Bedenkliche WK2 Gedenken anno 2025

Maria Sacharova

5. April 2025 – (Mitteilung der Russischen Botschaft Wien / Посольство России в Австрии) + Stellungnahme von Maria Sacharowa (Leiterin der Abteilung für Information und Presse des Außenministeriums der Russischen Föderation)

Das deutsche Außenministerium, das nach wie vor von der revanchistischen und neonazistischen Annalena Baerbock geleitet wird, die es sich zudem erlaubt, für das Amt der Vorsitzenden der UN-Generalversammlung im Jahr des 80. Jahrestages des Sieges zu kandidieren, hat empfohlen, offizielle Vertreter von Russland und Belarus nicht zu den Gedenkveranstaltungen anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs einzuladen.

Das ist an sich nichts Neues. Die folgende Anweisung jedoch stellt eindeutig eine Neuerung dar.

Nach Angaben der „Berliner Zeitung“ (.4.4.2025), der ein internes Dokument des deutschen Auswärtigen Amtes vorliegt, wird Russen und Belarussen nicht nur die Teilnahme, sondern sogar die Anwesenheit bei den Feierlichkeiten untersagt. Mehr noch, sie sollen dann gewaltsam weggeschickt werden. Journalistenzitieren das Dokument mit folgendem Wortlaut: „…Keine Einladung an russische und belarussische Vertreter zu Gedenken von Bund, Ländern und Kommunen. Sollten Vertreter von Russland oder Belarus bei Veranstaltungen im Inland unangekündigt erscheinen, können Einrichtungen in eigenem Ermessen und mit Augenmaß von ihrem Hausrecht Gebrauch machen“.

Allein die Tatsache, dass ideologische Erben und direkte Nachkommen der Hitler-Henker heute Russen von Gedenkveranstaltungen zur Feier des Sieges „wegschicken“ wollen, ist bereits eine ungeheure Beleidigung. Doch selbst hier sind Baerbock und ihr Einsatzkommando nicht originell, sondern übernehmen nahezu wortwörtlich die Praxis ihrer Vorgänger. Wollen wir daran erinnern:

Am 21. September 1939, genau drei Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, unterzeichnete der Gestapo-Chef Reinhard Heydrich eine Anordnung zur Errichtung von Ghettos im Westen Polens: „Als erste Vorausnahme für das Endziel gilt zunächst die Konzentrierung der Juden vom Lande in die größeren Städte“. Die Deutschen wollten unerwünschte Juden aus ihrem Territorium entfernen und Orte für deren konzentriertes Zusammenleben schaffen. Das „Endziel“, über das Heydrich schrieb, wurde damals noch nicht offen ausgesprochen. Bis zur Wannseekonferenz, die die Wege und Methoden der „Endlösung der Judenfrage“ konkret definierte, vergingen noch drei Jahre.

Die Einsatzgruppen der Polizei und ihrer Kollaborateure begannen, wie übrigens auch in den Dokumenten von Heydrich und Baerbock vorgesehen, mit der „Abschiebung“ von Zivilisten nach ethnisch-nationalen Kriterien.

Zwischen 1939 und 1944 errichteten die Deutschen über 1300 Ghettos auf dem gesamten vom Dritten Reich kontrollierten Gebiet, auch in den besetzten Ländern. Die Ghettos dienten für die Deutschen als „vorübergehende Aufenthaltsorte“ für Juden, das Endziel war ihre Vernichtung in Konzentrationslagern.

Im Jahr des 80. Jahrestages des Sieges beleben Annalena Baerbock und ihr Apparat weiterhin die von den Naziseingeführten unmenschlichen Praktiken wieder. Wenn deutsche Sicherheitskräfte tatsächlich Russen, Belarussen, ehemalige Sowjetbürger, darunter auch Juden, der Feierlichkeiten verweisensollten, dann kann man dies nur als Wiederbelebung des Nazismus bezeichnen. Ein „Triumph des Willens“ von Baerbock.

Update 18. April 2025 – Wien. „Zum 80. Jahrestag der Befreiung Wiens von den Nazis fand am 13. April 2025 am Heldendenkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz in Wien eine Kranzniederlegung statt. An dieser nahmen neben dem russischen Botschafter Dmitrij Ljubinskij auch zahlreiche Botschafter der ehemaligen Sowjetrepubliken teil. Die österreichische Regierung schickte keinen offiziellen Vertreter, um der Befreiung Wiens vom Nationalsozialismus gemeinsam zu gedenken“, berichtet report24 (18.4.2025)

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Volksbegehren im Visier der Antidemokraten

SN Volksbegehren 2025 04 01

+ SN: „Begehren gegen das Begehren“

+ ORF: „Begehrenswert

UPDATE 7. April 2025 – ERGEBNISSE (Mitteilung des BMI via APA OTS, 7.4.2025) – Die Zahl der stimmberechtigt gewesenen Personen bei allen erwähnten Volksbegehren betrug 6.330.682.

