Verluste der Finanzindustrie

Finverlust 2023 03 15

15. März 2023 – „Mit der Risikoscheu im Zuge des Zusammenbruchs der kalifornischen Silicon Valley Bank haben die börsennotierten Finanzinstitute auf der ganzen Welt binnen zwei Tagen 465 Milliarden US-Dollar an Wert verloren, da Investoren von New York bis Tokio ihr Engagement im Sektor reduzierten. Die Verluste, die es zum Wochenstart an der Wall Street und in Europa gab, griffen am Dienstag auf Asien über“, berichtet fondsprofessionell.at

Aus wirtschaftsethischer Sicht wirft diese Kurzmitteilung zahlreiche Fragen auf: 

– Was ist ein „Wert“ aus finanzindustrieller Sicht? 

– Wenn „Risikoscheue“ 465 Milliarden Dollar verlieren, gewinnen dann automatisch die „Risikofreudigen“?

– Welche Auswirkungen haben diese irrealen Verluste auf die Realwirtschaft?

– Was hat die Irrealwirtschaft noch mit der Realwirtschaft zu tun?

– Was bedeuten die Begriffe „Zertifikate“, „Securities“, „Hedgefonds“ usw, die alle samt Sicherheit vortäuschen, in Wahrheit?

– Wie könnte ein alternatives Geld- und Währungssystem aussehen?

Bereits 2016 erschien in der Unternehmerzeitschrift a3eco der Artikel „Die Finanzindustrielle Revolution„, der den Unterschied zwischen Finanzindustrie und Finanzdienstleistung erklärt Einblicke in die Machenschaften der Finanzwelt gibt. Weitere Einblicke bietet der Essay „Popper, Soros, Heinen und der Markt“ aus dem Jahr 2014 und zahlreiche andere Artikel zu Wirtschaftsethik.

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Die Krönung der Landeskaiser

Liessmann 2014

13. März 2023 – Schlimm genug, dass sich die Häupter aller Bundesländer wie Landesfürsten gebärden, hat sie Konrad Paul Liessmann nun zu „Landeskaisern“ gekürt – der emeritierte Philosophieprofessor erklärt damit implizit sich selbst zum Kurfürsten.

Foto CC BY-SY 2.0, Konrad Paul Liessmann als Festredner zur 125-Jahr-Feier der SPÖ am 11. Jänner 2014 in Hainfeld.

NEWS zitiert den Kommentar „Kluge Warnschüsse“ von Konrad Paul Liessmann: „Die Einschätzung, in Kärnten wäre ein Debakel der SPÖ zu beobachten, teile ich nicht. Die Verluste sind zwar überraschend hoch, aber dass die SPÖ die bestimmende Kraft in Kärnten bleibt, steht außer Streit. Deshalb ist auch die österreichische Besonderheit der Landeskaiser nicht in Gefahr: In Tirol, Niederösterreich und jetzt in Kärnten wurden die Landeshauptleute zwar abgestraft, aber nicht so, dass sie nicht mit erheblichen Mehrheiten weiterregieren könnten. Ich halte das für kluge Warnschüsse des Wählers, die darauf aufmerksam machen, was sich an Lebensbedingungen verschlechtert hat.

Und wen als diejenigen, die Verantwortung tragen, soll man denn in die Verantwortung nehmen? Es ist auch beruhigend, dass sich die FPÖ kaum nennenswert steigern konnte, weil neben ihr noch eine andere Kraft imstande war, Proteststimmen zu binden. Mit dem Phänomen, dass auf regionaler Ebene neben den Parteizentralen auch regionale Kräfte eine Rolle spielen, werden wir uns vertraut machen müssen. Das halte ich im Sinn der demokratischen Partizipation für prinzipiell nicht negativ.“

Kommentar ethos.at: KPL, der von den Medien oft als einer der führenden Intellektuellen des Landes bezeichnet wird, hofiert die „Landeskaiser“. Wen führt ein führender Intellektueller eigentlich an – die Medien, die Politiker, die Menschen? Das ist eine andere Frage, hier geht es darum, dass KPL diesen Begriff  ohne jegliche ironische oder kritische Distanzierung, wohlgemerkt ohne Anführungszeichen verwendet. Geradezu huldigend verkündet er die Botschaft, dass die „Besonderheit der Landeskaiser nicht in Gefahr“ sei. Dass die bislang als „Landesfürsten“ bezeichneten Spitzen der Landesverwaltungen zu „Landeskaisern“ erhoben werden, ist kein oberflächlicher Kalauer mit dem Namen des Kärntner Landeshauptmannes. Das ist tiefe Unterwürfigkeit unter ein System, das demokratiepolitisch höchst bedenklich ist!

„Mit dem Phänomen, dass auf regionaler Ebene neben den Parteizentralen auch regionale Kräfte eine Rolle spielen, werden wir uns vertraut machen müssen“, so KPL. Wie bitte? Wir werden uns mit direkter Demokratie, mit basisdemokratischen Bewegungen vertraut machen müssen – nach 100 Jahren demokratischer Verfassung, die den „Landesfürsten“ neben den Bundes-Ministern die Position „oberste Organe der Vollziehung“ (Artikel 19 B-VG) zuweist! Wenn ein belesener Mensch wie KPL unsere Verfassung nicht kennt, die prinzipiellen Unterschiede zwischen rechtskonformer Leitung der Verwaltung und der üblichen, aber illegitimen Selbstermächtigung der „Landesfürsten“ ignoriert oder oder nicht verstanden hat, dann darf man sich nicht wundern, dass die Demokratie in unserem Lande von den Herrschaften unseres Landes (und dazu zählt auch ein einflussreicher Universitätsprofessor, der offensichtlich zum „Partei-Adel“ der SPÖ zählt) systematisch in die Sackgasse geführt wird.

