Thun-Hohenstein Matthäus: Das Kapitalistische Manifest

Der Autor Matthäus Thun-Hohenstein schreibt als Vorstandsdirektor einer internationalen Bank über die Zinsen. Jedes Zinssystem führt unweigerlich zu politischem und sehr realem Feudalismus – behauptet Matthäus Thun-Hohenstein. Dem Zinskapitalismus stellt er ein einfaches und funktionstüchtiges Modell auf der Basis einer echten Marktwirtschaft entgegen, das nebenbei auch einen breiten Mittelstand ermöglicht.

Nur die USA, sagt er, können die Welt vor dem mit naturwissenschaftlicher Unausweichlichkeit kommenden Feudalismus retten – oder selbst zu einem brutal-kalten Feudalstaat werden. In Wahrheit hat in den Vereinigten Staaten dieser Bürgerkrieg der „good old USA“ gegen die „Feudalkapitalisten“ bereits begonnen – und Thun-Hohenstein ruft auch in Europa die „Zinssklaven“ zum Aufstand gegen ihre „Feudalherren“ auf. Als glühender und begeisterter Europäer möchte er Europa auf der Basis der christlich-abendländischen Staats-Idee einen. Aber an der gegenwärtigen Europäischen Union verzweifelt er: „Das Zentralkomitee ist von Moskau nach Brüssel übersiedelt“, schreibt er und sieht in der EU eine Diktatur in Entwicklung.

Thun-Hohenstein präsentiert seine Analysen aber nicht in trocken-wissenschaftlicher Form, sondern als Streitgespräch verschiedener realer und fiktiver Persönlichkeiten, die als Verkörperung der unterschiedlichen Denk- und Wirtschaftsweisen auftreten oder als Philosophen wie politische Praktiker selbst an dem einen oder anderen System gebastelt haben: von Machiavelli über Al Capone bis zu Onkel Dagobert und von Ronald Reagan über Franz Josef Strauß bis zu Che Guevara.

Inhalt des Buches, das 2012 im Ares-Verlag erschienen ist:

VORWORT

DIE TRAUMGESICHTE DES MATTHÄUS PETRALTA

„ENTELECHIEN“ BZW. TEILNEHMER

KAPITALISTEN ALLER LÄNDER, VEREINIGT EUCH!

AUFRUF FREI NACH KARL MARX

LOBPREISUNG DES KAPITALISMUS DURCH DAS KAPITALISTISCHE MANIFEST (ALPHA)

• Sklaverei mit neuem Antlitz

• Der Mammon ist unser Gott und der Kapitalismus sein Kult

• Zinsen: Das kapitalistische Perpetuum mobile

• USA: Auf dem Weg in den Feudalismus

• Der kommende Bürgerkrieg in den USA

• Frankreich/Russland als Gegengewicht zu den USA

• Der Feudalismus muss zum Fairdalismus werden

• Südamerika als Hinterhof des US-Feudalismus

• EU: Auf dem Weg zum autoritären Bürokratenregime

• Antichristliches und antiamerikanisches 68er-Europa

• Die EU ist eine „Diktatur in Entwicklung“

• Eine neue Magna Carta für Europa

• Der Zinskapitalismus zerstört den amerikanischen Traum

DAS KAPITALISTISCHE MANIFEST (OMEGA)

Siehe auch: GOTT und GELD (Essay von Hubert Thurnhofer)

Häupl Michael: Freundschaft

Haeupl BuchCover

8. Mai 2022 - Ein Lehrerkind aus Sankt Christophen, einem tiefschwarzem Dorf 40 Kilometer von Wien, das den Aufstieg zum Bürgermeister im tiefroten Wien schafft - das ist Michael Häupl. Der Titel seiner Autobiografie, "Freundschaft", bezieht sich nicht auf seine vielzitierte und kommentierte Freundschaft mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll. Die wird in dem Buch genau einmal erwähnt, und das nur in einem Nebensatz: "Zwischen dem Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Nettig und mir hatte sich im Laufe der Zeit eine besondere Form der Freundschaft entwickelt – wie zu Erwin Pröll."

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Anschober Rudi: Pandemia

Anschober 2021 01 08

Update 26. Februar 2026 - Dank Promifaktor findet Anschober offenbar immer wieder einen neuen Verlag, der seine Bücher verlegen will, und, noch viel erstaunlicher: Menschen, die seinen Abklatsch lesen wollen. Sein neuestes Buch: „ErMUTigung“ ist im Carl Ueberreuter Verlag erschienen, nachdem bereits 2024 „ein Buch, das Mut macht“ vom Brandstätter Verlag auf den Markt geworfen wurde: Wie wir uns die Zukunft zurückholen“.

