10 Jahre Pflegestudium in St. Pölten

Pflegestudium

Bachelor-Studiengang Gesundheits- und KrankenpflegePLUS feiert sein zehnjähriges Jubiläum

(pts 20.11.2025) – Ein Studium, zwei Standorte: Seit zehn Jahren bietet die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten das Bachelorstudium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS an – seit 2023 auch am Bildungscampus Mostviertel in Mauer. Bei der Jubiläumsfeier gratulierten unter anderem die Landesräte Christiane Teschl-Hofmeister und Martin Antauer sowie Bürgermeister Matthias Stadler.

Foto Copyright: Lauris Lamplmair

Seit 10 Jahren bildet die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten erfolgreich Pflegekräfte aus. Was 2015 mit 56 Studierenden im ersten Jahrgang begann, entwickelte sich angesichts des steigenden Bedarfs an Pflegekräften zu einem der größten Studiengängen der Hochschule St. Pölten. Heute bietet der Bachelor-Studiengang Gesundheits- und KrankenpflegePLUS insgesamt 185 Studienplätze – an zwei Standorten.

In St. Pölten stehen jährlich 161 Plätze zur Verfügung – 41 im Sommer- und 120 im Wintersemester. Seit 2023 können Studierende ihr Studium auch am Bildungscampus Mostviertel in Mauer beginnen, wo 24 Plätze im Wintersemester angeboten werden. Derzeit bereiten sich rund 480 Studierende auf eine Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich vor, davon rund 400 in St. Pölten und rund 80 in Mauer.

„Unser Bachelor-Studiengang Gesundheits- und KrankenpflegePLUS feiert 10 Jahre erfolgreiche Ausbildung – ein bedeutender Meilenstein für uns. Bis heute konnten wir rund 630 Absolvent*innen wissenschaftlich fundiert und praxisnah auf eine zukunftsorientierte Karriere im Gesundheitswesen vorbereiten und in die Praxis begleiten. Damit leisten wir als Hochschule einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Region und treiben zugleich jene Innovationen voran, die das Gesundheitswesen von morgen dringend braucht“, sagt Johann Haag, Geschäftsführer der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.

Meilenstein für die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten

Das Jubiläum wurde am 19.11.2025 mit Studierenden, Absolvent*innen, Lehrenden und Politik im festlichen Rahmen am Campus St. Pölten gefeiert.

„Der Pflege- und Betreuungssektor ist eine Zukunftsbranche. Die Lebenserwartung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher steigt, das ist einerseits ein gutes Zeichen für die Gesundheitsversorgung, andererseits steigt damit auch der Pflegebedarf. Wir haben daher die Pflegeausbildungsplätze erhöht und von der Mittelschule bis zum 2. Bildungsweg regionale Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen. Das Jubiläum der USTP und vor allem die Zahl der Absolventinnen bzw. Absolventen sowie die Zahl der Studierenden untermauern die Bedeutung und das Interesse an einem Berufsfeld, in dem der Mensch so sehr im Mittelpunkt steht, wie in kaum einem anderen Job“, sagt Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in Vertretung für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Zehn Jahre Pflegestudium am Campus St. Pölten stehen für Qualität, Verantwortung und Menschlichkeit. Die Absolventen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unser Gesundheitssystem. Pflege ist mehr als ein Beruf – sie ist eine Berufung, die Herz, Stärke und Engagement verlangt. Mein Dank gilt den Lehrkräften, den Verantwortlichen am Campus und vor allem den Absolventen. Ihre Arbeit wird gebraucht, geschätzt und anerkannt. Ich gratuliere herzlich zum Jubiläum und wünsche allen viel Erfolg und Freude für die Zukunft“, betont Landesrat Martin Antauer beim Jubiläumsfest.

„Seit nunmehr zehn Jahren leistet die USTP mit dem Bachelorstudium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS einen unverzichtbaren Beitrag zur Ausbildung hochqualifizierter Pflegefachkräfte, die heute dringender denn je gebraucht werden. Das moderne und praxisorientierte Studienangebot setzt dabei Maßstäbe in der Vorbereitung auf die Herausforderungen eines sich stets wandelnden Gesundheitswesens. Von den hervorragend ausgebildeten Absolvent*innen und der bedeutenden Forschungstätigkeit profitiert nicht nur unsere Stadt, sondern die gesamte Region“, so Bürgermeister Matthias Stadler.