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Covid, ein Dichter und zwei Schweine

Menas Brüssel2017

Corona Vergangenheitsbewältigung / Corona History

11. März 2023 – „Polizei hat Schwein gehabt. Die Polizei in Ingelheim (Rheinland-Pfalz) half, ein entlaufenes Schwein einzufangen. Die Beamten leiteten das Tier mithilfe eines quergestellten Streifenwagens auf einen Feldweg, wo es sein Besitzer mit einem Lasso einfing. Eine Personalienaufnahme des Schweins sei nicht möglich gewesen, meldete die Polizei am Freitag. Denn Wutzchen (rund 200 Kilogramm) sei mit der Festnahme nicht einverstanden gewesen“, melden die Salzburger Nachrichten heute, Samstag.

Ein Geburtstagsgeschenk vom Feinsten an den Chefredakteur von ethos.at, der heute seinen 60er feiert und nichts mehr liebt als den totalen Nonsense getarnt als Nachricht. Doch was hat das mit dem Titel dieses Beitrags zu tun? Corona Vergangenheitsbewältigung! Dies lässt sich nur über einen dialektischen Umweg erklären.

Foto CC BY-SA 4.0: Robert Menasse in der Hauptstadt Europas

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Da läuft ein Schwein.“ Mit diesem Satz beginnt der Roman „Die Hauptstadt“ mit dem Robert Menasse 2017 den Deutschen Buchpreis gewonnen hat, der den Anspruch erhebt, den besten deutschsprachigen Roman des Jahres auszuzeichnen. Eine große Auszeichnung für jeden Autor, für Menasse ein Routineereignis, denn er hat bislang 38 Auszeichnungen erhalten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier geht es darum, dass „Die Hauptstadt“ nicht nur einen banalen Anfang hat – gemessen an „Don Juan“ der so beginnt: „Die Schönheit und Weisheit des Zölibats verstand ich zum ersten Mal, als Christa Chili-Schoten zwischen den Händen zerrieb, mich danach masturbierte und schließlich wünschte, dass ich sie – um es mit ihren Worten zu sagen – in den Arsch ficke“. Hier geht es darum, dass dieser Roman insgesamt ziemlich schwach ausgefallen ist – gemessen an der epochalen „Vertreibung aus der Hölle“. Menasse kann man nur an Menasse messen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier geht es darum, dass ethos.at eine Buchkritik über „Die Hauptstadt“ publiziert hat und den Autor darüber am 3.11.21 informierte. die Mail endet mit dem Hinweis: „Betreiber der Seite ist ‚Unser Kandidat 2022‘, ein Verein i.G, der einen Kandidaten aus dem Volk für die Wahl zum Bundespräsidenten 2022 unterstützen wird. Sein Name ist: Hubert Thurnhofer. Die Wahl der Domain ist kein Zufall, denn es geht darum, Moral und Ethik wieder in der Politik zu verankern. Wir möchten Sie bitten, sich Zeit zu nehmen, UNSERE Webseite anzusehen, zu lesen und zu teilen. Wir freuen uns, wenn Sie unseren Newsletter abonnieren!“

Überraschender Weise hat der vielbeschäftigte Großschriftsteller am 13.12.21 geantwortet: „vielen Dank für Ihre Mail, den Link zum ethos-Portal und den link zu der erfreulich schmeichelhaften Rezension meines Hauptstadt-Romans. Ihre Initiative und Ihr Engagement interessieren mich natürlich, und ich werde mit Neugier Ihre Aktivitäten verfolgen. Ich danke im voraus für die Zusendung der Newsletter. Was die nächste Bundespräsidentenwahl betrifft, muss ich Ihnen allerdings doch Folgendes gestehen: im Falle dass Van der Bellen nochmals kandidiert, bin ich der Meinung, dass er wiedergewählt werden sollte. Ich finde, dass er die Sache gut macht und Moral und Ethik mit seiner politischen Funktion vereint. Herzliche Grüße und meine besten Wünsche, Robert Menasse“.

Darauf antwortete ethos.at: „Danke, Herr Menasse, für Ihr Feedback! Wir freuen uns, dass unsere Aktivitäten Ihre Neugierde geweckt haben. Wenn Sie das Beste für Van der Bellen wollen, dann geben Sie ihm die Chance, seinen Lebensabend in der freien Natur anstatt in den verstaubten Amtsräumen der Hofburg zu verbringen. Wenn Sie das Beste für unser Land wollen, insbesondere für die Demokratie unseres Landes, dann hoffen wir letztlich doch auf Ihre Unterstützung von Unserem Kandidaten 2022!“

Nur wenige Stunden später kam die Antwort von Menasse: „ich habe mir jetzt angeschaut, was bei der Bestellung des Newsletters aufgepoppt ist. Der Videoclip „Starke Immunkräfte können Corona besiegen“ hat sofort meine unschuldige Neugier zerstört. Man kann ja über alles diskutieren, aber die überprüfbaren Fakten müssen stimmen. Falsche Informationen sind keine Meinung. Die Schließung der Bundesgärten in Wien war keine Entscheidung von Bürgermeister Ludwig, sondern – wie der Name ‚Bundesgärten‘ eigentlich deutlich ausdrückt – der Bundesregierung, konkret der zuständigen türkisen Ministerin, die vor der Wiener Wahl den Zorn der Bevölkerung gegen ‚die Roten‘ aufstacheln wollte. ‚Unser Kandidat‘ ist da ziemlich naiv hereingefallen. Ludwig hingegen hat protestiert und durchgesetzt, dass die Schließung der Bundesgärten und Parks nicht noch einmal vorkommt.

Zweitens: man kann wirklich viel für sein Immunsystem tun. Aber es ist gemeingefährlich, den Menschen zu sagen, dass ein bissl Sport in der frischen Luft vor der Corona-Infektion und ihren Konsequenzen schützt. Ein Freund von mir, vierzig Jahre alt und Marathonläufer, ist an Covid gestorben. Seither halte ich Menschen, die zu Demonstrationen gegen die Impfung zusammen mit Nazis aufrufen, – gelinde gesagt – für verantwortungslos und verblendet.

