Kulturhauptstadt Salzkammergut KHST 2024

KHST Salzkammergut

Zwei Kommentare von Michael Benaglio

DER „KULTURHAUPTSTADT SALZKAMMERGUT“ FEHLT DAS SALZ

Als das Salzkammergut das O.k. für eine „Kulturhauptstadt“ erhielt, herrschte großer Jubel, auch wenn der Begriff „Stadt“ für eine weit verzweigte ländliche Region seltsam anmutet. Von Gegenkultur und Widerstand war die Rede. Es gibt im Salzkammergut literarische und musikalische Initiativen und Gruppen, die „anders“ sind, kritisch, gegen den Strom schwimmend, manche auch alternativ und spirituell ausgerichtet. Sie sollten gefördert, bekannt gemacht werden.

Dann hörte der interessierte Zeitgenosse lange nichts, nur über personelle Querelen gab es Gerüchte. Dann verkündeten Medien die Halbierung der bewilligten Förder-Summe und viel Freude erlosch. Endlich erschien eine neue Chefin, im Salzkammergut unbekannt, auf der gewichtigen Bühne: Elisabeth Schweeger ihr Name. Die Dame machte schnell Karriere: Zu einer der unbeliebtesten Personen im Salzkammergut; aus dem einfachen Grund, da ihre arrogante Art so ziemlich alle vor den Kopf stieß. Als ich in Bad Aussee für das Bad Mitterndorfer Kulturzentrum Woferlstall einige Projekte präsentierte, begrüßte ich Frau Schweeger, die mich nicht erkannte, obwohl sie mir ein paar Tage vorher bei einem Fototermin die Hand geschüttelt hatte. Auf Bad Mitterndorf angesprochen sagte sie: „Ah. Ihr habt auch etwas zu sagen?“ Das hoffen wir doch, Frau Schweeger!

Gut neunzig Prozent der von Einheimischen eingereichten Projekte wurden abgelehnt, was großen Unmut erzeugte. Frau Schweeger meinte, das seien halt Kleinkinder, die raunzen, wenn sie etwas nicht bekommen. Dafür wurde das Salzkammergut mit einer Vielzahl von Projekten beglückt, mit denen die Bewohner nichts anfangen konnten. Sie wurden als von außen aufgesetzte Fremdkörper wahrgenommen. Freilich: Einzelne Projekte dieser Kulturhauptstadt machen Sinn, sind aussagekräftig, beweisen Qualität. Das soll nicht unter den Tisch fallen. Aber die Kluft zwischen dem aufgesetzten städtisch-postmodernen Kulturmainstream und der Bevölkerung weitete sich. Außer den Apparatschiks der selbst ernannten kulturellen Upper Class, zu der nun auch Hubert von Goisern zählt, profitierten nur sehr Wenige von der Kulturhauptstadt.

In Bad Goisern grub ein von der politischen steirischen Klasse protegierter sogenannter Künstler ein großes Loch, d.h. er ließ es graben, setzte eine Art Wohnung hinein. Das ganze Spektakel wurde zugeschüttet. In einem Fernsehinterview meinte der rhetorisch fragwürdige „Künstler“: „Jeder hat Leichen im Keller.“ Klartext: Die in Goisern haben alle ihre Leichen im Keller. Ob sie alle Nazis sind? Derartige arrogante, missachtende, diskriminierende Aussagen von Leuten, die sich zu Propheten der Demokratie, der Freiheit, des Respekts herausputzen sind mehr als peinlich. Generelle Beschimpfungen der Bauern als gemeine, selbstsüchtige Ökoverbrecher bei Diskussionsveranstaltungen kamen in einer immer noch teilweise bäuerlich geprägten Region nicht so gut an. Auch der vielgeschmähte „Pudertanz“, in dem sich eine mollige Nackte u.a. vor Kindern mit Puder lasziv bestäubte, trug nicht zur Qualitätssicherung der „Kulturhauptstadt“ bei, erntete vielmehr heftige Ablehnung, allerdings auch große mediale Aufmerksamkeit. Dieser merkwürdige Tanz entbehrte jeder Erotik, zeugte von künstlerischer Askese, eignet sich aber wohl für ein zweitklassiges Animationsprogramm in einem Puff.

[Anmerkung ethos.at: Die Pudertänzerin, die oberösterreichische Choreografin Doris Uhlich, wurde mit dem Österreichischen Kunstpreis für darstellende Kunst 2024 des BMKOES Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport ausgezeichnet, wie auf der Webseite salzkammergut-2024.at zu erfahren ist. Ob die Selbstchoreografierung der Pudertänzerin mehr der Kunst oder dem Sport, der Kultur oder dem öffentlichen Dienst zur Ehre gereicht, sei dahingestellt.]

