Österreich: Zwei Männer hatten vertraglich festgelegt, dass bei Streitigkeiten ein Schiedsgericht auf Basis islamischer Rechtsvorschriften entscheiden solle. Als es tatsächlich zum Konflikt kam, verurteilte dieses Schiedsgericht einen der Beteiligten zur Zahlung von 320.000. Euro. Nach Anfechtung dieses Urteils, bestätigte das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen den Schiedsspruch.  „Die juristische Konsequenz ist weitreichend: Islamische Rechtsvorschriften können bei vermögensrechtlichen Ansprüchen in Schiedsvereinbarungen wirksam vereinbart werden. Sie gelten als Rechtsregeln im Sinne des § 603 ZPO (Zivilprozessordnung). Das Gericht betonte, dass nicht einzelne Bestimmungen des islamischen Rechts auf Vereinbarkeit mit dem ordre public (öffentliche Ordnung) geprüft werden müssen, sondern nur das Ergebnis des Schiedsspruchs. Da keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die Grundwertungen der österreichischen Rechtsordnung vorlagen, wurden sämtliche Aufhebungsgründe verneint.“ (Details: kosmo.at 18.8.25)

Siehe auch: Scharia im Privatrecht: Ministerium warnt vor „Schnellschüssen“ (ORF.at 21.8.25)

„Österreichs Höchstrichter (OGH 4Ob85/23p) akzeptieren eine staatlich nie registrierte Heirat. Sie widerspreche selbst dem afghanischen Gesetz, gelte aber laut Taliban-Regeln. Da das Familienverfahren nach dem AsylG darauf abstellt, dass eine Ehe bereits vor der Einreise bestanden hat, kommt diesem Urteil potenziell auch für Asylverfahren im Inland sowie den Familiennachzug Relevanz zu.“

Philipp Aichinger weiter: „Ein Afghane stand in Österreich vor einem besonderen Problem. Er will sich von seiner Frau, mit der er vier Kinder hat, scheiden lassen. Eine Heiratsurkunde konnte er nicht vorlegen. Er habe die Ehe aber vor einem Mullah, einem islamischen Religionsgelehrten, geschlossen.

Gern würde sich der Mann nach österreichischem Recht scheiden lassen. Er allein beantragte eine einvernehmliche Scheidung von seiner Frau. Schon die ersten zwei Instanzen befanden aber, dass man die Scheidung nach afghanischem Recht durchführen müsste. Aber liegt eine Ehe vor? Zwar seien Religionsgelehrte in Afghanistan befugt, die Trauung durchzuführen. Doch sei jede Ehe laut afghanischem Gesetz verpflichtend von den zuständigen Behörden zu registrieren. Da der Mann dies nicht gemacht habe, könne man ihn nicht scheiden, meinten die Unterinstanzen. Der Oberste Gerichtshof (OGH) aber sieht das nun anders.

Das afghanische Zivilgesetzbuch trat 1977 in Kraft, als Afghanistan Republik war. Es überdauerte die Taliban-Herrschaft von 1992 bis 2001 und blieb auch nach der nunmehr erneuten Machtübernahme der Taliban formal in Geltung. Doch man müsse sich die Praxis anschauen, meinte der OGH mit Blick auf Experteneinschätzungen. „Große Teile der Bevölkerung sind nicht bereit, Behörden durch die Registrierung von Ehen in vermeintlich rein private und zum Teil ungesetzliche Praktiken wie Kinder-, Zwangs-, Austauschehen und Ehen zur Schuldentilgung Einblick nehmen zu lassen.“ Nur fünf Prozent aller Ehen in Afghanistan seien registriert. „Insbesondere das Eherecht basiert aber neben dem kodifizierten Recht auf Bestimmungen des islamischen Rechts und dem örtlichen Gewohnheitsrecht.“

Das afghanische Gesetz zur Eheregistrierung sei „praktisch totes Recht“, meinte der OGH (4 Ob 85/23p). Und der Mann weise zu Recht darauf hin, dass seit der neuen Machtübernahme der Taliban nur von einem Mullah getraute Paare als verheiratet angesehen werden. Der Mann könne daher seine Ehe jetzt in Afghanistan gar nicht mehr nachträglich registrieren lassen, weswegen man ihm hierzulande die Scheidung nicht wegen der fehlenden staatlichen Beurkundung allein verwehren dürfe. Der Fall geht daher zurück an die unterste Instanz: Sie soll nun einmal die Frau fragen, ob sie sich als verheiratet betrachtet.“

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Arbeit: Fluch oder Segen?