In den letzten eineinhalb Jahren sind drei Menschen in meinem näheren Bekanntenkreis an Covid gestorben. AN und nicht MIT! Zu Moral und Ethik gehört auch ein seriöser Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unser Langläufer repräsentiert dieses ethische Minimum nicht. Ich wünsche ihm alles Gute für sein Immunsystem, und bestelle den Newsletter hiermit gleich wieder ab. Meine besten Wünsche, Robert Menasse“.

Am 14.12.21 antwortet ethos.at aber darauf hat Menasse nicht mehr reagiert. Vorweg ein Dokumentarfoto: Frühling 2020 in Wien.

Park Wien gesperrt

„wir bedauern, dass Corona zu Todesfällen in Ihrem Freundeskreis geführt hat! Tatsache ist, dass Kinderspielplätze der Stadt Wien und nicht nur Bundesgärten beim 1. Lockdown abgesperrt wurden. Tatsache ist, dass den WienerInnen mit Strafen gedroht wurde, wenn Sie ‚grundlos‘ mit der Straßenbahn ins Grüne fahren wollten.

Wir bedauern aber auch Ihre emotionale Diktion, es sei „gemeingefährlich“ daran zu erinnern, dass jede Corona-Infektion auf jede Person unterschiedliche Auswirkungen hat. In 80 Prozent der Fälle hat eine Covid19-Infektion bekanntlich kaum oder gar keine Auswirkungen. Man darf daraus wohl den Schluss ziehen, dass diese Tatsache mit persönlichen Immunkräften zusammenhängt, auch wenn der Begriff „Immunkraft“ scheinbar nicht so eindeutig definiert ist wie „Coronavirus“.

Wie Sie wissen, darf man Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona nicht mit Maßnahmen der nationalsozialistischen Diktatur vergleichen. Das wäre wäre Wiederbetätigung wegen Verharmlosung der Naziverbrechen. Man sollte aber auch darüber nachdenken, was es rechtlich bedeutet, Demonstranten, die gegen die drohende Impfpflicht auf die Straße gehen, pauschal als Nazis zu diffamieren. Wir überlassen Ihnen die rechtliche Beurteilung.

Das ethische Urteil des Autors von „Moral 4.0“ darf ich Ihnen jedoch mitteilen: Wer Demonstranten, die von ihrem demokratischen Grundrecht Gebrauch machen, pauschal als „verantwortungslos und verblendet“ aburteilt, bedient sich der tiefsten intellektuellen Schubladen. „Nazis … gemeingefährlich … verantwortungslos und verblendet“ – das ist ein Vokabular, das einen intellektuellen Diskurs unmöglich macht. Ja nicht einmal eine Polemik kann man auf diesem Niveau führen.

Falls Sie Ihre Ausführungen mit einigen – amtlichen Zahlen – abgleichen wollen, empfehle ich den Artikel Corona. What else?

Aktuell: Aufruf zur Stellungnahme gegen das geplante Impfpflichtgesetz

NACHSATZ HTH: 2022 erhielt Robert Menasse den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch. Dieser Preis wird jährlich vom Renner Institut verliehen, das ist die politische Akademie der SPÖ. Die im Nationalrat vertretenen Parteien erhalten jährlich insgesamt 10,5 Millionen Euro für ihre Parteiakademien. Schon 2015 hatte ich erstmals mit Menasse via facebook Kontakt. Mit Hinweis auf seine beachtliche Anzahl an staatlichen Preisen, stellte ich ihm die Frage: was versteht man eigentlich unter Staatskünstler? Die Antwort kam prompt: „Ich weiß es nicht. Aber ich kann mir vorstellen, was Sie darunter verstehen.“ 

Coronaregime Wien

ERGÄNZUNG: Auch DE beginnt mit der Corona Vergangenheitsbewältigung. Da der SPIEGEL das Magazin ist, das in seiner Geschichte die meisten Lügengeschichten in Deutschland verbreitet hat (im Unterschied zur Bildzeitung, die einfach nur Skandale aufbauscht), ist zu befürchten, dass die nunmehrige Einsicht keine Aussicht auf Gegenwartsbewältigung und schon gar kein Beitrag zur Zukunftsbewältigung sein wird.

11.03.2023, 07.45 Uhr • aus DER SPIEGEL 11/2023 – Wir Coronaversager – Eine Kolumne von Alexander Neubacher: „Inzwischen wissen wir, dass viele Pandemiemaßnahmen unsinnig, überzogen, rechtswidrig waren. Kein Ruhmesblatt, auch nicht für uns Medien.“

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Kein Vertrauen in Gesundheitspolitik

marketagent Gesundheitsinstitutionen

9. März 2023 (Presseinformation von marketagent) – Mehr als 600 Medikamente gelten derzeit in Österreich als nicht oder nur sehr eingeschränkt lieferbar. Insbesondere Antibiotika, Schmerzmittel und Cortisonpräparate sind Mangelware – und hier vor allem jene, die speziell für Kinder geeignet sind. Inwieweit die Versorgungsengpässe bei Pharmazeutika den Österreicherinnen und Österreichern Sorgen bereiten, welche Gegenmaßnahmen sie sich von der Politik wünschen und wie sie den Zustand des heimischen Gesundheitssystem generell bewerten, zeigt eine aktuelle Studie unter 1.000 Befragten des Online Research Instituts Marketagent.

*Top-2-Box: sehr viel Vertrauen / eher viel Vertrauen || n=1.000

Durchwachsene Noten für das heimische Gesundheitssystem

Der Februar liegt erst ein paar Wochen zurück und damit auch die ersten Zeugnisse des aktuellen Schuljahres. Müsste sich das heimische Gesundheitswesen ebenfalls einer Benotung stellen – die Bewertung wäre eher durchwachsen. Die durchschnittliche Schulnote, die die Österreicherinnen und Österreicher laut einer aktuellen Umfrage an das Health-System hierzulande vergeben, tendiert mit 2,8 nämlich stark in Richtung „befriedigend“. Lediglich 45% der Befragten stellen ein gutes oder sehr gutes Zeugnis aus. Fast jede*r Vierte (23%) würde sogar nur ein „genügend“ oder „nicht genügend“ vergeben.