Volksbegehren „ORF-Haushaltsabgabe NEIN“:

Zahl der Unterstützungserklärungen: 102.160 + Zahl der Eintragungen: 17.208

Gesamtergebnis (Unterstützungserklärungen + Eintragungen): 119.368

Volksbegehren „Autovolksbegehren: Kosten runter!“:

Zahl der Unterstützungserklärungen: 45.857 + Zahl der Eintragungen: 12.344

Gesamtergebnis (Unterstützungserklärungen + Eintragungen): 58.201

Volksbegehren „Stoppt die Volksbegehren-Bereicherung!“:

Zahl der Unterstützungserklärungen: 15.638 + Zahl der Eintragungen: 17.547

Gesamtergebnis (Unterstützungserklärungen + Eintragungen): 33.185

1. April 2025 – Schon im August 2023 hat die „Krone“, die jährlich neben Millionen an öffentlichen Werbemitteln auch noch Millionenbeträge an staatlichen Subventionen abkassiert, ausgerechnet Betreiber von Volksbegehren als „Abkassierer“ diffamiert. Anlässlich der aktuellen Eintragungswoche haben die „Salzburger Nachrichten“ (1.4.2025) alle Fehlurteile dieses Artikels übernommen, basierend auf den Ausführungen des „Stoppt die Volksbegehren-Bereicherung“, das von dem niederösterreichischen Gemeindebediensteten Manuel Plöchl ausgeht. Da bräuchte man nicht lange zu recherchieren, um zu ergründen, in wessen Partei-Interesse dieser Gemeindebeamte aktiv wurde. Aber solche Recherchen hat die SN-Redakteurin Maria Zimmermann nicht durchgeführt.

 

Der SN-Leser erfährt, dass der „Staat eine Kostenerstattung in fünffacher Höhe dessen, was für die Anmeldung ausgegeben wurde“ ausbezahlt. Was der Leser nicht erfährt:

die Gebühren für die Einreichung werden nicht refundiert, wenn das Volksbegehren die Grenze von 100.000 Unterschriften nicht erreicht. Dass es bei dieser läppischen Summe um „Bereicherung“ bzw ein „lukratives Geschäft“ gehe, wie die Redakteurin in ihrem Kommentar anmerkt, ist angesichts von 250 Millionen Euro an jährlicher (!) Parteienförderungen, die allein die Parteien in Landes- und Bundesparlamenten einstreifen, nicht nur eine Verhöhnung, sondern auch eine Falschmeldung.

Falsch ist diese Behauptung, weil unterschlagen wird, welchen Aufwand die basisdemokratische Überzeugungsarbeit für 100.000 Unterschriften verursacht; dafür müssen die Einbringer tausende Stunden aufbringen. Eine Qualitätszeitung könnte sich mal im Call-Center der eigenen Abo-Abteilung erkundigen, wie viele Anrufe für 100.000 Abschlüsse erforderlich sind, und was das vergleichsweise kostet. Der angebliche „Reingewinn von mehr als 13.600 Euro pro Volksbegehren“ ist somit nicht nur falsch, sondern auch eine Blamage für jede Zeitung, deren Redakteurinnen den banalen Begriff „Reingewinn“ nicht richtig verstehen!

Beispielsweise war das Volksbegehren „Impfpflicht striktes NEIN“ (269.391 UE) ein voller Erfolg, „Impfpflicht notfalls JA (65.729 UE)“ ein Flop. Der Einbringer, „Volksbegehren-Profi“ Anatolij Volk, hat mit dieser Gegenüberstellung besser als jede Meinungsumfrage ein klares Ergebnis erzielt – eine reife demokratische Leistung von A. Volk für das Volk und auf seine Kosten, was das erfolglose Volksbegehren betrifft.