Studium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS

Im Studium erwerben Studierende die notwendigen Kompetenzen und Kenntnisse für eine Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich. Das modular aufgebaute Studium basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und vermittelt Lehrinhalte zu diagnostischen, rehabilitativen und therapeutischen Maßnahmen zur Erhaltung von Gesundheit und Vorbeugung von Krankheit.

Zusatzausbildung: Lehrgang Präklinische Versorgung und Pflege

Studierende, die ihr Bachelor-Studium „Gesundheits- und KrankenpflegePLUS“ im Wintersemester am Bildungscampus Mostviertel oder am Campus St. Pölten beginnen, können den Akademischem Lehrgang „Präklinische Versorgung und Pflege“ parallel zum Studium absolvieren. Sie vertiefen damit ihr Know-how in den Bereichen Notfallmanagement, medizinischer Diagnostik und Therapie im klinischen und präklinischen Setting und erhalten neben der Berufsberechtigung für Gesundheits- und Krankenpflege auch die Berufs- und Tätigkeitsberechtigung als Rettungs- und Notfallsanitäter*in.

Promotionsrecht für Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Die Österreichische Fachhochschulkonferenz fordert ein Promotionsrecht für Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Österreich. Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten unterstützt diese Forderung. Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten forscht auch im Bereich Digitales Gesundheitswesen und Pflege. Dieser Bereich ist hervorragend etabliert und über die letzten Jahre stark ausgebaut worden. Für die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten ist es wichtig, die Möglichkeit zu erhalten, in diesem Bereich eigenständige Doktoratsprogramme anzubieten. Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind eng mit Unternehmen und regionalen Strukturen vernetzt. Doktorand*innen treiben Schlüsseltechnologien und Innovationen voran, die in Wirtschaft, Industrie und KMU einfließen. Regionen profitieren durch eine stärkere Standortbindung und Unternehmen durch praxisnahe Forschung.

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ÖGUT Umweltpreise 2025

umwelt u beton

pts 19.11.2025 – Zum 38. Mal prämierte die ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) im Rahmen ihres Jahresempfangs zukunftsweisende soziale und technische Innovationen mit dem ÖGUT-Umweltpreis. Aus 252 Einreichungen wurden 27 Nominierungen und daraus elf Preisträger:innen von unabhängigen Jurys ausgewählt. Insgesamt wurden € 40.000 an Preisgeldern vergeben.

Eröffnung des ÖGUT-Jahresempfangs durch Bundespräsident Alexander van der Bellen und Bundesminister Norbert Totschnig

„Ohne Ihre Arbeit wäre die nachhaltige Entwicklung in unserem Land noch lange nicht so weit, wie sie jetzt ist.“ – Bundespräsident Alexander van der Bellen eröffnete am 18. November 2025 den Jahresempfang der ÖGUT mit einer Video-Ansprache direkt an die ÖGUT-Mitarbeiter:innen.

Die ÖGUT feiert 2025 ihr 40-jähriges Bestehen. Seit 1985 setzt sie auf die Einbeziehung aller Betroffenen, wenn es darum geht, Bausteine und Wege für eine nachhaltige Entwicklung zu finden: ökologisch zielführend, ökonomisch tragfähig und sozial vertretbar. Mit dem Aufbau von Netzwerken, zahlreichen wissenschafts-gestützten Projekten und Initiativen trug und trägt sie maßgeblich zur Transformation hin zu einer ressourcenschonenden und klimafitten Zukunft bei.

Auch Bundesminister Norbert Totschnig (BMLUK) betonte in seiner Videobotschaft an die etwa 300 Gäste beim ÖGUT-Jahrempfang im Kuppelsaal der TU Wien, wie wichtig Dialog und Zusammenarbeit sind, wenn es um den Schutz unserer Umwelt gehe. „Denn nur gemeinsam entstehen nachhaltige Lösungen“, so Bundesminister Totschnig.

ÖGUT-Umweltpreise 2025 vergeben

Zum 38. Mal würdigte die ÖGUT mit dem Umweltpreis Menschen und Organisationen, die mit Mut und Kreativität eine klimaneutrale, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft gestalten. Die 252 Einreichungen, 27 Nominierten und elf Preisträger:innen zeigen, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaft erfolgreich Hand in Hand gehen und wie soziale Innovationen gelingen.

→ Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten/Initiativen und Personen sowie Fotomaterial: www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025

„Die insgesamt 252 Einreichungen zeigen deutlich, dass sich eine rapide wachsende Zahl an Unternehmen, Gemeinden und zivilgesellschaftliche Akteur:innen Gedanken machen, wie die Transformation zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft gelingen kann“, so Monika Auer, Generalsekretärin der ÖGUT.

Sie überreichte im Rahmen des ÖGUT-Jahresempfangs am 18. November 2025 die Umweltpreise gemeinsam mit ÖGUT-Präsidentin Andrea Reithmayer und Vertreter:innen der Sponsoren BMIMI, BMLUK, Österreichischer Städtebund, Energiepark Forschungsstiftung, Coca-Cola, sowie die Nachhaltigkeitsmagazine BUSINESSART und LEBENSART.

Die Preisträger:innen 2025

Der ÖGUT-Umweltpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. In enger Zusammenarbeit mit den Sponsoren hat die ÖGUT die Kategorien ausformuliert, in denen die Umweltpreise 2025 vergeben wurden. Die Preiseermöglichen den Projekten eine breite öffentliche Anerkennung und Vorbildwirkung und unterstützen durch den finanziellen Bonus ganz konkret die Umsetzung von Ideen und Projekten.

Alle Preisträger:innen und Nominierten finden Sie hier ausführlich beschrieben: www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025

Preisträgerinnen in der Kategorie Frauen* in der Umwelttechnik (mit Unterstützung des BMIMI)

Diverse Teams erzeugen auf allen Ebenen bessere, resilientere Lösungen – auch im Bereich der Nachhaltigkeit.

Bundesminister Peter Hanke (BMIMI, Sponsor der Kategorie „Frauen* in der Umwelttechnik): „32 Einreichungen in dieser Kategorie zeigen, wie Frauen* in der Umwelttechnik Forschung, Innovation und Nachhaltigkeit verbinden – sie sind Pionierinnen* einer nachhaltigen Zukunft und inspirierende Role Models für kommende Generationen in Österreich.“

Klima- und Umweltschutz in Städten und Gemeinden: Kategorien „Klimaneutrale Stadt“ und „Nachhaltige Kommune“

Zur Erreichung der Klimaneutralität spielen Städte und Gemeinden eine wesentliche Rolle. Innovationen dienen dabei als zentraler Hebel und setzen damit wirksame Impulse für nachhaltige Veränderungen im Gesamtsystem. Für die Kategorie „Klimaneutrale Stadt“ gab es heuer 61 Einreichungen, für die „Nachhaltige Kommune“ 38.

Thomas Weninger (Österreichischer Städtebund, Sponsor der Kategorie „Nachhaltige Kommune“): „Gerade während der COP30 in Belém ist es wichtig aufzuzeigen, dass Nachhaltigkeit auf Gemeindeebene besonders spürbar ist. Wir würdigen herausragende Projekte und engagierte Leistungen von der Abfallvermeidung über Dekarbonisierung und Klimaschutz bis zu nachhaltiger Mobilität.“

Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement (Sponsor: BMLUK)

Insgesamt konnte die Jury aus 43 Projekten die Preisträger:innen für top-down- und bottom-up-Partizipation wählen. Bundesminister Norbert Totschnig (BMLUK, Sponsor der Kategorie „Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement“): „Für die Gestaltung unserer Zukunft braucht es aktive Beteiligung der Bevölkerung und Impulse aus der Zivilgesellschaft.“

Zwei Kategorien zum Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft: von der Forschung zur Anwendung

Ausgezeichnet wurden aus den insgesamt 47 Einreichungen zum Thema Kreislaufwirtschaft Projekte und Aktivitäten, die einen essenziellen Beitrag dazu leisten, lineare Wertschöpfungsketten zu Kreisläufen umzuwandeln und damit den primären Ressourceneinsatz radikal zu verringern, sowie Unternehmen, die die in der gelebten Praxis an der Reduktion des Abfallaufkommens in der Produktion arbeiten und Lösungen für eine kreislauffähige Produktion von morgen entwickelt und bereits erprobt haben.

