Verwaltungsgericht verhandelt über „Schicklichkeit“

Uriniert Pisser

Am Straßenrand pissen wird bestraft, direkt auf der Ringstraße bei einer Loveparade den Arsch zur Schau stellen wird mit staatlichen Subventionen belohnt!

29. Jänner 2024 – „In Wiese uriniert: 63-Jähriger vor Gericht– Diese Schlagzeile bringt ORF.at (29.1.24). Der Angeklagte leugnet nicht, hat aber Einspruch erhoben, denn er „ärgert sich nun, mit welchen Banalitäten ein österreichisches Gericht beschäftigt wird“, berichtet ORF.at (29.1.2024) Für ein Medium kann der Fall unter Infotainment zur Unterhaltung der Leser beitragen Das Beispiel zeigt aber einmal mehr, dass unser Rechtssystem ernsthafte Probleme hat.

Es geht hier nicht um eine Zivilklage, wo ein Grundstückeigentümer einen Unbefugten aufgrund eines „Pinkelanschlags“ klagt, sondern: „Im Raum steht der Vorwurf der Anstandsverletzung nach dem steiermärkischen Landes-Sicherheitsgesetz, bestätigt das Landesverwaltungsgericht Steiermark. Darunter ist ein Verhalten zu verstehen, das – so im Gesetz wörtlich – ‚mit den allgemeinen Grundsätzen der Schicklichkeit nicht im Einklang steht'“ (ORF.at). Der Fall ist scheinbar lächerlich, doch es handelt sich um die Spitze eines Eisberges. Ähnlich gelagert sind hunderte Anzeigen von Spaziergängern aufgrund von Willkürverordnungen während der Corona-Zeit, mit denen Verwaltungsgerichte bis heute beschäftigt sind.

Im Gegensatz zu den offensichtlichen Bagatell-Fällen, deren Verhandlung mehr kostet, als die wahrscheinliche Strafe dem Staat einbringen dürfte, ist ethos.at ein Fall bekannt, in dem der Verdacht auf Veruntreuung einer fünfstelligen Summe im Raum stand. Der Staatsanwalt stellte fest, der Beschuldigte „verantwortet sich leugnend.“ Das reichte aus, um den Fall einzustellen.

Die Grenze der moralischen Bedeutungslosigkeit kennt die Rechtsprechung nicht. Das Gesetz selbst sieht offenbar keine Bagatellgrenze vor, zumal der Strafrahmen bei 2.000 Euro liegt, für Verletzung der Schicklichkeit“! Ein wirklich zeitgemäßer Begriff, in Zeiten, in denen der Staat LGBTQ-Paraden subventioniert und – wie zuletzt in Bad Ischl – Nackttänzer zur Eröffnung der Kulturhauptstadt auf die staatlich finanzierte Bühne bittet.

ORF.at: „Beim Landesverwaltungsgericht geht man pragmatisch an die Sache heran: So werde nun noch einmal der Sachverhalt geprüft und auch, ob öffentliches Pinkeln tatsächlich als Anstandsverletzung zu werten sei; danach werde entschieden, ob der 63-Jährige für seine Notdurft eine Geldstrafe zahlen müsse oder nicht. Die Strafhöhe im Falle einer Anstandsverletzung liegt bei bis zu 2.000 Euro.“

Folgender Fall hat sich in der Waldheimat zugetragen: Ein legendärer Steirer, der schon ein Jahrhundert auf dem Buckel hatte, und den jeder in der Gegend als „der Sobauer“ kannte, ging nach einigen Krügerl Bier heim, wie immer zu Fuß. Auf halbem Weg wurde der Druck so heftig, dass er an den Straßenrand trat um sich zu erleichtern. Akkurat zu dem Zeitpunkt kam ein Streifenwagen daher, stoppte, ein Inspektor stieg aus und belehrte den Übeltäter: „Da ist aber kein Klo!“ Der Sobauer war nie um eine Antwort verlegen. „Da sollte aber eines sein“, sagte er. Der Inspektor lachte und fuhr weiter, mit dem Übeltäter auf dem Rücksitz, um ihn auf dessen Hof abzusetzen.

In der Realsatire „Das Ehrenkreuz“ berichtet Karl Kraus über eine Prostituierte, die als „Schandlohn“ ein Ehrenkreuz geschenkt bekam und sich mit diesem „im Dienste“ schmückte. „Der Teufel reitet das bisher unbescholtene Mädchen, und sie geht eines Abends im Salon des Hauses mit einem Militärjubiläumsehrenkreuz an der Brust herum. ‚Dadurch erregte sie bei den Gästen – – ‚, ja, was glaubt man, hat sie dadurch bei den Gästen erregt? Nicht das, was man glaubt, sondern im Gegenteil: Ärgernis. … Tatsächlich wurde das Mädchen wegen einer Erregung, zu der sie nicht befugt war, angeklagt. Der erste Richter sprach sie frei. Er sagte, das Militärjubiläumsehrenkreuz sei kein Orden. … Aber der Staatsanwalt war anderer Ansicht …“

Drei weitere Aphorismen von Karl Kraus (1874 – 1936)

„Sie sagte sich: Mit ihm schlafen, ja – aber nur keine Intimität!“

„Sexuelle Aufklärung ist insoweit berechtigt, als die Mädchen nicht früh genug erfahren können, wie die Kinder nicht zur Welt kommen.“

„Ein Sittlichkeitsprozeß ist die zielbewußte Entwicklung einer individuellen zur allgemeinen Unsittlichkeit, von deren düsterem Grunde sich die erwiesene Schuld des angeklagten leuchtend abhebt.“

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Juristen gegen GIS und GEZ

Auf1 gg Gis GEZ

23. Jänner 2024 – Die neueste Sprechstunde AUF1 befasst sich mit den staatlichen Zwangsgebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nachdem in Deutschland bereits im Jahre 2013 die Haushaltsabgabe für alle Haushalte – unabhängig von Besitz eines Rundfunkempfangsgeräts – eingeführt worden war, zog nun 2024 Österreich nach. Während sich private Fernsehsender aus Werbeeinnahmen oder – wie AUF1 – allein aus Spenden finanzieren, maßen sich die Öffentlich-Rechtlichen an, den Bürger monatlich abzuzocken, ohne auf dessen Wünsche einzugehen, geschweige denn, objektiv zu berichten! Gegen diese arrogante Art, die Menschen wie rechtlose Untertanen zu behandeln, regt sich in beiden Staaten Widerstand. Immer mehr Bürger weigern sich, die staatliche Rundfunkgebühr zu entrichten.

 

AUF1-Moderatorin Sabine Petzl lud daher drei Juristen ins Studio ein, um gemeinsam auszuloten, welche Möglichkeiten es gibt, die Zahlung der Zwangsgebühr abzuwenden. Für die Darstellung der Situation in Deutschland und als Tippgeber gegen den GEZ-Wahnsinn (die GEZ heißt mittlerweile beschönigend „Beitragsservice“) war der Münchner Rechtsanwalt Dr. Harald von Herget angereist – aus Wien kamen der Rechtsanwalt MMag. Markus Koisser sowie der pensionierte Verwaltungsrichter Mag. Gernot Klobcic ins Linzer Studio. Alle drei Juristen geben wertvolle Hinweise zur gegenwärtigen Rechtslage und warten mit Angaben zu Internetseiten auf, auf denen man das Rüstzeug für aktiven Widerstand gegen die staatliche Abzocke erhält!

ORF: Fall für Verfassungsgerichtshof

„Handwerklich schlecht gemacht“ sei das Gesetz zur ORF-Haushaltsabgabe, sagt Rechtsanwalt Koisser. Und deshalb laufe jetzt auch eine Reparaturfrist. Sollte das Gesetz endgültig aufgehoben werden, sollten Zahlungen überhaupt nur unter Vorbehalt erfolgen, rät der ehemalige Verwaltungsrichter Klopcic. Er kritisiert auch die Intransparenz des ORF.

„Für jedes Bundesland gilt aufgrund der Landesabgabe eine andere Beitragshöhe“. Im Gegensatz dazu sei in Deutschland in allen Bundesländern – trotz unterschiedlicher Anzahl der Sender – durch die Staatsvertragslösung ein einheitlicher Betrag zu entrichten.

Besonders die Regelung über die Zahlungspflicht für Unternehmen sei fragwürdig, meinen die Juristen. Für Gewerbetreibende mit mehreren Mitarbeitern steige etwa die finanzielle Belastung, analog gelte auch in Deutschland eine Staffelung. Durch die Unternehmensregelung müsse dann beispielsweise der spendenfinanzierte Sender AUF1 künftig als Unternehmen via Rundfunkgebühr die Konkurrenz ORF subventionieren.

Staatlicher Abzocke entkommen

Konkret raten die Anwälte zu folgender Vorgangsweise. Das erste Schreiben über den ORF-Beitrag (OBS) sei rein informativ. Das nächste Schreiben werde die Zahlungsaufforderung über die Entrichtung der Gebühr sein. Der erste Schritt sollte dann ein Widerruf der SEPA-Lastschrift sein. „Gleichzeitig soll man per Einschreiben einen Antrag auf Befreiung stellen“, rät Rechtsanwalt Koisser. „Und weiters einen Antrag auf bescheidmäßige Festsetzung der Höhe der Zahlungsverpflichtung stellen.“ Sobald der Bescheid zugestellt wurde, könne man eine Bescheidbeschwerde an das Bundesverwaltungsgericht einbringen.

„Wichtig ist es, die Fristen zu beachten.“ Außerdem raten die Juristen, den Schriftverkehr mit der Behörde zu dokumentieren, um dies notfalls bei Gericht nachweisen zu können. Mögliche weitere Schritte könnten zum Bundesverwaltungsgericht oder gar zum Verfassungsgerichtshof führen.

+ Über deutlichen Anstieg an spürbaren Erdbeben berichtet ORF.at (23.1.2024). Bisher wurden im Jänner 20 spürbare Erdbeben registriert, und insgesamt 60 messbare. Das Wunder trotz drohender Naturkatastrophen: die Erderwärmung wurde nicht als Ursache genannt!