Auf das eigene Bundesland runter gebrochen sieht es mit dem Urteil nicht viel besser aus. Nur rund die Hälfte gibt an, mit der Gesundheitsversorgung in der Umgebung zufrieden zu sein. Fast jede*r Fünfte ist damit wenig bis gar nicht glücklich (18%). Der Regionenvergleich zeigt, dass die Unzufriedenheit in Südösterreich am stärksten ausgeprägt ist.

Das höchste Ansehen unter den vielen Playern im Gesundheitswesen genießen in der Bevölkerung die Personen, die tagtäglich mit ihrem Einsatz die Versorgung in Österreich am Laufen halten. So bringen 7 von 10 Befragten den Apotheker*innen bzw. dem Pflegepersonal sehr oder eher viel Vertrauen entgegen. Knapp dahinter folgen die Ärztinnen und Ärzte mit einem Vertrauensindex von 66%. Die Institutionen im Hintergrund werden dagegen deutlich weniger wohlwollend bewertet. Immerhin noch rund die Hälfte vertraut den Krankenanstalten, lediglich jede*r Dritte den Krankenkassen. Die Schlusslichter des Rankings bilden die Pharmaunternehmen (19%) und das Gesundheitsministerium (12%).

Da überrascht es wenig, dass drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher der Ansicht sind, dass hierzulande eine Zwei-Klassen-Medizin herrscht und nur Privatversicherte die beste Behandlung erhalten. Für fast 6 von 10 wurde das heimische Gesundheitssystem kaputtgespart. Dass das österreichische Health-Wesen besser als sein Ruf ist, glaubt hingegen nur jede*r Dritte.

Versorgungsengpässe bei Medikamenten treffen rund jede*n Sechste*n

Seit Wochen gibt es immer wieder Berichte über Lieferengpässe bei Pharmaprodukten. Probleme in der Supply Chain, aber auch aktuelle Erkrankungswellen sorgen dafür, dass mehr als 600 Medikamente derzeit in Österreich als nicht oder nur eingeschränkt lieferbar gelten. Besonders prekär ist die Lage aktuell bei Pharmazeutika, die speziell für Kinder hergestellt werden. Für mehr als ein Drittel der heimischen Befragten (36%) stellt die Knappheit von Antibiotika, Schmerzmittel und Co. daher durchaus eine Bedrohung dar. In der Gruppe der Frauen machen sich sogar 4 von 10 sehr oder eher große Sorgen deswegen. 17% der befragten Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 75 Jahren geben an, selbst von den Engpässen betroffen zu sein. Damit ist rund jede*r Sechste aktuell nicht in der Lage, die gewohnte oder gewünschte Versorgung mit Arzneimitteln zu erhalten.

Die Auswirkungen und Lösungsstrategien angesichts der Mangelversorgung sind mannigfaltig. 42% der Betroffenen können als Alternative auf wirkstoffgleiche Medikamente wie z.B. Generika zurückgreifen, 30% weichen auf Arzneimittel mit anderen Wirkstoffen aus. Fast ein Drittel versucht durch das Anlegen eines Vorrats an dringend benötigten Arzneien der Lage Herr zu werden. Jeweils rund jede*r Achte versucht ein Aussetzen der Behandlung bzw. den Umstieg auf alternativmedizinische Lösungen. „Von der Politik fühlt sich die Bevölkerung in der aktuellen Situation allein gelassen. 7 von 10 Befragten haben nicht das Gefühl, dass die Verantwortlichen genügend unternehmen, um eine ausreichende Medikamentenversorgung sicherzustellen“, so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.

Um die Lieferprobleme langfristig in den Griff zu bekommen, wird von unterschiedlichen Playern beispielsweise eine Rückholung der Arzneimittelproduktion nach Europa ins Spiel gebracht. Ein Vorschlag, der auch in der österreichischen Bevölkerung auf großen Zuspruch stößt – 8 von 10 unterstützen diese Maßnahme. Auch die Einrichtung von Krisenvorräten besonders wichtiger Medikamente wird von einem Großteil – konkret 74% – befürwortet. Die heiß diskutierte Einführung der Wirkstoffverschreibung stößt bei fast 6 von 10 Befragten auf Zuspruch. Deutlich weniger positiv steht man hierzulande hingegen Änderungen in der Preispolitik, sprich einem Anheben der Arzneimittelpreise, gegenüber (30%).

Fact Box: Nur die Hälfte ist mit der Gesundheitsversorgung im eigenen Bundesland zufrieden. + Drei Viertel sind der Ansicht, dass hierzulande eine Zwei-Klassen-Medizin herrscht. + Apotheker*innen genießen im Health-Bereich das höchste Vertrauen. + Rund einem Drittel bereiten die Lieferengpässe sehr oder eher große Sorgen, 17% sind selbst davon betroffen. + Für 7 von 10 unternimmt die Politik nicht ausreichend, um die Medikamentenversorgung sicherzustellen.

Studiensteckbrief: Methode: CAWI | Marketagent Online Access + Instrument: Online-Interviews über die Marketagent reSEARCH Plattform + Erhebungszeitraum: 25.01.2021 – 01.02.2021 + Sample-Größe: n = 1.000 Netto-Interviews + Kernzielgruppe: Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren | Inzidenz: 100% + Quotensteuerung: Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung

About Marketagent: Marketagent sieht sich gleichermaßen als Pionier und Innovationsführer der digitalen Markt- und Meinungsforschung in Österreich. Mit einem Fokus auf quantitative und qualitative Consumer Research Projekte realisiert Marketagent jährlich über 1.300 Studien an den Standorten Baden, Wien, Maribor und Zürich. Das Herzstück unseres Instrumentariums ist ein mehr als 2.300.000 Personen umfassendes Online-Panel, welches im Januar 2010 als erster Access Pool der D-A-CH-Region ISO-zertifiziert und im Jänner 2022 nach der aktuellsten ISO Norm 20252 rezertifiziert wurde. Zu unseren Kunden zählen nationale und internationale Top-Unternehmen wie die Telekom Austria AG, Bank Austria, McDonald‘s, Spar, die Österreichische Post AG, Generali oder Hervis. Die Themenfelder und Forschungsschwerpunkte sind vielfältig und decken sämtliche Bereiche der Markt- und Meinungsforschung ab.

