EUdSSR: Sanktionen gegen Baud

free Baud

+ Hüseyin Dogru + Thomas Röper + Alina Lipp

Die Menschenverachtung der Nazis war öffentlich und direkt; niemand konnte sich auf Menschenrechte berufen. Die hier vorliegende Menschenverachtung der EU-Staaten, 78 Jahre nach Deklaration der UNO-Menschenrechte, ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte des „Untergangs des Abendlandes“. 

Update 18. Februar 2026 – DDR 4.0 im O-Ton: Die Bundesregierung droht kritischen Journalisten, die die Meinung der Regierung nicht teilen, sondern sie kritisieren, offen mit der Bestrafung durch Sanktionen, also mit Enteignung und Entrechtung.

9. Jänner 2025 – Über 7.600 Europäer haben in nur 24 Stunden ihren Protest gegen die willkürlichen EU-Sanktionen bekundet. Auch der Chefredakteur von ethos.at

Bis hierher und nicht weiter! Free Baud!

Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU!

Mit ihrem jüngsten Sanktionspaket hat die EU den Militärhistoriker und ehemaligen Oberst der Schweizer Armee und des Schweizer Strategischen Nachrichtendienstes sowie Mitglied des Schweizer Generalstabs Jacques Baud mit Sanktionen belegt. Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger und lebt in Brüssel. Er darf Belgien nicht mehr verlassen, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, seine Konten sind eingefroren, seine Bücher dürfen nicht mehr verkauft werden.

Jacques Baud hat unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen gearbeitet. Er ist ein untadeliger Wissenschaftler und ein Ehrenmann. Seine Bücher erfüllen die höchsten Maßstäbe der fachlichen historischen Analyse. Er arbeitet strikt neutral nach dem Grundsatz: Beide Seiten müssen gehört werden.

Es ist kein Verbrechen, die wahren Gründe des Ukraine-Krieges zu nennen. Es ist kein Verbrechen, die Leser auf Unwahrheiten und die eigene Propaganda der EU und der NATO aufmerksam zu machen. Es ist kein Verbrechen, auf die gedankenlose Kooperation des Westens mit ukrainischen Kräften hinzuweisen, die eine gefährliche Nähe zu Faschisten aufweisen.

Der Ministerrat der EU zerstört mit willkürlichen Strafmaßnahmen gegen Jacques Baud und insgesamt gegen 59 Journalisten und Wissenschaftler die Grundlagen der Meinungsfreiheit.

Diese Sanktionen sind illegal und völkerrechtswidrig, denn sie wurden nicht durch den UN-Sicherheitsrat verhängt. Das Gutachten der ehemaligen Richterin am Europäischen Gerichtshof Prof. Dr. Ninon Colneric und der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Alina Miron von der Universität Angers zeigt, dass die zugrundeliegenden Rechtsakte auch gegen EU-Recht verstoßen. Die EU nutzt die Sanktionsliste als Instrument, Kritiker mundtot zu machen, und manövriert sich immer tiefer in einen Abgrund der Gesetzlosigkeit.

Wir rufen das Europäische Parlament, die Parlamentarische Versammlung des Europarates, den Deutschen Bundestag, die deutschen Landes- und Kommunalparlamente, das gesamte deutsche Volk und die Menschen in allen Ländern der Europäischen Union auf, den Zerstörern der Demokratie und den Kriegstreibern jetzt mit aller Macht entgegenzutreten.

Die Präambel des Grundgesetzes verpflichtet Deutschland, dem Frieden zu dienen. Das Grundgesetz legt in Artikel 5 fest: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Die Handlungen von EU-Kommission und EU-Rat stehen im Widerspruch zu unserem Grundgesetz. Wir fordern die Bundesregierung auf, gemäß ihrem Amtseid auf diesen ungesetzlichen Vorgang hinzuweisen.

Wir fordern die sofortige Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Jacques Baud sowie gegen alle Journalisten, Wissenschaftler und EU-Bürger.

Wir fordern Bundesregierung und EU auf, konstruktiv am Frieden in der Ukraine mitzuwirken und alle verfassungswidrigen Versuche einzustellen, den Krieg zu verlängern.

Marie-Christine Giuliani spricht mit Baud über Meinungsfreiheit, mediale Deutungshoheit und die politische Instrumentalisierung von Sanktionen.

