Die Geburt der österreichischen Nation aus dem Geist der Neutralität

Vortrag Nationalbewusstsein

Update 6. April 2026 (Ostermontag) – EMRK Art. 15 über „das Leben der Nation

14. Juli 2023 (Frankreichs Nationalfeiertag, der an den Sturm auf die Bastille vor 234 Jahren erinnert, und die legendäre Parole Liberté – Egalité – Fraternité!)

VORSATZ: Wenn wir einen Diskurs über die österreichische Nation führen wollen, so sollten wir uns folgende Bedeutungsbreite des Begriffes vergegenwärtigen, den die Übersetzungsmöglichkeiten des englischen Wortes „nation“ anbietet: das Land, die Nation, der Staat, das Volk, die Völkerschaft.

Auf die Demontage unserer Demokratie nach Ausbruch der Corona-Herrschaft folgt die offen betriebene Demontage der österreichischen Neutralität. Mit der Aussage „die Neutralität gilt nicht mehr“ von Ex-Kanzler und Ex-Außenminister Wolfgang Schüssel hat die Unterminierung der unsere Nation konstituierenden Werte – Demokratie und Neutralität – einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das Nationalbewusstsein der Österreicher, die sich in der Zwischenkriegszeit mehrheitlich noch als „Deutsche“ in einem unerwünschten Kleinstaat gesehen haben, ist nicht selbstverständlich. Umso wichtiger ist die Neutralität, die nicht nur Bedingung für den Staatsvertrag war, sondern auch die Bedingung für die Entfaltung der österreichischen Nation.

SIEHE AUCH: Offener Brief an den Verräter unserer Neutralität, an Bundeskanzler Nehammer

SIEHE AUCH: Spenden an ethos = Beiträge zu einer besseren Zukunft Österreichs

KURZFASSUNG: Am 26. Oktober 1955 wurde das Neutralitäts-Gesetz beschlossen. Dieses Ereignis war für Österreich von herausragender historischer Bedeutung und der 26. Oktober wurde gleichzeitig zum Nationalfeiertag erhoben. Der kausale Zusammenhang zwischen Neutralität und Nation ist damit historisch bewiesen. Nationbuilding ist aber auch eine Frage der Geistesgeschichte. Dazu mehr in vier Teilen:

Teil 1:

Mit Nation war ursprünglich Zivilisation gemeint.

Teil 2

Nationen lösen Dynastien ab.

Teil 3

Die Vernichtung des Nationalismus durch den Nationalsozialismus.

Teil 4

Die Geburt der österreichischen Nation aus dem Geist der Neutralität. 

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Start and Go im legendären Voyager Stow’N go!

Voyager1

UPDATE Dezember 2024 – Angebot und alle technischen Finessen siehe willhaben.at. 

Pickerl bis 5/2025, neues Automatik-Getriebe uvm.

Ein Angebot von Hubert Thurnhofer i.V. Ernst Thurnhofer / 9.900,- Euro

Voyager, der legendäre Family Van, ist auch das Traum-Auto eines Galeristen, der mal mit Bildern, mal mit mehreren Künstlern, und öfters auch mit beiden unterwegs ist. Für eine längere Partnerschaft geplant, habe ich in den vergangenen drei Jahren rund 15.000 Euro in die Rund-Erneuerung meines Wagens investiert. Leider muss ich mich nun aus privaten Gründen von meinem Gefährten trennen!

Du bekommst ein gut gepflegtes Fahrzeug mit neuem Innenleben! Der Lancia Voyager mit Erstzulassung 5/2012 erhielt 2020 neue Ganzjahresreifen, Klimaanlage und Batterie, 2021 neues Getriebe, 2022 neue Bremsen, 2023 Service (Ölwechsel), neue Lichtmaschine und neue Servolenkung! Abnutzungserscheinungen und Rostspuren dem Alter entsprechend. Das Pickerl gilt bis 5/2025. Start and Go! Alle Türen und Fenster können vom Fahrercockpit aus bedient werden. An den Lichtschalter links muss man sich gewöhnen. Man kann aber auch mit Lichtautomatik fahren. 

Zwischen Wien und Graz kann ich gerne zur Besichtigung vorbei kommen.

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Österreichs Teilnahme am Skyshield = Neutralitätsbruch

SeBö Nein zu Sky Shield

28. Mai 2024 – Nun ist es definitiv: Österreich ist Luftabwehr-Initiative Sky Shield beigetreten, berichten die Medien unisono.

4. Juli 2023 (Pressemitteilung der Gewerkschafter:innen gegen Atomenergie und Krieg) – Skyshield ist nicht, wie von Österreichs Regierung behauptet, ein mit der Neutralität Österreichs vereinbares EU-Vorhaben. Im Gegenteil: es ist ein vom NATO-Land Deutschland initiiertes, NATO-Militär-Luftabwehrsystem von EU-NATO-Staaten plus den NATO-Ländern Norwegen und Großbritannien. Das ist mit der Neutralität Österreichs absolut nicht vereinbar. Sie reden von Neutralität und reihen Österreich immer mehr in USA/EU/NATO-Militärbündnisse ein.

Tatsächlich handelt es sich um ein NATO-Projekt, bei dem Deutschland in der EU-NATO die Federführung hat und sich in Konkurrenz zu USA und Frankreich militärisch in den Vordergrund bringt. Wohl nicht zufällig macht das NATO-skeptische NATO-Land Frankreich dabei nicht mit, ebenso wenig wie die NATO-Länder Polen und Italien. Aber das neutrale Österreich schon? 

Da NATO-Deutschland bei diesem angeblichen „europäischen Skyshield“ federführend ist, bedeutet eine Teilnahme Österreichs daran auch einen neuerlichen militärischen Anschluss an Deutschland! Das ist klipp und klar neutralitätswidrig und gefährdet die Sicherheit Österreichs. Die Teilnahme am „Himmels-Schutzschild“ des NATO-Militärbündnisses macht Österreich erst wirklich zum Angriffsziel.

Von Anfang an war klar, dass es sich bei diesem Skyshield-Projekt um ein NATO-Vorhaben handelt. Als dieses von NATO-Land Deutschland geführte Vorhaben erstmals bekannt wurde, hat Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gesagt, dass man erst schauen müsse, ob das nicht irgendwie als EU-Projekt dargestellt werden könne, sodass Österreich sich daran beteiligen könne. Deshalb wird jetzt nur mehr von einem „EU-Beschaffungs-Projekt“ geredet – dabei ist nicht einmal „die EU“ als Ganzes daran beteiligt.

Für Österreich muss es so oder so heißen: Egal, ob Deutschland-, EU- oder NATO-Projekt: Eine Teilnahme widerspricht der immerwährenden Neutralität Österreichs grundsätzlich, die eine Teilnahme an Militärbündnissen verbietet. Das laut Verfassung immerwährend neutrale Österreich darf und muss auch nicht im Rahmen der EU-Abmachungen (GASP usw.) an einem EU/NATO-Projekt teilnehmen und darf sich schon gar nicht an Projekten von Militärbündnissen wie es das NATO-Skyshield-Projekt eines ist beteiligen.

