DDR 4.0 Kunstvernichtung in Deutschland

DE Artikel 20 GG

Darf der Staat Artikel 20 GG vernichten? + Politische Ästhetik

Update 8. März 2026 – Der Berliner Künstler und Bürgerrechtler Ralph Boes teilt mit, dass seine Verfassungbeschwerde gegen die Vernichtung seines Kunstwerkes „Artikel 20 GG in Gold auf Buche“ vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen worden ist. Damit ist die staatliche Vernichtung des Artikels 20 nicht mehr abzuwenden.

Boes spricht von einem Vorgang, der den Kern der Demokratie berührt. „Kunst nimmt ja oft vorweg, was später in der Wirklichkeit geschieht. Denken wir nur an Orwells 1984. Wenn jetzt der Artikel 20 GG vernichtet wird, handelt es sich um ein Realbild zum Zustand unserer Republik“, sagt Boes.

Forderung der Herausgabe der Überreste:

Die Polizei teilt mit, dass sie die Stele „ab dem 09.03.2026“ vernichten wird. Als Eigentümer der Stele hat der „Verein zur Erneuerung der Bundesrepublik an ihren eigenen Idealen e.V.“ bei ihr die Herausgabe der Überreste des Kunstwerks – gleich ob Holzsplitter, Fragmente oder Asche – eingefordert.

Es handelt sich bei den Überresten nicht um Müll, sondern um die ins Bild gebrachte und mit hoher Aussagekraft versehene Weitergestaltung des Kunstwerks „Artikel 20 GG in Gold auf Buche“ durch den Staat.

Die Überreste sind Bestandteil des künstlerischen Gesamtwerks und dokumentieren den Vollzug der Vernichtung seiner eigenen Ideale durch den Staat. Sie sind dafür vor gesehen – anstelle der Stele – mit einer Dokumentation über das ganze Kunstwerk in einem Kulturhaus in Basel ausgestellt zu werden. Boes und der Verein sind gespannt auf die Reaktion der Behörde.

21. November 2025Information des Vereins zur Erneuerung der Bundesrepublik an ihren eigenen Idealen e.V – Der Berliner Künstler und Bürgerrechtler Ralph Boes hat beim Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde eingelegt. Der Grund: Behörden wollen sein Kunstwerk, eine Buchenstele mit dem per Hand eingeschnitzten und vergoldeten Artikel 20 des Grundgesetzes, vernichten. Boes spricht von einem Vorgang, der den Kern der Demokratie berührt.

„Kunst nimmt ja oft vorweg, was später in der Wirklichkeit geschieht. Denken wir nur an Orwells 1984. Wenn jetzt der Artikel 20 GG vernichtet wird, handelt es sich um ein Realbild zum Zustand unserer Republik“, sagt Boes.

Ein Kunstwerk zur Verfassung soll vernichtet werden.Die Stele entstand 2018/19 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin und wurde gemeinsam mit hunderten Bürgerinnen und Bürgern geschnitzt. Zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes und zum 30. Jubiläum des Mauerfalls (jeweils 2019) wurde sie an der Uferpromenade am Bundestag neben dem berühmten Kunstwerk „Grundgesetz ’49“ von Dani Karavan aufgestellt, das die Artikel 1 bis 19 zeigt. Artikel 1 bis 19 enthalten die sogenannten Grund- und Menschenrechte. Doch erst Artikel 20 beinhaltet die Prinzipien der Staatsstruktur. Der Wortlaut:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Ausgerechnet Artikel 20, der die demokratische, rechts- und sozialstaatliche Grundordnung unserer Republik enthält, den Politikern den erlaubten Rahmen für ihr Wirken setzt, dem Volk die volle Souveränität („Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“) und allen Deutschen ein Recht zum Widerstand zuspricht, fehlt am Bundestag. Boes wollte diese Lücke schließen. Der Bundestag lehnte das immer wieder ab. Nach dem Grundsatz: „Wenn die Politik sich nicht kümmert, ist es die AUFGABE DER BÜRGER, für die Wiedererrichtung des Grundgesetzes einzutreten, auch – UND GERADE ! – wenn es den Politikern nicht passt!“ hat Boes den Artikel 20 am Bundestag dann ohne Genehmigung des Bundestags errichtet.