Ermäßigung und Befreiung

Weitere Möglichkeit – sowohl in Deutschland als auch in Österreich – sei, einen Antrag auf Ermäßigung bzw. Befreiung der Rundfunkgebühr zu stellen. In Österreich gilt bis 2026 dieselbe Regelung wie bei der GIS-Gebühr, erklärt Klopcic. „Man muss die soziale Bedürftigkeit nachweisen, also etwa Pensionist, AMS-Bezieher oder Alleinerzieher sein.“

In Deutschland ist eine Ermäßigung oder Befreiung aus sozialen oder gesundheitlichen Gründen möglich. Angaben dazu seien aber auf der offiziellen Internetseite des sogenannten Beitragsservice der Staatsmedien (ehemals GEZ) eher dürftig. Bei der Suche nach Gegenmaßnahmen sollte man auf private Seiten ausweichen, rät der Münchner Rechtsanwalt von Herget.

Reform der Öffentlich-Rechtlichen nötig

Generell sind sich die Juristen einig: Die Staatsmedien würden ihrem Auftrag zur objektiven freien Berichterstattung in keiner Weise nachkommen. Es brauche dringend eine Reform. Außerdem gehe es um die Entscheidungsfreiheit der Bürger. Jeder Bürger müsse die Wahl haben, selbst zu entscheiden, was er bezahlt und nutzt. Man fragt sich zu Recht, weshalb eine Sendeminute im Öffentlich-Rechtlichen mehr kostet als im Privatfernsehen. „Finden sich genügend Menschen zusammen, die gegen diese Zwangsgebühren aufstehen, wird sich mit Sicherheit etwas bewegen“, so die Juristen unisono.

Ergänzung 24. März 2024: Wolfgang Berger berichtet: „Eine breite Front aus Rechtsanwält*innen und Plattformen haben gegen diese geplante Zwangsabgabe mobil gemacht und erste Erfolge sind zu verbuchen. Der VfGH hat eine erste Prüfung veranlasst und die Bundesregierung aufgefordert sich binnen 8 Wochen zum ORF-Gesetz zu äußern. Ob dies ebenso verläuft wie bei den COVID-Gesetzen bleibt abzuwarten. Was aber jeder Haushalt machen kann im Falle der Zusendung einer Zahlungsaufforderung ist hier ersichtlich. Ob dieser Weg immer zum Erfolg führt ist aber fraglich.“

MUSTERBRIEF siehe sebö

SIEHE AUCH: Die Bevorzugung des ORF ist verfassungswidrig.

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Pleite mit FFP2-Masken

Hygiene Austria screen

22. Jänner 2024 – Es hat keine zwei Monate nach Ausrufung der Corona-Plandemie gedauert, bis Palmers eine Tochter zur Welt brachte und auf den staatstragenden Namen „Hygiene Austria“ taufte. Patriotisch und modebewusst findet sich bis heute das Motto auf der Webseite: „FFP2 MASKEN AUS ÖSTERREICH. Stilsicherer Schutz aus heimischer Produktion mit garantiert optimaler Filterleistung bringen nachhaltig Style in den Alltag.“

Weiters erfährt der Leser auf der Webseite: „Hygiene Austria wurde gegründet, um die Versorgungssicherheit für persönliche Schutzausrüstung während Krisenzeiten in Österreich zu gewährleisten. Wir fertigen MNS und FFP Masken am Unternehmenssitz in Wiener Neudorf, Österreich. Seit 1.4.2021 ist die Palmers Textil AG alleiniger Eigentümer.“

Was nicht auf der Webseite steht: seit 19.1.2024 ist Hygiene Austria pleite. Und über den Skandal, der im März 2021 aufgeflogen ist, als Beamte des Kriminalamtes auf 40 Mitarbeiter stießen, die chinesische FFP2-Masken als „Made in Austria“ etikettierten, findet sich auch kein Wort auf der Webseite. Eine Zusammenfassung dieser Kriminalgeschichte findet sich auf wikipedia.

Juristische Finesse am Rande: „Das Vorgehen des Unternehmens, in China produzierte Masken als Made in Austria zu vermarkten, ist nach derzeitiger Gesetzeslage in Österreich nicht strafbar. Laut dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) gibt es weder ein Gesetz noch klare Vorgaben die die Verwendung des Labels Made in Austria regeln. Anfang März 2021 prüfte der VKI die Möglichkeit einer Klage auf Unterlassung, da die Bezeichnung eine kundenirreführende Angabe sei. Beispielhaft wurden Entscheidungen deutscher Gerichte angeführt, welche in ähnlichen Verfahren die Entscheidung daran festmachten, an welchem Ort wesentliche Herstellungsschritte des Produktes erfolgten. Im selben Monat wurde die Klage im Auftrag des Sozialministeriums eingereicht.“ (Quelle: wikipedia)

Die Maskenaffäre Stand 13. Jänner 2022 (derStandard.at)

KSV.at berichtet Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung:

HYGIENE AUSTRIA LP GmbH, 2351 Wiener Neudorf: Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Wr. Neustadt eröffnet

Mit Beschluss vom 19.01.2024 hat das Landesgericht Wiener Neustadt das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der HYGIENE AUSTRIA LP GmbH, mit Sitz in 2351 Wiener Neudorf, Palmersstraße 6-8, eröffnet.

Gegenstand des Unternehmens: Betrieben wird die Herstellung und der Handel von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS und FFP2 Masken).

Die Schuldnerfirma wurde zu Beginn der Corona Pandemie im März 2020 gegründet und ist im Firmenbuch Wiener Neustadt zu 530871v protokolliert. Als 100%-ige Gesellschafterin scheint die Palmers Textil Aktiengesellschaft mit einem voll eingezahlten Stammkapital von EUR 35.000 auf. Im Jahr 2021 und 2022 stand das Unternehmen im Blickpunkt medialer Berichterstattung.

Nähere Informationen über die Insolvenzursachen, die Höhe der Verbindlichkeiten sowie die Anzahl der betroffenen Gläubiger folgen in Kürze.

Passiva: EUR 5,2 Mio.

Betroffene Gläubiger: 30

Betroffene Mitarbeiter: 1

Insolvenzursachen: Lt. Schuldnerangaben haben massive Umsatzeinbrüche aufgrund des Auslaufens der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen, erheblichen Rückgang bei der Abnahme von Gesichtsmasken sowie diverse anhängige Gerichtsprozesse zur nunmehrigen Insolvenz geführt.

Die Schuldnerfirma beabsichtigt dennoch, das Unternehmen in reduziertem Umfang fortzuführen und hat bekanntlich einen Sanierungsplanantrag, lautend auf Zahlung einer Quote von 20% binnen zwei Jahren eingebracht.

„Erst konkrete Überprüfungen werden zeigen, ob die Entschuldungsbestrebungen in Form des vorliegenden Sanierungsplanantrages ohne weiteren Schaden für die Insolvenzgläubiger realisiert werden können“, so Brigitte Dostal vom KSV1870.

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story.one: kreativer Freiraum

story one Kurzgeschichten

NEU auf story.one 2025: + Paradoxon

22. Jänner 2024 – Zu Jahresbeginn hat HTH, Chefredakteur von ethos.at, story.one entdeckt. story.one ist kreativer Freiraum und Safe Space in einem. Bei story.one kannst du deiner Kreativität freien Raum lassen und einfach drauf los schreiben, eine Community finden, die Sprache so liebt wie du, inspirierende Geschichten entdecken und dir den Traum vom eigenen Buch ermöglichen. Verwandle deine Ideen in Geschichten und lass sie drucken – so schreibt man Bücher heute.

HTH hat auf story.one bislang folgende Kurzgeschichten veröffentlicht – mit ironischen und philosophischen Zwischentönen.

Der größte Vollidiot auf Gottes Erdboden: Müllsammler I + Müllsammler II

Verkündigung des Evantelisten Marcellus: Verkündigung

Spaziergang durch die Hopfenundmalzverlorengasse: Dadaismus

Meine Laudatio an den Kokoschka-Preisträger, die ich nicht halten durfte: Festrede

Warum haben Hunde Rechte, die Künstler nicht haben? Kulturflächen

Was würde ein Philosoph machen, wenn er 3000 Euro findet? Ehrlichkeit

25. Jänner 2024 – Die ersten Exemplare von „Sperrlinie“, einem Sammelband mit 13 Novellen, wurden ausgeliefert.

Erhältlich bei Thalia + amazon + Co.

Und hier die Titelgeschichte des Buches: Sperrlinie

story.one Sperrlinie Hubert T

Weitere Novellen des Bandes:

+ Ausstellungseröffnung

+ Neue Meister

+ Kunststoffmüll

+ Verrat

+ Wellenreiter

WEITERS auf story.one 2024

+ Marathon

+ Dreigehbehindert

+ Ablaufdatum

+ Fahrlässigkeit

story.one 2025

+ PARADOXON

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Eröffnung: Salzkammergut als Kulturhauptstadt

Salzkammergut Kulturhauptstadt

Samstag, 20. Jänner 2024 – Erstmals haben sich 23 Gemeinden zu einer europäischen Kulturhauptstadt formiert.

Künstlerische Geschäftsführung: Elisabeth Schweeger

Kaufmännische Geschäftsführung: Manuela Reichert

„Am Samstag startete das Jahr in 23 Gemeinden. Mangels Geld setzt man auf üppiges, aber kleinteiliges Programm. Zumindest zum Einstand fehlen Leuchtturmprojekte“, meckert derStandard.at (21.1.2024) Eine Nacktinszenierung bei klirrender Kälte war demnach auch kein Leuchtturm: „Sorgte offenbar für Irritation: Doris Uhlich und ihr Ensemble eröffneten am Samstagabend bei klirrender Kälte nackt mit einem ‚Pudertanz‘ das Kulturhauptstadtjahr.“

Hubert von Goisern, Christoph Sietzen und Chor der 1000 eröffnen in Bad Ischl die Kulturhauptstadt Europas 2024. 

Die Innenarchitektin Monika Koenig kommentiert via facebook (22.1.2024): Die Erleichterung darüber dass die Eröffnung des Kulturhauptstadt Jahres gelungen ist, ist spürbar gross. Dass das Hahnenkamm Wochenende dafür gewählt worden ist, das nahezu das gesamte Medieninteresse abzieht, fügt sich nahtlos in eine Reihe von Dingen die man nicht so ganz versteht.

Es gibt viele, auch berechtigte Einwände. Man wird sich mit vielem noch auseinandersetzen müssen/ dürfen. Gründe zu Euphorie sehe ich keine. Eher Erleichterung, dass überhaupt noch etwas aus dem Chaos entstanden ist, was mit Sicherheit ein Kraftakt gewesen ist, wofür die Verantwortlichen absolut Respekt verdient haben.