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KHM würdigt Macho Baselitz

Baselitz Saal 9 KHM

Gewidmet der Künstlerin Romana Hostnig, geboren am 8.3.1952

8. März 2023 – Ausgerechnet am internationalen Frauentag erreicht ethos.at folgender Newsletter aus dem Kunsthistorischen Museum KHM: „Anlässlich seines 85. Geburtstags hat das Kunsthistorische Museum den deutsch-österreichischen Künstler Georg Baselitz zu einem Ausstellungsprojekt eingeladen, in dem der Künstler in ein visuelles Gespräch mit Cranach, Altdorfer, Parmigianino, Correggio, Tizian und Rubens sowie den Manieristen am Hof Kaiser Rudolfs II. tritt.“

Banausen-Frage am Rande: Warum hängt das Zumpferl bei Baslitz‘ Adam nicht nach unten, obwohl dieser am Kopf steht? (c KHM)

Fortsetzung KHM: „Baselitz selbst traf die Auswahl der Werke: 75 Arbeiten aus dem eigenen Schaffen, 40 aus unserer Gemäldegalerie – wobei er sich vollkommen auf den Akt, auf die nackte Figur konzentriert hat. Nicht die mythologischen und biblischen Geschichten der Altmeister-Gemälde interessieren Baselitz, sondern der menschliche Elementarzustand. In der Begegnung der Werke von Georg Baselitz mit historischen Bildern idealschöner Figuren der Gemäldegalerie ergeben sich spannende Einsichten in die Geschichte der Aktmalerei sowie in die Aktualität von Malerei selbst.“

Die Ausstellung läuft bis 25. Juni. Man darf davon ausgehen, dass anschließend zu den Salzburger Festspielen vor der Galerie Ropac die potenziellen Käufer Schlange stehen werden, um die museal aufgewerteten Gemälde zu erwerben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Baselitz wurde vom Salzburger Landesfürsten die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, nachdem er in Deutschland Steuern hinterzogen hat, im „besonderen Interesse der Republik Österreich“. Worin dieses Interesse genau besteht, konnte die PR-Abteilung des Landeshauptmanns nicht wirklich erklären: Wilfried Haslauer zeigte sich überzeugt, „dass sich Professor Baselitz als Persönlichkeit von internationalem Format und als neuer österreichischer Staatsbürger sehr fördernd in Land und Gesellschaft einbringen wird“. Das ist Teil der österreichischen Realverfassung, in der es hochkarätige Künstler gibt, die am Hungertuch nagen, und solche, die sich alles leisten können, sogar eine Staatsbürgerschaft – nicht weil sie sich diese kaufen, sondern diese „verliehen“ bekommen, weil sie so „wichtig“ sind. Ob wichtig oder unwichtig entscheidet ein Landesfürst eigenmächtig! Aber das ist ein anderes Thema.

Zum Tag der Frauen möchte ethos.at an einen Kommentar erinnern, der auf kunstsammler.at am 28.1.2013 erschienen ist: „Ein Künstler steht Kopff„.

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Graz – Stadt der Frauen

Graz Frauentag

8. März 2023 – Am internationalen Frauentag macht die Stadt Graz mit einer Plakat-Aktion auf dem Hauptplatz auf positive und negative Fakten aufmerksam. Die Gemeinden müssen Vorbild für Gleichberechtigung sein, betont Bürgermeisterin Elke Kahr, die auch für das Frauenressort in Graz verantwortlich ist. Die Gemeinden haben viele Möglichkeiten, etwa durch Hilfsangebote und Informationen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, aber auch in Bereichen wie Mobilität und Kinderbetreuung. Viele frauenpolitische Anliegen liegen in der Verantwortung der Kommune. Auch, bei – auf den ersten Blick –neutralen Vorhaben und Beschlüssen wird darauf geachtet, wem die Umsetzung von Projekten besonders zugutekommt.

Bürgermeisterin Elke Kahr: „Es ist wichtig, dass sich die Stadt Graz konkret um Gleichstellung bemüht. Frauen leisten noch immer einen Großteil der Arbeit in der Familie, von der Kinderbetreuung über die Pflege von Angehörigen bis zum Haushalt. Nach einem langen, arbeitsreichen Leben stehen sie oft mit leeren Händen da, weil die Pension nicht reicht. Gleichberechtigung sieht anders aus. Es gibt für uns noch viel zu tun.

Der Internationale Frauentag wird weltweit seit 1911 jährlich am 8. März mit dem Ziel begangen, die Gleichberechtigung und die Gleichstellung der Geschlechter herzustellen. Benachteiligungen gibt es aber immer noch.

Zahlen, Fakten, Informationen: Aktion am Hauptplatz

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MA48 ignoriert illegale Müllhalde

Müll Favoriten

Umweltverschmutzung: eine Kulturschande!

7. März 2023 – Schon vor einem Jahr hat ethos.at darauf hingewiesen, dass sich unmittelbar neben dem Müllplatz Favoriten, bei der Endstation der Straßenbahn D, die vermüllteste Grünfläche der Stadt befindet. Das ist kein Problem wie am Donaukanal, wo samstags gerne viele Menschen feiern und nach einer lustigen Nacht „vergessen“ die Überreste ihrer Feier mitzunehmen. Müllvoriten ist ein Dauerproblem, wo offenbar monatelang nie aufgeräumt wird, und im Sommer das Gras die wilde Müllhalde notdürftig überwuchert. Statt ordentlicher Reinigung der Stadt leistet sich die zuständige MA 48 von 2017-2019 Werbeplakate und sonstige PR-Maßahmen um 5,6 Millionen Euro – nach dem Motto: wenn wir die Stadt nicht rein halten können, dann müssen wir den Leuten zumindest einreden, dass sie sauber ist.