Die großen Veranstaltungen mutierten zu Shows des Sehens und Gesehen Werdens, VIPs und Politiker latschten auf roten Teppichen, die kleinen Projekte erhielten mit Ausnahme einer oft fehlerhaften Homepage entgegen früheren Versprechungen null werbetechnische Unterstützung. Sie wurden alleine im Regen des Salzkammerguts und postmoderner Beliebigkeit stehen gelassen. Dieser Kulturhauptstadt fehlt das Salz, der Pfeffer, die Gewürze, die Kunst erst interessant machen. Daran änderten auch die in Kondomautomaten enthaltenen Poesiekonserven nichts.

Die Kulturhauptstadt Salzkammergut entpuppt sich als ein von oben den „Trotteln“ im angeblich kulturell unmündigen Salzkammergut aufoktroyiertes Spektakel, das permanente Selbstbeweihräucherung selbsternannter kultureller Mainstream-Upper-Class-Akrobaten integriert. Eine große Chance wurde vertan, Gelder in den Himmel der Eitelkeiten geschossen. Die Förderung und Bekanntmachung einheimischer, widerständischer, gegenkultureller Projekte hätte Sinn gemacht, ebenso ihre gegenseitige Vernetzung – wie ursprünglich postuliert. Dann hätten Projekte und Künstler von außen, mit Augenmaß veranstaltet, sicherlich mehr Anerkennung gefunden. Ja, gemeinsame Projekte von denen da draußen und denen vor Ort, sei es z.B. gemeinsames Musizieren oder heiteres Ausflippen, wären bereichernd gewesen, hätten zur größeren Akzeptanz der Kunstversuche in der Bevölkerung beigetragen.

Ich vermute, in zwei Jahren wird diese „Kulturhauptstadt Salzkammergut“ selbst vom immer noch in Bad Ischl (Mekka der Kulturhauptstadt) geisternden Kaiser vergessen sein; außer in der Vita von Künstlern, die bei diesem, bis auf löbliche Ausnahmen missglückten Kunstspektakel dies oder das oder etwas Anderes taten und meinen, bei den Subventionsgebern genießt die „Kulturhauptstadt Salzkammergut“, weil medial hochgejubelt, größtes Ansehen und garantiere weitere Geldflüssigkeiten. Vielleicht irren sie da auch nicht …

(Ein abschließendes Resümee über das Kulturhauptstadtjahr findet sich im Pappelblatt 33 Herbst/Winter 2024)

Weiterlesen

Kika/Leiner-Insolvenz und der Möbelhandel

ServiceMore

Abgesang 29.1.2025: „Nach 115 Jahren endet die Firmengeschichte des Möbelhändlers Leiner. Kika/Leiner sperrt heute nach Geschäftsschluss die zuletzt verbliebenen 17 Standorte zu. Rund 1.350 Beschäftigte verlieren ihren Job“, berichtet ORF.at

14. November 2024 – „Sensation: Planungsküchen“ ist der Titel des letzten „Presseartikels“ auf der Webseite von kika/Leiner vom 31.10.2024 Wer eine Planungsküche bei kika/Leiner in Auftrag gegeben hat, muss nun zittern, dass diese auch ausgeliefert wird.

Nicht auf der Webseite des Unternehmens, aber in allen Medien kursiert seit 13.11.24 der Titel „Kika/Leiner meldet erneut Insolvenz an“. Industriemagazin.at berichtet über den einstigen Familienbetrieb, den zuvor schon Rene Benko mit seiner SIGNA sanieren wollte: „Nach der Insolvenz im Juni 2023 hat das Unternehmen am Donnerstag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht St. Pölten beantragt, welches bereits eröffnet wurde. Nach Angaben der Gläubigerschutzverbände AKV, Creditreform und KSV belaufen sich die unbesicherten Verbindlichkeiten (Passiva) auf 113 Millionen Euro – im Liquidationsfall sogar auf 139 Millionen Euro.“

293 Mitgliedsbetriebe des Einkaufsverbandes SERVICE&MORE haben auf die Insolvenzmeldungmit einer Presseinformation reagiert:

Österreichischer Einrichtungsfachhandel bietet Verlässlichkeit und Stabilität

Wien, am 13. November 2024 – Während die Insolvenz von kika/Leiner ein weiteres Kapitel der Instabilität bei großen Möbelketten aufschlägt, zeigt der heimische Einrichtungsfachhandel, dass Beständigkeit und Handschlagqualität im Markt entscheidend sind. SERVICE&MORE, Österreichs führender Einkaufs- und Dienstleistungsverband im Einrichtungssektor, beweist, dass stabiler Erfolg auch in herausfordernden Zeiten möglich ist. Und empfiehlt den Kund*innen, zukünftig beim Möbelkauf die Angebote noch genauer zu prüfen.

