Thurnhofer Hubert: Pellets

Alfred Melchert GRETA und das KLIMA

Klimawandel, Energiewende und der Wald

Drei Monate recherchierte der Autor im Frühjahr 2021 im Auftrag von proPellets das Campaigning internationaler NGOs gegen die energetische Nutzung von Biomasse, insbesondere Holzpellets, zur Energiegewinnung. Im Juli hat er dazu das Manuskript "Pellets. Klimawandel, Energiewende und der Wald" vorgelegt, das als Buch erscheinen sollte; proPellets hat das Manuskript jedoch schubladisiert. 2022 hat der Autor bereits Kapitel 1 und 3 auf ethos.at veröffentlicht. Im Jahr 2023 folgen die weiteren Kapitel. Das Manuskript ist nach wie vor aktuell, da in der EU seit September eine Richtlinie diskutiert wird, wonach Holz nicht mehr zur Energiegewinnung verwendet werden soll. Die österreichische Holzwirtschaft läuft dagegen Sturm. Ein erstes Stimmungsbild zeichnet kaernten.orf.at am 14. September 2022.

Bilder: Alfred Melchert, Watching Greta und Bleeding Greta

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Jonas Hans: Das Prinzip Verantwortung

Vor über genau 40 Jahren hat der Philosoph Hans Jonas eine Zukunftsethik entwickelt, die den möglichen Bedrohungen der Menschheit durch die Technik gerecht werden soll. Der Titel des Werkes ist Programm: „Das Prinzip Verantwortung“. Jonas geht von folgender Beobachtung aus: „Die moderne Technik hat Handlungen von so neuer Größenordnung, mit so neuartigen Objekten und so neuartigen Folgen eingeführt, dass der Rahmen früherer Ethik sie nicht mehr fassen kann."

„Die Kluft zwischen Kraft des Vorherwissens und Macht des Tuns erzeugt ein neues ethisches Problem. (…) Keine frühere Ethik hatte die globale Bedingung menschlichen Lebens und die ferne Zukunft, ja Existenz der Gattung zu berücksichtigen.“

Aus diesen Befunden leitet Jonas einen neuen kategorischen Imperativ ab. „Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ Einfacher gesagt: bei allem, was du planst und tust, behalte die Zukunft, insbesondere die Zukunft deiner Nachkommen, im Auge. Wir müssen heute die Verantwortung für die Zukunft übernehmen, auch wenn uns die Zukunft für unser heutiges Handeln nicht zur Verantwortung ziehen kann. Jonas schreibt, für seinen Stil ziemlich pathetisch: „Durch die Art und die schiere Größe ihrer Schneeball-Effekte treibt technologische Macht uns vorwärts zu Zielen einer Art, die früher das Reservat von Utopien war.“

Jonas setzt sich in weiterer Folge intensiv mit dem Kommunismus auseinander, jener Utopie, an der ein westlicher Intellektueller seiner Zeit offenbar nicht vorbei konnte. Dabei geht er insbesondere auf die Grundsätze und Überlegungen von Ernst Bloch ein, dessen Buch „Prinzip Hoffung“ auf der marxistischen Utopie basiert. So ist das Prinzip Verantwortung auch als Antithese zum Prinzip Hoffnung zu verstehen.

Die Forderung nach Fernprognosen, bei denen all jenen höhere Aufmerksamkeit zu widmen ist, die negative Ergebnisse vorhersehen, als jene, die positiv prognostizieren, ist auch in unserer Zeit und auf unsere Zukunft anwendbar. Denn nur so kann eine Verantwortung für die Zukunft wahr genommen werden, indem man negative Entwicklungen so weit wie möglich ausschließt.

40 Jahre nach den Bedrohungsszenarien, die Hans Jonas bei seinen Untersuchungen maßgeblich geprägt haben, nämlich der Kommunismus und die Atombombe, insbesondere die Atombombe in den Händen der Kommunisten, haben sich die Bedrohungsszenarien nicht nur verschoben, sondern auch vervielfacht. Die Technik an sich scheint der Mensch wieder fest im Griff zu haben. Sogar Roboter, die uns buchstäblich Arbeit abnehmen, sind und bleiben von Menschen gesteuert, auch dann wenn sie mit „selbstlernenden“ Algorithmen „gefüttert“ werden. Geblieben sind die Bedrohungen durch das Tempo der Veränderung, die Dichte der Vernetzung sowie den Verlust der Verantwortung.

Siehe auch Kommentar auf fischundfleisch am 14.1.2020: Türkis-Grün will „aus Verantwortung für Österreich“ regieren. Das zumindest ist der Titel des Regierungsprogramms, das bis 2024 halten soll. Es ist ein Gebot der Höflichkeit (auch wenn Höflichkeit nicht „in“ ist) die Absichten eines Menschen Ernst zu nehmen. Das gilt auch für die Absicht einer Regierung.

Siehe auch: Schuld vs Verantwortung, Auszug aus dem Buch "Moral 4.0".