Neben der Staatstruktur (Artikel 20) war so die Selbstermächtigung der Bürger gegenüber einer immer mehr grundgesetzfernen Politik mit ins Bild zu bringen. Für den Bundestag stellt die Aufrichtung der Stele damit allerdings eine „Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ dar. Und die Stele soll jetzt als Tatwerkzeug vernichtet werden. Kunstvernichtung in Deutschland – die Vernichtung des Ideales unserer Republik – ein wahrhaft großes Thema. Und zugleich ein treffendstes Bild für die Wirklichkeit. Die Sache ist jetzt zum Bundesverfassungsgericht gebracht.- Siehe https://deine-verfassung.de/akt13/BVerfG.pdf Der Verein ist gespannt auf die Entscheidung.

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US-Kurzfilmfestival prämiert Florentin Groll

Als „Bester Schauspieler“ auf Fort Lauderdale International Film Festival ausgezeichnet

(pts017/13.11.2025) – Der Wiener Theater- und Filmschauspieler Florentin Groll (80) wurde am vergangenen Wochenende beim Fort Lauderdale International Film Festival in der Kategorie Savoir-faire Shorts für seine Rolle im austro-amerikanischen Kurzfilm „Fundbox – A Love Story“ als bester Schauspieler ausgezeichnet. Der Kurzfilm des US-Regieteams Gail Kempler & Miles Merritt mit der Stadt Wien als Hauptschauplatz ist damit der erste österreichische Beitrag, der bei diesem Festival in Florida prämiert wurde. 

Florentin Groll überzeugte die US-Jury mit seiner emotionalen Rolle im Wiener Kurzfilmbeitrag, und gewann damit den „BEST PERFORMANCE Award“ auf dem Festival. Der Charakterschauspieler, Sprecher und Theaterregisseur Florentin Groll begann seine Karriere in den 1960er Jahren mit ernsten Rollen und Gastspielen an deutschen Theatern, auf den Wiener Bühnen war er ab den 1970er Jahren vielfach im Einsatz, viele Jahre davon am Burgtheater. Dann folgten ab 1981 TV-Auftritte im „Ringstraßenpalais“ (als Dr. Paul Ender) und im „Schlosshotel Orth“ ab 1996, wo er zehn Jahre lang die Rolle des Josef „Sepp“ Thallinger verkörperte.

Als Regisseur inszenierte er am Burgtheater und bei den Festspielen Reichenau, in der NeuenBühneVillach war er zuletzt in Peter Turrinis „Bis nächsten Freitag“ zu sehen. Vielbeschäftigt ist Groll auch als Sprecher von Hörspielen, Dokumentationen und Werbespots, oder als Erzähler – z.B. im bekannten Kinofilm „Ein Schweinchen namens Babe“. Aktuell wirkt er an zwei neuen Spielfilmen mit mit.

Der 2024 abgedrehte Kurzfilm „Fundbox“ hat schon in den ersten Wochen nach der Vorpremiere positive Rückmeldungen aus aller Welt erhalten – so wurde das Filmteam mittlerweile von einem halben Dutzend Filmfestivals eingeladen, u.a. vom Marbella International Film Festival nach Spanien, vom Cannes Indie Shorts Festival nach Frankreich, vom iFest International Film Festival in Kalabrien/Italien, vom Heart of Gold International Short Film Festival nach Australien und vom San Francisco Frozen Film Festival.