SIEHE AUCH: In einer beispiellosen Eskalation nimmt die EU kritische Stimmen aus dem Westen ins Visier: Im Mai 2025 wurden erstmals deutsche Staatsbürger und Journalisten im Rahmen des Russland-Sanktionspakets sanktioniert – darunter der in Berlin lebende Journalist Hüseyin Doğru, Gründer der unabhängigen Medienplattform Red Media, sowie die in Russland lebenden deutschen Journalisten Thomas Röper (Anti-Spiegel) und Alina Lipp. Alle wurden mit eingefrorenen Konten, Reiseverboten und einem faktischen Berufsverbot belegt, weil ihre Berichterstattung – etwa zu Pro-Palästina-Protesten oder zum Ukraine-Krieg – angeblich russische Desinformation unterstütze. Beweise? Fehlanzeige. Doğrus Klageantrag wurde kürzlich abgelehnt. Sevim Dağdelen spricht mit Hüseyin Doğru über die persönlichen und beruflichen Folgen dieser Maßnahmen.

Update 30. März 2026 – „Nun wurden auch die Konten der Ehefrau des seit Monaten von der EU mit absurden „Begründungen“ sanktionierten deutschen Journalisten Hüseyin Doğru „sichergestellt“. Man findet gar keine Worte mehr: Eine Familie mit kleinen Kindern wird kollektiv bestraft, weil Doğru die „falsche“ Meinung vertritt. Die Praxis der EU-Sanktionen ist totalitär – das Schweigen weiter Teile der deutschen „Zivilgesellschaft“ dazu ist erbärmlich.“ Ein Kommentar von Tobias Riegel auf Nachdenkseiten.de

Hüseyin Dogru @hussedogru ergänzt via X.com Mar 30: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), dessen Mitglied ich bin, folgt der staatlichen Linie des @AuswaertigesAmt und sieht „keinen Anlass, die Sanktionen“ gegen mich „zu kritisieren.“ Das nennt man Anpassung.

Lexa 🇩🇪 @rebew_lexa via X.com May 29 – Die deutsche Regierung gerät massiv unter Beschuss, nachdem bekannt wurde, dass die Bankverbindung der pensionierten Mutter des regimekritischen Journalisten Hüseyin Dogru eingefroren wurde – ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und offenbar ohne jede offizielle Benachrichtigung. Kritiker sprechen inzwischen offen von politischer Repression und Einschüchterung durch die Behörden. Der Fall löst heftige Debatten über #Meinungsfreiheit und den Umgang mit unliebsamen Journalisten aus.

SIEHE AUCH: Pressfreedom Report

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AMS Larifari-Weiterbildung

Verein Vamos

„Projekt“ für 31 Ukrainerinnen kostet 261.000 Euro

26. Dezember 2025 – (Kommentar HTH) – 261.000 Euro. Das ist kein Weihnachtsgeschenk für 31 Ukrainerinnen im Burgenland, sondern für die vom AMS finanzierte Organisation „Vamos“. So viel kostetet nämlich das famose Projekt „ChancenKompass & Perspektivenschmiede“, das im Burgenland Mitte Dezember abgeschlossen wurde und an dem 31 Ukrainerinnen „mit großer Dankbarkeit und lachenden Gesichtern“ teilnehmen durften. Das sind genau 8.419,35 Euro pro Teilnehmerin. Und was haben sie davon? Laut Jubelbericht des AMS: „Perspektiven“, „Erweiterung ihrer beruflichen und sprachlichen Kompetenzen“, sowie „Erfahrungen in der Praxis“ gesammelt. Dazu kommt das unumgängliche Pflichtprogramm für jedem AMS-Schützling – vom Alkoholiker bis zum Akademiker: „Erstellung von aktuellen Bewerbungsunterlagen“.