“ Rise like a Phoenix“ war Symbol auch dafür. Wer geglaubt hat dass das Salzkammergut sich in seiner fein gesponnenen Besonderheit dem Internationalen Publikum präsentieren wird, wird vermutlich enttäuscht sein. Allein schon das nahezu gänzliche Fehlen einheimischer Künstler, hat zwangsläufig eine Beliebigkeit zur Folge, eine Ansammlung von Kunst, die ÜBERALL stattfinden könnte, der aber ein Insiderwissen und damit die Seele fehlt. Stattdessen finden sich viele plakative Klischees von der Spiessigkeit eines Landlebens, wie sich der Städter das halt so vorstellt, was aber gerade hier viel zu kurz greift. Eben eine oberflächliche Sicht von Aussen.

Auf jede Kritik mit einem Achselzucken zu reagieren und dem Argument “ Kunst ist halt einfach kontrovers und schon Kindern muss man erklären dass man nicht alles haben kann“ ( E.Schweeger) ist zu dürftig und zu abgehoben.

Aber schauen wir einmal, was wir bekommen haben.

Schmerzen tut es nur die, die die Seele des Salzkammerguts verstanden haben, die anderen wissen es ohnehin nicht besser und werden also auch nichts vermissen.

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Peter Pilz: Wiederbetätigung?

Pilz twitter 2024 09 28

Update 3. Februar 2025 – Peter Pilz @Peter_Pilz via X.com:  „Herbert #Kickl bereitet die Generalprobe für die AfD vor. Friedrich #Merz wird der deutsche Nehammer. Wir können mit Kerzen in den Händen zuschauen oder das selbst in die Hand nehmen – solange es noch freie Wahlen gibt.“

Von X verlinkt Pilz auf seine KK-Sicht auf zackzack mit dem Titel „Nach Generalprobe in Wien: Deutschland verkurzt und verkickelt“. Damit nicht genug, versteigt er sich zur Formulierung: „Von Hitler bis Haider und Kurz war Österreich das Land der deutschen Generalproben.“ Abgesehen davon, dass Hitler in Österreich nie politisch aktiv war, somit hierzulande auch keine „Generalprobe“ abhalten konnte, bleibt die Frage offen, ob diese Formulierung eine Verharmlosung gemäß Verbotsgesetz darstellt.

Interessant auch das P.S. dieses Kommentars: „Mit ‚Pilnacek‘ steht die erste Affäre der neuen Regierung bereits fest.“ Damit bewirbt der Spaltpilz einerseits sein neuestes Buch über den Tod des Sektionschefs des Justizministeriums, anderseits zeigt er damit die Methoden seiner Politpropaganda auf. Offenbar zweifelt Pilz am 2.2. nicht mehr daran, dass die FPÖVP-Regierung fix ist. Außerdem weiß er schon, dass er höchst persönlich mit seinem Buch einen Beitrag zur Spaltung liefern wird, indem er einen Skandal einer Regierung in die Schuhe schiebt, die mit dem Skandal nichts zu tun haben kann. Wenn überhaupt, könnten einzelne ÖVP-Politiker in den Skandal verstrickt sein, sicher nicht die kommende Regierung als Ganzes.

Wohl gemerkt: Zentrum des Skandals ist das Justizministerim, dem unter Türkis-Grün eine gewisse Alma Zadić vorstand, die zuvor Mitglied der Liste Pilz war. Wikipedia weiß außerdem: „Zadić ist seit 2013 Mitglied der Global Shapers Community des Weltwirtschaftsforums von Davos, einer weltweiten Vereinigung junger Menschen, die Verantwortung für den Planeten übernehmen wollen.“ Shaper übersetzt Leo.org mit „Former“ oder „Drehmeißel“, google.translate findet die orignielle Übersetzung „Stoßmaschine“.

Update 28. November 2024 – Peter Pilz @Peter_Pilz, einer der sich in der Justiz auskennt und in dessen Partei „JETZT“ auch die Zadic war, bevor sie ins grüne Regierungsteam wechselte, legt (vermutlich ungewollt) dafür Zeugnis ab, dass in unserem Staat Parteienjustiz herrscht: „Thomas #Schmid ist Kronzeuge, und @sebastiankurz damit wohl am Ende. Das war ein schönes Abschiedsgeschenk von @Alma_Zadic an die #ÖVP.“

Update 28. September 2024 (ein Tag vor der Nationalratswahl) – Peter Pilz @Peter_Pilz zwitschert am 28.9.2024: „Die #ÖVP „ist Österreichs Antwort auf die Cosa Nostra, nur dass niemand erschossen wird.“ Das schrieb die angesehene US-Tageszeitung Politico gestern in ihrer Europaausgabe. Warum man diesmal keine Nazis, Familien und Dosen wählen sollte:

ehos.at kommentiert: Wen Pilz NICHT wählt wissma jetzt. Aber das ist noch keine „Empfehlung“. Aus der Sicht eines Politdinosauriers, der das Coronaregime für vertretbar hielt, schauts offenbar anders aus. LUSTIG: Den Bierführer, „die DOSE“, wollte Pilz als BP haben! Noch im Jänner bekannte er freimütig: „Bei der letzten Wahl habe ich meine Stimme Dominik Wlazny gegeben. Ich bin das Risiko eingegangen, weil klar war, dass Van der Bellen sicher gewinnt und das Risiko, der frische Wind könne sich als Dosenluft erweisen, überschaubar war. Die Videos waren gut und meine Stimme unwichtig. Diesmal ist das anders. Jede einzelne Stimme zählt.“ Details verrät er auf zackzack.at (19.1.24)

Der Spaltpilz wird 70

21. Jänner 2024 – Peter Pilz, der am 22. Jänner 2024 seinen 70. Geburtstag feiert, ist der einzige überlebende Demokratiedinosaurier Österreichs. Im Unterschied zu anderen Dinos – von Feymann, Häupl, Rendi über Mitterlehnner, Pröll (Onkel und Neffe, mit Xandi ist die dritte Generation im Aufbau) bis zu Glawischnig & Co. kann er seine Goschn nicht halten. 

Peter Pilz Spaltpilz

Als Spaltpilz hat er seine langjährige Karriere im Nationalrat beendet. Nun aber gehts um mehr als eine Partei: nun geht’s darum die Spaltung der ganzen Gesellschaft voran zu treiben. Dabei macht sich der Spaltpilz zum Vasallen der Bundesgrünen die mit Einführung der Corona-Herrschaft unsere Demokratie (was davon noch da war) durch Verordnungen und Erlässe ausgehebelt und die Verfassung dutzenfach gebrochen haben (siehe Kritik von Manfred Matzka, derStandard.at 7.4.2020). Ohne geringsten Widerstand von SPÖ und NEOS. ethos.at spricht daher von der neosgrünen SPÖVP Einheitspartei.

Die primitivste aber effizienteste Methode der Spaltung, die Propagandisten immer schon angewandt haben, ist die pauschale Diffamierung der Gegner und Kritiker des bestehenden Systems. Diesmal sind es nicht die „Schwurbler“, „Faschisten“, „Rechtsextremen“, sondern es ist schlecht und einfach „der Mob“.

„Pilz am Sonntag“ im WORTLAUT:

Strache suchte nach Protestwählern. Kickl setzt zunehmend auf den Mob. Seine neuen Anhänger glauben, dass sie zuerst als „Versuchskaninchen“ kaputt geimpft und dann als „Bevölkerung ausgetauscht“ werden sollen. Immer mehr von ihnen lehnen „den Staat“ ab. Wirr und hasserfüllt sammeln sie sich unter neuen Fahnen. Sie sind bereit für einen Führer.

Kickl dürfte genau wissen: dass das, was den Mob beseelt, Unsinn ist; dass der Unsinn wirkt; und dass der Mob ihm folgt.

Der Mob – das ist etwas ganz anderes als die Protestwähler. Auch heute scheinen Zehntausende bereit, eine unbestechliche soziale Alternative zu wählen. Sie fühlen sich im Stich gelassen und wollen, dass das Leben für sie wieder besser wird. Wenn sie niemanden finden, der glaubhaft für sie und ihre Anliegen kämpft, wählen sie FPÖ, aus Zorn und aus Verbitterung.

Der Mob ist etwas ganz anderes. Er lebt in einer Parallelwelt, in der das Verrückte normal und Kickl ein Vorbild ist. Für den Mob braucht die FPÖ klassische Medien kaum mehr, weil sich die neuen Marschgenossen in asozialen Medien und abgeschotteten Echokammern ihre „Medien“ längst selber machen. Dort sind sie Kickls nützlichste Idioten.

Protestwähler wollen, dass sich etwas ändert. Der Mob will mehr. Er ist zu allem bereit.

Rechte Mobparteien brauchen für ihren Hass geeignete Objekte. Die FPÖ hat gelernt und „Juden“ längst durch „Ausländer“ ersetzt. Zuerst wollte sie die Ausländer „nicht ins Land lassen“. Dann sollten möglichst viele von ihnen, die noch keine Staatsbürgerschaft hatten, „abgeschoben“ werden. Nach dem Kellertreffen in Deutschland geht es erstmals um „Millionen“, die man „deportieren“ will, auch mit Staatsbürgerschaft, weil man glaubt, das Recht zu haben, ihnen alle Rechte zu nehmen.

Mit dem Mob sind Parteien wie AfD und FPÖ dabei, den Boden von Verfassung und Gesetzen zu verlassen. Sie wollen einen anderen Staat, ihr Regime.

ENDE des Pilzgerichtes.

Kommentar HTH: Es erübrigt sich, souveränen, aufgeklärten Lesern von ethos.at dieses Machwerk eines Demokratiedinosauriers zu interpretieren oder gar zu erklären. Was Pilz uns als Sonntagsmahlzeit anrichtet, richtet sich selbst. 

