Freie Bestatter-Wahl in Österreich

Lichtblick Sarg

Was viele nicht wissen – und warum es höchste Zeit ist, das zu ändern

von Jörg Bauer

8. April 2025 – Seit über 20 Jahren dürfen Menschen in Österreich frei wählen, welchem Bestattungsunternehmen sie das letzte Geleit ihrer Angehörigen anvertrauen. Doch obwohl das Gesetz seit 2002 klar ist, herrscht vielerorts noch immer ein Informationsnotstand – befeuert durch hartnäckige Mythen, mangelhafte Aufklärung und gezielte Fehlinformation.

„Wir erleben es regelmäßig: Menschen, die sich für Lichtblick entscheiden, werden beim Gang zum Standesamt oder Friedhof mit Aussagen wie ‚Das ist nicht Ihr zuständiger Bestatter‘ verunsichert“, erklärt Jörg Bauer, Gründer von Lichtblick Bestattung. „Das ist schlicht falsch – und rechtlich nicht haltbar.“

Tatsächlich erlaubt das österreichische Bestattungsgesetz die freie Wahl des Bestatters – unabhängig vom Wohn- oder Sterbeort. Dennoch halten sich in vielen Gemeinden alte Denkmuster und stille Monopolstrukturen. Pflegeeinrichtungen, Spitäler oder auch öffentliche Stellen verweisen oft automatisch auf ein „örtliches“ Institut – was viele Angehörige als verpflichtend empfinden.

Information statt Bevormundung

Lichtblick GmbH stellt sich gegen diese Intransparenz – mit Aufklärung, digitalen Tools zur Kostenberechnung und einem klaren Bekenntnis zur freien Entscheidung der Familien. Die neue Website des Unternehmens ermöglicht es Interessierten, Leistungen zu vergleichen, individuelle Wünsche zu formulieren und sich auch jenseits traditioneller Friedhofsvarianten zu orientieren.

„Eine Bestattung ist kein Verwaltungsakt, sondern ein zutiefst menschlicher Moment“, so Bauer. „Da darf niemand vorgeschrieben bekommen, wer diesen Weg begleiten soll.“

Ein Plädoyer für Selbstbestimmung – auch am Ende des Lebens

Die freie Wahl des Bestatters ist mehr als ein Recht: Sie ist ein Ausdruck von Würde, von Vertrauen und von gelebter Menschlichkeit. Lichtblick Bestattung setzt sich dafür ein, dass dieses Recht auch bei jenen ankommt, für die es gemacht wurde – den Menschen.

Weiterlesen

Petition für Neutralität

Petition für Neutralität

4. April 2025 – Die Bürgerinitiative „Die Neutralität Österreichs sichern!“ hat am 30. März 2025 eine Petition zur Sicherung unserer Neutralität gestartet. Unterschreiben auf openPetition

Forderungen:

1) die Bundesregierung zu beauftragen, das Beitrittsgesuch der Bundesministerin für Landesverteidigung zum deutschen Projekt „Sky Shield“ zurückzuziehen;

2) die Außen- und die Verteidigungsministerin im Sinn des § 2 Abs 1 Truppen-aufenthaltsgesetz im Hinblick auf Österreichs Neutralität und seine außenpolitischen Interessen zu beauftragen, während des Krieges in der Ukraine keine Genehmigungen zur Durchfuhr von Waffen und Militärmaterial sowie Truppen oder für Überflüge über Österreichs Luftraum zu erteilen;

3) die Bundesregierung zu beauftragen, im EU-Rat bei Fragen der „Gemeinsamen Außen- u Sicherheitspolitik (GASP)“ bzw in Fragen der Landesverteidigung bzw in Fragen von Ausgaben zur Aufrüstung auf dem Prinzip der Einstimmigkeit zu beharren und gegen neutralitätsgefährdende Beschlüsse ein Veto einzulegen;

4) die Bundesregierung aufzufordern, eine aktive gewaltfreie Friedenspolitik zur Beilegung von militärischen Konflikten (Friede in der Ukraine, Friede im Nahen Osten, …) zu betreiben;

5) zum Neutralitätsgesetz klarzustellen, dass es sich um ein Grundprinzip der österreichischen Verfassung handelt und eine Änderung daher auch einer Volksabstimmung bedarf.

Begründung:

„Österreich ist frei!“ war 1955 die Botschaft nach den Jahren des Nazi-Regimes, des 2. Weltkrieges und der Besatzung Österreichs. Voraussetzung dafür war das Neutralitätsgesetz vom 26.10.1955 mit der Erklärung der „immerwährenden Neutralität“.

Spätestens mit dem EU-Beitritt Österreichs begann eine Aushöhlung der Neutralität. Die Beistandspflicht bei Angriff auf einen EU-Mitgliedsstaat, die Teilnahme an der „Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik“ (GASP) und das Mittragen von Budgets zur „Kriegstauglichkeit“ stehen im Konflikt mit der Neutralität. Die Mehrheit im Nationalrat und die Regierung gehen dagegen davon aus, dies sei mit der Neutralität vereinbar.