Natürlich hat ethos.at das zuständige Magstrat, MA48, damals über dies Mülldeponie informiert. Passiert ist nix.

Zu Beginn dieses Jahres hat ethos.at einen neuen Vorstoß gewagt, denn der Verein Moral 4.0 will nicht nur über Missstände schreiben sondern auch Gutes tun. Deshalb hat ethos.at am 3.1.23 an die MA 48 das Angebot geschickt, für eine monatliche Spende an den Verein diesen rund zwei Hektar großen Bereich regelmäßig zu reinigen

Am 19.01.2023 schrieb MA 48 Straßenreinigung: Sehr geehrter Herr Mag. Thurnhofer!

Bezugnehmend auf Ihre E-Mail vom 03.01.2023 möchten wir uns vorerst für die späte Rückmeldung entschuldigen. Wir bedanken uns für Ihr Engagement Wien sauber zu halten und das Angebot, müssen Ihnen allerdings mitteilen, dass die MA 48 für den erwähnten Bereich nicht zuständig ist. Mit freundlichen Grüßen, Sekretariat Straßenreinigung und Winterdienst

ethos.at antwortet umgehend: ist mit der Nicht-Zuständigkeit der MA 48 das Problem für die Stadt Wien erledigt, oder könnten Sie mir vielleicht die zuständige Stelle nennen?

Reply am 20.1.23: Guten Tag, in Bezug auf Ihre Anfrage möchten wir Ihnen gerne folgende Informationen mitteilen. Wir benötigen Ihre Zustimmung, dass wir Ihre Daten weitergeben dürfen, um Ihre Anfrage bearbeiten zu können. Daher bitten wir Sie, bezüglich der Weitergabe Ihrer Daten, uns auf diese Nachricht zu antworten. Ihre Meinung ist gefragt! Wie zufrieden sind Sie mit der Beantwortung Ihrer Anfrage?

Very happy Happy Unhappy Very unhappy

Wählen Sie ein Smiley, um Feedback zu geben.

Mit freundlichen Grüßen, cid:image001.png@01D7EAAA.E5EA0CA0, Stadtservice Wien

ethos.at willigt umgehend ein. Und cid:image001.png@01D7EAAA.E5EA0CA0 antwortet ebenso prompt: Guten Tag! Wir haben Ihr Anliegen an den Liegenschaftseigentümer zu Bearbeitung weitergeleitet, entsprechende Maßnahmen müssen durch diesen getroffen werden, da es sich nicht um eine Liegenschaft der Stadt Wien handelt. Wir hoffen ausreichend informiert zu haben, falls Sie noch Rückfragen haben, stehen wir gerne zur Verfügung.

Ihre Meinung ist gefragt! Wie zufrieden sind Sie mit der Beantwortung Ihrer Anfrage?

Very happy Happy Unhappy Very unhappy

ethos.at hat bis 7.3.23 vergeblich auf eine Antwort gewartet und muss offenbar zur Kenntnis nehmen, dass sich Mitten in Favoriten eine illegale, private Mülldeponie befindet, und die Stadt Wien ebenso wie die Bezirksverwaltung tun nichts dagegen. Aber immerhin ist unsere Meinung gefragt!

Lieber Avatar! Wir möchten uns vorerst für die späte Rückmeldung entschuldigen: Very unhappy.

NACHSATZ: Auf diesen Artikel hat die Stadt Wien innerhalb von zehn Minuten reagiert und eine freundliche Mitarbeiterin hat mir mitgeteilt, dass die Mail von ethos.at an die ÖBB weiter geleitet wurde, die ÖBB haben aber nicht geantwortet. Nun also ist das Geheimnis gelüftet: die ÖBB hat kein Interesse, die Fläche reinigen zu lassen und die Stadt Wien hat keine Macht, die ÖBB zu zwingen. HIER das Angeobt an die ÖBB: der Verein Moral 4.0 übernimmt die Verantwortung für die Sauberhaltung dieser Fläche gegen eine angemessene Spende!

SCHLUSSPUNKT 30. März 2023 – Nach 23 Tagen und dreifacher Urgenz kam die Antwort von der ÖBB Konzernkommunikation: „danke für Ihre Nachricht und entschuldigen Sie bitte die urlaubsbedingt späte Antwort unsererseits. Ich kann Ihnen bestätigen, dass die betroffene Fläche ÖBB-Grund ist und auch von den ÖBB Immobilien betreut wird. Grundsätzlich wird dieses Areal in regelmäßigen Abständen von einem qualifizierten Entsorger gereinigt. Die Entsorgung der Verunreinigungen wurde bereits in Auftrag gegeben.“

Ein Philosoph kann darauf nur lakonisch antworten: Was nutzen die besten Grundsätze, wenn sie nicht verwirklicht werden?

RÜCKBLICK 2022: Osterputz – Kein Kunstprojekt!

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Salzburg Landtagswahl 23. April 2023

Salzburg Hochrechnung 1

Update 26. Mai 2023: ÖVP hat sich mit der FPÖ auf eine Koalition in der Landesregierung geeinigt. Die Angelobung wird am 14. Juni sein, berichtet ORF.AT

23. April 2023 – ORF.at berichtet. + Erste Statements der SpitzenkandidatInnen im ORF Salzburg Landesstudio.

23. März 2023 – Vor jeder Wahl senden die Medien an die Kandidaten gerne Fragenkataloge, um den Lesern Vergleichsmöglichkeiten zu bieten. Doch die Fragen kratzen meist nur an der Oberfläche. ethos.at geht an die Wurzeln, denn nach Herabstufung Österreichs zur „Wahldemokratie“ (ORF.at-Bericht 7.4.22) stellt sich die Frage, ob diese und andere Wahlen in Österreich überhaupt noch etwas mit einer echten Demokratie zu tun haben. Hier die 10 Fragen an alle SpitzenkandidatInnen der Landtagswahl – ethos.at bat um Rückmeldung bis 30. März.