Der Demokratiedinosaurier unterscheidet sich von der Gattung des Politdinos dadurch, dass er unsere Demokratie, wie sie ist, für vollendet erachtet, und fix daran glaubt, dass das bestehende System nie ausstirbt. Sein Glaube ist die Illusion, dass die „repräsentative Demokratie“ von den Altparteien und nur von ihnen repräsentiert werde (außer natürlich von der FPÖ). Etwas anderes ist nicht vorstellbar, nicht denkbar für einen Spaltpilz, der Jahrzehnte bestens vom primitiven Parteien-ZackZack und -HickHack gelebt hat. Heute leidet der Giftpilz darunter, dass er auf dem Abfallhaufen des Systems gelandet ist. So versucht er wieder und wieder ins Rampenlicht zu gelangen. Und sei es – um in seiner Wortwahl vom „türkisen Puff“ zu bleiben – als Puffmutter der Systemerhalter.

Update 20. März 2024DerStandard.at berichtet: „Zackzack.at, das Medienportal von Peter Pilz, hat seit wenigen Wochen eine Menge neuer und prominenter Kleingesellschafter. Anteile halten nun etwa der Gastronom und Neos-Abgeordnete Sepp Schellhorn sowie renommierte Wissenschafterinnen wie die Biochemikerin Renée Schröder und der Informatiker Hannes Werthner.“

SIEHE AUCH: Egisto Ott, Peter Pilz und Putins Spione von Alexandra Bader (30. März 2024)

Allen Selbst-Denkern, Querdenkern und souveränen Menschen unseres Landes empfiehlt ethos.at Bücher, die als Grundlagen für einen ernsthaften politischen Diskurs dienen können:

– Sigmund Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse

– Bertrand Russell, Formen der Macht

– Vaclav Havel, Versuch in der Wahrheit zu leben

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Aufklärung – unser tägliches Brot!

20. Jänner 2024 – facebook erinnert den ethos.at-Chefredakteur heute daran, dass er vor genau neun Jahren folgende Info online stellte:

Eine Frage an die Ernährungsexperten unter meinen Freunden: Warum heißt ein Produkt von Hofstädter mit folgenden Zutaten KALBSLEBER-STREICHWURST: 18% Schweine- und Kalbfleisch, 26% Schweineleber, Speck, 5% Kalbsleber, Wasser, Nitritpökelsalz, Gewürze, Gewürzextrakte, Emulgator Citronensäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren (WER DAS VERSTEHT BITTE MELDEN!!) Saccharose, Glucose, Säuerungsmittel Citronensäure (AJA, das ist ein Säuerungsmittel??), Antioxidationsmittel Ascorbinsäure.

Dietmar Fröhlich (studied Gastrosophie at Paris Lodron Universität Salzburg) konnte aufklären: Weil 5% Kalbsleber drin ist. Ist glaube ich lt. Codex Alimentarius Austriacus der Mindestanteil. Pökelsalz damit’s rot bleibt. Emulgator damit sich die verschiedenen Zutaten beim Garen nicht trennen. Saccharose = Zucker für den runderen Geschmack. Glucose für die schmierige Konsistenz (sonst bräucht man mehr Fett) und die Zitrone/Ascorbinsäure für den Farberhalt. Mahlzeit

Hubert Thurnhofer @ Dietmar: Wie gut dass man Freunde hat!

Dietmar Fröhlich: Danke! Ich habe letzten Dezember von den Lebern zweier Tuxer Ochsen selbst Leberaufstrich gemacht ohne den ganzen Firlefanz. Wird dann halt sehr Rustikal in der Optik, schmeckt aber besser. Ist halt nur an Leute zu verkaufen die wirklich Wert auf nachhaltige Lebensmittel legen.

SIEHE AUCH: Was ist Aufklärung?

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Prognosen NR-Wahl 2024

BoD Baustelle 800

ethos.at wird sich nicht an den uferlosen Spekulationen über mögliche und unmögliche Ergebnisse der kommenden Nationalratswahl beteiligen, hier aber wohl begründete Prognosen abgeben.

Vorab die Grundlagen, B-VG Artikel 24: „Die Gesetzgebung des Bundes übt der Nationalrat gemeinsam mit dem Bundesrat aus.“ Dies gilt ohne Wenn und Aber! Praxis unserer Realverfassung sieht aber so aus: Die Regierung beschließt eine undemokratische Maßnahme, die vom Gesetz nicht vorgesehen und vom Volk nicht gewünscht ist, und lässt daraufhin umgehend einen Gesetzesentwurf von „ihren“ Experten in „ihren“ Ministerien erstellen. Wenn alles geregelt ist, tritt der Kanzler vor die Presse und erklärt, wie das Parlament demnächst abstimmen wird. Und die Parlamentarier sind dabei nicht mehr als das von den Klubobleuten dirigierte Stimmvieh. Im Unterschied zum Wahlvolk immerhin privilegiertes, gut bezahltes Stimmvieh. Diese politische Praxis (Realverfassung) widerspricht den Artikel 56 („Freies Mandat“) und 19 (Regierung als höchste Organe der Vollziehung) B-VG. Und natürlich auch dem demokratischen Grundprinzip der Gewaltenteilung.

SIEHE AUCH: Nationalratswahl – wer tritt an?

+ Kickl, Nehammer, Babler: Drei Kanzlerträume bei Hering und Bier. DerStandard.at (14.2.24) über die Ascher-Mittwoch-Inszenierungen von FPÖ, ÖVP und SPÖ.

Upadate 30. Septemer 2024 – die letzte ethos-Progonose:

Die „Regierungsverhandlungen“ werden sich bis Weihnachten hinziehen. Dann, wenn alle Österreicher und Österreicherinnen von den unendlichen Medienspekulationen und Hardcore-Berichten, wer mit wem kann, schon völlig entnervt sein werden, wird jede Regierung, egal welche, als Erlösung empfunden werden. Der „Erlöser“ wird nicht Jesus heißen.

Wann werden Nationalratswahlen 2024 durchgeführt?

Es gehört zur „politischen Kultur“ unseres Landes, dass spätestens einen Tag nach einer Wahl, deren Ergebnis naturgemäß immer anders „als erwartet“ ausgeht, darüber spekuliert wird, wann die nächste Wahl stattfindet. Für ethos.at war von Anfang an klar, dass die türkis-grünen Regierungsmitglieder van der Bellens Gnaden bis zur letzten Minute auf ihren Stühlen kleben werden. Prognose (14.1.2024): Nationalratswahlen 2024 finden im Herbst statt.

BINGO 13. Februar 2024: Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) will am 29. September als Termin für die Nationalratswahl festhalten. Das hat Österreichs Regierungschef im ORF bestätigt.

Wird die Liste Petrovic die 4-Prozent-Hürde schaffen?

17.5.2024: ORF.at berichtet, wie ein Triumvirat eine kleine Revolution gegen die Grüne Elite inszeniert: „Für ihren Auftritt bei der Pressekonferenz zerschlugen die drei Kandidatinnen mit großem Knall symbolisch eine Papierwand mit dem Logo der Grünen, um daraus hervorzutreten. „Wir kommen aus der Basis“, betonte Henninger-Erber und fordert eine neue politische Kultur. Von vielen Seiten gebe es den Wunsch nach einer Opposition jenseits der Freiheitlichen, hieß es.“

Prognose 17.5.2024: Die GRÜNE Altpartei ist so gestrig wie VdB, ihr inoffizieller Anführer in der Hofburg. Diese Partei konnte in den vergangenen vier Jahrzehnten nie mehr als 6.000 Mitglieder um sich scharen. Was von diesem harten Kern noch übrig ist, ist so verfault, dass daraus kein grünes Gewächs mehr sprießen kann. Wer im Herzen ökologisch, umweltbewusst und naturverbunden geblieben ist – mit oder ohne Mitgliedschaft bei den AltGRÜNEN – der wird mit Dankbarkeit das Angebot der NEU-Grünen annehmen. Mit der GGI (Grüner Verein für Grundrechte und Informationsfreiheit) haben Petrovic und ihr Team seit zweieinhalb Jahren gezeigt, dass es noch Grüne gibt, die sich nicht an den Mainstream und insbesondere an Big Pharma verkauft haben. Es steht jedoch in den Sternen, ob sie die Agenda 2030, den EU Green Deal und die Ideologie des Klimawandels, ebenso kritisch betrachten. Und zwar (Vorsicht Anspielung) JETZT, vor der Wahl, nicht erst nach Monaten der Schockstarre, wie nach Ausbruch der Corona-Herrschaft. Prognose: Die Liste Petrovic schafft den Einzug ins Parlament.

REVISION LMP hat in allen Bundesländern die notwendigen Unterstützungserklärungen bekommen, in Summe rund 4.000. Aber der Schwung hat nicht gereicht, und am Wahltag konnte nicht einmal die 1-Prozent-Hürde erreicht werden. Mit 0,6 Prozent hat die LMP nicht einmal „Anspruch“ auf Wahlkostenerstattung, die nur Parteien, die mindestens 1 Prozent der Wählerstimmen erreichten, bekommen. Ein Dolchstoß für jede neue Partei, die versucht, die Mauern der Altparteien aufzubrechen. Es braucht nicht viel Phantasie, um daraus eine „Dolchstoß-Legende“ zu kreieren.

Welche Chancen hat die MFG?

Beim Congress Austria am 24.5.24 erklärte Ing. Robert Glaubauf, Mitglied des Bundesparteivorstandes der MFG, dass diese zur Nationalratswahl antreten wolle und bereits Listen für die Wahlkarte erstelle, auf der sich auch unabhängige Kandidaten finden werden.

Progrnose (25.5.24) Die Mittel, die der Bundes-MFG noch zur Verfügung stehen, sowie die Anzahl der Mitglieder, die sich für die MFG noch engagieren, reichen gerade noch aus, um die notwendigen 2.600 Unterstützungserklärungen zusammen zu bringen, nicht aber, um sich im Wahlkampf stark zu präsentieren und von anderen Kleinparteien abzuheben. Die 4-Prozent-Hürde werden sie weit verfehlen! Bestenalls die 1-Prozent-Hürde, damit sie eine Wahlkampfkosten-Erstattung bekommen werden. (Ergänzung 22.7.24): Komisch, dass Aigner zu seiner ÖXIT-Erkenntnis nicht schon zu Jahresbeginn gekommen ist – dann hätte er nämlich das Bündnis ÖXIT unterstützen müssen. Davon war aber nichts zu hören und zu lesen. Jetzt, im NR-Wahlkampf den ÖXIT zu fordern ist genau genommen Themenverfehlung und wird der MFG sicher keine zusätzlichen Stimmen bringen.