Philipp Bodzenta (Unternehmenssprecher Österreich von The Coca-Cola Company, Sponsor der Kategorie „Unternehmen am Weg zur Kreislaufwirtschaft): „Die Realisierung der Kreislaufwirtschaft ist DIE Herausforderung für Unternehmen – deswegen unterstützen wir seit 16 Jahren den ÖGUT-Umweltpreis mit einer eigenen Kategorie für Unternehmen am Weg zur Kreislaufwirtschaft.“

Sonderpreis Erneuerbare Energie (Sponsor: Energiepark Forschungsstiftung)

Zum zweiten Mal wurde der Sonderpreis Erneuerbare Energie an Initiativen vergeben, die mit Erneuerbaren Energielösungen einen konkreten Beitrag zur Reduktion fossiler Energieträger und zu einer gemeinsamen klimapositiven Energiezukunft leisten. Die Jury kürte aus 17 Einreichungen einen Preisträger:

Sonderpreise der Nachhaltigkeitsmagazine BUSINESSART und LEBENSART

Aus allen 252 Einreichungen zum ÖGUT-Umweltpreis 2025 wählten die renommierten Nachhaltigkeitsmagazine BUSINESSART und LEBENSART zwei Sonderpreisträger:innen.

Publikumspreis: im Rahmen des ÖGUT-Jahresempfangs wählten die etwa 300 Gäste per Mentimenter-Voting aus allen Nominierten, die keinen ÖGUT-Umweltpreis bekommen habe, ihren Favoriten. Gewonnen hat das Projekt KiGRa – Kindergemeinderat der Landentwicklung Steiermark à zur Projektbeschreibung www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025/partizipation-kigra.php

Zusätzlich: Verleihung der Nachhaltigkeitszertifikate an betriebliche Vorsorgekassen

Bereits zum dritten Mal in Folge wurden die Nachhaltigkeitszertifikate im Rahmen des ÖGUT-Umweltpreises verliehen. Für das Berichtsjahr 2024 haben sich acht betriebliche Vorsorgekassen der ÖGUT-Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen: Sieben Auszeichnungen in Gold und eine in Silber zeugen eindrucksvoll vom kontinuierlichen Engagement dieser Kassen auf dem Gebiet der nachhaltigen Veranlagungen. Die Ergebnisse der Prüfung basieren auf den Gutachten der ÖGUT in Zusammenarbeit mit einer ExpertInnen-Jury. Zu den Ausgezeichneten betrieblichen Vorsorgekassen.

ÖGUT-Jahresempfang ist selbst nachhaltig

Die Veranstaltung wurde nach den Kriterien des ÖKOEventPlus durchgeführt. Für das im Zuge des Events entstandene CO2-Äquivalent von 2.720 kg geht ein finanzieller Beitrag an ein Klimaschutzprojekt mit Zusatzengagement. Das Kombiprojekt trägt zur Finanzierung eines zertifizierten Klimaschutzprojekts bei und unterstützt Baumpflanzungen in Österreich. Pro Tonne CO2 wird ein Baum in Österreich gepflanzt. Derzeit werden die Baumpflanzungen mit einem zertifizierten Social Impact Projekt in Indien kombiniert. Dieses Klimaschutzprojekt ermöglicht es Frauen vor Ort, saubere Energieprodukte wie Solarlampen und Wasserfilter zu erwerben. Unser Dank geht an Climate Partner, der diesen Beitrag und die Berechnung des CO2-Äquivaents als Sponsoring für den Event übernimmt. Weitere Infos: climatepartner.com

Fotomaterial und nähere Informationen zu den nominierten Projekten und Preisträger:innen finden Sie auf der ÖGUT-Website zum Download unter: www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2025/

Beim Jahresempfang 2025 feierte die ÖGUT ihren 40. Geburtstag. Im Programm fand sich daher ein Kurzfilm – gedreht von den Mitarbeiter:innen der ÖGUT – mit einem humoristischen Blick zurück in das Gründungsjahr 1985.

Mit Beiträgen von: Monika Auer, Gerhard Bayer, Petra Blauensteiner, Erika Ganglberger, Sonja Goldeband-Lang, Karin Granzer-Sudra, Susanne Hasenhüttl, Beatrix Hausner, Katharina Muner-Sammer, Julia Petschinka, Bianca Pfefferer, Veronika Reinberg, Barbara Ruhsmann, Inge Schrattenecker, Irene Sudra, Tina Tezarek, Franziska Trebut und Lukas Wagner.