Die 293 Mitgliedsbetriebe von SERVICE&MORE tragen als größte Einkaufs- und Dienstleistungsorganisation für KMUs im österreichischen Einrichtungssektor rund 12 % zum Gesamtmarkt bei und sichern verlässlich die Arbeitsplätze von 3.800 Mitarbeitenden.

Beim Verband verfolgt man die aktuelle Marktlage, die Entwicklungen bei kika/Leiner und die damit verbundene Unsicherheit für die 1.400 Mitarbeitenden, aber auch für die Lieferanten, sehr genau. „Diese Menschen und Unternehmen blicken nun mit Ungewissheit in die Zukunft“, erklärt Christian Wimmer, Geschäftsführer von SERVICE&MORE. „Gleichzeitig alarmiert uns die drohende Monopolstellung eines weiteren großen Möbelanbieters, die den Wettbewerb stark beeinträchtigen könnte. Denn diese Schieflage des Marktes führt letztendlich voraussichtlich auch zu Nachteilen für die Kund*innen.“

Die über Jahre hinweg wiederkehrenden Schwierigkeiten der Großfläche zeigen, dass der Einrichtungsfachhandel mit seiner Strategie auf dem richtigen Weg ist. Im Gegensatz zu den Großflächen-Anbietern, die mit scheinbaren Dauerrabatten und Lockangeboten den Markt fluten, setzen die Mitgliedsbetriebe von SERVICE&MORE auf faire Preisgestaltung und transparente Kundenkommunikation. Dies unterstreicht eine von SERVICE&MORE beauftragte Studie zum Thema „Dauerrabatte als Lockangebote“, die bereits vor zwei Jahren belegte, dass die sogenannten „Traumrabatte“ der Großfläche letztlich von den Konsument*innen selbst bezahlt werden. „Unsere Mitgliedsbetriebe hingegen bieten Qualität ohne versteckte Kosten. Für uns steht der Kunde und nicht der schnelle Rabatt im Fokus“, so Wimmer weiter.

Die Familienbetriebe von SERVICE&MORE sehen ihre Rolle auch als verantwortungsvolle Arbeitgeber und sind ein stabiler und zuverlässiger Beschäftigungsfaktor in der Region. „Die letzten beiden Jahre waren für die gesamte Einrichtungsbranche wirtschaftlich äußerst herausfordernd, doch wir haben keinen einzigen unserer Handelspartner auf dem Weg verloren“, betont Christian Wimmer. „Das zeigt die Stärke unseres Netzwerks und beweist, dass diese Unternehmen selbst in Krisenzeiten ein verlässlicher Partner sind – sowohl für die Kund*innen als auch für die Beschäftigen und die Lieferanten.“

SERVICE&MORE bleibt trotz der herausfordernden Marktsituation zuversichtlich. Als verlässlicher Dienstleister für mittelständische Unternehmen unterstützt SERVICE&MORE seine Mitglieder durch umfassende Angebote, um deren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Großflächenanbietern zu sichern. Mit einem gemeinsamen Verkaufsumsatz von knapp 610 Millionen Euro tragen die Raumausstatter und Möbelfachhändler maßgeblich zur Stabilität der österreichischen Einrichtungsbranche bei.

Während kika/Leiner erneut an den wirtschaftlichen Realitäten scheitert, wird der Einrichtungsfachhandel mit seinen flexiblen, regional verankerten und kundennahen Strukturen weiterhin ein verlässlicher Partner in der Branche sein. Und ein Garant für Qualität, Beständigkeit und faire Preisgestaltung – Eigenschaften, die für Kund*innen und Arbeitnehmer*innen immer wertvoller werden.

Über SERVICE&MORE, GARANT Austria und WOHNUNION

Als professioneller Dienstleister im Einrichtungssektor bietet SERVICE&MORE mittelständischen Unternehmen alles, was sie brauchen, um im Zeitalter der Großflächenanbieter erfolgreich bestehen zu können. Die betreuten Verbände GARANT Austria und WOHNUNION sind mit 293 Mitgliedern die größten Einkaufs- und Dienstleistungsorganisationen für KMUs der österreichischen Einrichtungsbranche. Der gemeinsame Verkaufsumsatz beträgt 507 Mio. Euro. Das entspricht ca. 10 % des Gesamtmarktes. Insgesamt beschäftigen die Betriebe ca. 3.800 Mitarbeitende, verlegen 744.000 m2 Parkettboden und verkaufen und montieren rund 7.560 Küchen pro Jahr. www.serviceandmore.at

Weiterlesen

Fußi Fussi der Saubermann

ORF fussi 2024 10 09

2. Frebruar 2025: Was ist eigentlich aus der Fussi-Partei geworden? Hat die einen Einstellplatz auf dem Ponyhof bekommen? Diese Frage an @rudifussi blieb leider unbeantwortet. Auf seinem x-Account, wo er noch bis Ende 2024 mehrmals täglich Kritiken und gute Ratschläge verteilte, findet sich seit Jahresbeginn nix mehr über Politik, sondern nur noch Reposts anderer X-Teilnehmer. Auf bei bussifussi gibt es keine zweckdienlichen Hinweise.