BINGO + REVISION  (2.8.2024) MFG teilt via APA / OTS mit: „Die junge Bewegung steht bei 90 Prozent der wahlberechtigten Österreicher am Stimmzettel. … Lediglich Burgenland und Kärnten, wo MFG strukturell noch nicht verankert ist, sind außen vor, obwohl auch hier nur einige wenige Unterstützungserklärungen am Ende gefehlt haben. … Punkten will man bei der Wahl am 29. September mit einem hundertprozentigen Bekenntnis zu Neutralität und Frieden, einem Austritt aus der EU in der derzeitigen Form, für leistbare Energie & Naturschutz statt Klimawahn und dem Kampf gegen die nächste „P(l)andemie“ – inklusive einer längst fälligen Corona-Aufarbeitung.“ Die Abspaltungen der MFG haben verhindert, dass sie es in Kärnten auf den Stimmzettel schaffen. Auch im Burgenland haben sie nicht genug Unterstützer gefunden.

Ist eine emanzipierte Liste GAZA wählbar?

2. Juli 2024 – Die Anwältin Astrid Wagner wurde am 23. Mai nach der Auflösung einer Pro-Palästina-Kundgebung in der Bundeshauptstadt angezeigt, nachdem sie bei der Versammlung eine Rede gehalten hatte. „Dabei habe sie aus „Urteilen von Verwaltungsgerichten“ zitiert, denen zufolge der Satz „From the River to the Sea, Palestine will be free („Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein“) „nicht grundsätzlich illegal“ sei, sondern „nur dann, wenn er in einem bestimmten Kontext verwendet wird“, erklärte die Juristin. (Quelle APA/vienna.at). Ende Juni wurde das Verfahren eingestellt. Nur wenige Tage später meldeten die Massenmedien: Anwältin Astrid Wagner will mit Liste „Gaza“ bei Nationalratswahl antreten (DiePresse.com, 28.6.24)

Neben Wagner sind alle Spitzenkandidat- ohne Ausnahme -innen: Isra Doghman, Rapperin, Aktivistin mit Wurzeln in Palästina. Siegerin des FM4 Protestsongcontests 2022 mit ihrem Anti-Rassismus Song “9. November”; Dalia Sarig, Aktivistin mit jüdischen Wurzeln; Nura Hashem, Angestellte, Palästinenserin, aktiv beim Kulturverein Handala; Sali Attia, Politologin und Mittelschullehrerin.

Prognose 2.7.24: So wie bei der Liste Petrovic treten im GAZA-Führungsteam ausschließlich Frauen auf. Die NR-Wahl erhält damit eine feministische Facette – allerdings keine feministische Wendung. Während das „Dreimäderlhaus“ Erfolg haben wird, werden die GAZA-Feministinnen bei ihren möglichen Anhängern mehr Ablehnung als Zustimmung ernten. Denn die im Gaza regierende Hamas kämpft zwar für die Freiheit Palästinas, aber sicher nicht für die Emanzipation der Frauen in Palästina. Die islamistischen Vertreter der Hamas und ihre Mittels-Männer in Österreich werden emanzipierte Frauen sicher nicht unterstützen, geschweige denn wählen. Auch wenn es um ihre Sache geht. Damit wird das Unterstützungspotenzial recht dünn, selbst wenn auf der feministischen Seite unerwartete Schützenhilfe aufmarschieren wird (siehe Foto).

Liste GAZA KroneTV

Vermutlich ist es nicht die Schützenhilfe, von der die Medien-erfahrene Strafverteidigerin A.W. träumen würde. Doch das Problem der Liste GAZA sitzt tiefer: man kann keine NR-Wahl mit nur einem einzigen Thema führen, von dem die Österreicher und Österreicherinnen noch dazu nicht direkt betroffen sind. Resümee: Keine Chance auf den Stimmzettel zu gelangen.

REVISION 3. August 2024 – Die Liste hat es nur in Kärnten und Salzburg nicht geschafft, wird demnach in sieben Bundesländern antreten. Bei der Wahl kam sie auf 0,4 Prozent der Stimmen.

Kann man keine Partei wählen?

3. August 2024 – Bislang noch nicht auf dem Radar von ethos.at ist „KEINE“, eine Partei im Wandel: unter dem Namen „Wandel“ ist sie schon mehrmals auf dem Stimmzettel von Nationalratswahlen aufgetaucht. Der alte Name steht nach wie vor im Impressum. Die politische Analyse der Partei ist gleichzeitig ihr Programm: „Keine Partei hat einen Plan“. Jetzt auch: KEINE. Ein Phänomen ist freilich, dass es diese Gruppe immer wieder schafft, ausreichend viele Unterstützungserklärungen zu sammeln. Auch diesmal tritt sie in allen Bundesländern an. Das erfordert österreichweit mindestens 100 überdurchschnittlich aktive Mitglieder. Keine Progonse!

Wird die IPÖ Morddrohungen erhalten?

23. Juni 2024 – In Wiener Neustadt wurde wurde die Islamische Partei Österreichs (IPÖ) gegründet, die schon im Herbst bei den Nationalratswahlen antreten will. „Die IPÖ ist laut ihrer Satzung ‚primär darauf ausgerichtet, die religiösen Bedürfnisse und Rechte der Muslime in Österreich zu sichern, fördern und zu wahren‘. Obmann ist der frühere Hochseekapitän Gustav Jobstmann. Der 69-Jährige kandidierte bereits 2016 und 2022 bei der Bundespräsidentenwahl. Schriftführerin ist Sevim Aydiroglu, als Kassier wird Ramazan Mutlu geführt“, berichtet NÖN.at (23.6.24)

Prognose 23.6.2024: 2016 hat Gustav Jobstmann laut Insiderinformationen etwa 5.000 Unterstützungserklärungen bekommen, also die Anzahl der notwendigen Unterschriften um rund 1.000 verfehlt, so dass er es nicht bei der BP-Wahl antreten konnte. 2022 hat er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zurückgezogen. Dass er nun ausgerechnet Obmann einer Islam-Partei wurde, soll nicht sofort als Absurdität abgetan werden. Nehmen wir an, es ist ein redliches Anliegen im Sinne der Religionsfreiheit (StGG Artikel 14), dann wird er damit nicht viele Unterstützer unter den Muslimen selbst finden. Ganz im Gegenteil: man muss davon ausgehen, dass die echten Muslime eine Partei mit einem Österreicher an der Spitze nicht unterstützen, sondern anfeinden werden. Liberale Muslime wie Amer Albayti wissen davon zu berichten: „Auf der Todesliste des IS“ ist der Titel seines gleichnamigen Buches. Mit Sicherheit zählen die zwei Muslime der Partei-Spitze nicht zur IS-Fraktion. Von Sevim Aydiroglu existiert nur ein Eintrag auf Facebook mit der einzigen Auskunft „married“, und Ramazan Mutlu ist gut integrierter Fußballtrainer von Apetlon (Burgenland). Resümee: IPÖ muss von Glück reden, wenn ihre Parteigründer ohne Morddrohungen aus diesem Experiment raus kommen. Von einem Antritt bei der NR-Wahl sind sie meilenweit entfernt.

Update 24.6.24 – Der erste Aufschrei „aufrechter Türken“ ist bereits da und hat sich via APA / OTS (24.6.24) Luft gemacht: „Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) empfindet die Gründung der „Islamischen Partei Österreichs“ als Schlag ins Gesicht der Musliminnen und Muslime, die in Österreich seit Jahren dankbar eine freiheitlich-demokratische, rechtsstaatliche Grundrechtsordnung erleben und genießen. Die neu gegründete Alibi-Partei „Islamische Partei Österreichs“ in Niederösterreich, die von einem autochthonen Österreicher geführt wird und bei den Parlamentswahlen antreten will, widerspricht den Interessen der AustromuslimInnen in Österreich.“ 

Klubobmann-Stellvertreter und FPÖ-Sicherheitssprecher NAbg. Hannes Amesbauer nutzt diese Gründung für einen hirnlosen Rundumschlag (via APA / OTS „246.24): „Dass in einem mitteleuropäischen Land wie Österreich eine Partei gegründet wird, die ihren einzigen Sinn im Vorantreiben des politischen Islam mit all seinen Facetten hat, zeigt, dass die Systemparteien ÖVP und SPÖ mit tatkräftiger Hilfe der NEOS und Grünen diese Entwicklungen nicht nur gefördert, sondern forciert haben. Das ist nicht gut für unser Land und unsere Bevölkerung. Der in Parteiform gegossene politische Islam baut letztlich auf politischen Extremismus auf und ist somit ein erneuter Beweis, dass wir nicht mehr nur von einer Parallelgesellschaft sprechen müssen, sondern mittlerweile von einer Gegengesellschaft, die versucht, unsere geltenden Werte und Normen, unsere Grund- und Freiheitsrechte auszuhöhlen.“ Angesichts dieser Hysterie muss man die oben gestellte Frage präzisieren: Von WEM wird die IPÖ die ersten Morddrohungen erhalten?

BINGO (3. August 2024) – Von der  Islamische Partei Österreichs (IPÖ) war während der gesamten Vorwahlperiode nichts zu hören. Sie ist still und leise in der Versenkung verschwunden.

Was will die Servus-Partei?

„Unternehmensberater und Unternehmer haben ein ‚unideologisches‘ Politprojekt für die breite Mitte gestartet. Sie wollen eine Alternative sein, nachdem die ÖVP die FPÖ rechts überholt habe. … Sie heißt Servus-Partei, wurde in Salzburg gegründet und will bei der Nationalratswahl antreten. Der Parteiname sei abgeleitet aus der ursprünglichen Wortbedeutung, dem Volk zu dienen. … Mit dem Fernsehsender Servus TV habe die Partei jedenfalls nichts zu tun“, berichtet DerStandard.at (23.4.24)
Prognose (25.4.24): Die Servus-Gründung ist das typische Beispiel für ein Strohfeuer. Wenn eine Partei aus lediglich aus zwei Köpfen besteht, dann ist sie vielleicht effizienter, als eine Partei aus 10 Köpfen. Doch die Ambition, wenige Wochen nach Parteigründung bereit zu sein für eine Nationalratswahl, das ist mehr als naiv, nämlich dumm. Es ist – bei aller Wertschätzung für die Bemühungen ein Angebot außerhalb der Altparteien zu entwickeln – ein Zeichen von Selbstüberschätzung, zu glauben, man könne innerhalb weniger Wochen die Strukturen, das Know-how und die Mittel für eine Nationalratswahl aufstellen. Am Ende gehts den beiden Selbstdarstellern wohl um die Show in Form einer Provokation! Der Name „Servus“ für eine Partei in Salzburg provoziert naturgemäß einen Konflikt mit dem in Salzburg ansässigen Servus-TV. Um diesen Konflikt und dessen medienwirksame Austragung geht es offensichtlich den beiden „Parteiführern“ Ing. MMMag. Hannes Pirker M.A.I.S. und (ganz ohne Titel) Martin Fankhauser. Mangels Unterstützungserklärungen werden sie es mit dieser Taktik nicht einmal auf die Wahlkarte schaffen.