Leistung Arbeit Zdrahal

Am Tag des Herrn, 8. Oktober 2023 – Seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies steht die Arbeit unter dem Fluch „im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen“ (1. Mose 3). Noch bis zum Ende des 19. Jahrhundert war die Befreiung der Arbeiterklasse verknüpft mit der (utopischen) Idee, dass diese Revolution dann vollendet sei, wenn die Befreiung des Menschen von der Arbeit an sich erreicht wäre. Das vergessen heute insbesondere die gewerkschaftlich organisierten Sozialisten, die sogar ein Recht auf Arbeit fordern. Damit finden sich im selben Boot wie die Vertreter der Wirtschaftskammer. Die „Arbeitnehmervertreter“ im harmonischen Gleichklag mit den „Arbeitgebervertretern“. So schickte heute (Sonntag!) Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, folgende Mail mit dem Tiitel: „Arbeit als Fluch?! Nicht mit uns!“

Illustration von Ernst Zdrahal

Sehr geehrter Herr Mag. Thurnhofer!

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann kommt in seinem gestrigen Kommentar, dem die Kleine Zeitung sogar eine Titelseite gewidmet hat, zu einer sehr irritierenden Erkenntnis, die mich bestürzt hat. Er schreibt: „Die Teilzeitarbeit ist kein Missstand, sondern ein Zukunftsmodell.“ Als Unternehmer muss man das mindestens dreimal lesen, weil man aus dem ungläubigen Kopfschütteln nicht mehr herauskommt. Als Arbeitgeber sowieso.

Dass man im Zeitalter der Digitalisierung über Arbeitsmodelle sprechen muss, ist klar. Dass sich der Arbeitsmarkt verändert – auch klar! Aber dass Teilzeitarbeit die Zukunft sein soll, um sich „vom Fluch der Arbeit zu befreien“ (Liessmann), das kann doch nicht wirklich ein ernst gemeinter Befund sein.

Der honorige, emeritierte Philosophieprofessor Liessmann mag unbestritten die Geschichte der Arbeit sehr gut kennen, über die aktuellen Probleme der Unternehmerinnen und Unternehmer weiß er aber offensichtlich gar nichts. Wenn aus dieser Unkenntnis in weiterer Folge eine ernstgemeinte Prognose für die Zukunft erstellt wird, dann wird es gefährlich.

Unsere Wirtschaft, unser Wohlstand, unser Erfolg als Wirtschaftsstandort – all das beruht darauf, dass wir Einsatz zeigen, Leistung erbringen und Arbeit nicht als bösen Fluch, sondern als erfüllende Tätigkeit wahrnehmen. Ja, das kann manchmal anstrengend sein. Aber es zahlt sich aus. Denn Leistung muss sich immer lohnen!

Mit unternehmerischen Grüßen, Josef Herk.

Diese Position des KW-Steiermark-Vorsitzenden entspricht exakt der Haltung des damaligen Sozialministers Rudolf Hundstorfer, der in einem Interview mit HTH 2009 sagte: „Arbeit ist dort, wo ich regelmäßig einer Beschäftigung nachgehe und diese Beschäftigung mir zu meinem Broterwerb dient. Das ist Arbeit.“ (Quelle: thurnhofer.cc)

Seit diesem Plädoyer für ein Grundeinkommen 2009 publiziert HTH regelmäßig in verschiedenen Medien, dass es notwendig sei „Neu über Arbeit nachzudenken“ (u.a. 2018 im Netzwerk Ethik) und die Begriffe Leistung vom Lohn bzw. Einkommen und Arbeit von der Lohnarbeit zu entkoppeln, diese Schlüsselbegriffe unseres Sozial- und Wirtschaftssystems neu zu denken!

AUFGABE: Denke darüber nach, wer ist der „Nehmer“ und wer der „Geber“ im Verhältnis von Arbeitern und Kapitalbesitzern (und: unterscheide zwischen Kapitalbesitzern und Unternehmern!)