Dagegen muss bezweifelt werden, dass auch nur ein Promille der Parteienförderung im Interesse des Volkes ausgegeben wird. Im Gegenteil, die Vertreter der Altparteien beschweren sich regelmäßig darüber, dass ihnen im Parlament die Mittel fehlen, um qualitative Gesetze einzubringen!! Ein Qualitätsmedium sollte der Frage nachgehen, warum die Repräsentanten des Volkes das objektive Untersuchungsergebnis der beiden Begehren von Anatolij Volk (und weiterer Anti-Impfbegehren u.a. von Robert Marschall) einfach ignorieren und dazu noch weitere 108.000 Stellungnahmen auf parlament.gv.at gegen das Impfpflichtgesetz, um dieses gegen jede Vernunft, aber offenbar im Interesse der Regierung im Parlament durch zu boxen.

Nur eine Aussage des SN-Artikels „Begehren gegen das Begehren“ stimmt: die Anzahl der Volksbegehren ist „inflationär“ gestiegen. Im Vergleich zu früheren Jahrzehnten, ja, aber angesichts der Tatsache, dass ein Volksbegehren das einzige Mittel ist, mit dem ein „einfacher Bürger“ dieses Landes seine „Repräsentanten“ zum Handeln „zwingen“ kann, während bei normalen Gesetzen die Interessen des Volks weitgehend (oder – Vorsicht Verschwörungstheorie – prinzipiell) ignoriert werden, ist die Anzahl der Volksbegehren immer noch sehr niedrig. Auch im direkten Vergleich mit der Schweiz!

Die Diktion „die gesenkten Hürden“ hätten zu einer „Inflation der Volksbegehren“ geführt ist jedoch Ausdruck

1. einer antidemokratischen Grundhaltung (Implikation: Bürger, die allen ernstes die Mittel, die ihnen die Demokratie in die Hand gibt, nutzen, sollen behindert werden; in ihrem Kommentar schreibt die Redakteurin sogar über die „massive Schwächung eines der wenigen direkt-demokratischen Hebel“),

2. einer weiteren falschen Tatsachenbehauptung, denn in Wahrheit hat die ID-Austria zu größeren Hürden geführt als die einfache Handy-Sigtnatur, die jedoch am 4.12.2023 abgeschafft wurde – ein Detail, das der angeblichen Qualitätszeitung SN offenbar nicht bekannt ist.

Während SN fast eine Seite über das „Begehren gegen Begehren“ berichtet, kommen zwei weitere aktuelle Volksbegehren lediglich in einem Nebensatz vor: „ein Autovolksbgehren (‚Kosten runter!‘) und eines gegen die ORF-Haushaltsabgabe.“ Vorsicht Volksbegehren-Verschwörung: wieder einmal war ein „Volksbegehren-Profi“ am Werk: Robert Marschall, der exakte Wortlaut: „ORF-Haushaltsabgabe NEIN … Die Unterstützer dieses Volksbegehrens lehnen eine – ab 1 .1.2024 angedachte – ORF-Haushaltsabgabe ab! Haushalte sind weder Eigentümer noch Kunden des ORF. Eine Haushaltsabgabe wäre daher unsachlich und unfair, da auch Haushalte diese Abgabe bezahlen müssten, die den ORF gar nicht konsumieren. Der Bundes(verfassungs)gesetzgeber möge daher den ORF zum Sparen auffordern und leistungsgerechte Entgelte für die Nutzung von ORF-Dienstleistungen für ORF-Vertragskunden beschließen.“

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Eine kritische journalistische Auseinandersetzung mit Steuerverschwendung sollte bei den Einsparungspotenzialen des ORF beginnen und über die Parteienförderung (auch dagegen hat Robert Marschall vor einem Jahr ein Volksbegehren eingebracht – eines von vier, mit denen er 2024 gescheitert ist. Ein „Reingewinn“ von minus 13.600 Euro!) bis zur Presseförderung führen, insbesondere zur „Qualitätsjournalismusförderung“ und die Förderungen für „digitale Transformation“. Keine einzige Zeitung unseres Landes hat je darüber berichtet. So geht Gleichschaltung! Eines der letzten Reviere des investigativen, garantiert unabhängigen und unbestechlichen Journalismus finden die Österreicher auf ethos.at.