Der Kurzfilm selbst zeigt die Stadt Wien samt ihren Eigenheiten von einer ganz neuen Seite, ein emotionales Menschenbild, das zuletzt verloren gegangen scheint und appelliert zu mehr Vertrauen in seine Nachbarn. Zur grundlegenden Filmidee kam es nach einem Wien-Besuch im Spätherbst 2023, bei dem der US-Filmregisseur Miles Merritt seine Brieftasche verloren hat. Die Verzweiflung war groß, die örtliche Polizei hilfsbereit. So kam es, dass der in Wien gut organisierte Fundservice zur Hauptattraktion des daraufhin kreierten Drehbuchs wurde.

Mit Unterstützung der Vienna Film Commission und in Zusammenarbeit mit dem Wiener Studio Bischof Produktion stellten die Amerikaner eine rein österreichische Besetzung und Crew zusammen und engagierten Musiker, die sich in die Lovestory verliebten. Das Ergebnis ist ein etwas anderer Beitrag zum Klischee vom grantelnden Wiener, ein Blick auf die positiven Seiten der menschlichen Natur, die Zuschauer jeden Alters und jeder Herkunft anspricht. „Die Idee entstand aus der Kunst, die das Leben imitiert“, so Merritt in einer Stellungnahme zu seinem Film.

Erfahrung mit Kurzfilmen sammelte Groll bereits 1983-84 in der Fernsehserie Waldheimat, in der Geschichten des „Waldbauernbuben“ Peter Rosegger verfilmt wurden.

Über das Fort Lauderdale International Film Festival

Das 1986 gegründete Fort Lauderdale International Film Festival (FLIFF) präsentiert jährlich im November über 150 amerikanische und internationale Independent-Filme, in Anwesenheit von prominenten Gästen und Filmemachern aus aller Welt. Die gemeinnützige Organisation ist eine von fünf bedeutenden Kulturinstitutionen (Broward Cultural Council) und zählt zu den anerkannten Filmfestivals in den USA (Florida Arts Council). Das 40. FLIFF fand vom 7. bis 10. November 2025 in Broward County statt. https://fliff.com/shorts/

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Konvergente Tagung der RTR

RTR Konvergenz Gruppe

11. November 2025 – Presseinformation der RTR-GmbH [Hervorhebungen und Anmerkungen von ethos.at] – Digitale Medien und Zugangsinfrastrukturen stehen in einer untrennbaren Beziehung zueinander und benötigen Ausbau und Weiterentwicklung. Dabei sind heimische Anbieter beider Branchen mit einem ungleichen Wettbewerb mit finanzstarken, global agierenden Großkonzernen konfrontiert, die nationale Investitionen in Netze und Medieninhalte nutzen, um eigene Vermarktungsmodelle darauf aufzusetzen. Dem daraus resultierenden Spannungsfeld zwischen Zukunftsaussichten, Finanzierung und Regulierung digitaler Medien und Infrastrukturen auf nationaler und europäischer Ebene widmete sich unter dem Titel „Alte Stärken – neue Mächte: Zukunft der Konvergenz von Medien, Telekom und Plattformen“ am 11. November eine konvergente Tagung der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) in der Wiener Donau-City.

Foto © RTR/Thomas Meyer/Johannes Brunnbauer, v.l.: Klaus Steinmaurer, Florian Tursky, Elke Rock, Alexander Scheuer, Andreas Gall, Cara Schwarz-Schilling, Christian Schalt, Claus Grewenig, Anna Pirhofer, Wolfgang Struber 

Auf gemeinsame Einladung der beiden RTR-Fachbereiche ‚Medien‘ sowie ‚Telekommunikation und Post‘ nahmen High-Level-Expert:innen [Anm. ethos: Experten allein reichen heute offenbar nicht mehr aus, um eine Tagung und die damit verbundenen Kosten zu legitimieren.] aus Österreich, Deutschland und der Schweiz als Vortragende und Podiumsgäste an der Veranstaltung teil. Die Geschäftsführer der zwei RTR-Fachbereiche adressierten in ihren Begrüßungen zentrale Problemstellungen der Branchen.