Ueberreuter-Verlagsinformation: Das neue Buch von Rudi Anschober ist eine bewusste Gegenrede zur allgegenwärtigen Untergangserzählung. Es argumentiert, dass Pessimismus zwar politisch wirksam ist, aber Hoffnung noch viel mehr! In Zeiten von Klimakrise, Kriegen und wachsendem Pessimismus zeigt Rudi Anschober, warum Zuversicht kein naiver Optimismus ist, sondern eine gesellschaftliche Kraft. Wandel ist nicht nur möglich, er passiert bereits. Man muss ihn nur zeigen!

SIEHE AUCH: 08/15 Sachbücher

21 April.2022 - Der Volksschullehrer Rudi Anschober erklärt uns die Gesundheitspolitik in Zeiten der "Pandemia". Vielleicht begeistert er sogar ein paar Gymnasiasten, die mit 16 Jahren wahlberechtigt sind und deshalb erstmals ein Buch eines Politikers lesen. Alle anderen Leser werden sich fragen:

1. Welchem Genre ist dieses Werk zuzuordnen?

2. Welche Botschaft will der Autor dem Leser vermitteln?

3. Welche Neuigkeiten bringt der ehemalige Gesundheitsminister, die wir nicht schon längst aus den Massenmedien kennen? Diese Frage kann mit einem Wort beantwortet werden: keine.

08.01.2021 – Pressekonferenz: Corona in Europa und Österreich, Bundesminister Rudolf Anschober. © BKA / Christopher Dunker

Ergänzung 18. Dezember 2022 - Anschober kann man nicht vorwerfen, dass er kein Standvermögen hat. Seit seinem Ausscheiden aus dem Gesundheitsministerium darf er seine Ideologie über die größte Tageszeitung des Landes verbreiten. So schreibt er heute in der "Krone" über die aktuelle Grippe-RS-Covid-Welle: "Experten sind überzeugt, dass dies stark mit sinkenden Impfquoten und dem Aufheben fast aller Schutzmaßnahmen in großen Teilen Europas zu tun hat."

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Sradj Nadim: Politische Ästhetik

Sradj Pappelblatt

Ein Kanzler, der seine besten Freunde in Regierungspositionen hievt und jenen, für die kein Ministeramt mehr übrig ist, Führungspositionen in Staatsbetrieben zuschanzt, ein Finanzminister, der in der schwierigsten Krise der Nachkriegszeit noch Zeit findet, nebenbei für das Amt des Wiener Bürgermeisters zu kandidieren und gleichzeitig dreistellige Millionenbeträge für Regierungspropaganda verschleudert. Das ist nicht schön!

Freunderlwirtschaft, geschmacklose SMS am laufenden Band, Hochmut gegenüber dem Volk, Verlust aller Hemmschwellen, Ignoranz aller Unvereinbarkeitsregeln, Ende aller Tabus - das gehört zum Wesen Österreichs Politiker 2022 und ist damit zum Wesen der Politik 2022 geworden. So ist es kein Wunder, wenn unsere Demokratie 2022 in einem desaströsen Zustand ist. Das ist nicht schön!

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Freud Sigmund: Massenpsychologie und Ich-Analyse

Sigmund Freud 800 Max Halberstadt Gemeinfrei

Einleitend zitiert Sigmund Freud die Positionen des Buches "Psychologie der Massen"von Gustave Le Bon, das 1895 in Paris erschienen ist: "Es gibt Ideen und Gefühle, die nur bei den zu Massen verbundenen Individuen auftreten oder sich in Handlungen umsetzen. Die psychologische Masse ist ein provisorisches Wesen, das aus heterogenen Elementen besteht, die für einen Augenblick sich miteinander verbunden haben, genauso wie die Zellen des Organismus durch ihre Vereinigung ein neues Wesen mit ganz anderen Eigenschaften als denen der einzelnen Zellen bilden". Dieser "Organismus" hat auch "eine Kollektivseele", deren Eigenschaften jedoch "denen des isolierten Individuums völlig entgegengesetzt sind." Diese Eigenschaft nennt Le Bon "Suggestibilität", die dazu führt, dass Gefühle in der Menge ansteckend wirken und die Masse in einen Zustand der Hypnose versetzen.