Der Beitritt zu „Sky Shield“ ist nunmehr jedoch der nächste Schritt der militärischen Integration des Bundesheeres in eine NATO/EU-Armee. Der Transport von Waffen und Truppen der NATO durch Österreich sowie Überflüge über Österreich sind ein direkter Verstoß gegen die militärische Neutralität, da die NATO in der Ukraine längst indirekt Kriegspartei in einem blutigen Stellvertreterkrieg ist. Die ungeheure Kriegshysterie in Deutschland, Frankreich und der EU und deren Medien droht zu einem großen Krieg zu führen.

Halten wir Österreich da heraus! Österreich wird von keinem Staat bedroht. Das soll so bleiben. Machen wir Österreich nicht durch eine Integration in eine NATO/EU zum Kriegsziel in geopolitischen Herrschaftsstreitigkeiten.

Update 20.9.2025 – Österreichische Neutralität als Schild gegen die Kriegstreiberei der westlichen Eliten. Ein Essay von Wilhelm Langthaler

Weiterlesen

Franz Schuh über die Welt im Aufruhr

Von Wilfried Seywald

27. März 2025 – Für den bekannten Essayisten und Autor Franz Schuh sind die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen kein Grund zu Besorgnis und die Parallelen zu den Jahren des aufkommenden Faschismus sehr theoretisch. Allerdings erscheint die Diskrepanz zwischen dem, was geschieht, und dem, was der Einzelne erleidet, unüberbrückbar. Schuh mit einem Niklas-Luhmann-Zitat: „Wir leben so, dass jeden Tag alles anders werden kann, und gleichzeitig kann ich nichts ändern.“

Beim Europaforum der Toleranzgespräche im Club Carinthia der Oberbank Wien zeigte sich Franz Schuh hinsichtlich möglicher historischer Parallelen unserer Zeit zu den 1930er-Jahren zurückhaltend. Es bestehe ein Riesenunterschied zwischen dem, was eventuell eine Zukunft hat, und dem, was einmal gewesen ist. „Die Gegenwärtigkeit tut uns weh – im Unterschied zur Vergangenheit, die man thematisieren, kommentieren kann, aus der man Filme machen kann, die dann aber oft überhaupt nichts zur Aufklärung beizutragen scheinen und die Rätsel der Vergangenheit auch nicht lösen.“

Gegenwärtigkeit tut weh

Im Gespräch mit Claus Reitan sagte Schuh: „Man muss wissen, dass die Aufklärung bei gewissen Problemen eine beschränkte Wirkung haben kann. Warum das so ist, ist eine eigene Frage. Aber eine Antwort wäre, dass im moralischen Horizont das Vergangene am leichtesten zu vergessen ist, wohingegen das Gegenwärtige wehtut.“ Im Grunde habe die Dialektik der Aufklärung sehr viel mit dem zu tun, was in einem Schiller-Gedicht steht, sagte Schuh: „Die Zeit des Schönen, Wahren und Guten ist vorüber.“

Das Gespräch im Club Carinthia war dem Titel „Welt im Aufruhr – Frohgemut in den Wahnsinn“ gewidmet. Schuh stellte dazu die rhetorische Frage „Kleiner Mann, was nun?“ und gab einige Einsichten und Aussichten preis, ohne – angesichts der globalen Turbulenzen – in Depression zu verfallen. Nicht nur die Weltpolitik habe Schlagseite, auch „der bürgerliche Mensch in seinem an der Pflicht ausgerichteten Denken und Handeln ist heute im Wesentlichen eine Erinnerung“, zitierte Reitan aus dem „Magazin des Glücks“ von Franz Schuh.

Untergang ist faszinierend

Schuh stellte dazu die Frage: „Warum ist der Untergang so faszinierend?“ Man würde antworten, weil da wenigstens was los ist. Denn man habe ja bereits bei verschiedenen Gelegenheiten gesehen, dass die Akzeptanz sehr gut sei, wenn was los ist. Untergehen könne man allein, aber das sei eine gemütliche Metapher für ein gescheitertes Leben. „Wenn aber ein Kollektiv untergeht, dann ist das faszinierend, weil Menschen im Untergang eine Gemeinsamkeit finden und haben.“

Schuh in Richtung Publikum: „Es hat nie Zeiten gegeben, in denen man sich nicht auf das Schlimmste gefasst machen musste und gleichzeitig auf das Beste hoffen konnte. Das ist so eine Strategie, mit der wir gut leben können.“ Die Replik von Reitan: „Die Lage ist paradox, aber wenn wir weiter zuhören, können wir damit leben.“

SIEHE AUCH JAHRESTHEMA ethos.at: Der Untergang des Abendlandes

Weiterlesen