Ergänzung 12.7.24 – ServusTV ventilierte über „BLICKWECHSEL. Das Nachrichtenmagazin“ (23.5.24) die OGM-Umfrage, nachdem eine „LISTE KARAS“ auf Anhieb mit 5 Prozent bei der NR-Wahl rechnen könnte. (Quelle APA/OTS 22.5.24) Diese Liste ist allerdings nie zustande gekommen. Der ganze Beitrag beweist nur, dass auch alternative Medien nicht nur Nachrichten produzieren indem sie über Sachverhalte berichten, sondern oft auch dadurch, dass sie Sachverhalte frei erfinden.

BINGO (3.8.2024) „Wir danken allen, die sich das mühsame Procedere einer Unterstützungserklärung angetan haben, ganz herzlich. Es hat nicht in allen Bundesländern gereicht und deshalb treten wir zur Nationalratswahl 2024 nicht an“, berichtet die SERVUS auf der eigenen Webseite. Laut eigener Angaben habe man „mehr als 2.000 abgegebene Unterstützungserklärungen“ gesammelt.

Kann JAZUÖ einen Kurswechsel einleiten?

9. Juli 2024 (Pressemitteilung via APA / OTS) – „Die Politik der Altparteien hat die Lage der Österreicher in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. JA ZU ÖSTERREICH will bei der Nationalratswahl antreten, um einen grundlegenden Kurswechsel zugunsten der Österreicher einzuleiten.“

Progonose 12.7.24: Nach dem zweiten bezahlten (!) Auftritt auf oe24.com ist klar: die notwendigen Unterstützungserklärungen schaffen die paar Jazuö-Aktivisten mit dieser Performance sicher nicht. Bleibt nur die Chance, dass ihnen drei NR-Abgeordnete mit ihrer Unterstützungserklärungen einen sicheren Platz auf dem Stimmzettel verschaffen. Diese kommen sicher nicht von SPÖ, FPÖ, Grünen und Neos. Somit bleibt die ÖVP, die bereits via Heute.at (3.7.24) kolportieren ließ, wer raus fliegt. Wenn man von den genannten Namen alle abzieht, die zu schwarz und zu alt sind, um sich am Ende ihrer Karriere mit so einem (aus ÖVP-Sicht) Verrat anzupatzen, dann bleiben genau drei Namen, die dafür in Frage kommen. Somit ein sehr wackeliger Stuhl, dem schon bei der Planung ein Bein fehlt. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bereits beim Zusammenbau das erste abbricht.

BINGO 29. Juli 2024 – Dass JAZUÖ auf die Unterstützung scheidender Nationalräte spekulierte, hat der Obmann Christian Ebner seinen Mitgliedern via Rundmail bestätigt. Demnach wurde „das Gespräch mit Nationalratsabgeordneten gesucht, die von ihren bisherigen Parteien so ungünstig gereiht wurden, dass ein Wiedereinzug in den Nationalrat fast ausgeschlossen ist. Die Gespräche haben sich gut entwickelt. Vor dem für heute angesetzten entscheidenden Termin gab es aber plötzlich Rückzieher. Wir werden wohl nie erfahren, ob es von der bestehenden Partei der Abgeordneten irgendwelche Zugeständnisse oder Vergünstigungen welcher Art auch immer gegeben hat, aber angesichts der plötzlichen Kehrtwende kann man dies erahnen. Wir können daher nicht bei den Nationalratswahlen antreten und werden folglich auch keine Wahlvorschläge einreichen.“

Wird bei der Nationalratswahl die SONNE aufgehen?

SONNE, die neue Partei von Sissi Kotterer & Leo Klinke, bittet um Unterstützungserklärungen für die Nationalratswahl 2024. Das Prgramm umfasst primär Demokratie und Frieden: „Demokratie braucht freie Menschen die wichtige Sachen selbst entscheiden und gestalten, freie Abgeordnete die selbst Gesetzte aufsetzen, Regierung und Bundespräsidenten die selbst Verwaltungsführung gerecht verantworten und frei zugängliche Gerichte die mit Rechtslaien gleiches Recht sprechen!

Prognose (7.7.2024) Die Sonne wird an den Tagen vor und an den Tagen nach der Nationalratswahl aufgehen. Aber am 29. September werden wir die SONNE nicht auf dem Stimmzettel finden. (Ergänzung 1.8.2024) Die Juristin Kotterer hat ihr Antreten damit begründet, dass sie nur als wahlwerbende Partei das Recht hat, die Wahl anzufechten. Das hat sie auch schon bei der EU-Wahl so gemacht, dafür sogar eine Schlagzeile in DiePresse.com (31.7.24) bekommen: „Sonne“ geht vor dem VfGH unter.

BINGO (3.8.2024) : Keine Einreichung.

Wird die Bierpartei antreten?

Prognose 18.1.2024: Die Bierpartei wird nicht antreten. Der Parteiführer Wlazny, politisches Fliegengewicht mit „Öffentlichkeitsrelevanz“ (Copyright: ORF) ist am 18.1. vor die Presse getreten um zu erklären, dass seine Partei bei der Wahl antreten WILL! … WENN: die Finanzierung der Partei und der Wahlkampagne sichergestellt sei und das selbst gesetzte Ziel von 20.000 Mitgliedern erreicht werde. (Quelle news.at / natürlich darf auch ORF.at nicht fehlen.) ethos hat recherchiert: 20.000 ist kein Tippfehler! Zur Einschätzung: Die ÖVP hat ca 700.000 Mitglieder (mit allen Bünden, die der ÖVP zuzurechnen sind), die SPÖ gerade mal 180.000. Ein Drittel davon hat die FPÖ (60.000) und die Grünen gerade mal 7.300 (Angaben 2017, nach 4 Jahre in der Regierung wohl deutlich weniger). Die Bierpartei hat aktuell 1.300 Mitglieder. Es ist somit klar, dass die Bierpartei ihr 20.000er Ziel nicht erreichen wird. Der Schaumschläger Wlazny hat wieder einmal umgerührt und die Medien haben ihm wieder jede Menge Publicity geschenkt. Zumindest diese Rechnung geht immer auf! 

Die einzige Sensation, die Wlaznys lauwarme Biersprüche gebracht haben, war das Outing des Polit-Dinosauriers Peter Pilz: „Bei der letzten Wahl habe ich meine Stimme Dominik Wlazny gegeben. Ich bin das Risiko eingegangen, weil klar war, dass Van der Bellen sicher gewinnt und das Risiko, der frische Wind könne sich als Dosenluft erweisen, überschaubar war. Die Videos waren gut und meine Stimme unwichtig. Diesmal ist das anders. Jede einzelne Stimme zählt.“ Details verrät er auf zackzack.at (19.1.24)

REVISION 30.4.24: Die Bierpartei ruft zur Pressekonferenz und der ORF ist zur Stelle. Der Freibierführer verkündet: TROTZ fehlender Mitglieder tritt die Freibierpartei bei der NR-Wahl an. Fragen werden keine beantwortet, aber eine neue Pressekonferenz wird angekündigt. So also geht Parteipolitik! Schon der erste UMFALLER, noch lange vor der Wahl. ABER: mit der Garantie, dass der ORF die Bierpartei über die 4-Prozent-Hürde pushen wird, kann man siegessicher antreten. Dass Bier keine Inhalte, aber jede Menge Show bietet, ist natürlich ein gutes Geschäft für den ORF, der nur auf Quoten nicht auf Bildung setzt. Mit Sicherheit folgen auch die Printmedien im Schlepptau der ORF-Show.

Update 8. Februar 2024 – Da Stoascheisser Korl @KorlDa via twitter: „Stand heute [Sonntagsfrage oe24] ist die Bierpartei fix im Nationalrat. Finde ich beachtlich – ein Lehrbeispiel für Produktmarketing und erfolgreiches Branding mit geringem Budget. Da kann man in Sachen Marketing etwas lernen. Respekt. Politisch wird es uns nicht weiterbringen. Das ist aber nur meine bescheidene Meinung.“ 

HTH kommentiert: Die Bierpartei beweist, dass man bereits als Altpartei zur Welt kommen kann. Diese Partei liefert keinen Inhalt, aber jede Menge Schaum! Dass „Sonntagsfrager“ überhaupt die BierPartei berücksichtigen, 1000 andere Parteien nicht, beweist, dass hier wieder mal eine Agenda läuft, die die Bedürfnisse der Altparteien und der gleichgeschalteten Medien vollkommen befriedigt. Dafür kann ich beim besten Willen keinen „Respekt“ aufbringen.

REVISION der REVISION 10. September 2024 – Nach dem Nicht-Auftritt in der ZIB2 „beim Wolf“ und nach dem Auftritt des Bierführers bei der ORF-Diskussion der vier Kleinparteien (im Zentrum 8.9.24), haben zwei Medienextremisten die Bierpartei abserviert: Kickl-Macher KRONE und Kickl-Hasser PilzZZ – und zwar am gleichen Tag:

Wlazny und seine Entzauberung (Krone)

Bierpartei schaumgebremst: fehlen am Ende Promille? (zackzack)

ethos.at hat bereits vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass es Pogo nur um die Show geht. Damals noch stark gefördert vom ORF und bei der BP-Wahl noch auf acht Prozent gepusht, muss er nun zittern, die 4-Prozent-Hürde bei der NR-Wahl zu packen.

Wird die KPÖ die 4-Prozent-Hürde schaffen?