Die Antworten der Parteien in chronologischer Reihenfolge

ÖVP, Wilfried Haslauer, Wilfried Haslauer

NEOS Landesgruppe Salzburg, Landesgruppe Salzburg, Florian S. Niederseer

MFG Salzburg, Salzburg, Patrick Prömer Landessprecher

WIRS – WIR sind Salzburg, Gerhard Pöttler

Salzburg Wahl Empfehlung

KEINE ANTWORT: Die Grünen Salzburg, Simon Heilig-Hofbauer, Landesgeschäftsführer: „Danke für ihr Interesse, leider ist es uns aus Zeitgründen nicht möglich Ihre Fragen zu beantworten.“ WEITERS KEINE ANTWORTEN VON: SPÖ + FPÖ + KPÖ

21. April 2023 – „Die Krone Elefantenrunde zur Landtagswahl in Salzburg“ Im Vorfeld der Tiroler (sic) Landtagswahl diskutierten am 19.4.23 bei PULS 24 „Anchorwoman“ Corinna Milborn und Chefredakteur der „Salzburger Krone“ Claus Pandi die Spitzenkandidat:innen Wilfried Haslauer (ÖVP), David Egger (SPÖ), Marlene Svazek (FPÖ), Martina Berthold (Grüne) und Andrea Klambauer (NEOS). Die Spitzenkandidaten der KPÖ, MFG und WirS waren nicht geladen – das sind demnach wohl keine „Elefanten“, sondern „graue Mäuse“. Puls24/Krone statuieren damit einen neues Demokratie-Verständnis: Alle Elefanten sind gleich, nur Mäuse sind ungleich.

Salzburg Elefantenrunde Puls24 Krone

Tirol oder Salzburg? Der Lapsus ist im fernen Wiener Studio von Puls 24 bislang noch niemandem aufgefallen. Eine andere Frage zu „Corinna the Anchorwoman“ – ist das die Art und Weise, wie man ehemalige Chefredakteurinnen neuerdings versenkt? Anders gefragt: Kann eine Sendung ohne „Anker“ heute keine Zuseher mehr ins Boot holen?

NEWS.at hat in einem Vorwahl-Artikel die drei „grauen Mäuse“ immerhin erwähnt, wenn auch hier Umfang und Form der Berichte tendenziöse Züge tragen. Landtagswahl Salzburg 2023 am 24. April: Kandidaten, Parteien, (news.at)

18. März 2023 – Peter Rabl twittert : „Auch in Salzburg dürfte es bei LTW kräftig rumpeln. Aber Dreier-Koalition hat Chance auf Fortsetzung. Wenn VP der blauen Versuchung widersteht. Via @sn_aktuell“

Twitter Peter Rabl 2023 03 18

6. März 2023 – „Die Landtagswahlen in Salzburg stehen mit 23. April schon knapp vor der Tür. Neu mit dabei ist die Bewegung “Wir sind Salzburg”, als deren führender Kopf der ehemalige MFG Bundesgeschäftsführer Gerhard Pöttler auftritt. Mit sensationellen 1.200 Unterstützungserklärungen sagen sie der etablierten Politik den Kampf an – und Pöttler steigt auch gegen seine ehemalige Partei in den Ring“, berichtet Report24.news.

Von 19. Jänner bis. – 1. März 2023 mussten Parteien oder Bewegungen für einen Wahlantritt bei der Salzburger Landtagswahl Unterstützungserklärungen sammeln; sie benöitgen:

120 Unterschriften in Salzburg Stadt

120 Unterschriften im Flachgau,

100 Unterschriften im Pinzgau

100 Unterschriften im Pongau

80 Unterschriften im Lungau

80 Unterschriften im Tennengau

AUSGANGSLAGE: Wahlergebnis 2018

Ergebnis: ÖVP: 37,8% (+8,8%), SPÖ: 20,0% (-3,8%), FPÖ:18,8% (+1,8%),

Grüne: 9,3% (-10,9%), NEOS: 7,3% (+7,3%),

FPS: 4,5% (+4,5%), Hans Mayr 1,7% (+1,7%), KPÖ und Plattform Plus: 0,4%, CPÖ: 0,1%

nicht kandidiert: Team Stronach: 0,0% (-8,3%), Piratenpartei: 0,0% (-1,3%)

23. April 2023: Salzburger Landtagswahl

ÖVP, SPÖ, FPÖ, GRÜNE, NEOS, KPÖ, WIRS und MFG haben Wahlvorschläge für ganz Salzburg eingebracht. Die Salzburger Bierpartei (SBP) hat einen Wahlvorschlag für den Bezirk Flachgau eingereicht und wieder zurückgezogen. 

• FPÖ: Marlene Svazek
• GRÜNE: Martina Berthold
KPÖ-Salzburg mit Kay-Michael Dankl
MFG-Salzburg mit Patrick Prömer
NEOS-Salzburg mit Andrea Klambauer
• ÖVP: Dr. Wilfried Haslauer
• SPÖ: David Michael Egger-Kranzinger
• „WIR sind Salzburg“ mit Dr. Gerhard Pöttler

Quelle: wahlinformation.at

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RAU – Rauschers abgeschmackter Unsinn

Rau 2023 03 05 derStandard

6. März 2023 – Unter dem Kürzel „Rau“ publiziert der Ex-Chefredakteur des Kurier seit vielen Jahren Kolumnen in derStandard. Ein anderer Ex-Chefredakteur des Kurier, Peter Rabl, zwitschert dazu: „Super“. ethos.at warnt: Corona-Leugner Vorsicht! Der Großinquisitor der Corona-Glaubenswahrheit ist immer noch im Einsatz!