Aus dem Archiv:

+ Leistung ist kein Maßstab (erschienen in a3eco 10/2015 und auf thurnhofer.cc)

+ Leistungsträger dein Name sei Meischberger (erschienen in The Global Player, Dezember 2010 und auf thurnhofer.cc)

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Minima Energetica

Strom Solar Hochspannung

von Hans Saenger

Der Autor wurde 1949 geboren, studierte Elektrotechnik an der TU Wien und verbrachte sein Berufsleben in der Elektroindustrie. Immer wieder schriftstellerische Versuche, die sich in den letzten zehn Jahren intensivierten. Der vorliegende Text ist Teil des zeitkritischen Essaybandes „Wider den Stachel“, erschienen 2023 (Band 4 der Serie „Kleine Schriften“. Siehe auch Band 3 „Fluewatch“)

1. Einleitung

Als ob wir durch Corona nicht schon genug gebeutelt worden wären: Jetzt hat uns auch noch die Energiekrise erwischt. Jedermann spürt sie schmerzlich, besonders dort, wo wir alle am vulnerabelsten sind: in unserer Geldbörse.

Freilich ist die allgemeine Unwissenheit in energetischen Dingen, insbesondere was die Erzeugung von elektrischer Energie betrifft, groß. Sie verhält sich proportional zur Leidenschaft, mit der dieses Thema in der Öffentlichkeit diskutiert wird, und zwar mit maximaler Leidenschaft, doch leider mit minimalem Wissen. Wie in seinem Titel angedeutet, ist der Sinn des vorliegenden Essays daher, in hoffentlich verständlicher Form jenes Minimum an Wissen in diesen Dingen zusammenzutragen, um den Leser in die Lage zu versetzen, in diesen Fragen mitreden zu können und nicht nur mitzuschwätzen.

SIEHE AUCH: Andreas Luczak: Deutschlands Energiewende (2024)

Elektrische Energie wird in Kraftwerken erzeugt. Freilich ist das schlampige Rede, denn nach dem Ersten Hauptsatz der Wärmelehre kann Energie weder erzeugt noch vernichtet, sie kann lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden. Kraftwerke sind daher strenggenommen keine Energieerzeuger sondern Energiewandler. Sie wandeln die sogenannte Primärenergie in elektrische Energie um, und zwar in eine Form, in der diese von uns Menschen genutzt werden kann und zwar auf mannigfaltigste Art.

Wir sind von Primärenergieträgern umgeben. So ein Träger ist zum Beispiel das Holz. Schon unsere Vorfahren in der Steinzeit haben Holz energetisch genutzt, indem sie es gesammelt und mit ihm ein Feuer unterhalten haben, an dem sie sich, wenn es kalt war, wärmen konnten. Die Feuer der Steinzeit brannten zunächst im Freien, bis findige Steinzeitmenschen das Feuer zähmten, indem sie einen Energiewandler erfanden, der es ermöglichte, das Feuer auch zur Beheizung von Innenräumen zu verwenden. Solche Energiewandler sind auch heute noch in Gebrauch. Man nennt sie Öfen. Sie wandeln die dem Holz oder der Kohle innewohnende chemische Energie in Wärme um. Wie schon in der Steinzeit haben sie zwei Hauptaufgaben: erstens das Feuer einzuhegen, damit es nicht zerstörerisch um sich greifen kann; ihre zweite Aufgabe aber ist, die bei der Verbrennung entstehenden heißen Gase zu kanalisieren und sie durch Ausleitung ins Freie unschädlich zu machen.

Holz ist wohl der älteste Primärenergieträger, der von Menschen energetisch genutzt wurde. Die Energie, die ihm innewohnt, ist wie gesagt chemischer Natur. Durch Verbrennung wird sie in Wärme gewandelt. Was für das Holz gilt, gilt auch für eine Reihe anderer Primärenergieträger, wie Kohle, Erdöl oder Erdgas. Auch in diesen ist chemische Energie gespeichert, welche durch Verbrennung in Wärme umgewandelt werden kann, diese aber mit Hilfe von weiteren Wandlern in andere Energieformen. Ein solcher Wandler ist zum Beispiel der Verbrennungsmotor, in welchem der aus dem Erdöl gewonnene Treibstoff verbrannt und in Bewegungsenergie umgewandelt wird. Weitere Beispiele sind unsere Wärmekraftwerke. Auch in ihnen werden Primärenergieträger verbrannt und die so entstehende Wärme in Bewegungsenergie umgewandelt, die Bewegungsenergie aber durch den Einsatz der Energiewandler „Turbine“ und „Generator“ in elektrische Energie.