Machen das Österreichs Verantwortliche entgegen die in der Verfassung verankerten immerwährenden Neutralität, ziehen sie unser Land erst recht in Konflikte und Kriege hinein und gefährden erst dadurch die Sicherheit der Bevölkerung, machen dadurch Österreich erst recht zum Angriffsziel.

Absichtlich falsch behauptet wird in diesem Zusammenhang, dass Österreich als EU-Land wegen der „EU-Beistandsverpflichtung“ an solchen „EU-Maßnahmen“ teilnehmen müsse. Das entspricht nicht den Tatsachen: Österreich hat beim EU-Beitritt einen Neutralitätsvorbehalt unterschrieben („irische Klausel“), der sich in allen einschlägig dazugehörigen Paragraphen wiederfindet. Es gibt kein M u s s ! Österreichs Verantwortlichen w o l l e n die Neutralität missachten und letztlich abschaffen. Das ist Verfassungsbruch, denn die Neutralität steht im Verfassungsrang.

Zudem sind insbesondere seit dem Ukrainekrieg 90 Prozent der Österreicher:innen für die Beibehaltung der Neutralität, d.h. gegen eine Teilnahme an Militärbündnissen. Und Skyshield ist ein militärisches Bündnis für eine NATO-Luftabwehr europäischer Länder, in die erstmals auch das neutrale Österreich hineingezogen werden soll.

Österreichs Neutralität ist nicht überholt – gerade in Kriegszeiten. In Friedenszeiten neutral zu sein, ist keine Kunst. Die Neutralität jetzt noch mehr auszuhöhlen oder aufzugeben ist wie die Feuerwehr im Brandfall nicht ausrücken zu lassen oder sie gar abzuschaffen.

Die Neutralität ist die Lehre aus zwei Weltkriegen, sich nie wieder in Großmachtkonflikte hineinziehen zu lassen, nie wieder an Konflikten und Kriegen sich zu beteiligen. Neutralität heißt, gegen die Kriegstreiber in Ost und West aufzutreten statt sich Militärbündnissen anzuschließen oder in solche einzugliedern.

Wenn sich die FPÖ zuletzt immer wieder als „Verteidiger der Neutralität“ aufspielt ist das erstens nicht glaubwürdig und zweitens ein Spiel mit verteilten Rollen zwischen Regierenden und „Opposition“. Erstens war die FPÖ 1955 bei Erklärung der immerwährenden Neutralität gegen die Neutralität Österreichs, unter Schwarz-Blau mit ÖVP-Schüssel in den 2000er Jahren für den NATO-Beitritt Österreichs und unter Türkis-Blau mit ÖVP-Kurz für die EU-Aufrüstung (PESCO). Zweitens wird von den Regierenden und den Medien die FPÖ als die einzige „Neutralitäts-Partei“ hingestellt. Damit soll die Neutralität und alle, die die Neutralität befürworten, ins rechte Eck gestellt und die Neutralität schlecht gemacht werden, damit möglichst kein breiter, außerparlamentarischer Widerstand gegen den Ausverkauf der Neutralität entsteht und stattfindet.

Wenn schon Luftabwehr – warum nicht Luftabwehr z.B. gemeinsam mit der neutralen Schweiz gegen Ost und West, statt mit EU/NATO. Das heißt aber auch keine weiteren militärischen Überflüge und Militärtransporte durch Österreich. Ja zur Neutralität – Nein zum Mitmachen bei EU/NATO-Aufrüstung und Militarisierung oder gar Kriegsteilnahme!

SIEHE AUCH: Schüssel diffamiert Neutralität als Ideologie

SIEHE AUCH: Nein zum Beitritt Österreichs zu „Sky Shield“ (03.07.2023 – Neutralität ist der beste Schutz und Garant für Frieden. Eine Analyse von Sebö Selbstbestimmtes Österreich).

SIEHE AUCH: Erklärung der Solidarwerkstatt: Der Vorstoß der Regierung, Österreich an „Sky Shield“  zu beteiligen, ist ein weiterer Puzzlestein zur Demontage der Neutralität. Der Regierung geht es nicht um Schutz der Bevölkerung, sondern um das bedingungslose Mitmarschieren bei der EU-Militarisierung.

SIEHE AUCH: Gedanken einer Volksschuldirektorin, engagierte Friedenserzieherin, Herlinde Jaquemond.

SIEHE AUCH: Die amtliche Darstellung der European Sky Shield Initiative ESSI durch das Deutsche Bundesministerium für Verteidigung

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Lichtblick: Seebestattung in Kroatien

Kroatien Raab c Lichtblick

4. Juli 2023 (Pressemitteilung der Lichtblick GmbH) – Viele Menschen haben den Wunsch, ihre Asche am Meer verstreuen zu lassen. Lichtblick bietet hierfür einen besonders unkomplizierten und persönlichen Weg. Jedes Jahr im September buchen sich zahlreiche Angehörige eine anonyme oder begleitete Seebestattung in Raab, Kroatien. Wenn gerade ein aktueller Todesfall zu beklagen ist, übernimmt die Bestattung Lichtblick kostengünstig alle vorherigen Bestattungsleistungen.

 

Wenn Jörg Bauer von Lichtblick mit seinen Schutzbefohlenen aufs Meer hinausfährt, werden letzte Wünsche erfüllt. Sehr persönlich und spirituell beginnt Jörg seine kleine Zeremonie auf hoher See. „Es ist für mich so erfüllend, wenn ich in der Gewissheit bin, Menschen einen letzten Wunsch zu erfüllen. Die Ruhe, nur durchbrochen vom Plätschern der Wellen an meinen Bug, bringt mich in einen ganz besonderen Zustand der Spiritualität und ich fühle mich eins mit allem, was ist.“, schildert Bauer.

Jedes Jahr buchen zahlreiche Kunden diese Möglichkeit, um ihre Liebsten beizusetzen. Der Termin für September steht nun und Menschen, die eine Urne ans Meer verbringen möchten, können sich entweder einen persönlichenTermin buchen oder Lichtblick mit der Verstreuung beauftragen. Letztere erhalten ein Foto und ein kurzes Video der Zeremonie.

Über Lichtblick

Das Projekt beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Sterbeprozess und den Bestattungsgepflogenheiten in unserer Gesellschaft. In keinem anderen Kulturkreis werden diese Themen so weit an den Rand gedrängt wie in der westlichen Welt. Auch in Österreich wird der Tod erst wahr genommen, wenn er bereits vor der Tür steht. Und obwohl man uns ÖsterreicherInnen einen zwanglosen Umgang mit dem Tod unterstellt, ist dem nicht so.

In sechs Jahren Forschung in diesem Bereich stellte Sterbebegleiter Jörg Bauer fest, dass es dringenden Handlungsbedarf innerhalb der Sterbe- und Trauerbegleitung gibt. Doch um über ein Thema zu sprechen, muss man auch ganz tief eintauchen.