Soros George: Die Alchemie der Finanzen

(Erschienen am 23.11.2020 auf thurnhofer.cc) - In dem Buch „Die Alchemisten“ (erschienen 2013) hat der Journalist der New York Times, Neil Irwin, „die geheime Welt der Zentralbanker“ von außen ziemlich gut beleuchtet. In dem Buch „Die Alchemie der Finanzen“ (erschienen 1987) hat der Hedgefonds-Manager George Soros die spekulativen Mechanismen der Finanzmärkte von innen beleuchtet und sein Erfolgsrezept auf Basis seines Reflexivitäts-Konzeptes erläutert. Irwins Erkenntnisse und Enthüllungen hab ich ausführlich in meiner „Osterbotschaft 2020“ zitiert. Schon 2014 hab ich in dem Essay „Popper, Soros, Heinen und der Markt“ geschrieben: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass George Soros ein Philanthrop ist, ebenso wie Erich Honecker ein Philanthrop war.“ Niemand geringerer als George Soros bestätigt 2019 meine provokante Aussage: „Ich war gegenüber der Philanthropie schon immer misstrauisch.“

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Dieses Zitat stammt aus dem jüngsten Buch von George Soros „Für die Verteidigung der offenen Gesellschaft“, erschienen 2019. Weiters schreibt er in dem Buch: „Ich bin selbstsüchtig und egozentrisch und habe keine Skrupel, das einzugestehen. Jedoch habe ich in den vergangenen 30 Jahren eine weitreichende philanthropische Unternehmung aufgebaut – die Open Society Foundations -, deren Jahresetat sich um die 500 Millionen Dollar bewegt und jetzt in Richtung einer Milliarde klettert (Gesamtausgaben 1979 bis 2018: rund 15 Milliarden Dollar). Die Aktivitäten der Open Society Foundations erstrecken sich über alle Teile des Erdballs und decken ein derart breites Spektrum an Themen ab, dass sogar ich davon überrascht bin. Natürlich bin ich nicht der einzige selbstsüchtige und egozentrische Mensch, die meisten Menschen sind so. Nur bin ich eher bereit, es zuzugeben. Es gibt auf der Welt viele wahrhaft wohltätige Menschen, aber nur wenige von ihnen häufen das Vermögen an, das man braucht, um Philanthrop zu werden.

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Walterskirchen Gudula: Wie wir unfrei werden

walterskirchen gudula

Jegliche Systemkritik sei totalitär - zu diesem Schluss kam die Tageszeitung Kurier (3.12.2022), seit vielen Jahren das inoffizielle Zentralorgan der ÖVP-Regierungen - in einem "Leitartikel" unter dem Titel "Neue totalitäre Tendenzen". Auch wenn man kein Anhänger der Klima-Ideologie ist, so kann man den schlapsigen Slogan "System change, not climate change" unmöglich mit dem Kommentar quittieren: "Dies aber ist ein totalitärer Anspruch."

Diese Aussage einer Zeitung, die das bestehende österreichische System mit all seinen Verfilzungen ohne Wenn und Aber, ohne jegliche kritische journalistische Distanz vertritt - diese Aussage beweist, wie notwendig das aktuelle Buch von Gudula Walterskirchen ist: "Wie wir unfrei werden. Der Weg zur totalitären Gesellschaft".

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Wolffsohn Michael: Zum Weltfrieden

Untertitel: Ein politischer Entwurf, erschienen in München, 2015

Was an Michael Wolffsohn (geb. 1947 in Tel Aviv) am meisten überrascht ist seine Beamtenkarriere. Er lehrte von 1981 bis 2012 an der Universität der Bundeswehr München Neuere Geschichte, wie wikipedia weiß. Hier erfährt der Leser auch, dass er immer wieder in deutschen Talkshows mit nonkonformen Bemerkungen aufgefallen ist. So sagte er 2004 bei Maischberger. „Wenn wir mit Gentleman-Methoden den Terrorismus bekämpfen wollen, werden wir scheitern. […] Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter oder die Androhung von Folter für legitim.“ Weiters zählt wiki 16 Auszeichnungen und 16 Bücher des Historikers auf. Fast scheint es, als hätte jedes seiner Bücher eine Auszeichnung bekommen. Doch es war auch eine Auszeichnung der Gartenstadt Atlantic beim Wettbewerb „Das beste Konzept für innerstädtisches Wohnen“ dabei.

2015 erschien sein Buch „Zum Weltfrieden. Ein politischer Entwurf“. Schon einleitend bekennt Wolffsohn: „Der Titel verspricht mehr, als ich halten kann.“ In Geschichte und Gegenwart hat der Autor sechs Möglichkeiten zur Problembewältigung gefunden:

Möglichkeit 1 ist die Dominanz der Gruppe A über die Gruppen B, C usw

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Zeilinger Anton: Einsteins Spuk

Anton Zeilinger 800

Quantenphysik oder Quantenmystik?