*

Kraftwerke haben in unserer Zivilisation die Aufgabe, elektrische Energie zu erzeugen. Mit Ausnahme von fotovoltaischen Solarkraftwerken ist allen gemeinsam, dass sie die Energie, die einem strömenden Medium innewohnt, nützen ― also seine kinetische Energie, wie die Physiker sagen ―, um einen Elektrizität erzeugenden Generator anzutreiben. Dabei kann es sich um eine natürliche Strömung handeln, wie zum Beispiel den Wind, der ein Windrad antreibt. Vorläufer unserer heutigen Windkraftanlagen sind die Windmühlen; mit ihrer Hilfe haben die Holländer nicht nur ihr Korn gemahlen, sondern auch die gewaltige Aufgabe bewältigt, ihr Land trockenzulegen. Die Strömung, die eine Turbine und einen Generator antreibt, kann aber auch eine durch eine spezielle Apparatur hervorgerufene künstliche sein, wie zum Beispiel die Strömung des expandierenden Dampfes in einem Dampfkraftwerk.

Eine Zwitterstellung nimmt das strömende Wasser eines Wasserkraftwerkes ein. Zwar strömt das Wasser von Natur aus, doch hilft der Mensch zum Teil gehörig nach, damit ein Maximum der dem strömenden Wasser innewohnenden Energie einer Turbine zugeführt wird, und Energie nicht dadurch verloren geht, indem das fließende Wasser die Steine des Flussgrundes mahlt. Das führt uns zu einem weiteren archaischen Energiewandler: der Mühle. In einer solchen wird die Bewegungsenergie des strömenden Wassers umgewandelt und für menschliche Zwecke nutzbar gemacht. Beispiele solcher natürlicher Medien sind von alters her das Wasser eines Baches, das ein Mühlrad antreibt. Unschwer kann man im archaischen Mühlrad den Vorläufer der Turbinen eines modernen Wasserkraftwerkes erkennen.

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ESM Europäischer Stabilitäts-Mechanismus

ESM Stabilitäts Mechanismus

Gesetzgebung / Verfassung / Völkerrecht / Finanzindustrie / Finanzsektor / Banken

1. Oktober 2023 – „Der europäische Staatsschulden-Mechanismus erhält immer neue Facetten. In der Regel geht es dabei immer um dasselbe: mit neuen Schulden alte Schulden zu sichern. Auch der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist so ein Perpetuum mobile der Schuldenmacherei. […] Die Funktion des ESM gleicht jener des Internationalen Währungsfonds (IWF), der bisher erfolgreich Entwicklungs- und Schwellenländer in die Schuldenfalle der Geschäftsbanken manövriert hat.“ (S. 290)

Dies enthüllte der Wirtschaftspublizist Dr. Wolfgang Freisleben 2017 in seinem Buch „Das Amerika Syndikat. Wie die souveränen Staaten Europas zur Kolonie der USA verkommen„.

Der ESM ist ein Umgehungsmechanismus für Eurobonds. Die reichen EU-Staaten aus dem Norden haben Eurobonds als Bürgschaft für ärmere EU-Staaten aus dem Süden abgelehnt. Mit ESM „schlich sich die nie vereinbarte Transferunion durch die Hintertür in die Realität der EU ein. Nun können 3,5 Billionen Euro an Staatsschulden der Südländer vergemeinschaftet werden.“ (S. 305) 

19 EU-Staaten haben diese laut wikipedia „völkerrechtliche intergouvernementale Einrichtung“ unterzeichnet und ratifiziert. Für Österreich war das nicht genug. Hier wurde der ESM 2011 umgehend in Verfassungsrang gehoben, und zwar mit dem Zusatzartikeln 50a bis 50d B-VG. Es herrschte die „Regierung Faymann 1“ (2.12.2008 – 16.12.2013) . Neben dem SPÖ-Kanzler entsandte die ÖVP zwei Vizekanzler und Finanzminister (Josef Pröll in Personalunion Finanzminister bis 21.4.2011, danach Michael Spindelegger als Vizekanzler und Maria Fekter als Finanziministerin). Außerdem war in diese Entscheidung sicher auch der damalige SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder eingebunden.