Foto: Sigmund Freud (Fotografie von Freuds Schwiegersohn Max Halberstadt, 1921, dem Erscheinungsjahr von "Massenpsychologie und Ich-Analyse)

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Fischer-Korp Christa u.a. HerausgeberInnen: Praxiswissen Wirtschaftsmediation

Wie der Untertitel verrät, bietet dieses Buch "Strategien, Modelle und Methoden für Unternehmen", wobei die meisten Menschen bei Mediation an Konfliktlösung denken. Doch schon im ersten Kapitel erfährt der Leser: "Prävention ist das Gebot der Stunde die mediative Dienstleistung die Lösung dazu." Das Buch liefert einen Überblick über Anwendungsmöglichkeiten der Wirtschaftsmediation, praktische Beispiele präsentieren Strategien, mediative Modelle und Methoden für konkrete Lösungswege.

Auf alle Bereiche anwendbar ist die Definition des Begriffs "Mediation" als "strukturiertes Verfahren, in dem zwei oder mehrere Streitparteien mit Hilfe einer/s MediatorIn auf freiwilliger Basis selbst versuchen, eine Vereinbarung über die Beilegung ihrer Streitigkeiten zu erzielen." Die rechtlichen Rahmenbedingungen geben keine Vorgaben für das Mediationsverfahren. Die EU-Mediationsrichtlinie verlangt lediglich, dass die MediatorInnen sachkundig sein sollen.

Österreich gilt mit dem Zivilrechtsmediationsgesetz (ZivMediatG) als Vorreiter in Bezug auf die Regelung von Mediationsverfahren. "MediatorInnen, die die Anforderungen nach dem ZivMediatG erfüllen, können sich in die Liste beim Bundesministerium für Justiz eintragen lassen." Neben fundierten Rechtskenntnissen sind dafür auch "eine Ausbildung in den psychosozialen Grundlagen der Mediation nachzuweisen".

Die Buchbeiträge bieten Wirtschaftstreibenden verständliche Einblicke und sprachlich bebilderte Ausblicke – quer durch bunte Landschaften betrieblicher Herausforderungen. Die AutorInnen sind ExpertInnen der Wirtschaftsmediation und bündeln ihr breites Wissen und ihre vielfältigen Erfahrungen. Von Interesse ist das Buch für UnternehmerInnen, Führungskräfte und MitarbeiterInnen - also all jene, die aus den mediativen Dienstleistungen einen Mehrwert für sich und ihr Unternehmen oder ihr Arbeitsumfeld schöpfen möchten.

Die HerausgeberInnen

Dr. Christa Fischer-Korp ist Biologin, Wirtschaftsmediatorin und Mediatorin im Öffentlichen Bereich. Dr. Bernhard Wisleitner ist Certified Business Coach und Certified Management Consultant und als Wirtschaftsmediator, Personaldienstleister, Trainer, Experte für Altersvorsorge und Gutachter tätig. Dr. Ilse Ennsfellner ist Unternehmerin, Unternehmensberaterin, Trainerin und Wirtschaftsmediatorin sowie Vorsitzende des europäischen CEN Projektkommittees zur EN ISO 20700. Dipl.-Ing. Margit Ehardt-Schmiederer ist als Wirtschaftsmediatorin, Unternehmensberaterin und Wirtschaftscoach tätig. Dr. iur. Claudia Pöschl ist Wirtschaftsmediatorin, Unternehmensberaterin sowie zertifizierte Schuldnerberaterin. Mag. Michael Hamberger, M.A. ist Certified Business Coach und Trainer und als Wirtschaftsmediator, Unternehmensberater und Psychologe tätig.

Das Buch ist im August 2021 im Verlag Springer erschienen.

Stenzel Ursula: Wie im Flug

Stenzel mit Buch 800

Über "Etappen meines Lebens" erzählt die ehemalige ORF-Journalistin, EU-Politikern und Bezirksvorsteherin im ersten Wiener Gemeindebezirk. Das Buch enthält keine umfassende Geschichte ihres Lebens, das am 22. September 1945 in Wien begonnen hat, und erhebt, wie die Autorin im Nachwort betont, "keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit". Wer das Buch liest und die Stimme der langjährigen ZiB-Moderatorin kennt, fühlt sich wie der Flugbegleiter einer Frau, die viel zu erzählen hat.