22. Dezember 2024 – „Fußi hat 46.000 Unterschriften: Babler wird Geschichte sein“ berichtet oe24.at über die letzte großspurige Ansage des Politprofis, der sich auch mit Politkabarett den einen oder anderen Euro verdient. Am gleichen Tag lässt er über die Presse.com eine andere Bombe platzen: „Rudi Fußi will mit eigener Partei bei Wahlen antreten.“ Dann kam Weihnachten, dann kam Silvester und dann kam nichts mehr. ethos.at erinnert an „Die Kanzlerrede“, die Bussi Fussi am 2. Dezember 2021 inszeniert hat.

29. Oktober 2024 – Als junger Revoluzzer konnte Rudolf Fußi 2002 mit dem Volksbegehren gegen Abfangjäger exakt 624.807 Unterstützer mobilisieren. Das war der Höhepunkt seiner politischen Karriere, darauf folgten nur noch Tiefpunkte. Nach seiner Hetzjagd gegen Corona-Impfkritiker (Im Nov. 21 empfahl er via twitter; „Impfverweigerer müssen bei Arzt unterschreiben, dass sie auf Spitalsbehandlung im Falle einer Infektion verzichten. Und schon würden die Nadeln glühen“), dann sein Kampf für Österreichs NATO-Beitritt an forderster Front, folgt nun seit 9. Oktober als Dauerbrenner sein Programm „ICH kandidiere für den Vorsitz der SPÖ, um diese von Grund auf zu erneuern!“ Den geplanten Solo-Auftritt am 9.10. hat ihm niemand Geringerer als VdB versaut, der akkurat zur gleichen Zeit kurzfristig mit eine Ansage zur Regierungsbildung alle verfügbaren Kanäle blockierte. Fußi Fussi informierte via OTS, „dass die Persönliche Erklärung Rudolf Fußis erst nach der Rede des Bundespräsidenten abgegeben wird. Das gebietet die Höflichkeit und der Respekt vor unserem Staatsoberhaupt.“

ORF.at hat den artigen SPÖ-Zögling dafür belohnt und schenkte ihm 52 Minuten und 45 Sekunden Sendezeit seinen Auftritt. Die Rede war gut vorbereitet und exzellent vorgetragen. Sie wäre nur besser bei den Staatskünstlern Ster&Grissemann in „Willkommen Österreich“ aufgehoben gewesen.

Nächste Ansage via APA/OTS am 15.10.24: „Wir erlauben uns zur Vorstellung der Neuen Asyl- und Migrationspolitik von Vorsitzkandidat Rudolf Fußi einzuladen. Fußi: “Ich habe mich bewusst für den Auftakt der inhaltlichen Erklärungen für das umstrittenste Thema entschieden, weil hier das Versagen von ÖVP und SPÖ am größten war und bis heute auch ist. Auch in diesem Bereich wird es zu einem völligen Neustart kommen. Ebenso werde ich zu diesem Kapitel auch meine Koalitionsbedingungen nennen, ohne die es keine Regierungsbeteiligung der SPÖ unter meiner Führung geben wird.”

Mindestens einmal wöchentlich will der PR-Profi, dessen Agentur mindworker.at gerade mal ein Impressum uns sonst keine Inhalte zustande gebracht hat, mit Schlagzeilen in die Öffenlichkeit. Sein Vehikel ist APA/OTS. So fordert er am 22.10.24: Doris Bures muss ihr Scheitern bekennen und zurücktreten.“

Die nächste Rücktrittsforderung richtet Fußi Fussi am 25.10.24 an die gesamte SPÖ-Bundesgeschäftsführung, denn: „Inkompetenz ein Garant für steten Misserfolg“.

Am 29. Oktober 2024 geht Fußi Fussi aber aufs Ganze – er will die Spitze der SPÖ-Wienpartei und den gesamten Gewerkschaftsbund sowie die Arbeiterkammer eliminieren. Nur so kann man nämlich folgende Ansage verstehen: „Werde Korruption in SPÖ und Republik ohne Rücksicht auf Verluste bekämpfen!

HIER DER WORTLAUT der APA/OTS Presseaussendung vom 29.10.24

Weiterlesen