Hier der Wortlaut des Verfassungsgesetztes B-VG Artikel 50a bis 50d

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Eine erdige Sicht auf unsere Welt

Barfuss Matto und Erdmännchen

Kinofilm PAMBARA mit Erdmännchen als Hauptdarsteller

25. September 2023 (Pressemitteilung der Maleika Film GmbH / pts010/25.09.2023)

PAMBARA („hart arbeiten“) ist nicht nur ein Kinofilm, sondern es ist das größte in der Tiefe des Raumes und der Zeit erzählte mediale Kunstwerk.

Hauptfigur ist das Erdmännchen „Eddi Erdmann“. Regisseur und Schöpfer des medialen Gesamtkunstwerks ist der Künstler und Filmemacher Matto Barfuss. Schon als Gepardenmann unter wilden Geparden in Afrika, als Barfuss-Aktionist oder als Regisseurs des Kinofilms Maleika bewegte er sein Publikum.

Hinter PAMBARA („hart arbeiten“) ist das Konzept, dass ein Erdmännchen die Geschichte des Planeten neu, und auch vom „Ich“ zum „Wir“, seinen Kindern erzählt. Der Kinofilm ist eine kompakte Geschichte über 106 Minuten, beginnt weit in der Vergangenheit und endet weit in der Zukunft, so wie wir sie nicht haben wollen.

Nun beginnt eine weitere mediale Reise des Erdmännchens. Diese Reise besteht aus unzähligen Einzelwerken. Dahinter steht aber letztlich ein ernstes Konzept.

Erdmännchen leben in Gebieten, in denen die Klimaveränderung fünf Mal stärker wirkt als im globalen Durchschnitt. Das macht ihnen zu schaffen. Ihre Lebenserwartung sinkt drastisch. Deshalb macht sich das Erdmännchen „Eddi Erdmann“ in den bundesweiten Stadtdschungel auf. Erst einmal wird er auf sämtlichen digitalen Screens von Ströer die Herzen der Menschen erobern. Das Erdmännchen stellt sich vor und bittet, gehört zu werden. Denn natürlich nimmt „Eddi Erdmann“ diese Reise auf sich, weil er mit einer wichtigen Mission unterwegs ist. Täglich verlieren wir auf dem Planeten rund 150 Arten. Damit Eddi Erdmanns Artgenossen nicht eines Tages dazu gehören, ist viel zu tun. Dazu gibt es im Laufe des sich stetig aufbauenden medialen Kunstwerks viele Fakten, fundierte Erkenntnisse und innovative Lösungen mit wissenschaftlich fundierten Hintergründen.

„Mein Erdmännchen kann ein bisschen provokativer und direkter sein als ich als Mensch“, erzählt Matto Barfuss. „Es sind Tiere, die täglich zeitnah für ihr Überleben handeln und sich sicher nicht ankleben würden. Wer in der Natur festklebt, ist allenfalls leichte Beute.“

„Eddi Erdmann“ beginnt mit dem Kinofilm PAMBARA und wird bald als „Planetenwächter“ und „Weltverbesserer“ agieren. Auf großen digitalen Wänden ist er in den Städten unterwegs. Zu jeder Umsetzung hat er aber komplexere Nachrichten online. Das Bild in der Stadt, die Ergänzung im Smartphone in der Hosentasche und zu Hause auf dem Screen. Ein Erdmännchen hilft uns, Wege zu finden, wie die Natur den Planeten zurückerobern könnte, denn: „Natur ist das Wertvollste, was WIR haben!“

Weitere Kampagnenteile werden nach und nach enthüllt. Alle Teile des Kunstwerks werden auf dem PAMBARA YouTube-Kanal nach der ersten Sichtbarkeit im Stadtraum dauerhaft ausgestellt. 

PAMBARA – Der Kinofilm.

Weltpremiere am 4.Oktober 2023 im Zoopalast Berlin. Ab 18.30 Uhr: Roter Teppich mit zahlreichen Prominenten und ihr „Statement for the Planet“. Ab 19.15 Uhr: Einführung und „Film ab“. Hier der Trailer.