Bert Ehgartner hat sich die Mühe gemacht, auf Rauschers abgeschmackten Unsinn mit rationalen Argumenten zu erwidern: 

Für Leute wie Hans Rauscher und alle weiteren, denen der „Unter-Covid-war-nicht-alles-schlecht“-Sermon penetrant aus dem Hirn läuft: Dass die Maskenpflicht nur lückenhaft kontrolliert wurde, war kein Beleg für Toleranz. Auch in Saudiarabien oder dem Iran wird nicht jede Ehebrecherin gesteinigt. Es ging darum, dass sich Viren erwiesenermaßen nicht so verbreiten wie Spucke – und dieser Fetzen zum Symbol sinnlosen Gehorsams wurde.

Es war ja nur eine „Aufforderung sich impfen zu lassen“ – schreibt Rauscher. Ach ja. Das nächste mal gibts eine Aufforderung, sich einen Code tätowieren zu lassen – oder sich mittels implantiertem Chip auszuweisen. Oder die Pflicht, endlich die Rauch-Entwöhnungs-Kur zu machen oder die Garantiert-Schlank-Pillen zu nehmen. Sonst ist Schluss mit krankenversichert.

Die mRNA-Impfung war zudem nahezu vollständig unwirksam und führte ums ca. hundertfache häufiger zu schweren Nebenwirkungen als „normale“ Impfstoffe. Dies war spätestens nach einigen Monaten klar. Die Impfpflicht hingegen wurde nach den niederschmetternden Erfahrungen eines ganzen Jahres eingeführt, was den intellektuellen und moralischen Niedergang der hiesigen Covid-Experten – inklusive des Wissenschaftsjournalismus – dokumentierte.

Wir hätten „ein wenig Rücksicht nehmen sollen“ auf die Bedürfnisse der Vulnerablen. Uns aus Rücksicht impfen lassen, dauergetestet FFP-2 tragen und trotzdem abstand halten. Die Trauernden beim Begräbnis nicht umarmen, die alte Tante nicht besuchen, die Kinder zu Haus einsperren und die Nachbarn denunzieren, wenn sie unerlaubt Geburtstag feiern. Dies sind die Tugenden, die sich in Wahrheit hinter „Rücksicht“ verbergen.

Und zu welchem Zweck werden die Infektionen vermieden? Welchen Nutzen hatten Lockdown und NoCovid? – Dachte man, dass die Viren, wenn wir uns in der Wohnung einsperren, draußen verhungern? – Die Stadt Melbourne sperrte ihre Bürger für 262 Tage in einen Weltrekord Lockdown. Im Oktober 21 wurde wieder aufgesperrt – und im November 21 folgte eine Weltrekord-Covid-Welle.

Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, war der überwunden geglaubte, radikale Absturz in faschistoide Ausgrenzung. Zu Beginn war die Politik glaubwürdig überfordert und von Panik getrieben. Doch bald schon wurde deutlich, wie rasch sich die Mächtigen an diktatorische Maßnahmen gewöhnen und wie rasch das süchtig macht.

Die verängstigten Menschen scharten sich nämlich um jene, die am härtesten agierten. Und jene, die am härtesten agierten, waren durch die Umfragen angefeuert, „die Zügel“ jedes Mal noch ein wenig kürzer zu ziehen. Schallenberg hat man das dann schon gut angemerkt, dass er sich als neuer Dolfuss recht wohl fühlt. Ohne den Widerstand beherzter Menschen wären wir schnurstracks in die Diktatur geschlittert.

Sie, Herr Rauscher, müssen damit leben, dass Sie – entgegen ihrer Selbst-Wahrnehmung als intellektueller Freund der Demokratie – diesen totalitären, bösartigen und vollständig verblödeten Maßnahmen begeistert applaudiert haben. Sie haben sich mitschuldig gemacht und verstehen noch immer nichts.

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Networking und Freunderlwirtschaft

Netzwerke in Österreich

6. März 2023 – Networking ist eines der Buzzwords, wenn es darum geht, Alternativen zum oft aggressiven Wettkampf in der „freien Marktwirtschaft“ zu suchen. Burschenschafter und ihre Seilschaften, ebenso wie die Kammern, von Arbeiter- über Landwirtschaft- bis zur Wirtschaftskammer, zählen zu den traditionellen Netzwerken, die in Österreichs Politik mitmischen. Immer noch stark: Christliche Verbindungen – das sind wohl vorwiegend die Kartellverbände; das Opus Dei, das noch vor drei Jahrzehnten hoch im Kurs stand, wenn es um die Frage ging, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht, ist anscheinend von der Bildfläche verschwunden und (Vorsicht, Verschwörungstheorie!) vielleicht gerade deshalb effizienter tätig denn je.

Der Polit-Blogger Johannes Huber hat Österreichs Netzwerke in einem aktuellen Bericht unter die Lupe genommen: „Das größte mit 72 Mitgliedern bildet ÖGB/Gewerkschaft, gefolgt von der Wirtschaftskammer (66) und christlichen Verbindungen (63). Insgesamt sind neun Netzwerke angeführt. Eines wird durch eine Bank und ihre Teile gebildet: Raiffeisen. Immerhin 37 ÖVP-Abgeordnete, ‚die in den letzten zehn Jahren in einem Naheverhältnis zur Raiffeisenorganisation standen, zum Beispiel durch berufliche Tätigkeit oder als Funktionär/in‘, sind hier angeführt.“ (Quelle: DieSubstanz.at)

Moral 4.0 postuliert Vernetzung als einen Grundwert, eines der „fünf goldnen V“: Vernetzung, Veränderung, Verantwortung, Vertrauen und Verzeihen. Dies sind Grundwerte einer Moral 4.0, die neben den ewigen Grundwerten Freiheit und Gerechtigkeit für das 21. Jahrhundert von höchster Relevanz sind. Mangels Bereitschaft zu einer Grundwerte-Diskussion (siehe: Parteien lehnen Ethik ab) werden diese Werte nicht offen vertreten, sondern bestenfalls schwammig, schlimmstefalls in pervertierter Form umgesetzt. Der Grundwert der Vernetzung – dazu zählt auch die gute alte Freundschaft, die aus unserer Gesellschaft weitgehend verschwunden ist – taucht meistens in seiner widerlichsten Form auf: als Freunderlwirtschaft.

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