Updates 22. März 2026 

„Am überaus positiven Erfolg erkennt man, was möglich ist“, so der Jubelbericht weiter. Konkret: 8 (von 31) Frauen haben bereits eine Beschäftigung, 7 Frauen starten eine weitere Qualifizierung = nach AMS-Rechnung: „rund 50% der Frauen konnten am Arbeitsmarkt Fuß fassen.“

AMS Bundesland Burgenland Jubelbericht vom 11.12.2025: 

Mit großer Dankbarkeit und lachenden Gesichtern feierten die Teilnehmerinnen den erfolgreichen Abschluss des Projekts „ChancenKompass & Perspektivenschmiede“. Die ukrainischen Frauen, die am AMS finanzierten Programm teilnahmen, luden zum ukrainisch-kulinarischen Beisammensein ein und erzählten von ihren persönlichen Erfahrungen und Fortschritten. Sie berichteten davon, wie herausfordernd der Weg für sie gewesen war – geprägt vom Krieg in der Ukraine, dem Neubeginn in einem fremden Land und den ersten Schritten ohne Deutschkenntnisse – und wie stolz sie heute auf ihre überwundenen Hürden sind.

Schaffung neuer Perspektiven für ukrainische Frauen

Das Projekt richtete sich an vertriebene Frauen aus der Ukraine mit geringen Deutschkenntnissen, die noch nicht beim AMS vorgemerkt waren. „Durch das Projekt wollten wir die Teilnehmerinnen motivieren, sich bei uns zu melden und ihnen unsere Angebote vorstellen. Besonders wichtig war uns neben der individuellen Unterstützung die Qualifizierung der Frauen zur Erweiterung ihrer beruflichen und sprachlichen Kompetenzen. So kann die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt gelingen, was Ziel des Projekts war“, betont AMS-Landesgeschäftsführerin Mag.a Helene Sengstbratl.

Perspektivenschmiede“: Lernen durch Tun in der Praxis

Im Rahmen der „Perspektivenschmiede“ konnten die Teilnehmerinnen Erfahrungen in der Praxis sammeln. Dabei ging es um Information und Motivation, begleitende Workshops und Kooperationen. Im Vordergrund stand das praktische Arbeiten in den hauseigenen Betrieben. Der Schulungsort „Vamos“ (Verein zur Integration) in Markt Allhau ist der optimale Ort dafür. Die Frauen arbeiteten dort in der Tischlerei, Verwaltung, Gärtnerei, Küche, Konditorei und im Hauswirtschaftsbereich.

„Erst durch den Weitblick und die Offenheit für neue Projekte durch das AMS Burgenland konnte dieses Projekt realisiert werden. Am überaus positiven Erfolg erkennt man, was möglich ist, wenn das Vertrauen des AMS auf die Motivation und das Engagement von Mitarbeiter_innen in unseren Projekten trifft. Ein großes Dankeschön an die wertschätzende und bereichernde Zusammenarbeit mit dem AMS und den Mitarbeiter_innen im Projekt. Durch dieses positive Zusammenspiel konnte für die Teilnehmerinnen eine Grundlage geschaffen werden, die neben der beruflichen Weiterentwicklung auch maßgeblich zur Integration beigetragen hat“, erzählt Rene Höfer, Vamos-Geschäftsführer, der die Teilnehmerinnen von Beginn an im Betrieb erlebt und ihre Entwicklung beobachtet. [Anm. HTH: Vamos – gemeinnützlger Verein für Integration, hat fünf Standorte im Burgenland und beschäftigt sich mit allen Themen der Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in allen Lebensbereichen. Wer den Selbstbedienungsladen Österreich kennt, muss davon ausgehen, dass sich 261.000 Euro für das Larifari-Projekt zur Gänze an in gemeiner Nützlichkeit aufgelöst haben.]  

Erfolgreich Schritt für Schritt zum beruflichen Neustart

Während des Projekts wurden die ukrainischen Teilnehmerinnen individuell unterstützt und begleitet, wie etwa bei der Erstellung von aktuellen Bewerbungsunterlagen, der Vernetzung mit Bildungseinrichtungen, der Praktikumssuche und den begleitenden Deutschkursen. Für die Frauen war all das „Neuland“, sie hatten bis dahin keine Berührungen mit dem österreichischen Arbeitsmarkt. Die Frauen wurden Schritt für Schritt unterstützt, um beruflich neu starten zu können. Für das AMS war „ChancenKompass & Perspektivenschmiede“ ein Pilotprojekt und die Erfolge können sich sehen lassen. Von insgesamt 31 Teilnehmerinnen konnten bereits acht Frauen eine Beschäftigung aufnehmen, weitere sieben Frauen starteten eine berufliche Qualifizierung oder Ausbildung. Der Arbeitsmarkterfolg spricht für sich – rund 50% der Frauen konnten am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Ein außergewöhnlich gutes Ergebnis, gerade für eine Zielgruppe, die in Österreich völlig neu starten musste.