Ergänzung 9. 10.2023: Bericht von der Premiere im Zoopalast Berlin (pressetext.com)

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Ex Libris

Tiefenbach Erich Drei Autoren

22. September 2023 – Diana WIEDRA, die Leiterin des Kulturvereins Anima Incognita, hat am Mittwoch (20.9.) die Lesung „Ex Libris“ zum 300-jährigen Jubiläum der Österreichischen Nationalbibliothek veranstaltet. Lesende Autorinnen und Autoren des Abends waren Ingrid SCHRAMM, Viktoria BÖSZE (vertreten durch den Schauspieler Ottwald JOHN), Sidonia GALL, Elisabeth SCHAWERDA. Karl TATTYREK und Christian TEISSL, Vorsitzender des österreichischen Schriftstellerinnenverandes. Moderiert hat Hubert THURNHOFER.

Stiller Gast des Abends war Erich TIEFENBACH, der am Ende der Veranstaltung das Publikum mit seinen Schnellzeichnungen überraschte.

Von links nach rechts: Teissl, Tattyrek, Thurnhofer

Erich Tiefenbach liebt Comics und Cartoons, Portraits und Karikaturen sind seine grosse Stärke, der Mensch sein Thema. Seine herausragende Fähigkeit liegt in einer schnellen Auffassungsgabe und intuitiver Erfassung. Er hat im Laufe seiner künstlerischen Karriere je nach Aufgabenstellung große stilistische Varianz entwickelt, seine Tätigkeit ist von ständiger Weiterentwicklung gekennzeichnet.

Christian Teissl, geboren und aufgewachsen in der Südsteiermark, lebt als Autor und literarischer Archäologe zwischen Graz und Wien. Er veröffentlichte bisher fünf Gedichtbände, zuletzt die Sammlung Stadtauswärts, sowie eine Reihe von monographischen Werken, darunter „Der langesame Abschied des Peter Rosegger“, 2018.

Karl Tattyrek ist Wien Währing geboren und aufgewachsen in Kaisermühlen.Er absolvierte eine Grafische Ausbildung und nahm Schauspielunterricht bei Christian Spatzek. Bis heute ist Tattyrek Geschäftsführer einer Textildruckerei und Inhaber vom Kaisermühlen Verlag. Seine Leidenschaften sind das Kabarett und die Mundartdichtung. Nächter Auftritt am 13. Oktober 2023 im Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz 4, um 19:30 Uhr

Hubert Thurnhofer, praktischer Philosoph, Chefredakteur ethos.at, Aktivist, steirischer Kosmopolit nach längeren Aufenthalten in Wien, Moskau, Berlin.

Diana Wiedra, alias Sophia BENEDICT, geboren in der UdSSR. Universitätsabschluss mit Diplom für Publizistik. Arbeitete in Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen. In Wien lebt Diana seit 1984. Über 20 Buchveröffentlichungen auf Deutsch und Russisch – Sachbücher, Übersetzungen, Lyrik und Prosa. Nicht zuletzt: Leiterin von Anima incognita.

Ingrid Schramm war ab 1992 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek tätig war. Für diese Arbeit, sowie ihr Engagement als Künstlerin und Autorin – von etwa einem dutzend Büchern – wurde ihr 2016 vom Bundespräsidenten der Titel Professorin verliehen.

Viktoria Bösze, geboren in Wien, absolvierte der Reihe nach die Haushaltungsschule, Handelsschule und ein Gesangsstudium. Zahlreiche Veröffentlichungen: u.a. „Tatort Schule“, „Enrico und das Dorf im Wald“, „Geburtstag auf dem Dachboden“ außerdem Kurzgeschichten und Gedichte in div. Anthologien. Da Viktoria aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte, hat der Schauspieler Ottwald John die Lesung für sie übernommen. Ottwald ist am 1942 in Lind im Drautal geboren, machte seine Schauspielausbildung bei Elfriede Ott und bei den Komödianten Ilse Scheer und Conny Hannes Meyer. Von 1972 bis 1980 war er Mitglied des Ensembles der Komödianten, dann bis 2005 Mitglied des Ensembles der Gruppe 80. Außerdem seit 1990 Mitglied des Ersten Wiener Lesetheaters

Sidonia Gall stammt aus dem Südburgenland und lebt seit der Kindheit in Wien, wo sie Geographie und Geschichte studierte. 1971- 2007 unterrichtete sie an einem Gymnasium in Wien. Seit 1970 bis heute publiziert sie Lyrik, Kurzprosa, Kulturberichte, Theaterstücke und ein Hörspiel.