11.11.2022 - Der österreichische Quantenphysiker Anton Zeilinger bekommt am 10. Dezember 2022 den Nobelpreis überreicht. Sein Buch "Einsteins Spuk. Teleportation und weitere Mysterien der Quantenphysik" ist 2005 erschienen - in der schnelllebigen Zeit des 21. Jahrhunderts hat es jedoch mehr als antiquarischen Wert. Es kann immer noch als Einführung zur Quantenphysik und Quantenmechanik gelesen werden. Es besteht aus einem didaktischen Teil und einem theoretischen. Beide Teile sind miteinander verschränkt, und erhalten daher ihre Bedeutung erst dadurch, das man sie gleichzeitig misst. Das Messinstrument ist meine (technisch dilettierende, aber sprachphilosophisch einigermaßen geschulte) Urteilskraft.

Anton Zeilinger, Foto von Jaqueline Godany CC BY 4.0

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Roberts John Morris: Der Triumph des Abendlandes

"Eine neue Deutung der Weltgeschichte" (so der Untertitel der deutschen Ausgabe) hat der britische Historiker J.M. Roberts 1985 publiziert. Der Originaltitel lautet: "The Triumph of the West: The Origin, Rise, and Legacy of Western Civilization". Man könnte das Buch von Roberts (1928-2003) als Ehrenrettung des "Eurozentrismus" bezeichnen. Laut Wikipedia ist dieser Begriff in den 1970er Jahren aufgekommen und hat sich in den 1990er Jahren durchgesetzt um die Vorherrschaft der europäischen Kultur und Zivilisation in Zeiten des Kolonialismus und Imperialismus zu kritisieren.

Über die Weltsicht eines Europäers im Jahr 1900 schreibt Roberts in der Einleitung: "Jedermann wußte, daß es in der fernen Vergangenheit andere große Kulturen gegeben hatte [...] das China des 19. Jahrhunderts wurde von denen, die zur 'zivilisierten Welt' gehörten, gewöhnlich für kaum lebendiger gehalten als das alte Assyrien. Diese Vorstellung setzte einen unausgesprochenen Gegensatz zu allem anderen, zum un-zivilisierten Rest der Welt, der vor allem keinen Anteil an der westlichen Dynamik hatte." (S 7) (Niall Ferguson hat 26 Jahre später die wesentlichen Positionen von Roberts in seinem Buch "Der Westen und der Rest der Welt" übernommen.) "Die Kultur dieser Welt hatte ihr Fundament im Glauben an die vernünftige, objektive Intelligenz". (S 9)

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Frankl Viktor: Zeiten der Entscheidung

Frankl Cover 800

Vor mehr als 40 Jahren, noch vor meiner Matura, habe ich Viktor Fankls Bücher gelesen. Der Sammelband "Zeiten der Entscheidung", erschienen 2022 im Benevento-Verlag, ruft mir in Erinnerung, wie tief mich seine Werke geprägt haben.

Im Unterschied zur Psychoanalyse in der Tradition Sigmund Freuds, die aufspürt was der Patient verdrängt hat, also in die Vergangenheit gerichtet ist, hilft die Logotherapie dem Menschen den Blick auf seine eigene Zukunft zu lenken. Logotherapie ist in der Tradition Sokrates' Geburtshelferin. Im Gegensatz zur Psychoanalyse, die reduktionistisch auf den Sexualtrieb fixiert ist, ergründet die Existenzanalyse das Ganze des menschlichen Seins.

 

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Hüther Dirk: Kommuni:corona

Ars Vobiscum KommuniCorona

"Es gab schon immer viele gute Gründe, sich intensiv mit Kommunikation zu beschäftigen, seit Corona wird diese Beschäftigung jedoch zwingend notwendig." So begründet der Berater, Trainer und Coach Dirk Hüther, warum er dieses Buch geschrieben hat, das im Untertitel präzisiert worum es geht: "Kommunikation in Zeiten von Corona".

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Bauer-Jelinek Christine: Die helle und die dunkle Seite der Macht

Bauer jelinek Macht

Update 27. April 2025 Mut zur Macht

Podcast mit Christine Bauer-Jelinek von Thomas Stimmel

Ihre Definition: „Macht ist das Vermögen einen Willen gegen einen Widerstand durchzusetzen“.

5. September 2022 - "Kaum hat der Mensch den ersten Atemzug getan, begegnet er der Macht." Mit dieser Ansage eröffnet die Autorin das erste Kapitel ihres Buches, das 2009 erschienen ist. Damit tritt sie nicht in die Fußstapfen von Karl Popper ("Alles Leben ist Problemlösen") oder Martin Buber ("Alles Leben ist Begegnung"), die ganzheitlich, philosophisch die Welt erklären, sondern eher in die reduktionistische Tradition der Einzelwissenschaften nach dem Motto "Alles Leben ist Chemie" - von der Geburt bis zum Tode.

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