Zusammenarbeit, die Chancen am Arbeitsmarkt schafft

Das Projekt wurde zur Gänze vom AMS Burgenland finanziert, in enger Zusammenarbeit mit Vamos umgesetzt und wird zu Jahresende 2025 abgeschlossen. Die Fördersumme betrug rund 261.000 Euro. „Die Zusammenarbeit zwischen dem AMS Oberwart und Vamos läuft sehr gut. Zudem hat der Verein schon einmal ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt und tolle Erfahrungen gesammelt. Daher freuen wir uns, dass das Projekt so gut gelaufen ist und wir so viele Frauen unterstützen konnten. Wir gratulieren nochmals ganz herzlich!“, betont Mag.a Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland.

[RESÜMEE von HTH: laut Statistik Austria leben derzeit rund 88.000 Ukrainer in Österreich, wenn sie nicht gerade Weihnachtsurlaub in der Heimat machen. Wenn man davon ausgeht, dass 20 Prozent Jugendliche und 20 Prozent im Alter von 60+ sind, dann sollten ungefähr 53.000 von ihnen arbeitsfähig und arbeitswillig sein. Mit Sicherheit haben in den vergangenen drei Jahren zumindest 10 Prozent so gut Deutsch gelernt, dass sie fähig sind, einen Pflegeberuf auszuüben.

UinA2025

ethos.at hätte für die Summe von 261.000 Euro einhundert Ukrainer und Ukrainerinnen zu PflegerInnen ausgebildet und über etablierte Pflegeorganisationen umgehend in den ausgehungerten Pflegemarkt eingebracht.

ethos.at gehört nicht zur Fraktion Hätti Wari Täti, sondern zur Fraktion der Unternehmer. Deshalb hier unser öffentliches Angebot an alle zuständigen AMS-Abteilung in Österreich und in den Bundesländern: für 261.000 Euro bildet ethos.at / der Verein Moral 4.0 ZVR 1736362407 innerhalb von zwei Monaten 100 UkrainerInnen zu Altenpflegerinnen aus, die danach umgehend in der Personenbetreuung eingesetzt werden können. Das Angebot gilt. Starten wir 2026 neu durch!

P.S. Der Obmann von ethos.at / der Verein Moral 4.0  ist seit sechs Jahren in der 24/7 Altenpflege tätig und gesetzlicher Erwachsenenvertreter von zwei Familienmitgliedern.]

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In Memoriam Hermine Thurnhofer

Mami Stern

Geboren 8. November 1935, gestorben 15. Dezember 2025

LIEBLINGS-SPRÜCHE der Verstorbenen

+ Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.

+ Ein Vor-Urteil ist ein Urteil, das nicht durch ein Gericht, sondern durch ein Gerücht hervorgerufen wird.

+ Wenn du eine hilfreiche Hand brauchst, suche sie am Ende deines eigenen Armes.

+ Um zu sehen, musst du die Augen offen halten. Um zu erkennen, musst du sie schließen und denken.

+ Ihr letzter Wunsch: Ich wollte nur Frieden hinterlassen.

REQUIEM am 22. Dezember 2025 mit LESUNG

aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei:
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

1 Korinther 12, 31b / 13

NACHRUF

1

Liebe Trauergäste, danke für eure Anteilnahme!

Wir erinnern uns heute an unsere Mami, wie sie alle nannten. Sogar unser Tati, ihr Ehemann, der vor wenigen Wochen seinen 95. Geburtstag gefeiert hat.

Einen Monat vor Mamis letzten Geburtstag am 8. November, war sie schon so schlecht beisammen, dass wir nicht daran glaubten, sie werde ihren 90er noch erleben. Erst am 15. Dezember wurde sie erlöst. Der Weg dahin war alles andere als leicht.

Das lag auch daran, dass sie mit Gott und Kirche gehadert hat. Warum lässt Gott alles Übel dieser Welt zu? Warum lässt er mich selbst so lange leiden? – hat sie oft gefragt.

Für die Probleme dieser Welt gibt es Lösungen, solange es technische Probleme sind.