Das Bestattungshaus geht neue Wege. Reduktion auf das wesentliche und Fokussierung des Lebens. Wir möchten nah an den Menschen arbeiten. Ein Kreislauf der Nächstenliebe. Das Unternehmen soll zwar gewinnbringend arbeiten, allerdings ist das nicht das einzige oder vorrangige Ziel. Wir setzen uns mit dem Thema ganzheitlich auseinander. Die Lebenden stehen dabei im Vordergrund. Die Zeremonien, Rituale und Workshops, die wir anbieten, sollen das Loslassen erleichtern. Dabei gehen wir unkonventionell vor, um letzte Wünsche zu erfüllen, schaffen neue Wege der Verabschiedung und treten an, um überalterte Gesetze wie den Friedhof-Zwang endlich zu beseitigen.

Ansprechpartner: Jörg Bauer

Tel.: +43 676 603 24 12

E-Mail: bauer@lichtblick.rip

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Die Öffentlich-Rechtlichen brauchen echte Staatsferne

Die Einrichtung eines Zukunftsrates für ARD und ZDF ist gut, doch fehlt die Stimme des Bürgers und Beitragszahlers. Ein Gastbeitrag von Jimmy Gerum

Im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst wurde zum Thema Reformbedarf des öffentlichen Rundfunks im Bayerischen Landtag getagt. Die Bürgerinitiative Leuchtturm ARD leistete einen Diskussionsbeitrag zur fehlenden Ausgewogenheit und Staatsferne des ÖRR. Der Redebeitrag von Jimmy Gerum im Bayerischen Landtag vom 10. Mai 2023 im Wortlaut.

Abgedruckt auch im Rahmen unserer Open-Source-Initiative der Berliner Zeitung am 22. Mai 2023. Dieser Beitrag unterliegt der Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0).

SIEHE AUCH: „Auf dem Sonnendeck trinkt man Champagner, unten rudern die Galeeren-Sklaven“: ARD-Mitarbeiterin rechnet mit öffentlich-rechtlichem Rundfunk ab. (Quelle: Businessinsider.de 4.7.2023)

Sehr geehrte Abgeordnete,

ich bin Gründer der Bürgerinitiative Leuchtturm ARD ORF SRG. Für uns ist die Idee des öffentlichen Rundfunks von unschätzbarem Wert für die Zukunft der Demokratie und für unser kulturelles Selbstverständnis.

Deshalb sind wir so scharfe Kritiker, wenn wir erkennen müssen, dass die Grundsätze dieser Werte zunehmend schwerwiegend verletzt werden. Nämlich konkret die Vielfalt der Meinungen, die Ausgewogenheit und die Staatsferne, die laut Paragraf 26 Medienstaatsvertrag und laut Paragraf 5 Grundgesetz vorgeschrieben sind. Eine zunehmende Verletzung seit Jahrzehnten, nicht erst seit der Corona-Krise.

Für diese Anhörung habe ich eine Schweizer Studie durchgearbeitet, die das Angebot des öffentlichen Rundfunks in 18 Ländern in Europa und Übersee vergleicht. Generell kann man sagen, dass alle 18 Konstruktionen dieselben Vorzüge und guten Absichten in sich tragen, aber in einer ähnlichen Weise versagen bei der Toleranz gegenüber den unterschiedlichen Weltanschauungen.

Wenn wir hier also ernsthaft über den wahren Reformbedarf des Bayerischen Rundfunks oder des deutschen öffentlichen Rundfunks im Allgemeinen reden wollen, dann ist dieser Fragenkatalog zum internationalen Vergleich dafür gänzlich ungeeignet.

Denn die Reform, die wirklich nötig ist in der ernsten Lage, in der sich die Welt und unsere Kultur und unsere Zivilisation aktuell befinden, erfordert die beispiellose Vision eines öffentlichen Rundfunks, mit dem wir global betrachtet eine mit nichts vergleichbare Vorreiterrolle einnehmen sollten.

Nämlich den historisch und weltweit ersten öffentlichen Rundfunk zu schaffen, der unabhängig kontrolliert und für jeden transparent eine vielfältige, ausgewogene und staatsferne Weltanschauung erhält. Insbesondere ist es unsere Aufgabe, den Irrglauben abzulegen, dass die bestehenden Kontrollinstanzen und Rechenschaftspflichten der unterschiedlichen Gremien ausreichen würden.

Die fehlende Ausgewogenheit kann nur durch einen unabhängigen und kompetenten Blick von außen eingeordnet werden, deshalb sollte dringend der offene und faire und selbstkritische Diskurs darüber gesucht werden.

Die notwendige Staatsferne erfordert eine Selbstverwaltung und eine staatsunabhängige und gemeinnützige Ausrichtung, die nicht nur ihren umfassenden Informationspflichten nachkommt, sondern vor allem ihrer Kontrollfunktion gegenüber Regierung und Staatsapparat.

Die Einrichtung eines Zukunftsrates für ARD und ZDF im März 2023 ist grundsätzlich zu begrüßen, jedoch findet sich in seiner Zusammensetzung weder die Stimme der Beschäftigten noch die Stimme des Bürgers und Beitragszahlers. Kein Wunder, denn die verantwortliche Rundfunkkommission der Länder ist exekutivlastig und kann in keinster Weise als staatsfern bezeichnet werden.

Es ist dringend geboten, einen Interessenverband der Rundfunkteilnehmer und Beitragszahler zu beteiligen, der den wertvollen Blick von außen endlich beitragen kann.

Die Schlüsselworte für eine erfolgreiche Reform zum 100-jährigen Jubiläum des Rundfunks im Oktober 2023 sind Mut und Aufrichtigkeit und ein Ende der Denkverbote in einem Dialog auf Augenhöhe.

Hannah Arendt sagte, was nützt uns die Meinungsfreiheit, wenn uns die Informationen fehlen. Für eine gesunde Demokratie in Deutschland brauchen wir den aufrichtigen politischen Willen, die medialen Grundlagen zu schaffen für eine vielseitig informierte und mündige Bevölkerung, die erst durch diese Mündigkeit Verantwortung übernehmen kann für die Zukunft einer selbstbestimmten und gemeinwohlorientierten Gesellschaft.

Es liegt in unseren eigenen Händen, die notwendigen Grundlagen dafür zu schaffen.

