Stangl Manfred: Seliger

Allerheiligen

Manfred Stangl verfasst mit "Seliger" etwas für die (post-)moderne Literatur völlig Unbekanntes und damit wahrhaft Neues, nämlich einen ganzheitlichen Entwicklungsroman. Der Weg vom sinn- und sprachzerstörenden Nihilisten hin zum Adepten der Stille wird nachgezeichnet, der Natur und Blumen folgt, bis er staunend in Gott versinkt – bis einzig Glückseligkeit ist, wenn Atman Brahman wird.

So gesehen kann man das Buch nicht im üblichen Sinne kritisieren, sondern nur versuchen, es so tief wie möglich in sich aufzunehmen. Folgende Auszüge sollen "Lust auf mehr" machen. Diese konsumistische Formulierung entspricht zwar nicht der Gesinnung des Autors, möge aber im positiven Sinne aufgefasst werden.

 

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Simmel J.M.: Die Antwort kennt nur der Wind

Winter Wind

Der Roman beschreibt die wildesten Finanz-Spekulationen, die man sich im Jahr 1972 vorstellen und ausdenken konnte. Dass diese aber aus Sicht der Finanzwelt über 50 Jahre später nur noch wie harmlose Taschenspielertricks wirken, das ist beängstigend!

(Dieser Beitrag erschien erstmals am 1.1.2017 auf fischundfleisch.com)

Die „harmlosen Taschenspielertricks“ im Roman sind einfache Devisenspekulationen, mit denen Banken gute Gewinne erzielen, indem sie ihr Insider-Wissen ausnutzen und vor Abwertungen die entsprechenden Währungen auf Kredit kaufen und umgehend bei der Bundesbank tauschen um sie nach Abwertung mit Gewinn wieder zurück zu tauschen. Davon profitieren nicht nur Banken, sondern auch multinationale Konzerne. Die Inflation, die mit solchen Spekulationen verstärkt wird, schadet aber nicht den Verursachern, sondern nur dem kleinen Mann.

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Simmel J.M.: Im Frühling singt zum letztenmal die Lerche

Lerche im Muell

Dezember 2023 - Nur ein vom Erfolg verwöhnter Schriftsteller kann sich erlauben, seinen Lesern 100 Seiten lang zu erzählen, warum er keinen neuen Roman mehr schreiben wolle, und schon gar nicht über den Untergang der Welt aufgrund der Umweltzerstörung und der Klimakatastrophe. Die Begründung in einem Satz: "Es ekelt mich an, daß jene, die über unser Schicksal bestimmen, über das Schicksal dieser Welt, so ungeheuer offen korrupt geworden sind." (79) Mit einem Wort: Resignation.

Doch nebenbei liefern die ersten 100 Seiten - sozusagen als Expose - das komplette Repertoire der Klima-Katastrophen-Argumente aus Sicht des Jahres 1988. So ist "Im Frühling.singt zum letztenmal die Lerche" 35 Jahre später aktueller denn je. Historisch höchst interessant, wie Ende der 1980er Jahre all jene Argumente von kritischen Menschen vorgetragen wurden, die heute nicht nur Mainstream sind, sondern von den herrschenden Politikern zur allein gültigen Doktrin erhoben wurden.

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Seipel Hubert: Putins Macht

Seipel u Putin 2016

Es ist charakteristisch für den Zeitgeist dieses Jahrhunderts, dass sogar Sachbücher nur noch mit einem reißerischen Titel erscheinen, bzw. dass die Marketingabteilungen der Verlage der Überzeugung sind, nur so ihre "Ware" verkaufen zu können. Kurz und prägnant gilt dabei als alternativlos. Wenn allerdings die Kürze den Inhalt derart verkürzt, dass der Titel das Gegenteil dessen ankündigt, was der Autor dann über 300 Seiten ausführt, dann sind wir mitten im Informationskrieg. Das Buch "Putins Macht" ist Teil dieses Krieges.

Foto: Seipel und Wladimir Putin bei Rossija Sewodnja mit der russischen Übersetzung seines Buchs "Putin. Innenansichten der Macht" (2016)

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Sonneborn Martin: 99 Ideen

Sonneborn Cover

Martin Sonneborn & seine politische Beraterin

99 Ideen zur Wiederbelebung der politischen Utopie

Das ("kommunistische" gestrichen) Manifest. Erschienen 2021

Die erste und wichtigste Utopie der Geschichte stammt aus der Feder eines Realpolitikers: "Utopia" von Thomas Morus (Lordkanzler unter König Heinrich VIII). Die bekanntesten Utopien des 20. Jahrhunderts sind genau genommen Dystopien: "1984" von George Orwell und "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley. 505 Jahre nach "Utopia" versucht der EU-Politiker Martin Sonneborn in die Fußstapfen von Thomas Morus zu treten.

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Ludwig Ralf: Hegel für Anfänger

HEGEL u Ralf Ludwig

Phänomenologie des Geistes. Eine Lese-Einführung

(erschienen 1997 bei dtv)

Dr Ralf Ludwig studierte evangelische Theologie und promovierte über Kant. Einleitend gesteht er, "daß ich mich beim Lesen von Hegels schwerer, dunkler Sprache oft nach der schweren, aber klaren Sprache Kants zurückgesehnt habe" (5). Von den Niederungen der trockenen Sprache Hegels zu den schwindelerregenden Höhen Hegelscher Sprachkraft (122) charakterisiert Ralf Ludwig hegelianische Formulierungen (Dichtung? Logorrhoe? Sprachspiel?) höchst unterschiedlich: Hegel gerät ins Schwärmen (70), schwelgt in Worten (127), Hegels Sprache gibt ihre Abstraktheit langsam auf und wird massiv bildhaft (80), Worte voll höchst beeindruckender Wahrheit (143), hochaktuelle Worte (169), hehre Worte (177), umständlich-schöne Umschreibungen (188).