Für die Leiden jedes Menschen gibt es Lösungen, solange diese das Revier der Medizin betreffen.

Aber irgendwann kommt der Punkt – für jeden von uns – an dem es keine Lösung mehr gibt; sondern nur noch Erlösung.

Wir sind der Kirche dankbar, insbesondere unserem Herrn Pfarrer, dass er in dieser Phase für Mami da war, und dass wir heute in unserer Kirche den Abschied von unserer Mutter feiern dürfen.

2

Mami, Hermine Doppelhofer, ist 1935 am Mitterberg geboren, und hatte dann das Glück, dass sie zehn Jahre als Ziehtochter in Aflenz aufwachsen durfte. Die Kriegsjahre hat sie somit wohlbehütet überlebt. Die Rückkehr in ihre eigene Familie nach 1945 war dagegen ein Schock.

Ihre Ziehmutter war streng und gerecht.

Ihre eigene Mutter war streng und katholisch.

Die Pflichten einer Katholikin waren ihr wichtiger, als die Pflichten einer Mutter. Zuneigung, Fürsorge, Liebe erlebte Hermi am Mitterberg nicht.

In der Hauptschule hat sie gut gelernt. Heute würde man sagen: nachhaltig: Noch Mitte dieses Jahres hat sie den Zauberlehrling vollständig und auswendig rezitiert! 

Ihr Traumberuf wäre Handarbeitslehrerin gewesen. Den Wunsch, eine Lehre zu beginnen, hat ihre eigene Mutter abgelehnt, mit den einprägsamen Worten: Learn zerscht amoi fiugn dahoam! (Kann man nicht übersetzen!) Ein Jahr später konnte Hans seiner jüngeren Schwester Hermi eine Lehrstelle als Schneiderin verschaffen.

Bei einer Tanzveranstaltung, wie sie früher auf dem Dorf üblich waren, hat sie Ernst (unseren Tati) kennengelernt und einen Tag vor Mamis 20. Geburtstag kam Ernst junior zur Welt! Es folgten 1958, 59, 60 drei Töchter, 1963 und 72 zwei Söhne. So hat sie sich rund 30 Jahre um ihre eigenen Kinder gekümmert, buchstäblich mit Leib und Seele, bis der Jüngste auf die HTL nach Wien gegangen ist.

3

Kinder, nicht nur ihre leiblichen, waren Mamis ganzer Lebensinhalt. Das Generalmotiv der Nachkriegsgeneration – meinen Kindern soll es besser gehen – konnte sie in ihrer eigenen Familie verwirklichen.

Weniger mit materiellen Mitteln,

als mit Idealen, die sie uns vermittelt hat.

Ihr Credo: Bildung ist das wichtigste im Leben! Denn eure Bildung kann euch niemand wegnehmen! Wir, ihre Kinder haben uns das zu Herzen genommen, sodass wir heute wissen, was folgendes Zitat bedeutet, und von wem es ist:

„Da steh ich nur ich armer Tor

und bin so klug als wie zuvor.“

Der zweite Teil ihres Credos ist aber genauso wichtig: Ihr müsst selbst entscheiden, was ihr lernen wollt – ich kann euch dabei nicht helfen. 

4

Goethe hätte darüber gedichtet: „Sechs Kinder verließen das elterliche Haus, getrieben von dem stillen Verlangen, in den Lehr- und Wanderjahren das weite Antlitz der Welt zu schauen. Schwer war dies der Mutter, deren Herz im Zurück-bleiben lernte zu entsagen; doch hatte sie selbst ihnen früh die Erkenntnis eingepflanzt, dass Bildung das edelste Gut des Menschen sei. So zogen sie denn hinaus, getragen von der tröstlichen Gewissheit, dass die Schwelle des väterlichen Hauses ihnen stets offenstehen werde.“

Das ist tatsächlich von Goethe, genauer gesagt, vom KI-Goethe.

KI wie Künstliche Intelligenz! Chat G P T-Goethe genauer gesagt.

[ERGÄNZUNG: Die poetische Fassung von Copilot-Goethe:

Sechs Kinder sind entsendet in die weite Welt,

Zu sammeln Weisheit, Lust und ernste Lehr.