Zum Autor: Jimmy C. Gerum, geboren 1964 in Garmisch-Partenkirchen, ist ein renommierter Kinofilmproduzent. Zu seinen Erfolgen zählen das Action-Abenteuer „Cascadeur – Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer“ von 1998 und das epische Abenteuer „So weit die Füße tragen“ von 2001. Darüber hinaus war er als Produktions- und Herstellungsleiter bei Filmen wie „Der Todmacher“, „Nach fünf im Urwald“ und „Die Wand“ tätig. Nach seiner Karriere in der Filmindustrie hat sich Gerum intensiv mit Geschichte, Geopolitik, Philosophie, Soziologie und Psychologie beschäftigt. Im Januar 2022 gründete er die Bürgerinitiative Leuchtturm ARD mit dem Ziel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zu erneuern. Die Gruppe organisiert sogenannte Medienmahnwachen vor den Sendern und ist im Dialog mit mehreren ARD-Anstalten. Beim NDR fanden bereits zwei Gespräche auf Leitungsebene statt, und es besteht ein schriftlicher Austausch mit dem ARD-Vorsitzenden und dem Intendanten des SWR, Kai Gniffke. Am 10. Mai 2023 hat Gerum eine Rede bei einer Anhörung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Bayerischen Landtag gehalten

SIEHE AUCH:

+ Die Bevorzugung des ORF ist verfassungswidrig

+ Klage wegen fehlender objektiver Berichterstattung des ORF ist unzulässig

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UN-Vortrag von Nadim Sradj

Nadim Sradj 2023 UNO

Theorie und Praxis der Ästhetik in der internationalen Politik

Vortrag von Nadim Sradj, gehalten am 23. Mai 2023 im Headquarter der UN in New York

 

Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis ist von je her eine gespannte Beziehung, ein Spannungsverhältnis zwischen Denken und Erfahrung. In seinem Aufsatz „Über den Gemeinspruch: das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“ äußert sich Immanuel Kant wie folgt: „wenn eine Theorie nicht für die Praxis taugt, dann nicht deshalb, weil die Theorie falsch ist, sondern, weil nicht genug Theorie in der Theorie war“. …

Unser theoretischer Ansatz beruht auf zwei Säulen;

1. Auf den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Sinnesphysiologie (Ernst Mach), der Sinnespathologie (Augenheilkunde), der mathematischen Topologie (Lagebeziehung geometrischer Strukturen) und dem Goldenen Schnitt (einer mathematischen Beziehung zwischen Teil und Ganzem) und

2. Die erkenntnistheoretische Grundlage des logischen Empirismus und die Wertlehre (Ethik).

Der Prozess der ästhetischen Wahrnehmung findet als eine Reiz-Reaktions-Beziehung statt. Der sinnesphysiologische Reiz des Auges ist beispielsweise das Licht, der des Ohres ist der Ton. Die Reaktion auf Reize jeder Art kann entweder adäquat oder nicht-adäquat sein und sich sowohl auf biologische als auch auf sozialpsychologische oder politische Prozesse beziehen. Ein Beispiel für eine nicht-adäquate Reaktion ist die Äußerung eines bekannten amerikanischen Politikers zum Thema „Welterwärmung“, der vorschlug dagegen mehr Kühlschränke zu bauen.

Auf sinnespathologischer Ebene ist die Metamorphopsie (das Verzerrt- sehen) als eine Form der „Falschnehmung“ zu nennen. Krankheitsbedingt treten derartige Störungen bei Patienten mit Maculadegeneration (Durchblutungsstörung der Netzhaut) auf, die oft eine Fehlorientierung in Raum und Zeit zur Folge haben. Auf psychologischer Ebene findet Wahrnehmung als senso-motorische Empfindung, als intuitive Erkenntnis statt.

Die Verwissenschaftlichung der Ästhetik

Eine autonome Ästhetik brauch ihre eigene Erkenntnistheorie, d.h. eine eigene Logik, eine eigene Methode und eigene Verfahren. Das Ziel ist, die Umwandlung der Ästhetik von der Kunst als Subjektivität, als „Geschmackssache“ in die Wissenschaftlichkeit, in eine geordnete Struktur. Damit wird sie neben Logik und Ethik der dritte Teil der Systemphilosophie im Sinne der praktischen Vernunft. Die Erkenntnistheorie der sinnesphysiologischen und sinnespathologischen Ästhetik beruft sich primär auf den logischen Empirismus des philosophischen Wiener Kreises, und hier speziell auf Ernst Mach und Hermann von Helmholtz. Die formale Logik der wissenschaftlichen Ästhetik ist induktiv; die Methode ist experimentell, das Verfahren ist die Formulierung einer Hypothese oder einer allgemeinen Aussage. Diese logische Strategie beruft sich auf die Ausführungen des Philosophen John Stuart Mill (1842).

Die Dynamik der Wahrnehmung kann eine höhere Ebene erreichen, indem sie von der rein sinnlichen Wahrnehmung zur abstrakten, auf eine neue Bewusstseinsebene wechselt. Wir definieren das Bewusstsein als inneren Kompass zur Allgemeinorientierung in Raum und Zeit. Diese beiden Begriffe, Raum und Zeit, werden im Folgenden differenziert dargestellt und vertieft.

Der Raum

Die sinnesphysiologische Ästhetik erweitert die euklidische Geometrie in nicht-euklidische Geometrien, wie z. B. die hyperbolische, sphärische und fraktale Form. Eine „Falschnehmung“ des Raumes kann eine Dystopie zur Folge haben, d.h. eine Störung des eigenen Koordinatensystems und damit eine Orientierungsstörung (lokal und global) zur Folge haben.

Die Zeit

Die Erweiterung des Zeitbegriffs erfolgt durch die Unterscheidung zwischen kalendarischer, historischer und natürliche, saisonaler Zeit. Zeit kann einerseits Bewegung (Kinesis) oder Veränderung (Metabole) bedeuten. Der Begriff der Metabole ist im Allgemeinen als „Stoff-Wechsel“, als Umwandlung bekannt.

Der Begriff der fraktalen Geometrie führte zur Entwicklung der „polyachsialen Chronometrie“, der vielachsigen Zeitdarstellungen. Die Welt wird unter diesen Voraussetzungen als multizentrisch in dynamischen Wechsel von Untergang und Auftauchen von Strukturen und Kultur- und Machtzentren gesehen. Die irreguläre Dynamik der Veränderungen ruft das Phänomen des Anachronismus, eines unzeitgemäßen Zeitverständnisses hervor. Das Zeitbewusstsein des Menschen bestimmt seine Herrschaftsstruktur. So hat z.B. das rückwärtsgewandte Zeitverständnis der Taliban entsprechende Auswirkungen auf ihr heute nicht mehr zeitgemäßes Verhalten gegenüber den Frauen. Der Anachronismus ist in diesem Fall Ursache des Antagonismus, des gegeneinander Kämpfens von religiösen und ideologischen Theorien.

Bewusstseinswandel

Unter „Bewusstseinswandel“ verstehen wir einen Prozess der Umwertung aller Werte, der sich nach einer radikalen Infragestellung des Bestehenden vollzieht. Ausgangspunkt einer solchen Veränderung ist eine Konfliktsituation zwischen verschiedenen Interessen und Paradigmen, wie beispielsweise zwischen Ökonomie und Ökologie, oder Technologie und Biologie, von Zweckrationalismus zum Naturalismus.

Definition

Politische Ästhetik ist an universellen Werten orientiert und an einem Ausgleich zwischen objektiver Erkenntnis und Interesse, nicht an individuellem Profit. Damit überwindet sie den Machiavellismus, der letztlich in einem Freund-Feind-Denken und danach zwangsweise in Krieg endet.