SIEHE AUCH: Machtmissbrauch durch Parteienförderung

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Kriegstreiber Deutschland

fuf Titelstory DE Krieg

Update 18. Dezember 2025 – „Das internationale Konfliktgeschehen hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Zum Stichtag 30. September 2025 erfasst die CONIAS-Konfliktdatenbank weltweit 1.450 laufende politische Konflikte. Die heute veröffentlichte Sicherheitsbilanz 2025 – Vorläufige Trends (Jan-Sep) der Research Unit für politische Risiken von Michael Bauer International (MBI) zeigt damit eine anhaltende Verdichtung politischer Spannungen in nahezu allen Weltregionen.Die Analyse unterscheidet politische Konflikte in fünf Intensitätsstufen – von Disputen bis zu Kriegen. 35 Konflikte werden derzeit als Kriege eingestuft, weitere 54 als begrenzte Kriege. Hinzu kommen 523 gewaltsame Krisen, die unterhalb der Kriegsschwelle liegen, jedoch bereits mit politischer Gewalt verbunden sind.“ (Quelle: mbi-geodata.com 18.12.2025)

Update 27. November 2025 – „Ein geheimes Dokument der Bundeswehr mit dem Namen „Operation Plan Germany“ (kurz: OPLAN DEU) beschreibt detailliert, wie Deutschland im Falle eines Krieges mit Russland als zentrale Drehscheibe der Nato dienen soll. Dem „Wall Street Journal“ zufolge wurde das 1200 Seiten umfassende Papier vor rund zweieinhalb Jahren in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin entworfen. Seitdem arbeiteten deutsche Militärs an der Umsetzung. Das Ziel sei es, bis zu 800.000 Soldaten aus Deutschland, den USA und anderen Nato-Staaten schnellstmöglich an die Ostflanke der Allianz zu verlegen. Dafür werden detaillierte Routen über Häfen, Flüsse, Straßen und Schienenwege festgelegt. Auch die Versorgung und der Schutz der Truppen während des Transports sind Teil des Konzepts, das nun veröffentlicht wurde. Eine der größten Herausforderungen für die Umsetzung des Plans sei jedoch die marode Infrastruktur in Deutschland. Viele Autobahnen und Brücken seien in einem schlechten Zustand und nicht für den Transport schwerer Militärfahrzeuge geeignet. Zudem fehlen an vielen Stellen wichtige Einrichtungen wie ausreichend große Rastplätze oder stabile Brücken“, berichtet DiePresse.com (27.11.25)

WORT DES JAHRES: FRIEDENSANGST

UPDATE 21. November 2025 – Rheinmetall Aktie: Friedensangst schockt Anleger. Medienberichte über US-Friedensinitiative für Ukraine lösen massive Verkäufe im europäischen Rüstungssektor aus. Rheinmetall verzeichnet deutliche Kursverluste trotz robuster operativer Fundamentaldaten. (boerse-express.com)

Update 20. Oktober 2025 – Kriegstreiber des Monats: Roderich Kiesewetter @Rkiesewetter via X.com 20.10.25: „Es geht um unsere Freiheit & diese verteidigt bislang nur die Ukraine. Das wirtschaftsstärkste Land Europas, Deutschland, muss mehr tun. Denn Russland geht hybrid in allen Dimensionen vor (See, Land, Luft, Cypber, Space). Ein Angriff Russlands auf die NATO ist innerhalb der nächsten 2 Jahre wahrscheinlicher, wenn wir keine ausreichende Abschreckung aufbauen und Verteidigungsfähigkeit herstellen. Deutschland muss schneller & entschiedener „Kriegstüchtigkeit“ herstellen und angesichts der Bedrohungslage einen Spannungsfall erwägen.“ + + ethos.at: no comment.

Siehe auch: Kommentare auf fischundfleisch.com

25. März 2025 – 23 Kriege weltweit hat die Berghof-Foundation 2022 aufgezählt, die meisten davon in Afrika. In Europa stehen die Konfliktherde Gaza/Israel und Ukraine/Russland im Fokus der Aufmerksamkeit von Politikern und Journalisten. Angesichts dieser Konflikte scheint es eurozentristisch doch wahrscheinlich, dass künftige Historiker den Ausbruch des Dritten Weltkriegs auf März 2025 datieren werden.

Am 4. März meldete KURIER.at so wie alle Medien Europas: „Milliarden-Plan für Aufrüstung: EU gibt Staaten freie Bahn für Militärausgaben.“ Zwei Wochen später hat Deutschlands demnächst-aber-noch-nicht-Kanzler Merz ein 800 Milliarden Euro Schuldenpaket durch den Bundestag geboxt – der Brandmauer gegen AFD sei Dank, mit absoluter Mehrheit! Passend dazu die Orwellsche Neudefinition des Schuldenpakets als „Sondervermögen“. Der Regierungsfunk ZDF (22.3.2025) doziert:Aus ‚Wortbruch‘ muss politische Führung werden“, und setzt fort mit lupenreiner Kriegsrhetorik wie im 1. Weltkrieg (SIEHE: Ernst Piper, Nacht über Europa): „Die politische Mitte in Deutschland hat sich entschlossen, für Freiheit und Wehrhaftigkeit eines demokratisch geeinten Europas in Verantwortung und deshalb in massive Verschuldung zu gehen.