Elisabeth Schawerda, geboren in Bad Vöslau, lebt in Wien und Venedig. Sie studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Uni Wien. Nach Mitarbeit bei verschiedenen Kulturzeitschriften liegt ihr literarischer Schwerpunkt heute bei Lyrik und kurzen Prosatexten. Bislang hat sie 22 Bücher publiziert, davon 15 Lyrikbände. Über all ihren Werken schwebt das Motto: Das Un-gesagte gehört zur Sprache.

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bank99 verdient Respekt!

Respekt bank99

„Am 18. September wird der Tag des Respekts gefeiert. Ein Grund mehr für uns, uns wieder einmal näher mit dem Thema zu befassen. Da sich dies auch ganz stark in unseren Werten widerspiegelt, widmen wir diesem Begriff eine kleine Recherche. Wie sehen andere das? Was bedeutet das Wort an sich? Was steckt dahinter? Wo findet man es wieder? Und warum ist es so wichtig in jeder Gesellschaft?“

Daran erinnert die bank99, bei der Chefredakteur von ethos.at ein Konto eröffnet hat und zwar absolut unbürokratisch! Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass ein unbescholtener Bürger dieses Landes, wenn er kein regelmäßiges Einkommen nachweisen kann, bei jeder Bank seiner Wahl ein Konto eröffnen kann! Vielleicht ist es sogar kontraproduktiv, diesen „Geheimtipp“ zu publizieren, denn man muss heutzutage schon befürchten, dass der Finanz-Sektor infolge dieser Information Druck auf die bank99 macht, die offenen Türen zu einem Konto für alle zu sperren. (Siehe Michael Hudson, „Der Sektor: Warum die globale Finanzwirtschaft uns zerstört“, erschienen 2016)

bank99 führt weiters aus: „Respekt ist so etwas wie die Grundlage für ein gutes Miteinander. Respekt macht es möglich, einander zu akzeptieren, auf andere Rücksicht zu nehmen und wohlwollend miteinander umzugehen. Der Respekt ermöglicht ebenso, Beziehungen zu stärken, in dem Vertrauen und Zuneigung Platz gegeben wird. Wenn Menschen respektvoll miteinander umgehen, dann sind ihre Beziehungen in der Regel stabiler und von längerer Dauer.“

Moral 4.0 konstitutiert die Unterscheidung zwischen Grundwerten, Gebrauchswerten, Messwerten und Zielwerten. Die wichtigsten (universellen) Grundwerte sind Freiheit und Gerechtigkeit. Respekt ist ein Gebrauchswert (ein antiquierter Begriff dafür ist „Tugend“), so wie Höflichkeit und Toleranz; das sind Werte, die im persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld für das tägliche Zusammenleben unabdingbar sind. Gebrauchswerte sind – im Unterschied zu Grundwerten – nicht allgemein gültig. So kann man einem respektlosen Menschen gegenüber keinen Respekt bezeugen, so kann man gegen Intoleranz religiöser Fanatiker nicht tolerant sein.

Konkretes Beispiel das Impfpflichtgesetz vom Jänner 2022: die Missachtung von 180.000 Stellungnahmen gegen das Impfpflichtgesetz, die Missachtung der Grundrechte der Menschen durch alle Minister der Bundesregierung und alle Landeshauptleute, sowie die absolute Mehrheit der Nationalratsabgeordneten und nicht zuletzt durch den Bundespräsidenten, die diesen Beschluss gemeinsam zu verantworten haben, diese systemische und systematische Respektlosigkeit kann unmöglich mit Respekt beantwortet werden. Es geht hier nicht darum, Nehammer und Co. im Falle einer Begegnung die Hand zu schütteln (oder mit Absicht nicht zu schütteln), sondern darum, zu erkennen, dass es durch Respekt (einen Gebrauchswert) keine Wiederherstellung missachteter Grundrechte und Wiedergutmachung verachteter Grundwerte möglich ist.

Resümee: Die von den Herrschaften unseres Landes verhöhnten, missachteten und damit vernichteten Grundwerte Freiheit und Gerechtigkeit können in Anwendung von Gebrauchswerten wie Respekt und Toleranz wieder hergestellt werden, sondern nur durch konsequente Anwendung eines anderen Grundwertes: das Prinzip Verantwortung.

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