Anwendung

Gegenstand des Denkens in der klassischen Politik und Diplomatie ist ausschließlich der Mensch als „Maß aller Dinge“. Diese Art zu denken drückt sich in dem berühmten Satz Kants: „Der Mensch schreibt der Natur ihre Gesetze vor“ aus und gipfelt im bis heute weit verbreiteten Anthropozentrismus. Nur der Mensch gilt als Wesen, dessen Würde geschützt werden muss (Art. 1, GG). Alle anderen Lebewesen gelten als verfügbare Gegenstände. Die Dreiheit von Mensch, Tier und Pflanze ist demgegenüber Ausdruck eines Naturverständnisses als unbewusster Geist.

Feminine versus maskuline Politik und Diplomatie

Der Zugang zur Natur ist in der Regel unterschiedlich bei Männern und Frauen haben oftmals mehr Sensibilität für die spezifischen Reize der Natur, wie Gerüche, Farben, Formen, Veränderungen oder Bedrohungen. Die Idee zur Beherrschung der Natur nach dem Motto „macht Euch die Erde untertan“ ist offensichtlich ein eher männlicher Gedanke.

Praxis der Ästhetik in der internationalen Politik

Mit der Berührung von Ästhetik und Politik gelangt die Ästhetik in den Bereich des Machtdenkens. Nebenwirkungen der Macht können – wenn sie stark genug sind – in einen Rausch der Macht münden. Ästhetik in einer solchen Situation wird unter dem Einfluss extremen Gedankenguts zur Anti-Ästhetik und neigt in diesem Stadium zur Vernichtung von Werten, wie erhaltenswerter Kulturgüter. Durch die Sprengung der Buddhafiguren von Bamiyan trat der Gedanke der Ästhetik erstmals in das Bewusstsein der Menschheit und löste allgemeines Unverständnis aus. Die Zerstörung von historischen Stätten wie Palmyra, Kirchen und Klöstern (z.B. Ma“alula/ Syrien), Museen (Irak) war weit mehr als ein Angriff auf Gebäude und Gegenstände, sondern auf die Identität und Symbole und Traditionen von Kulturnationen. Daher fordern wir die UNESCO auf, sich ernsthafter zu engagieren, derartige terroristische Untaten zu verfolgen und vor internationale Gerichte zu bringen.

Ergebnisse

1. Es ist an der Zeit, über den Begriff der Weltethik hinauszugehen und eine Weltästhetik zu entwickeln, die diesen heutigen Anforderungen gewachsen ist. Wir sehen darin einen qualitativen Sprung der politischen Philosophie im 21. Jahrhundert.

2. Einführung der Ästhetik in die Lehrbücher der Politologie und Diplomatie als eine neue Kategorie des menschlichen Denkens und Handelns.

3. Und damit die Anwendung der Ästhetik in der Realpolitik, wie es der österreichische Philosoph Hubert Thurnhofer bereits seit 2022 praktiziert.

4. Ökologie bekommt durch die Idee der Schönheit eine neue emotionale Bedeutung, wodurch die Natur als Quelle der Faszination, der Phantasie und des Glücks betrachtet wird. Dieses allgemeine positive Grundgefühl dient der Völkerverständigung und dem Weltfrieden.

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Was kann Wissenschaft leisten?

grüne Mark

Wissenschaftstheorie / Forschung / Erkenntnistheorie / Epistemologie / Philosophie / Ethik

PELLETS. Kapitel 7 – Die Krise der Wissenschaft ist bereits seit Jahrzehnten Thema von Wissenschaftstheoretikern. Die Krise hält an, wie der wissenschaftliche Diskurs über Forstbewirtschaftung, Biomasse und Kohlenstoffemissionen zeigt, der im vorigen Kapitel von PELLETS vorgestellt wurde. Dieser wirft viele Fragen auf, zu aller erst: Wer hat recht und wer bekommt Recht? Bei Vertiefung des Themas muss man fragen: Welche Thesen, Argumente, Axiome, Auffassungen, Behauptungen, Unterstellungen sind richtig, welche falsch? Welche Methoden wenden Wissenschafter an, um zu Erkenntnissen zu gelangen? Und nicht zuletzt: welche Methoden wenden sie an, um ihre jeweiligen Erkenntnisse durchzusetzen?

„Wenn es jetzt in vielen Bereichen der Naturforschung fünfzigmal so viele Forscher gibt wie vor fünfzig Jahren, so hat sich das Angebot neuer Methoden wahrscheinlich verhundertfacht“, schreibt Erwin Chargaff schon 1985. (Zeugenschaft, 208) Indirekt ist das eine Kritik an Karl Popper, der fünfzig Jahre früher in seinem Buch „Logik der Forschung“ die Falsifizierbarkeit als wichtigstes Prinzip der Wissenschaft und die Falsifikation als die einzige Methode jeder Wissenschaft konstituiert hat. Popper, der seine Philosophie als „kritischen Rationalismus“ bezeichnet hat, baut auf Immanuel Kant auf, der 1781 sein Hauptwerk, die „Kritik der reinen Vernunft“ veröffentlichte.

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Die Grenzen der Verhaltensforschung

Radweg

Forschung / Wissenschaft / Wissenschaftstheorie / Verhalten / Sitte / Moral / Ethik

Essay als Vorarbeit zum Buch Moral 4.0,

(Erstmals publiziert am 21.2.2017 auf thurnhofer.cc)  – „Keine Moralform ist höher entwickelt als andere. Die unterschiedlichen, historisch gewachsenen Arten von Moral sind einfach nur verschieden und geraten häufig miteinander in Konflikt,“ so der Anthropologe Michael Tomasello im profil-Interview (Ausgabe 20.2.2017). Diese Aussage ist wohl dem (ethischen) Postulat der Wissenschaften verpflichtet, als Forscher keine Wertungen vorzunehmen. Doch die (moralische) Grundfrage „Was soll ich tun?“ bleibt damit unbeantwortet.

Ist auch nicht Aufgabe des Wissenschafters, diese Frage zu stellen, geschweige denn zu beantworten, würde Tomasello wohl erwidern. Der Verhaltensforscher sucht naturgemäß die Wurzeln der Moral in der Naturgeschichte und im menschlichen Verhalten. Als Moralphilosoph kann ich bestätigen, dass es viele Moralen gibt. Gleichzeitig muss man aber auch verstehen: es gibt nur eine Ethik! Und diese Differenzierung sollte auch ein Naturwissenschafter berücksichtigen, sonst bleibt seine Forschung ein Sammelsurium von Sozial- und Gedankenexperimenten.