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Man muss sich freilich einen langen Flug vorstellen, beispielsweise von Brüssel nach Peking. Dies war die letzte Reise, die Ursula Stenzel als Delegationsleiterin einer EU-Abordnung absolvierte. Peking war allerdings nur ein Zwischenstopp auf der Reise nach Pjöngjang, wo sie einen wahren "Zivilisationsschock" erlebte. Unglaublich in der abgeschotteten Hauptstadt Nordkoreas erschien der Besuch eines Cafes, betrieben von gläubigen Schweizer Adventisten, wo den Mitgliedern der EU-Delegation Wiener Melange und Apfelstrudel serviert wurden. Das war im Juli 2005, im Dezember wurde Ursula Stenzel zur Vorsitzenden des ersten Bezirks. Von Wien, nicht von Pjöngjang.

Zehn Jahre hatte Stenzel diese Position inne, in ihrem 189 Seiten umfassenden Buch widmet sie dieser Zeit gerade mal 20 Seiten. Die ebenso lange Periode als EU-Abgeordnete hat sie - von ihrem "Sprung in die Politik" bis zu ihren Reiseberichten über Polen, die Ukraine, Malta, Afghanistan und zuletzt Korea - immerhin auf 50 Seiten aufgearbeitet. Dieser rein quantitative Vergleich lässt qualitative Schlüsse zu, über die sich jeder Leser seine eigenen Gedanken machen kann.

Der Titel des Kapitels "Von Brüssel nach Wien und warum ich zur FPÖ wechselte" lässt einen gelernten Wiener vermuten, dass sie so manches Erlebnis aus dieser Zeit verdrängt hat. In der Stadt von Sigmund Freud ist so eine Vermutung naheliegend. Eigentlich sind nur drei Streitfälle Inhalt dieses Kapitels: 1. die Gefährdung des Weltkulturerbes durch "hochspekulative Projekte" am Heumarkt, 2. der Bau einer Tiefgarage am Neuen Markt und 3. ein Konzert André Rieus, das fast gescheitert wäre, hätte die Bezirksvorsteherin nicht beim Bürgermeister interveniert.

In einem einzigen Absatz hat die Autorin ihr politisches Programm zusammengefasst: "Ich stürzte mich jedenfalls mit viel Energie und Leidenschaft in diese meine neue Aufgabe als 'kleine Bürgermeisterin' der Inneren Stadt und sah mich nicht nur als Anwältin der Bewohner, denn ich war eine von ihnen, sondern auch als eine Speerspitze gegen die Übermacht des roten Rathauses. Der schwarze Stachel im roten Fleisch." Der schwarze Stachel hat sich später blau gefärbt. Heute ist Ursula Stenzel parteilos.

Über Details dieser Wandlungen (und manchmal auch Verirrungen) verliert die Autorin kein Wort. Somit ist das Buch auch keine Abrechnung, wie sie zuletzt Reinhold Mitterlehner (siehe "Haltung") vorgelegt hatte, nachdem er von seinem Nachfolger abgesägt worden war. So eine Abrechnung spart sich die gebildete, gutbürgerliche Ex-Politikerin! Vermutlich nicht, weil sie alle Schweinereien der parteipolitischen Niederungen verdrängt hat, sondern weil sie dafür zu vornehm ist.

Ursula Stenzel

Wie im Flug - Etappen meines Lebens

Stocker Verlag, 2022

Zadrobilek Brigitte: Gehirntraining

Zadrobilek Brain Buch

In ihrem Buch „Gehirntraining - Durch Bewegung produktiver denken und kreativer arbeiten“ beschreibt die Autorin Brigitte Zadrobilek zahlreiche Brainmoves® Übungen, die zu einer raschen Erholung und einem geistigen Frischekick führen. Von A wie Augenschaukel bis Z wie Zoomen finden Interessierte einen gut gefüllten Methodenkoffer für alltagstaugliche Übungen und smarte Tipps für Mikropausen im Business-Alltag. Ihre Übungen wie Klick-Klack, Daumenspiel, Fingerklavier oder Schuhplattler macht die Expertin selbst regelmäßig für ihre Vortrags- und Seminartätigkeit und weiß um die positive Wirkung: „Danach bin ich voll präsent in meinem Tun“, zeigt sich die Trainerin begeistert. Das business-taugliche Workout für den Kopf ist der ideale Treibstoff fürs Gehirn, um den hohen Anforderungen in unseren Arbeitswelten energie- und kraftvoll zu begegnen.