Die Sonne leuchtet ihnen mild auf Wald und Feld,

Und lehrt sie manches Bild, das das Herz begehr.

Der Fluss, er murmelt sanft sein altes Lied,

Die Bäume neigen sich im freundlichen Wind;

Und jedes Herz, das eifrig strebend zieht,

Fängt heimlich an, die Wunder zu begründ’.

So wandeln sie durch Tag und Abendglut,

Von seiner Jugend reich, wie goldner Fluss;

Und tragen, was die Seele labt und tut,

Hin unserm Heim, voll Lieb’ und stiller Lust.]

[Quelle eigener Text: So sind ihre sechs Kinder ausgezogen, um in ihren Lehr und Wanderjahren die Welt zu entdecken und mit besserem Wissen nach hause zu kommen. Darunter litt ihre Mutter, aber sie hatte die Kinder gelehrt, dass Bildung das höchste Gut sei. So zogen sie los, mit dem sicheren Gefühl, dass die Türen im Haus ihrer Eltern immer offen bleiben werden.]

5

Lebenslanges Lernen ist bis heute ein Bildungsideal. Unsere Mami hat das bis zuletzt praktiziert. Erst vor zehn Jahren hat sie ein I-Pad bekommen und das Internet erobert. So konnte sie auch mit Verwandten aus England Kontakt aufnehmen und halten.

Ich verrate noch ein Geheimnis – nicht dem Pfarrer weitersagen!

Sie hat sogar gezockt im Internet und gut 100 Mal online das Millionen-Spiel gewonnen. So hat sie uns ein Vermögen hinterlassen! Wir haben aber noch keine Bank gefunden, die 100 Millionen Punkte in Euro eintauscht …

Und noch eine Seite von Mami, die wenige kennen: Sie hat sieben Bücher geschrieben: „Eckstein. 200-mal um die Ecke gedacht!“ Beispiel gefällig? Frage: Die Müllerin von nebenan. Antwort: Lieschen. Was sonst? Wäre jeden von uns auch eingefallen, oder? Sieben solche Rätsel-Bücher hat unsere Mami vollgeschrieben, und das sagt viel über ihre Phantasie und ihren Humor aus: Sprachspiele und paradoxe Formulierungen haben sie immer erheitert.

6

Am 31. Oktober – Mami war schon zwei Monate im Bett – habe ich sie gefragt: Was sagt der Philosoph zum Weltspartag? Sie hat nicht reagiert, ich fragte nochmals, und nochmals. „Ja sags doch endlich“, schaute sie mich plötzlich mit leuchtenden Augen an. Die Antwort: Mir ist in meinem Leben nichts erspart geblieben! So durften wir Mami nochmals lachend sehen.

Das war einer von vielen kleinen Lichtpunkten in den letzten drei Monaten ihres Lebens, die sie bis zur letzten Minute zuhause verbringen konnte. Wir haben ihr und unserem Vater dieses Versprechen gegeben. Ein Versprechen kann man leicht mal abgeben, aber es ist nicht leicht, es einzuhalten.

7

An der Stelle möchte ich hervorheben, dass dies nur möglich war, weil eine Psycho-Therapeutin unserer Familie immer, aber insbesondere die letzten drei Monate für Mami da war. Und es war nur möglich, weil eine Krankenschwester unserer Familie immer, aber insbesondere die letzten zwei Wochen, zwei Tage und zwei Stunden bei ihr war!

8

Aus unserer gemeinsamen Liebe zum Paradoxon möchte ich schließen:

Weil unsere Mami so ein gutes Herz hatte,

deshalb musste sie so lange leiden.

NACHSATZ

Das Haus, das unsere Eltern 1968-72 gemeinsam gebaut haben, ist für heutige Verhältnisse bescheiden. Trotzdem oder gerade deshalb wollen wir zum Abschied alle, wirklich alle Trauergäste einladen, dort, wo unserer Eltern ihren Kindern ein echtes Zuhause geschenkt haben, den Tag ausklingen zu lassen.

Wir haben hier 50 Sitzplätze vorbereitet und dazu noch viele Stehplätze. Stellt euch darauf ein, dass es so eng wird wie auf dem Wiener Christkindlmarkt. Aber sicher nicht so gefährlich…hoffe ich zumindest.

Amen.

SIEHE AUCH: pität.at

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