Tatsächlich gibt es unzählige Moralen, so viele wie Völker, Stämme, Familien und andere soziale Gruppierungen. Schon die sprachphilosophische Analyse des Begriffs „Moral“ erklärt das sehr einfach. Der Spruch „das ist bei uns so Sitte“ legt nahe, dass es sich bei vielen Verhaltensweisen um eine moralische Übereinkunft handelt, die von einer Gruppe (von „uns“) anerkannt ist und daher nicht weiter hinterfragt werden muss. Was nicht hinterfragt werden muss, ist – meist in religiös fundierten Moralen – tabu, d.h. es darf nicht hinterfrag werden. „Sitte“ ist nicht nur ein Synonym von „Moral“, sondern auch ein anderer Begriff für „Tradition“ und „Gewohnheit“. Daraus ergibt sich, dass jede Moral die Gesamtheit jener Verhaltensweisen innerhalb einer Gruppe ist, die auf Traditionen (in vielen Fällen religiös basiert) und Gewohnheiten basieren. Verhaltensweisen, die ungefragt angenommen, von jedem Gruppenmitglied befürwortet und bei Nichteinhaltung mehr oder weniger stark sanktioniert werden.

Da heute niemand (außer vielleicht Mitglieder eines Mafiaclans oder einer regional und/oder religiös abgeschotteten Clique) nur noch in einer Gruppe allein lebt, sondern in mehreren gleichzeitig, hat sich die Verbindlichkeit moralischer Grundsätze in den vergangen Jahrzehnten mehr oder weniger aufgelöst. Dies ist einer der Gründe für die Orientierungslosigkeit unserer Zeit. Wenn nun die Wissenschaft die „Gleichwertigkeit“ aller Moralen postuliert, laufen wir Gefahr, dass die Frage nach allgemein gültigen Grundwerten als „wissenschaftlich unzulässig“ abgekanzelt wird. Oder sie wird gleich mit der Faschismuskeule nieder geknüppelt, da ja in dieser Frage schon die Möglichkeit der „Überlegenheit“ einer Moral vor der anderen keimt.

Tomasello selbst bringt ein Beispiel: Die Regierungen vieler Schwellenländer gelten als korrupt weil sie wichtige Ämter bevorzugt an Verwandte vergeben. Der Familie zu helfen ist in diesen Sippen aber oberste moralische Pflicht. „Wir halten das für ungerecht, diese Politiker aber für völlig korrekt“, so der Anthropologe, der daraus folgert: „Auch soziale Normen helfen übrigens nur bedingt dabei moralische Entscheidungen zu treffen.“

An der Stelle muss man zu dem Schluss kommen, Tomasello weiß nicht wovon er spricht, wenn er den Begriff „Moral“ verwendet. Einerseits geht er von der Gleichwertigkeit aller Moralen aus, anderseits erlaubt er sich den Schluss, dass offenbar moralisch begründetes Handeln nicht moralisch sei wenn es zwar „korrekt“ aber „ungerecht“ ist. Hier noch ein Beispiel, das die wissenschaftlich neutrale Argumentation von Tomasello erschüttern könnte: Bis heute ist die Genitalverstümmelung bei Mädchen in vielen afrikanischen Ländern eine – moralisch begründete – Praxis. Die naturwissenschaftliche Beobachterrolle erlaubt es nicht, dieses Fehlverhalten, dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zu verurteilen. (IZRS = Islamischer Zentralrat Schweiz hat seine offizielle Sicht zur Beschneidung der Frau im Internet publiziert.)

Aus diesem Dilemma kommen wir nur heraus, wenn wir die Frage stellen, ob es allgemein verbindliche Grundwerte gibt, die über allen Moralen stehen.Und hier kommt die Ethik ins Spiel. Auch Moralphilosophen tun sich schwer, den Unterschied zwischen Ethik und Moral zu erklären. Typisch dafür ist die diffuse Formulierung von Julian Baggini: „Meiner Auffassung nach behandelt Moral die Handlungsweisen, die uns erlaubt oder nicht erlaubt sind, und zwar in erster Linie solche, die andere Menschen betreffen. Ethik ist ein etwas weiter gefasster Begriff, der alles einschließt, was damit zu tun hat, ob das Leben gut oder schlecht verläuft.“ (Die großen Fragen: Ethik, 2012)

Nicht nur, dass Baggini keinen Unterschied zwischen „Handlungsweisen“ (= Verhaltensweisen) und Handlungen macht, so ist seine Definition von Ehtik nichts anderes als ein erweiterter Moral-Begriff. Auf viele Moralen folgen damit viele Ethiken, die Verwirrung hat kein Ende sondern einen neuen Anfang.

Die allgemeine Sprachverwirrung ist ein weiterer Grund für die grassierende Orientierungslosigkeit unserer Zeit. Und diese macht auch vor wissenschaftlichen Arbeiten nicht Halt. Hier möchte ich auf das Diktum zurückkommen, „Es gibt viele Moralen, aber nur eine Ethik“, das ganz einfach zu erklären ist.

Die Grundfrage jeder Moral lautet: „Was soll ich tun?“

Die Grundfrage der Ethik lautet: „Warum soll man etwas tun (oder unterlassen?“

Damit ist auch für jeden Nicht-Philosophen sofort evident, dass die Ethik „über“ jeder Moral steht – nicht weil sie etwas „Besseres“ ist, sondern weil sie andere Fragen stellt, die sich auf einer Metaebene befinden. Vergleichbar mit Physik, die die Frage stellt, welche Naturgesetze gelten und wie sie wirken, während die Metaphysik die Frage stellt, warum es Naturgesetze gibt.

Jeder Mensch handelt moralisch, wann immer er sich die Frage stellt, was er tun soll. Es ist möglich, ein Leben lang moralisch zu handeln, ohne sich jemals die ethische Frage zu stellen: „Warum mache ich eigentlich das, was ich mache?“ Aus der ethischen Grundfrage (warum soll ich etwas tun?) lassen sich weitere Fragen logisch herleiten:

– Gibt es Grundwerte, die in jeder Moral gelten?

– Gibt es Grundwerte, die in jeder Moral gelten sollen?

– Lässt sich eine Wertehierarchie erstellen und begründen?

Noch ein Aspekt scheint mir wichtig: Die Grundlage unseres Verhaltens ist immer eine Moral (und da wir uns oft in verschiedenen sozialen Gruppen bewegen, sind fast immer mehrere Moralen Grundlage unseres Verhaltens). Die Ethik beschäftigt sich dagegen mit den Grundlagen unseres Handelns. Verhalten und Handeln sind zwei Phänomene, die sich nicht graduell, sondern prinzipiell unterscheiden. Das versteht jeder, aber niemand berücksichtigt diese einfache Wahrheit, wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen zu treffen, die Grundlage des Handelns sind.

Tomasello erläutert die Gleichwertigkeit aller Moralen mit dem Beispiel zweier Ertrinkender. „Einer der Ertrinkenden ist ein Freund von Ihnen, den anderen kennen Sie nicht persönlich. Wen retten Sie?“ Die naheliegende Antwort auf diese Suggestivfrage – „den Freund“ – relativiert Tomasello aus der „kantianischen moralischen Perspektive“: da diese Moral keine Bevorzugung erlaube, sei es vielleicht sogar Egoismus, den Freund zu retten. Wie tief die Kant-Kenntnisse des Naturwissenschafters gehen, will ich an der Stelle nicht beurteilen, denn hier geht es zunächst um die unreflektierte Gleichsetzung von Handeln und Verhalten. (Und nebenbei darum, dass die Art einer Frage in vielen Fällen eine ganz bestimmte Antwort suggeriert.)