(c) Foto: Paul Kolp, Buch Cover: Haufe Group

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Eduard Mantl kommentiert auf amazon: "Ein handliches kleines Buch mit vielen Tipps und praktischen Übungen, die man auch zwischendurch z.B. im Büro einbauen kann. Viele kurze Übungen, die helfen den stressigen Alltag besser zu bewältigen. In dem kleinen Taschenguide findet man auch allgemein verständlich dargebrachte wissenschaftliche Erklärungen über das Gehirn im Allgemeinen und Stress und dessen Auswirkungen im Speziellen. Ein umfassendes Büchlein, viel Know-how komprimiert, aber trotzdem sehr gut aufgebaut und flüssig zu lesen, von einer Autorin mit viel Erfahrung."

Weitere Inhalte des Buches:

- Mit Bewegung die Gehirn-Durchblutung fördern: geeignete Sportarten und Koordinationsübungen

- Warum Sie Stress vermeiden und Entspannung fördern sollten

- Mit Brainmoves® beide Gehirnhälften aktivieren: einfache Übungen für Gehirn und Körper, die die geistige Leistungsfähigkeit verbessern

- Entspannen, wenn die Produktivität abnimmt: die besten Brain-Relax-Tipps

- Ihr persönliches Fitnessprogramm: individuelle Brain-Kits für den Alltag

Stresscoach Brigitte Zadrobilek gilt als eine der Expertinnen der ersten Stunde in Österreich, wenn es um das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung geht. Seit 18 Jahren ist sie mit ihrem eigenen Beratungsunternehmen als Businesstrainerin und Coach für Stress- und Burnout Prävention erfolgreich aktiv. Unternehmen unterschiedlicher Größe vertrauen auf ihre Kompetenz. Die Betriebswirtin verfügt über zahlreiche zertifizierte Aus- und Weiterbildungen in der persönlichen und betrieblichen Gesundheitsförderung und gibt ihre Expertise als Seminarleiterin und Vortragende weiter. Ihre Schwerpunkte sind Gesundes Führen, Health & Age Management, Stressprävention, Resilienz, Selbstmanagement und Brainfitness, um Menschen zu gesunder Leistungsfähigkeit, Selbstkompetenz und Gelassenheit zu führen.

Sela Petra: Fahrtwind

TGP Fahrtwind

Die Chefredakteurin von "The Global Player", Madge Gill Bukasa, hat das Buch von Petra Sela entdeckt und darüber folgende Kolumne geschrieben:

W.G. Sebald sagte, dass „kein ernsthafter Mensch mehr an etwas anderes denkt”, wenn er vom Holocaust erfahren hat. Ein berühmtes Opfer des Nationalsozialismus ist Walter Benjamin. Im Zusammenhang mit Benjamins Werk taucht der Gedanken oder das Bestreben auf, „eine Stadt zu schreiben”. Das Bemühen, die Konstante der urbanen Bewegtheit und Veränderung in ein festes Schriftbild mit innerem literarischen Fluss zu bringen. Eine schier unlösbare Aufgabe, mit der sich ein Mensch immer wieder beschäftigen mag.

Einer Lösung begegnete ich bei einer Lesung der Haiku-Dichterin Petra Sela. Sela ist eine leidenschaftliche U-Bahn-Fahrerin. Als Leiterin der Österreichischen Haiku-Gesellschaft hat sie ihre jahrzehntelange Praxis in japanischer Haiku-Dichtung in Gedichten über das Wiener U-Bahn-Netz aufgelöst. Ihr stenografisches Auge fängt Momente ein, atmet sie ein, hält sie fest, und atmet sie wieder aus. Petra Selas Gedichte sind Botschaften in einen offenen Raum oder an einen präzisen Punkt. Ihr nun erschienenes Buch auf 100 Seiten mit realistischen Grafiken von Helmut Rusche ist wie die Stadt Wien atmet. 

Petra Sela

FAHRTWIND mit der U-Bahn durch Wien. Haiku

100 Seiten, 13 Farbabbildungen mit Werken von Helmut Rusche

Vorwort von Traude Veran

ISBN:978-3-9504782-5-9

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Wabl Martin: Wege zur Gerechtigkeit

Screen Martin Wabl

"Es gibt kein Recht auf Gerechtigkeit", ist einer der Leitsätze des Buches Moral 4.0. Diese Aussage ist keine Kapitulation eines Philosophen vor der herrschenden Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft, sondern eine phänomenologische Beschreibung unseres Rechtssystem. Dieses billigt zwar jedem Angeklagten das Recht auf ein Verfahren mit einem qualifizierten Verteidiger zu, aber diese formalen Grundlagen unseres Rechtssystem sind weit weg davon, ein gerechtes Urteil zu gewährleisten. Ganz im Gegenteil, der Begriff "Gerechtigkeit" kommt in unseren Gesetzen nicht vor. Sogar im Sachregister der österreichischen Bundesverfassung sucht man nach diesem Begriff vergeblich.