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Simmel J.M.: Liebe ist nur ein Wort

Simmel Liebe nur ein Wort
1963 ist dieser Roman erschienen, der die Geschichte eines verwöhnten Jugendlichen zeigt, der aus wohlhabenden Verhältnissen kommt und das Leben liebt und die Liebe lebt. Er verliebt sich in eine ältere Dame - ausgerechnet die Ehefrau eines Geschäftspartners seines Vaters, zu dem er ein zerrüttetes Verhältnis hat. 1971 wurde der Roman verfilmt. Regisseur: Alfred Vohrer. Hauptdarsteller. Malte Thorsten und Judy Winter.
https://www.youtube.com/watch?v=WtreFovvWUw

LIEBE IST NUR EIN WORT! Film nach Johannes Mario Simmel Roman...❤ - YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=WtreFovvWUw

Die Idee zu dem Plot lag Anfang der 1960er Jahre offenbar in der Luft, denn auch der Roman "The Graduate" von Charles Webb erschien 1963. Mit dem Drehbuch des Autors kam der Film zu diesem Roman mit dem Titel "Reifeprüfung" schon 1967 in die Kinos. Den jugendlichen Liebhaber spielte Dustin Hoffmann (damals immerhin schon 30 Jahre alt), seine reife Geliebte Anne Bancroft.

Huber Joseph: Zeitenwende des Geldsystems

Huber Joseph Cover 800

Es gibt bereits zahlreiche Publikationen über den Finanzmarkt und die zweifelhaften Machenschaften seiner Player. Doch das Fundament des "Sektors" (Michael Hudson) bzw. des "Syndikats" (Wolfgang Freisleben) wird dabei weitgehend ausgeblendet: das Geldsystem. Diese Lücke hat Joseph Huber gefüllt, der 1992–2012 den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Umweltsoziologie an der Martin-Luther-Universität Halle inne hatte und seit vielen Jahren die Webseite Vollgeld.page "für Analyse und Reform des Geldsystems" betreibt. 2022 hat er das Buch "Zeitenwende des Geldsystems. Vom Bankengeld zum digitalen Zentralbankgeld" im Metropolis-Verlag publiziert.

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Der Titel "Zeitenwende" weckt Assoziationen mit der Apokalypse, doch dem Wissenschafter gelingt es, das Geldsystem wie es ist und wie es geworden ist sachlich zu beschreiben, diese Fakten einzuordnen, aber letztlich auch zu hinterfragen: Warum sind die Phänomene der Geldschöpfung, der Geldpolitik und nicht zuletzt des Finanzmarktes so wie sie sind und nicht anders?

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Matzka Manfred: Schauplätze der Macht

Matzka Cover Schauplätze

Geheimnisse, Menschen, Machenschaften

23. Oktober 2023 - (Verlagsinformation des Brandstätter Verlages) Wenn Wände sprechen könnten, wüssten wir, was sich in der einstigen Döblinger Präsidentenvilla, im Palais Trautson, im Kriegsministerium am Stubenring, in der Herrengasse, im Winterpalais des Prinzen Eugen, am Ballhausplatz, in verborgenen Winkeln des Parlaments, in traditionsreichen Parteizentralen und staatlichen Schlössern rund um Wien alles abspielte. Denn wo Macht und Menschen zusammenkommen, sind kuriose Persönlichkeiten ebenso nah wie große Skandale, absurde Intrigen, revolutionärer Elan und schicksalhafte Begegnungen.

Mit Manfred Matzka, der Österreichs politischen Betrieb von innen kennt wie wenig andere, blicken wir nun durch Schlüssellöcher und durch verhängte Fenster hinter die Architektur der Macht – und begegnen jenen oft ganz speziellen Charakteren, die von hier aus mal besser, mal schlechter gewaltet und geschaltet haben. In diesem Buch kommen Geschichten an das Licht der Öffentlichkeit, die es in der Regel nicht tun: fundiert recherchierte, spannende und erhellende Einblicke hinter die Fassaden der Macht in Österreich, Zusammenhänge und Analysen, wie man sie bislang kaum kannte.

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Lerch Oliver: 3 Jahre Corona-Schlagzeilen

Cover Corona Oliver Lerch

Buchpräsentation: 3 Jahre Corona-Schlagzeilen

Am Dienstag, 17. Oktober 2023 um 19.00 Uhr Im Frauenraum Wien, Alsergrund

Oliver Lerch, vielen bekannt als "Der Zahlenfreak" hat seine jahrelange Arbeit rund um die Corona-Zahlen und Statistiken zusammengefasst und ein Buch geschrieben. Gemeinsam mit Jan David Zimmermann, der in diesem Buch auch einen Gastbeitrag eingebracht hat, präsentiert er an diesem Abend seine Buch "3 Jahre Corona Schlagzeilen"Die Aufarbeitung und Rückschau auf die letzten Jahre hat einiges zu bieten, neben 1.161 Schlagzeilen aus 120 unterschiedlichen Medien haben noch 25 Gastautoren Beiträge beigesteuert und erläutern ihr Sichtweise zu den C-Vorkommnissen.

Oliver Lerch über sein Buchprojekt:

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