In dieser wie in jeder Notlage geht es nicht um Verhalten, sondern um Handeln, d.h. es geht zunächst einmal darum, überhaupt eine Entscheidung zu treffen und ins Wasser zu springen um jemanden zu retten. Nur ein Mensch, der den moralischen Grundsatz „Es ist wichtig Leben zu retten“ verinnerlicht hat und im Einzelfall auch das ethische Urteil getroffen hat „Leben zu retten ist wichtiger, d.h. ein höherer Wert, als das eigene Leben zu gefährden“, wird überhaupt einen Rettungsversuch unternehmen.

Mit Sicherheit wird die große Mehrheit der Zeugen eines solchen Unfalls ganz einfach am Ufer stehen bleiben und blöd schauen. (Moralisch leicht und gut begründbar: ich bin kein Rettungsschwimmer und darf professionelle Retter nicht bei ihrem Einsatz stören!) Manch einer wird wohl die Rettung rufen – der Mobilkommunikation sei Dank! Wer den Mut (wieder ein moralischer Wert!) hat, eines der Opfer zu retten, wird mit Sicherheit vorab keine Selektion vornehmen, mit welchem der potenziell Ertrinkenden er besser oder gar nicht befreundet ist. So wird er wohl den retten, den er als erstes erreicht. Und auch den zweiten, wenn dazu noch Zeit bleibt.

Das Beispiel zeigt, dass Dilemmata oft nur in Gedankenexperimenten von Wissenschaftern entstehen und damit zu Scheinproblemen führen. Gerade Notsituationen beweisen, dass die Menschen imstande sind, im Ernstfall das Richtige zu tun – wenn sie überhaupt bereit sind etwas zu tun. Und das heißt: wenn sie überhaupt bereit sind zu handeln! Doch die meisten Menschen sind gar nicht bereit zu handeln, weil sie nicht gelernt haben Entscheidungen zu treffen. Und das trifft auch auf die meisten Politiker zu. Darin liegt ein weiterer Grund für die Orientierungslosigkeit unserer Zeit.

Die Folge der Indifferenz erleben wir täglich in der Unfähigkeit unserer Politiker, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungsfähigkeit setzt Urteilskraft voraus. Nur am Rande sei erwähnt, dass Immanuel Kant nicht nur die „Grundlegung der Metaphysik der Sitten“, sondern auch die „Kritik der Urteilskraft“ geschrieben hat. Die Wirkkraft seiner Werke, die für die Aufklärung eine zentrale Rolle gespielt haben, hat in den vergangenen hundert Jahren stark nachgelassen, auch deshalb, weil Wissenschafter ihr Wissen oft nur aus der Sekundärliteratur beziehen, insbesondere wenn es nicht um ihre Kerndisziplin geht.

Ein Beispiel europaweit völlig paralysierter Politiker hat uns die Flüchtlingswelle im Jahr 2015 geboten. Zuvor war es jahrelang nicht möglich, in den Gremien der EU eine für alle Länder verbindliche Quote für die aus allen Nähten platzenden Flüchtlingslager in der Türkei zu finden. Solidarität, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft wurden in dieser Phase als moralische Werte zu Grabe getragen und das jeweilige Eigeninteresse, Unmenschlichkeit und Hilflosigkeit ganz einfach hingenommen. Aber auch die Unfähigkeit zu Handeln bedarf der Legitimation. Das haben Politiker aller Coleurs mittlerweile ganz gut gelernt, indem sie das Legalitätsprinzip über das Moralitätsprinzip stellen. Infolge dessen haben wir heute fast nur noch Politiker, die nicht nur als Bürokraten, sondern als Superbürokraten agieren.

In der ständigen Angst, nicht rechtmäßig zu handeln, handeln die Politiker überhaupt nicht mehr, wenn sie dafür in den bestehenden Gesetzen keine Grundlage finden. So gab es, als die Blase in der Türkei platzte und die Flüchtlingswelle auf Europa zurollte, keinen einzigen Politker, der aufgestanden wäre um den Menschen den Sachverhalt so einfach zu erklären wie er war: Wir sind in einer Ausnahmesituation, auf die wir nicht vorbereitet sind. Demnach haben wir dafür auch keine gesetzlichen Regelungen und müssen kurzfristig Notverordnungen erlassen. Diese haben die humanitäre Erste Hilfe zu regeln, nämlich die Erstversorgung in Notquartieren und die Registrierung aller Einreisenden. Sobald dies geregelt ist müssen wir in kürzest möglichen Fristen klären, wer bleiben darf und wer nicht.

Es ist nicht notwendig hier hunderte Beispiele von Fehlverhalten auf Basis des Legalitätsprinzips aufzuführen. Nur zwei Beispiele: Ein Altenheim durfte freistehende Zimmer nicht für Flüchtlinge nutzen, weil diese angeblich nicht der Bauordnung entsprachen. Und 16-jährige Flüchtlingskinder, deren Integration von einem Politechnikum vorbildlich unterstützt wurde, mussten aus der Schule verwiesen werden, weil sie das schulpflichtige Alter überschritten hatten.

„Das Recht steht über Allem“, wird heute von Politikern als selbstverständlich voraus gesetzt. Dass sie damit jeglichem politischen Handeln die Grundlage entziehen, zeigt sich in der Flüchtlingskrise. Denn Politik heißt nicht primär, Gesetze einzuhalten, sondern zu handeln. Und wenn es die Umstände erfordern, einen neuen gesetzlichen Rahmen für Handlungen zu schaffen. Das aber geht nur auf Basis von Werten. Die Verständigung auf Grundwerte ist somit unumgänglich, wenn die Politik wieder handlungsfähig werden will.

Um es kantianisch zu formulieren: Politiker müssen verstehen, dass es nicht oberste Maxime ihres Handelns sein kann, ihre Pflicht zu erfüllen (was legitimer Weise für jeden Beamten zu gelten hat), sondern ihren Verpflichtungen (=Verantwortung) nach zu kommen. Die vorrangige Aufgabe der Politiker besteht darin, ihre Verpflichtungen (=Verantwortung)  zu erkennen und im Interesse ihres Volkes zu handeln. Das mag etwas banal klingen, enthält aber zwei Prämissen, die heute nicht mehr selbstverständlich sind: Die Urteilsfähigkeit, konkret die Fähigkeit zwischen Pflicht und Verpflichtung unterscheiden zu können. Und die Handlungsfähigkeit, konkret dann, wenn es nicht um die Aufrechterhaltung des Status quo geht, sondern um den richtigen Umgang mit Veränderungen. Aber wie erkennt man, ob etwas richtig ist oder nicht?