Prognose 17.5.2024: „Mit den Themen „Frieden und Neutralität“ sowie „Wohnen“ will die KPÖ die Wählerinnen und Wähler bei der EU-Wahl überzeugen“, berichtet die APA (14.5.24) über das Programm desKPÖ-Kandidaten Günther Hopfgartner, der bei der EU-Wahl antritt. Vergeblich antreten wird, so die Prognose von ethos.at. Mit diesem 08/15-Programm können dann die SpitzenkandidatInnen der KPÖ gleich bei der Nationalratswahl weiter machen. Bundessprecher und NR-Listenführer Tobias Schweiger, bestätigt, dass „K“ in KPÖ für „Kommunal“ steht: „Die KPÖ muss zu einer im Alltag nützlichen Partei werden. Das kann das Angebot von kostenlosem Essen in der Nachbarschaft wie bei der KPÖ in Wien-Ottakring sein, aber auch das Organisieren politischer Arbeit oder die Sprechstunden und Sozialberatungen, die die KPÖ in vielen Orten anbietet.“ Kein Wort von nationalen, geschweige den internationalen Ideen oder gar Konzepten. Prognose: Damit wird die KPÖ, so wie bisher, bei der Nationalratswahl weder die vier- noch die ein-Prozent-Hürde überwinden.

Werden die Grünen die 4-Prozent-Hürde schaffen?

Prognose 14.1.2024: „die“ Grünen in der bestehenden Form wird es nicht mehr geben, sondern zumindest zwei Grüne Parteien werden antreten. In der GGI formieren sich bereits seit Ende 2021 rund um die ehemalige Obfrau Madeleine Petrovic Grüne Amtsinhaberinnen und Ex-Grüne. Der Kampf wird bereits vor Gericht ausgetragen: Grün-interner Streit: Klubchefin Sigi Maurer klagt die GGI

BINGO 15. Mai 2024: Liste Madeleine Petrovic (LMP), unterstützt von der GGI, tritt an. Die Ganze Woche bringt gleich eine Doppelseite darüber, auch alle anderen Massenmedien berichten. 

Upadate 20. Juni 2024 – „Am Samstag küren die Grünen bei einem Bundeskongress in Wien ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalratswahl. „Wir arbeiten dafür, dass wir so stark werden, dass wir in den nächsten Regierungsverhandlungen eine Rolle spielen“, gab Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler im APA-Interview als Wahlziel aus. Der designierte Spitzenkandidat möchte die gesamte nächste Legislaturperiode in der Politik bleiben“, berichtet NEWS.at / APA.

Update 22.6.24 Vienna.at: „Kogler mit 94,5 Prozent zum Grünen Spitzenkandidat gewählt.“ 98,1 Prozent für Gewessler als Listen-Zweite. Die GrünInnen bejubeln ihren Verfassungsbruch!  DDR 4.0 lässt grüßen. Johannes Rauch, der nicht auf der Bundesliste steht, schleimt sich über twitter ein: „Das ist unser großartiges Team für die Nationalratswahl! 💚 Mit @Wkogler haben wir unseren erfahrenen, tatkräftigen Vize-Kanzler an der Spitze bestätigt. Mein Versprechen: Lieber Werner, egal wann und wo, wenn Du mich brauchst, ich bin da! Naturgemäß bringt der Hofberichterstatter ORF Jubelberichte am laufenden Band: 

Für Nationalratswahl: Kogler zum Spitzenkandidaten gekürt – news.ORF.at

Bis zu 98,5 Prozent Zustimmung: Grünes Team für Nationalratswahl steht – news.ORF.at

Stefan Kaltenbrunner @skaltenbrunner twittert am 21. Juni: „Kogler will mit Grünen wieder in Regierung. Das ist durchaus legitim. Fragt sich nur, wer will noch mit den Grünen in eine Koalition.“

Prognose 21.6.24: Offensichtlich sind die GrünInnen nach dem EU-Wahlergebnis mit 10 Prozent der Stimmen und zwei Mandaten siegessicher. Frei nach dem Motto – Auf jedem Misthaufen bauen wir ein Kraftwerk – Jeder Skandal, der in den Himmel stinkt, treibt unser Biogaskraftwerk an! Da die GrünInnen über die Parteienförderung auch einen Goldesel haben, der ohne Leistungsnachweise Geld scheißt, sind sie überheblich geworden und blind für die Realität. Die Grün-WählerInnen haben mittlerweile eine Alternative, die es bei der EU-Wahl noch nicht gab. Diese Alternative heißt Liste Petrovic. Diese Alternative wird zu einer Fluchtbewegung all jener (Ex)Grünen führen, die noch einen Funken von Verstand haben. Und das sind mehr, als sich Kogler in seinem (Macht)Rausch vorstellen kann. Die GrünInnen können beim Wahlkampf auch nicht nach Belieben prassen, um die Liste Petrovic medial ins Out zu schießen, denn nach dem Rausflug 2017 werden sie wohl diesmal Rücklagen für die nächsten fünf mageren Jahre bilden. Die AltGRÜNEN fliegen raus!

Welche Partei wird ÖXIT ins Parlament bringen?

26. Juli 2024 – „Wenn wir in Österreich Frieden, Freiheit und eine gesunde Wirtschaft anstreben, so ist ein ÖXIT aus dieser EU unvermeidbar: Das stellt Joachim Aigner, MFG-Österreich Bundesparteiobmann und NR-Spitzenkandidat, im Hinblick auf die erneute Ernennung von Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin unmissverständlich klar. Diese Europäische Union ist nach Aigners Ansicht nicht reformierbar“, berichtet Report24 (22.7.24).

Auch wenn einzelne MFG-Mitglieder bei der EU-Wahl bereits das ÖXIT-Bündnis unterstützt haben, so war das bislang nicht MFG-Parteiprogramm. Der Obmann nutzt geschickt eine Lücke, die dadurch entstanden ist, dass der ÖXIT-Bündnis-Vorsitzende Christian Ebner (damals Obmann der Freisinnigen) bei der NR-Wahl als Obmann der Partei Jazuö antritt. Dort wurde er herzlichst mit der Hammer „Jazuö ist entschlossen gegen einen Austritt aus der EU (ÖXIT)“ begrüßt. Auch wenn der Satz einen Tag später wieder von der Webseite gelöscht wurde, so ist das Thema nun für die NR-Wahl frei verfügbar. Im Unterschied zu Jazuö hat der Oberösterreicher Aigner zum oberösterreichischen  Report24 gute Kontakte, sodass am 26. Juli gleich ein zweites Mal darüber berichtet wurde. Zentrale Aussagen in diesem Artikel: „Wir werden das Thema ÖXIT ins Parlament bringen.“

Prognose 26.7.2024 – ÖXIT wird in der nächsten Legislaturperiode bestenfalls zum Randthema. Weder Jazuö noch MFG werden es bis ins Parlament schaffen. Jazuö allein deshalb, weil sie keine Mitglieder, somit keine wählbaren Mandatare haben und somit am logischen Ende der Kette keine Wähler haben werden. Und selbst wenn sie rein kÄmen, dürfte der Parteiobmann damit seine Hintermänner nicht brüskieren. MFG wird wohl einen Achtungserfolg erzielen, wenn man das Ergebnis von Michael Brunner bei der BP-Wahl als Achtungserfolg bezeichnen kann.

Wird Nehammer das Binnen-i abschaffen?

Prognose 24.1.2024: die ÖVP wird bis zum Ende dieser Legislaturperiode keinen entsprechenden Antrag mehr zustande bringen, und wenn, dann so grüngewaschen, dass die FPÖ nicht zustimmen wird. Nehammer eröffnet den ÖVP-Wahlkampf am 26.1.24. Schon vor der vielfach angekündigten Rede des ÖVP-Obmanns ist „durchgesickert“, dass er fordern, vorschlagen oder einfach nur ventilieren wird, Gendern im öffentlichen Dienst abzuschaffen. Abschaffen zu wollen! Was darf’s sein: „i“ „*“ „_“ oder gar nix mehr? Auf dem Niveau werden dann wohl Österreichs Wahlkämpfe dieses Jahres geführt werden.

Wird die FPÖ die ORF-Haushaltsabgabe abschaffen?

FPÖ kündigt heftigen Widerstand gegen den ORF-Hammer an! „Der ORF gehört reformiert. Ihm mit der Zwangssteuer immer mehr Geld in den Rachen zu schieben, ist abzulehnen!“ So FPÖ-Mediensprecher NAbg. Christian Hafenecker. (Quelle: fpoe.at 3.1.24)

Prognose 16. Mai 2024: Nein. Wenn die FPÖ eine Allein- oder Minderheitsregierung aufstellt, wird sie wohl entsprechende Schritte zur Abschaffung zur Abschaffung der seit 1. Jänner 2024 bestehenden Zwangsabgabe setzen, sie wird damit aber im Parlament nicht durchkommen. Das ist freilich ein Szenario mit geringer Wahrscheinlichkeit. Höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die FPÖ sich mit Koalitionspartnern aus dem Spektrum der Altparteien einigen muss. Dann wird diese Forderung es nicht einmal in ein Regierungsprogramm schaffen oder die Haushaltsabgabe nur kosmetisch verändert (z.B. ein Liste von Ausnahmeregelungen für die FPÖ-Klientel ergänzt).

Wird sich irgendwer für die Meinung Mitterlehners interessieren?

Prognose 27. 1.2024: Niemand außer ein paar Journalisten.  „Vor einer Wahl sollte man keine Koalitionsvarianten ausschließen, meint der ehemalige ÖVP-Chef und Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner in Richtung seiner Partei. Denn in einigen Bundesländern sei es dann anders passiert, betonte er im Interview Mit Patrick Budgen“, berichtet ORF.at (27.1.2024) Interessant an dem Interview ist nicht die Einschätzung, sondern dass Mitterlehner 10 Jahre nach Amtsantritt und 7 Jahre nach Ausscheiden als Vizekanzler sein Schweigegelübde gebrochen hat.

EUwahl Neoscafe

REVISION 27.5.24 – Die NEOS interessieren sich für die Meinung Mitterlehners. Der EU-Spitzenkandidat Brandstätter hat Mitterlehner „zufällig“ in einem Cafe in Krems getroffen; und das ist dabei heraus gekommen (Quelle Twitter, 27.5.24)

„Kern und Mitterlehner kommentieren Wahl im Café Landtmann. Die einstige Regierungsspitze (2016-2017) schaut sich die Nationalratswahl am Sonntag im Wiener Café Landtmann an. Zusammen mit Polit-Beratern wird die Wahl ab der ersten Hochrechnung analysiert“, berichtet oe24.at (22.9.24)

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Bauernproteste! Bauernaufstand?

von Bert Ehgartner

11. Jänner 2024 – Viele verstehen nicht, worum es den Bauern bei den landesweiten Protestaktionen geht. Das Streichen des Diesel-Rabatts sei ja wohl kein Grund einen Aufstand zu starten. Der Hauptgrund vielleicht nicht, aber ein Anlass.