Phänomene sind keine Gesetze, die in Stein gemeißelt sind. Sie dominieren zwar die Wirklichkeit und den Zeitgeist, aber sie sind wandelbar. So ist es möglich, dass ein ehemaliger Richter seiner Biografie den Titel gibt: "Wege zur Gerechtigkeit". Der Autor ist Martin Wabl, er hat uns seine Lebenserinnerungen und seine Weisheiten zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2015 geschenkt. Geboren als Sohn eines Lehrer-Ehepaares, ist Martin in der Nachkriegszeit mit den Werten der Nächstenliebe und Gerechtigkeit aufgewachsen. Der Vater war Volksschuldirektor und später auch sozialistischer Bürgermeister von Kalsdorf.

Da er "ganz gut gelernt" hat, kam er ins Gymnasium nach Liebenau. Es folgten nicht seine schönsten Jahre im Internat, das man damals als "Bundeserziehungsanstalt" bezeichnete. Und diesem Namen machte die Anstalt offenbar alle Ehre: "Ich erinnere mich noch an den kasernenartigen Drill und den Ton, sodass ich, was Ordnung betrifft, heute noch ungemein abwehrend bin. Denn Ordnung ist dort bis zum Exzess verabreicht worden", so der Autor.

Dem Schritt zum Jusstudium geht ein Test beim Arbeitsamt voraus, wo ihm gesagt wurde: "Wenn man für nichts besonders begabt ist, dann studiert man Jus. Was aber bei mir nicht der ausschlaggebende Grund gewesen war, sondern eher die Meinung meines Vaters und sein Wunsch. [...] Auch Bekannte und Freunde haben Jus studiert, also hat sich das auch bei mir fast automatisch ergeben." In den nächsten Jahren hat der Student "irrsinnig viel gestrebert" und wurde bereits am 1.1.1972, also mit 27 Jahren, zum Richter ernannt.

Ein Jahr später wurde der Richter, der nie einen Talar getragen hat, erstmals auffällig, und zwar mit einem Artikel in der "Kleinen Zeitung, in dem er forderte, "dass der Richter mehr Sozialarbeiter sein soll und weniger Amtsträger. [...] Die Aufregung in der Richterschaft war groß. Ein paar haben ein Disziplinarverfahren angestrengt." So erklärt sich auch der Untertitel von Martin Wabls Lebenserinnerungen: "Geschichten aus dem Leben eines christlichen Sozialarbeiters".

Die folgende Strafversetzung von Graz nach Fürstenfeld hat er als Glück empfunden, denn hier lernte er seine zweite Frau kennen, mit der er eine Familie gründete und drei Kinder großzog. In Fürstenfeld hat er seine Wurzeln geschlagen, er war hier nicht nur Strafrichter, sondern auch Gemeinderat, deshalb trat er des SPÖ bei, später war er SPÖ-Abgeordneter im Bundesrat und im Steirischen Landtag, wo er Mitte der 1990er Jahren zu den Grünen wechselte. Zuletzt kandidierte er bei der Nationalratswahl 2013 auf der Liste der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ). Derzeit ist er noch aktiv als Pfarrgemeinderat und sozial in vielen Bereichen engagiert. Dazu gehört auch sein Kampf für mehr Gerechtigkeit, insbesondere bei den Pensionen und bei den Löhnen. Aber auchder Katholischen Kirche und deren Würdenträgern liest er gerne die Leviten, wenn er die Abschaffung des Zölibats und die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe fordert.

1998 hat Wabl den Grünen vorgeschlagen, einen eigenen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren. Dafür hat er zwar Zustimmung aber keine Zweidrittelmehrheit gefunden. Deshalb ist Wabl 1998 erstmals als unabhängiger Kandidat angetreten, ebenso wie bei den folgenden Bundespräsidentschaftswahlen 2004, 2010 und 2016. Wie die Kleine Zeitung berichtet, will er es auch 2022 noch einmal wissen.