Konzept und Regie: Jürgen Brües, Produktion: Julia Petschinka

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Offener Brief an den Bundespräsidenten

offener Brief

Offener Brief von Manfred Maierbrugger an den Bundespräsidenten der Republik Österreich

16. November 2025

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

es gehört zum Wesen unserer Republik, dass die demokratische Verantwortung auf vielen Schultern ruht. Doch es gibt Momente in der Geschichte eines Landes, in denen die Bürde der Entscheidung auf nur eine Person fällt – auf das Staatsoberhaupt, dem die Verfassung die Aufgabe gegeben hat, Stabilität zu sichern, wenn politische Führung versagt. Österreich steht an einem solchen Punkt.

Immer deutlicher zeigt sich ein Bild, das viele Bürger – quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche – in wachsender Sorge vereint: Die aktuelle Bundesregierung ist in ihrer strategischen, fachlichen und organisatorischen Führungsfähigkeit überfordert. Dies ist kein Vorwurf, sondern eine Beschreibung der Realität, die sich aus hunderten kleinen Indizien zusammensetzt:

• mangelnde wirtschaftspolitische Steuerung

• unklare Prioritäten

• widersprüchliche Entscheidungen

• Stagnation in zentralen Reformbereichen

• ein wachsendes Vertrauensdefizit innerhalb der Bevölkerung

• und ein sichtbarer Verlust an internationaler Orientierungskraft

Österreich wirkt nach außen stabil, doch im Inneren regiert Unsicherheit. Nicht weil äußere Feinde uns bedrohen – sondern weil politische Führung ihren Auftrag nicht mehr ausreichend erfüllt.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Sie sind der Hüter der Verfassung. Aber dieser Titel ist nicht symbolisch, sondern verpflichtend. Die Bundesverfassung hat das Amt des Bundespräsidenten bewusst so ausgestaltet, dass es im Ernstfall handeln kann:

• Sie können eine Regierung entlassen.

• Sie können Minister abberufen.

• Sie können Neuwahlen ermöglichen.

• Sie können Stabilität herstellen, wenn die Regierung selbst kein Stabilitätsfaktor mehr ist.

Diese Kompetenzen sind kein politisches Dekor. Sie sind der Sicherheitsmechanismus der Republik.

Ich wende mich an Sie, weil viele Menschen in diesem Land nicht mehr glauben, dass die derzeitige Bundesregierung Österreich sicher durch die kommenden Jahre führen kann. Nicht aufgrund politischer Weltanschauungen, sondern aufgrund des sichtbaren Mangels an Kompetenz, strategischer Planung und Führungsfähigkeit. Wirtschaftliche Risiken steigen, gesellschaftliche Spannungen nehmen zu, internationale Unsicherheiten wachsen – und Österreich scheint innenpolitisch im Blindflug gefangen. Die Frage, die sich stellt, ist daher nicht mehr theoretisch:

Wann wird der Punkt erreicht sein, an dem Eingreifen nicht mehr eine Option, sondern eine Pflicht wird?

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Sie haben in Ihrer Amtszeit oft betont, dass Zusammenhalt, Verantwortung und Stabilität die Grundpfeiler unserer Demokratie sind. 

Doch Zusammenhalt entsteht nicht, wenn eine überforderte Regierung das Vertrauen der Bevölkerung verliert.

Verantwortung entsteht nicht, wenn politische Fehler aus Angst vor einem Eingriff hingenommen werden.

Und Stabilität entsteht nicht, wenn ein Land ohne klaren Kurs durch Krisen treibt.

Es ist legitim, wenn ein Staatsoberhaupt abwartet. Aber es ist gefährlich, wenn Abwarten zur Untätigkeit wird – während sich die Lage verschärft. Ich ersuche Sie daher mit allem Respekt, aber mit großer Deutlichkeit: Prüfen Sie, ob die Bundesregierung noch in der Lage ist, ihren Auftrag zu erfüllen. Und handeln Sie – im Rahmen Ihrer verfassungsmäßigen Befugnisse –, wenn diese Fähigkeit nicht mehr gegeben ist.

Denn es geht nicht um Parteien.

Nicht um Ideologien.

Nicht um politische Machtspiele.

Es geht um Österreich.

Es geht um die Zukunft dieses Landes.

Es geht um die Frage, ob wir rechtzeitig korrigieren – oder erst dann, wenn der Schaden längst eingetreten ist.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, die Republik vertraut darauf, dass Sie im entscheidenden Moment nicht nur die Rolle, sondern auch die Verantwortung Ihres Amtes wahrnehmen. 

Mit Respekt, aber mit der Klarheit eines Bürgers, dem dieses Land am Herzen liegt.

Manfred Maierbrugger

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