Erste Botschaft an die europäischen Partner: Wir sind wieder da! Zweite Botschaft an die amerikanischen ‚Freunde‘: Wir haben verstanden. Dritte Botschaft nach Moskau: Rechnet mit uns! … Nur diese außenpolitische Aufladung, die mit der weltöffentlich inszenierten Niedermachung Selenskyjs im Weißen Haus ihr erschreckendes Momentum gefunden hat, macht es nachvollziehbar, was sich quasi seit Tag eins nach der Wahl in Berlin abspielte: So schnell wie noch nie fanden die drei Parteien der Mitte nach den Härten des Wahlkampfs zurück in einen professionell-konstruktiven Umgang.

So radikal wie nie vollzog ein Kanzlerkandidat eine Kehrwende in seinen Grundpositionen. So konsequent wie nie rang sich das sonst so behäbige, föderale Deutschland zu folgenreichen Schritten durch. Der Zahl- und Zuchtmeister Europas lässt wissen: ‚Whatever it takes.‘“

„Wortbruch“ und „amerikanische Freunde“ unter Anführungszeichen; weiters „Botschaften“, die keine verschlüsselten, sondern ganz offene Drohungen sind; Verschuldung wird mit Verantwortung gleichgesetzt; alle Maßnahmen gegen den Willen der Bevölkerung wurden natürlich NUR im Interesse von „Freiheit und Wehrhaftigkeit eines demokratisch geeinten Europas“ beschlossen. Man sieht den Speichel im Munde des Kriegshetzers dieser Zeilen, der sich abschließend über den „Zahl- und Zuchtmeister Europas“ ereifet.

Nur in einem Punkt enthüllt dieser Hetzartikel eine Wahrheit: der „Wortbruch“ von Merz, der noch vor der Wahl die „Budgetsanierung“ versprochen hat, und jetzt Milliardenschulden als alternativlos propagiert – das ist gar kein Wortbruch, sondern die Logik des Handelns eines Blackrock-Vasallen, der allein die Interesse des Finanzsektors, der die Welt regiert, vertritt. (SIEHE: Michael Hudson, Der Sektor)

ethos.at beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage: Hat der Dritte Weltkrieg schon begonnen? Die Antwort ist nun klar: Ja, und zwar im März 2025. Wo immer bislang „regionale Konflikte“ glühten und aufflammten, erst mit Gründlichkeit des „Zahl- und Zuchtmeisters Europas“ können diese Feuer zu einem Flächebrand werden. Am Tag des Beschlusses des deutschen Kriegspakets ließ Ursula vdL in Brüssel ein „ Weißbuch zur europäischen Verteidigung und zum Plan „ReArm Europe“/Bereitschaft 2030“ lancieren.

Die Achse Berlin-Brüssel garantiert, dass die Interessen des Finanzsektors weiter im Mittelpunkt bleiben und die Interessen des Volkes, das gegen den Krieg ist, weiterhin ignoriert werden: „Mit dem Plan ‚ReArm Europe‘/Bereitschaft 2030 werden die gesamteuropäischen Verteidigungsfähigkeiten durch neue finanzielle Möglichkeiten gestärkt, während im Weißbuch ein neuer Ansatz für die Verteidigung dargestellt und Investitionsbedarf ermittelt werden.“

Zwei bemerkenswerte Beispiele aus dem EU/vdL-Forderungspaket: „Ausbau des EU-weiten Verteidigungsmarktes, unter anderem durch Vereinfachung der Vorschriften. Schnellere Umgestaltung der Verteidigung mithilfe neuartiger Innovationen wie KI und Quantentechnologie.“ Während die EU via Green Deal vorschreibt, dass „Verbrenner“ von den Straßen verschwinden müssen, wird man bei den CO2-Werten von Panzern nicht so genau hinschauen. Während Amis und Russen sich noch gegenseitig mit antiquierten Atombomben bedrohen, werden die „Zuchtmeister“ in Brüssel und Berlin demnächst die Welt mit einer Qunatenbombe beglücken!