Das wiederum ist eine Grundfrage der Ethik, die uns aber die Wissenschaft allein nicht beantworten kann. Denn wie Tomasello mit seinen Untersuchungen beweist, ist die Wissenschaft grundsätzlich nicht die richtige Disziplin, um bis zu den Grundfragen der Ethik vorzudringen. Die Schlussfrage im profil-Interview, wie man erreichen könne, dass sich die Menschheit weltweit solidarisch verhält, kann er deshalb auch nur mit einer halblustigen Pointe beantworten: „Eine Invasion von Aliens wäre die Lösung: Außerirdische, die uns vernichten wollen. Alle Menschen würden sich verbünden, um die Verteidigung unseres Planeten zu organisieren.“

Ich finde, wir sollten nicht auf die Außerirdischen warten um über die grundlegenden ethischen Fragen unserer Zeit nachzudenken. Ein ethischer Diskurs auf breiter Basis ist daher dringend notwendig! (HTH 21.2.2017)

Michael Tomasello

Eine Naturgeschichte der menschlichen Moral

Suhrkamp, Berlin 2016

(Aus dem Amerikanischen von Jürgen Schröder. Im Original erschienen unter dem Titel A Natural History of Human Morality) (Harvard University Press),

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KI Kreativ-Wettbewerb

Presse Marketagent KI Contest Winner

Der Gewinner des weltweiten KI-Contest kommt aus Kolumbien

6. Juni 2023 (Pressemitteilung von Marketagent) – Generative künstliche Intelligenz ist derzeit in aller Munde und es bahnt sich mit diesen Tools gerade die nächste Revolution in Richtung Demokratisierung der Kreativität an. Marketagent hat neue Trends schon immer mit offenen Armen empfangen und veranstaltete im April einen großen KI Contest in seiner weltweiten Meinungsbildner*innen-Community. Zum Gewinner wurde im demokratischen Publikumsvoting ein Beitrag aus Kolumbien gekürt.

An generativen KI-Tools kommt derzeit niemand vorbei. Neben der gehypten Textanwendung ChatGPT gibt es auch zahlreiche KI-Bildgeneratoren, die künstliche Intelligenz nutzen um digitale Bilder zu erstellen. Und das entweder fotorealistisch, als Comic oder im Stile des Lieblingskünstlers. Der Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein und mit den richtigen eingegebenen Schlagwörtern kann Jeder und Jede selbst zum Artist werden.

Genau diese versteckten Künstlerinnen und Künstler wollte Marketagent mit seinem großen KI-gestützten Contest vor den Vorhang holen. Als verbindendes Element wurde das Fragezeichen auserkoren. Schließlich ist dieses Symbol so etwas wie ein fundamentaler Bestandteil der Marktforschungsbranche. Ansonsten gab es keine weiteren Vorgaben und die Teilnehmer*innen konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Und das haben sie auch getan! Fast 900 Einreichungen haben Marketagent im Laufe des Aprils erreicht. Teilgenommen haben Menschen aus 64 unterschiedlichen Ländern. Kein Wunder, schließlich ist die Marketagent Meinungsbildner*innen-Community mittlerweile über die ganze Welt verteilt. „Wir decken mit unserem Online Access Panel bereits 84 Länder ab. Aktionen wie diese helfen uns, mit den Panelistinnen und Panelisten – egal woher sie sind – zu connecten und sie ein bisschen näher zu uns nach Baden zu bringen“ so Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.

Aus allen Einreichungen wählte die Marketagent-interne Jury die 20 besten aus, die sich im Anschluss einer demokratischen Abstimmung in der Community stellten. Rund 10.000 Personen gaben ihre Stimme ab und nahmen am weltweiten Publikumsvoting teil. Die Internationalität des Contests spiegelt sich schlussendlich auch in den Stockerlplätzen wider. Als klarer Gewinner wurde das KI-Bild von José Maria aus Kolumbien gekürt. Auf Platz 2 schaffte es die Einreichung von Radovan aus Serbien und Niklas aus Deutschland komplettiert das Siegertreppchen.

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Offener Brief über Staatsvertragstreue

Staatsvertrag

Offener Brief an Präsident und Regierung anlässlich russischer Zweifel an österreichischer Staatsvertragstreue

04. Juni 2023

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Alexander Van der Bellen!

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Karl Nehammer!

Sehr geehrter Herr Außenminister Alexander Schallenberg!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Karoline Edtstadler!

Im Rahmen der EU-Politik rückt Österreich anscheinend immer mehr von seiner verfassungsmäßig verankerten Neutralität ab. Nun hat die Sprecherin des Außenministeriums der Russischen Föderation, Frau Maria Sacharowa, in einem Interview Österreichs einseitige Parteinahme für die Ukraine als ein Zur-Seite-Schieben der Neutralität bezeichnet.

Die Russische Föderation ist Rechtsnachfolgerin der UdSSR und somit auch Rechtsnachfolgerin eines Signatarstaates des österreichischen Staatsvertrages. Dass ein Rechtsnachfolger das aktuelle Verhalten Österreichs als Bruch der Vereinbarungen interpretiert, ist sehr ernst zu nehmen und kann eine Bedrohung der österreichischen Beziehungen und Sicherheit darstellen.

Zudem steht die Neutralität in Österreich im Verfassungsrang.

ANMERKUNG: Der offene Brief kann als Petition auf SeBö (selbstbestimmtes Österreich) unterstützt werden!

Die schleichende Erosion der österreichischen Neutralität durch die Tagespolitik sowie durch Aussagen hochrangiger Politiker, insbesondere der Ministerin Edtstadler und des Ministers Schallenberg („Österreich würde Putin verhaften…“) und des Bundespräsidenten Van der Bellen („Österreich ist militärisch, aber nicht politisch neutral“) stellen demokratiepolitisch höchst bedenkliche Vorgänge dar, die einer Aufgabe der Neutralität nahekommen.

Die Aufgabe der Neutralität ist jedoch nur nach einer Volksabstimmung möglich. Durch die aktuelle Politik der österreichischen Regierung und durch Aussagen des Herrn Bundespräsidenten wird unsere Neutralität sukzessive ausgehöhlt. Diese Politik lehne ich ab.

Ich fordere daher von unseren Politikerinnen und Politikern, in Konflikten, vor allem aktuell im Konflikt der Russischen Föderation mit der Ukraine, nur an Aktionen teilzunehmen, die ein UNO-Mandat haben und sich für die Respektierung des neutralen Status Österreichs stark zu machen anstatt an der Aushöhlung der Neutralität mitzuwirken.

Hochachtungsvoll

Mag. Wolfgang Friedhuber, Graz

im Namen des Sozialen Bündnisses für Friede und Neutralität

sowie:

Hilde Grammel, Mitglied der KPÖ Wien

Georg Becker, Jurist in Ruhe, Wien

Christina Angerer, Psychotherapeutin, Innsbruck

Andrea Drescher, Freistadt

Hubert Thurnhofer, ethos.at

Dr. Karl Reitter

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