Die Bauern Deutschlands haben gemerkt, woher der Wind weht: Sie stemmen sich gegen eine internationale Entwicklung, in der Billionen-schweren Verwalter diverser Fonds, Risikokapital-Anleger und Milliardäre in Komplizenschaft mit dem Europäischen und US-amerikanischen Finanzsektor riesige Anteile der landwirtschaftlichen Fläche erwerben, um daraus Profit zu schlagen.

Noch immer gehen zwei Drittel des EU-Budgets in den Agrarsektor. Und dort, wo es staatliche Förderungen gibt, wachsen die Begehrlichkeiten der Konzerne und ‚Investoren‘. So wie sich die Regierungen der westlichen Staaten – mit ihrem Konglomerat aus Industrie-Lobbyisten und Polit-Hazardeuren – heute darstellen, dienen ihre ökonomischen Lenkungsmaßnahmen vor allem dazu, das von den Bürgern erwirtschaftete Vermögen inklusive der Steuern zum Großkapital umzuleiten. Der Agrarsektor übt auf diese Elite-Klasse globalen Parasitentums deshalb eine enorme Anziehungskraft aus.

Wie es Staaten ergeht, die sich dem westlichen Finanzsystem als Vasallen andienen, zeigt sich drastisch am Beispiel der ukrainischen Landwirtschaft. Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas und besitzt 33 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Etwa ein Drittel davon sind „Schwarzerde“-Äcker. Sie gelten als die fruchtbarsten Böden der Welt.

Seit der von den USA massiv unterstützten „Maidan-Revolution“ im Jahr 2014 hat die Ukraine eine pro-westliche Regierung. Eines der wichtigsten Vorhaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj war eine Landreform, die er 2021 – gegen den Widerstand des Großteils der heimischen Bauernschaft – durchzog.

Profitiert haben davon ukrainische Oligarchen und deren westliche Finanz-Partner. Heute gehören mehr als 9 Millionen Hektar – das sind rund 28% der ukrainischen Ackerfläche – solchen Investoren. Die Tendenz ist stark steigend – unter anderem auch deshalb, weil viele Landwirte derzeit an der Front fallen und die Familien keinen Ausweg sehen, als den Verkauf.

Bei den größten Landbesitzern handelt es sich um ausländische Interessengruppen – hauptsächlich aus Europa und Nordamerika, darunter ein in den USA ansässiger Private-Equity-Fonds und der Staatsfonds von Saudi Arabien. Mit einer Ausnahme sind die zehn größten Landbesitzer alle im Ausland registriert, hauptsächlich in Steueroasen wie Zypern oder Luxemburg. Mehrere dieser Unternehmen sind an die Börse gegangen, wobei westliche Banken und Investmentfonds wie Vanguard & Co. nun einen erheblichen Anteil ihrer Aktien kontrollieren.

Allein die 6 größten Landbesitzer der Ukraine haben von Europäischer Investment Bank und Weltbank rund 1,7 Milliarden US-Dollar erhalten. Die restlichen 8 Millionen ukrainischen Landwirte stürzen währenddessen zunehmend in die Armut ab. Auch deshalb, weil sie mit den Preisen der bestens geförderten und maschinell hoch gerüsteten Konkurrenz in keiner Weise mithalten können.

Auch in Deutschland übernehmen immer mehr Investoren frei werdende Agrarflächen, die genau null mit traditioneller Landwirtschaft zu tun haben. Die verbliebenen privaten Landwirte zu zermürben und zum Verkauf zu bewegen, ist das inoffizielle Ziel der EU-Agrarwirtschaft. Und darum sind die Bauern auf der Straße.

SIEHE AUCH: 5 nach 12 TV berichtet live über Bauernproteste Dresden 10.1.2024. Dieses Video spiegelt die Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschland wider.

https://www.youtube.com/watch?v=iaKxfBsIdl4

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Update 15.01.2024. Franz Branntwein™ @FranzBranntwe10 vermittelt via twitter ein Stimmungsbild aus Berlin: „Ich bin nicht 500 Kilometer gefahren, um jetzt mit hängenden Ohren von dem Gequatsche nach Hause zu fahren.“

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Heizungshersteller Windhager insolvent

Windhager screen

Insolvenz / Pellets / Heizungshersteller / Energiewende

Update 2. Februar 2024: „Die BWT-Mutter Fiba übernimmt den insolventen Seekirchner Heizungshersteller Windhager. Die Marke soll erhalten bleiben – ebenso wie der Großteil der 440 Arbeitsplätze“, berichtet SN (2.2.2024)

9. Jänner 2023 – „Am Landesgericht Salzburg ist am Montag das Insolvenzverfahren über den Heizungshersteller Windhager mit Sitz in Seekirchen (Flachgau) eröffnet worden. Bereits im Sommer hatte das Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Mehr als 400 Mitarbeiter sind nun von der Pleite betroffen.

Wie der KSV1870 informierte, sollen die Passiva (Liquidationswert) des Traditionsbetriebs bei 78,2 Mio. Euro (Zentralheizung Technik GmbH) bzw. 8,2 Mio. Euro (Zentralheizung GmbH) und die Aktiva bei rund 21,4 Mio. Euro bzw. 2,2 Mio. Euro liegen. Die Zahl der betroffenen Gläubiger beträgt laut dem Kreditschutzverband rund 354 in der Produktionsgesellschaft und rund 150 in der Vertriebs- und Servicegesellschaft. Windhager stellt Heizkessel für sämtliche Energiearten her, hat sich aber in den vergangenen Jahren vor allem als Produzent von Pelletheizungen einen Namen gemacht.

Als Ursache für die finanziellen Probleme nannte Geschäftsführer Stefan Gubi extrem negative Marktentwicklung der vergangenen eineinhalb Jahre. Diese hätte ihren Ursprung in den exorbitant angestiegenen Pellets-Preisen durch die vom Ukraine-Konflikt ausgelöste Energiepreiskrise. Sei der Preis für eine Tonne Pellets Anfang 2022 noch unter 300 Euro gelegen, erreichte er später teilweise ein Niveau von über 700 Euro pro Tonne. ‚Das hat zu Unsicherheiten bei den Kunden geführt.‘ Wirklich dramatisch sei die Situation für das Unternehmen dann aber im Sommer 2022 geworden. Damals wurde durch die deutsche Politik die Diskussion geführt, ob Holz als nachhaltiger Energieträger noch förderwürdig sei oder nicht“, berichtet industriemagazin.at (8.1.24)

ethos.at hat bereits 2022 exklusiv über die überhöhten Preise der Pelletsproduzenten berichtet. Sogar die Bundeswettbewerbsbehörde hat ein Verfahren eingeleitet. Der Pellets-Verband proPellets – dessen Mitglieder die Rohstoffproduzenten ebenso wie die Heizungshersteller sind – konnte (oder wollte) jedoch nicht rechtzeitig gegensteuern. ethos.at schon 2022 nachgewiesen, dass die Preiserhöhungen nicht mit dem Russland-Ukraine-Krieg zusammen hängen, und die Verdreifachung der Preise den Produzenten einen kurzfristige Gewinn bringen, aber der Branche einen großen Schaden zufügen würden.

SN (Printausgabe10.1.24) berichtet, was der Vertrauensverlust in Zahlen bedeutet: „Wurden in Salzburg im Rekordjahr 2022 noch 1122 Pelletsheizungen installiert, brach die Anzahl an Neuinstallationen 2023 auf rund 350 ein. Österreichweit wurden 2022 20.000 Heizungen aufgestellt – 2023 nur mehr rund 6.300.

Der Rückgang an installierten Pelletsheizungen war aber sicher nicht die Hauptursache für die Insolvenz von Windhager. Das Unternehmen hat in Pinsdorf ein neues Werk zur Produktion von Wärmepumpen auf die grüne Wiese gestellt, das kurz vor der Fertigstellung steht. Die Kosten von 91 Millionen Euro dürften sich angesichts der Deutschen Energiewende-Politik als Fehlinvestment herausgestellt haben. Hat Wirtschaftsminister Habeck noch zu Beginn 2022 die Wärmepumpe als alternativlose Heizung der Zukunft propagiert, weiß mittlerweile jedes Kind, dass diese nicht für jedes Haus und noch weniger für jeden Industriebau geeignet ist.

Neuanschaffungen von Pelletsheizungen werden nun, 2024, wieder staatlich befeuert, berichtet SN: „75 Prozent Förderung gibt es in Österreich seit 1. Jänner für jene, die einen Heizungstausch vornehmen aus Öl und Gas aussteigen. Einkommensschwache Haushalte bekommen eine neue Heizung zur Gänze gefördert. … Eine ähnliche Situation zeigt sich im wichtigen Exportland Deutschland.“

Update 16. Jänner 2024 – „Das mit den 500.000 Wärmepumpen in diesem Jahr [in Deutschland] wird nichts mehr, da mögen Unternehmen und Handwerker noch so viel Zeit haben, um die Zahl der installierten Geräte nach oben zu schrauben. Das von der Bundesregierung ausgerufene Ziel ist passé. Es ist nicht Fatalismus, der die Branche fest im Griff hat, sondern die Einsicht, dass nach einem verkorksten Jahr 2023, in dem die Nachfrage eingebrochen ist und sogar Gasheizungen eine unerwartete Wiederbelebung erfuhren, beim besten Willen nicht mehr drin ist. Mag sein, dass es vom zweiten Halbjahr an aufwärts geht. Für eine Weile aber wird es zäh bleiben, da sind sich alle einig“, berichtet FAZ.de (16.1.24)

Update 2. Juli 2024 – „Ausgerechnet bei Viessmann, wo vor anderthalb Jahren der Wärmepumpen-Bereich spektakulär verkauft wurde, herrscht jetzt Kurzarbeit. Der Ex-Chef ist fassungslos. Er wirft Politik und Medien Polarisierung und Populismus vor. Der zuständige Minister Robert Habeck ist bereits zurückgerudert: Das Ganze sei ja nur ein Test gewesen, sagte er“, berichtet focus.de (2.7.24)

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