„Deutschland, Deutschland über alles, … Über alles in der Welt!“ Das Land, das in den vergangenen fünf Jahren mit voller Energie (mit Vollgas darf man nicht mehr sagen) gegen die Wand gefahren wurde, wird nun in den Krieg getrieben: „Deutschland, Deutschland über alles, und im Unglück nun erst recht.“ (SIEHE wikipedia)

P.S. Österreich tut natürlich alles, um den Anschluss nicht zu versäumen.

Update/Kommentar DeepThought  via fischundfleisch.com am 25.3.25: Zwei lesenswerte Artikel (engl.), der eine zur „wirtschaftlichen Realität“ hinter dem Aufrüstungswahn und dem ganzen Geschrei um „Kriegstüchtigkeit“ — der andere wirft einen differenzierteren Blick auf den Ukrainekrieg, als die ewig zeternden blau-gelben Narrativpapageien („böser Putin beginnt 2022 völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und Ukraine verteidigt die Freiheit Europas blablabla…“😉, die den Krieg wohl selbst dann noch (verbal) weiterführen würden, wenn die Kriegsparteien ihn schon längst beendet hätten: consortiumnews + Zugabe, ein Text (Teil 1) von Leo Ensel auf manova.news:  „Mittlerweile frage ich mich nur noch, was mich fassungsloser macht: Die Ungeniertheit und die an suizidalen Größenwahn grenzende Skrupellosigkeit, mit der Politiker, Militärs und Medien hierzulande nahezu im Gleichklang und jeden Tag schriller bis an die Schmerzgrenze eskalieren — oder die Apathie und Schockstarre, mit der die überwältigende Mehrheit der Zeitgenossen dies alles kritik- und klaglos über sich ergehen lässt.“

P.P.S Merz auf dem FAZ-Kongress am 21.3.2025 – Ein Dokument der Selbstgefälligkeit deutscher Eliten. Der Moderator spricht von „Bilderbuchstart“ und erwartet die Kanzlerernennung im „Osternest“, Merz verkündet Krieg als Geschäftsmodell: „Das deutsche Geschäftsmodell ist zu Ende. Jetzt müssen wir ein neues Geschäftsmodell definieren, und ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.“ Dazu passend: Presseinformation des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV e.V.) begrüßt ausdrücklich das heute veröffentlichte Joint White Paper der Europäischen Kommission, denn die dort proklamierte Stärkung der europäischen Verteidigungsbereitschaft bis 2030 ist angesichts der veränderten geopolitischen Lage mehr als überfällig. (BDSV 19.3..2025)

P.P.P.S Bekanntlich gab es bis zum WK2 die Usancen von Kriegserklärungen, mit denen die Länder für die Welt sichtbar ihre jeweilige Position bekanntgaben. In Zeiten, in denen Diplomatie (laut klassischer Definition ist das Krisenbewältigung ohne Krieg) via Twitter & Co praktiziert wird, gibt es dafür keine Regeln mehr – vielleicht noch formal (z.B. B-VG Artikel 38), aber nicht real. Damit ist die Frage des Beginns des aktuellen WK3 nur im historischen Rückblick zu beantworten.
Der Rationalist in mir ist damit aber nicht zufrieden, denn wir wollen nicht nur rückblickend lernen, sondern auch rechtzeitig erkennen was auf uns zukommen könnte! Deshalb hier meine Kriegsbeginntheorie: Die Kriegserklärung des 21. Jahrhunderts lautet: „Koste es was es wolle“. Dies ist natürlich keine Kampfansage an einen sichtbaren Gegner wie Russland, das ist die Kriegsbeitritts- und gleichzeitig Unterwerfunsformel an den absoluten Kriegsherren, den Finanzsektor, den nicht sichtbaren Gegner und ewigen Profiteur eines jeden Krieges.
Österreich ist demnach mit den Worten unseres Ex-Finanzministers Blümel im März 2020 in den WK3 eingetreten (so wie de facto alle EU-Länder auch), Deutschland nun explizit mit der entsprechenden Deklaration durch den noch-nicht-Kanzler aber immerwährenden Blackrock-Vasallen Merz im Märzen der Bauern(opfer) 2025.

UPDATE 22.5.2025 – „Deutschland stellte neue Brigade in Litauen in Dienst. In Litauen ist die neue Brigade der deutschen Bundeswehr feierlich in Dienst gestellt worden. … Die Bundeswehr betritt mit der Stationierung Neuland. Sie entsendet erstmals eine Kampfbrigade dieser Größe dauerhaft ins Ausland. Den Fahrplan für die Stationierung hatten Deutschland und Litauen Ende 2023 vereinbart“, berichtet ORF.at (22.5.25)

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