„Wir müssen die Begriffe ‚Kommunikation und Infrastruktur‘ in ihrer ganzen Komplexität denken!“, so Dr. Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer des RTR-Fachbereichs Telekommunikation und Post. „Der wichtige Teilbereich Telekommunikationsinfrastruktur ist das Rückgrat der Digitalisierung. Ohne Breitbandinfrastruktur wären Google, Meta, Spotify und viele andere bloß eine Idee, wenn überhaupt“, so Steinmaurer.

„Werbegelder aus Österreich fließen in Milliardenhöhe an die transatlantischen Big Tech-Konzerne ab, die sich wie Medienanbieter verhalten, während die österreichischen Medienhäuser in diesem Wettbewerb alles daran setzen, mit großer Innovationskraft und mit Förderungen den digitalen Wandel meistern zu müssen“, erklärte Mag. Wolfgang Struber, Geschäftsführer des RTR-Fachbereichs Medien. „Wir befinden uns in einer gefährlichen Schieflage, die unsere Medien- und Meinungsvielfalt und damit auch unsere Demokratie bedroht“, so Struber. [Anm. ethos.at: damit rechtfertigt Stuber die Millionen-Geschenke an die Massenmedien für „Digitale Transformation“ ohne diese explizit zu erwähnten.]

Dr. Cara Schwarz-Schilling, Direktorin am Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste in Deutschland, und der Top [!]-Experte für digitale Medien Andreas Gall, (Chief Digital Officer, d&b Audiotechnik und CEO Human-Centric-Innovators GmbH), führten mit Keynotes in die Themen der Tagung ein.

In ihrem Vortrag zur ‚Zukunftsperspektive der Internetwirtschaft‘ zeigte Cara Schwarz-Schilling auf, dass die Nutzung von Künstlicher Intelligenz mit über 60% in Österreich im Kommunikations- und Informationssektor besonders weit fortgeschritten ist, gefolgt von 37% der Nutzung im Immobilienbereich sowie dem freiberuflichen Bereich.

In seiner Präsentation zu ‚Medien im Wandel – von Content zu Community, von Linearität zur Datenökonomie‘ mahnte Andreas Gall im Hinblick auf Social Media und den Einfluss großer Online-Plattformen: „Zukunftsrelevant zu bleiben, wird nicht nur davon abhängen, wie und wo wir Medieninformationen mit den modernsten Technologien verbreiten, sondern vor allem davon, wie wir Menschen durch Innovation wirksam vor dem Missbrauch und der Manipulation von Medieninformationen schützen.

In einer hochrangig [!] besetzten Podiums-Diskussion unter der Leitung von Moderatorin Elke Rock verdeutlichten Claus Grewenig (Vorstandsvorsitzender, Verband Privater Medien „VAUNET“, Deutschland), Corinna Milborn (Info-Chefin, Pro7Sat1Puls4), Anna Pirhofer (Managing Director Technologie, Medien und Telekommunikation, Boston Consulting Group), Christian Schalt (Chief Digital Officer, RTL Radio Deutschland), Alexander Scheuer (Leiter Medienpolitik und Medienregulierung, Deutsche Telekom) und Florian Tursky (Acting Chairman, Vodafone Institut) die gesamteuropäische Dimension der aufgezeigten Probleme.

Schwerwiegende Verluste bei Werbeeinnahmen und die KI-gesteuerte Ausbeutung nationaler Medienprodukte durch die großen Online-Konzerne seien besorgniserregend. Wir müssten uns aber auch im Bereich der Infrastruktur mit neuen Entwicklungen, insbesondere satellitengestützten Netzen auseinandersetzen, die von globalen, nichteuropäischen Anbietern betrieben werden. Das alles bedeute ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Souveränität von Netzen, Meinungs- und Medienvielfalt und für die digitale Wettbewerbsfähigkeit insgesamt in Europa. Die Vereinbarung und Durchsetzung fairer, gesamteuropäischer Lösungen und Regeln sei daher wesentlich, so die Expert:innen.

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